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Rezensionen / Re: Brigitte Glaser - Rheinblick
« Letzter Beitrag von Christiane am Heute um 09:32:12 »
Ja, genau das hab ich mir auch schon gedacht. Ich hab '72 ja doch schon das ein oder andere mitbekommen. Vor allem auch, weil durch meine 10 Jahre ältere Schwester daheim immer diskutiert wurde.
Für  meinen Geschmack hätte das Buch gern 'mehr Roman' sein dürfen - also einfach noch einiges an Seiten mehr  :->.
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Rezensionen / Re: Brigitte Glaser - Rheinblick
« Letzter Beitrag von Inge78 am Heute um 08:13:26 »
Vielleicht ist mir die Zeit einfach fremder und deshalb war so Vieles neu für mich und vielleicht fehlte mir deshalb diese Tiefe nicht
Ich habe auch über die Politiker neues erfahren. Und mehr Politiker wäre auch mehr "Roman" gewesen, weil Brigitte Glaser dann hätte noch mehr Unterhaltung erfinden müssen

Aber gut, dass es Dir auch gefallen hat

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SUB-Wettbewerb / Re: Bücher - Bingo 2019
« Letzter Beitrag von Christiane am 25. April 2019, 17:32:57 »
Kreuz bei C1: 'Rheinblick' von B. Glaser wurde in diesem Jahr veröffentlicht.

Ich hab das Buch schon vor einigen Tagen fertig gelesen, bin aber jetzt erst dazu gekommen, meine Eindrücke aufzuschreiben:  https://www.buchrebellin.de/bkf/index.php?topic=4519.new#top
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Rezensionen / Re: Brigitte Glaser - Rheinblick
« Letzter Beitrag von Christiane am 25. April 2019, 17:31:29 »
Ich hab das Buch nun auch gelesen und es hat mir gut gefallen. Aber ganz so begeistert wie Inge bin ich nicht. Ich hatte mir an der ein oder anderen Stelle wohl ein bisschen mehr erwartet.
Kanzler Brandt ist tatsächlich nicht so im Fokus des Geschehens und so bleibt er doch ein wenig blass. Man kommt ihm nicht so richtig nahe und ich denke, ihn hätte man doch noch etwas klarer zeichnen können. Seine Frau Ruth läuft quasi immer nur durchs Bild und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nie auch nur ein Wort mit der Logopädin ihres Mannes gesprochen hätte. Die Möglichkeit war gegeben und sie bleibt total distanziert.

Spannend fand ich die Verwicklungen um die Regierungsbildung, die ja zumindest auf wahren Begebenheiten beruhen.
Aber auch andere reale Figuren wie Ehmke oder Schmitt bleiben irgendwie genau so fremd wie man sie aus dem Fernsehen kennt - öffentliche Personen, denen man aber persönlich nicht näher kommt, die man als Mensch nicht wirklich kennenlernt. Die Darstellung dieser Personen im Buch beschränken weitgehend auf einige wenige Klischees, die man auch als typisch für sie schon kennt. Da gibt es einfach nichts Neues.

Dann die Darstellung des WG-Lebens anno '72. Das ist schon ganz gut umrissen mit all den Diskussionen, etc. Aber auch hier hatte ich wohl einfach ein bisschen mehr erwartet. Mehr Details, ein tieferer Einstieg,... Es bleibt mir alles ein wenig zu sehr in Klischees stecken, bleibt oberflächlich.

Trotzdem: die Figuren der Kneipenwirtin und der Jungjournalistin haben mir sehr gut gefallen. Sie waren so lebendig gezeichnet, dass man mit ihnen miterleben konnte, dass man sich einfühlen konnte. Die Logopädin hätte auch so sein können. Aber in dieser Figur kamen so viele Ideen der Autorin zusammen, dass keine so auserzählt wurde, wie ich es mir gewünscht hätte. Das fand ich sehr schade.

Und nochmal trotzdem: ich hab das Buch gern gelesen, es las sich locker weg und hat mir einiges an Erinnerung an diese Zeit gebracht. Daher trotz der Kritik eindeutig ein Lesevergnügen!

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Kaffeekränzchen / Re: Smaltalk zwischendurch...
« Letzter Beitrag von SilkeS. am 25. April 2019, 13:10:48 »
Silke, das freut mich sehr! Und nun drück ich die Daumen, dass es mit dieser Regelung zu aller Zufriedenheit klappt.

Bin grad erleichtert: Habe eine Regelung beim Babysitterjob erreicht   :bang:

Das klingt sehr gut
Hoffentlich zu eurer Beider Zufriedenheit
Ich drücke die Daumen dass es funktioniert


Ja, das hoffe ich, dass die Grenzen nicht wieder aufweichen...
Memmo an mich: Nicht ausser dem vereinbarten Terminen einen Ausflug vorschlagen...  :dong:

Gruß Silke
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Kaffeekränzchen / Re: Smaltalk zwischendurch...
« Letzter Beitrag von Inge78 am 25. April 2019, 07:44:34 »
Bin grad erleichtert: Habe eine Regelung beim Babysitterjob erreicht   :bang:

Das klingt sehr gut
Hoffentlich zu eurer Beider Zufriedenheit
Ich drücke die Daumen dass es funktioniert
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Monatsstatistik / Re: Jahresstatistik 2016
« Letzter Beitrag von Firnsarnwen am 24. April 2019, 22:49:15 »
Da ich sehr selten Bücher abbreche, weiß ich es tatsächlich noch. Ich hatte von der Autorin zuvor "der Feenturm" gelesen und das war jetzt nicht herausragend, aber o.k.
Beim "Weltennebel" fand ich die Geschichte langweilig  :langeweile1: erzählt, die Geschehnisse kein bischen überraschend und vor allem die Charaktere (und zwar alle) sehr sehr sehr eindimensional. Vor allem Darian ist nicht nur ein wenig einfach gestrickt, sondern dazu noch ein Langweiler. Ich glaube, ich habe mich bis zu einem Drittel durchgekämpft und dann aufgegeben.
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Rezensionen / Marie Lacrosse - Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben
« Letzter Beitrag von nirak am 24. April 2019, 20:03:57 »
Marie Lacrosse - Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben
ISBN: 9783442205554
Seiten: 701
Verlag: Goldmann
Ausgabe: TB
ET: 04/19
Preis: 13€


Die Liebe zwischen Franz und Irene scheint keine Zukunft zu haben. Die junge Frau hat sich dazu entschlossen, Franz zu verlassen. Sein Vater hat ihr Dinge erzählt, die es ihr unmöglich machen, bei ihm zu bleiben. Allein bekommt sie ihr Kind, denn sie ist schwanger, als sie geht. Nun muss Irene sich selbst versorgen. Es gelingt ihr ganz gut. Sie arbeitet in einer Textilfabrik. Erstmals muss sie lernen, wie schwer das Leben einer einfachen Arbeiterin ist, denn die Arbeit ist die Hölle. Sie werden ausgebeutet und Irene schuftet vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Sie lernt Josef kennen. Der junge Mann ist ein Arbeiterführer und will gegen die Ungerechtigkeiten der Obrigkeit ankämpfen. Erstmals hat die junge Frau wieder das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, dem sie vertrauen kann, aber ihr Herz hängt immer noch an Franz. Kann sie ihn vergessen? Von vorn anfangen?

„Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben“ ist der zweite Band einer Familiensaga aus dem Elsass. Er beginnt genau dort, wo der erste Band endet. Es empfiehlt sich also, diesen Teil gelesen zu haben. Es gibt zwar einige Rückblenden, die dafür sorgen, dass man sich zurechtfinden kann, aber es entgeht einem doch einen Großteil der Vorgeschichte. Ich finde auch, dass man die Zusammenhänge besser nachvollziehen kann, wenn man die ganze Geschichte gelesen hat.

Die Autorin erzählt aber nicht nur eine einfache Liebesgeschichte zwischen einem gut betuchten jungen Mann und einer Angestellten, sondern viel mehr von dem Leben dieser Zeit in den Jahren 1871-1873. In zwei Handlungssträngen erlebt der Leser, wie sich das Leben von Franz und Irene gestaltet hat. Während Franz sich dem Weingut zuwendet, muss Irene lernen, was es heißt, sich selbst versorgen zu müssen.

Gerade die junge Frau ist gefangen in der Arbeiterwelt der Textilherstellung. Zu lesen, wie diese Menschen ausgebeutet wurden, ist auch heute noch, kaum zu ertragen. Kinder, die unter schwere Maschinen mussten, um sauberzumachen, und dabei ihr Leben riskierten waren nicht nur für Irene unglaublich. Der Kampf dieser Menschen um einen besseren Lohn, um bessere Lebensbedingungen und vieles mehr, hat Marie Lacrosse wunderbar in Szene gesetzt. Ich mochte das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Was aus Irene wird und wie es den Menschen ergangen ist, die ihren Weg gekreuzt haben.

In dem zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin aus dem Leben von Franz. Sicher auch spannend, denn auch er hatte einiges zu überwinden. Wichtige Entscheidungen zu treffen und einiges wurde enthüllt, womit so wohl keiner gerechnet hat. Aber im Ganzen gesehen, hat mir der Handlungsstrang um Irene besser gefallen. Der historische Hintergrund bei ihr war spannend und großartig in die fiktive Geschichte um Irene gebettet. Er bittet viel Informatives aus dieser Epoche und erzählt gleichzeitig eine berührende Lebensgeschichte.

„Aufbruch in ein neues Leben“ ist eine gelungene Fortsetzung und vielleicht sogar noch eine Spur besser, wie „In stürmischen Zeiten“. Ich habe diesen Band in nur wenigen Tagen gelesen und war begeistert. Die Aufteilung in zwei Handlungssträngen der Protagonisten, hat mir gefallen. Auch die Zusammenführung beider Leben war glaubwürdig erzählt. Es ist eigentlich fast nicht möglich, alles aufzuzählen, was mir an dieser Geschichte gefallen hat. Der Erzählstil der Autorin ist so facettenreich wie das Leben selber. Die Geschichte glaubwürdig und authentisch. Ich bin gespannt, was Teil 3 bringen wird, der ja bereits im Herbst 2019 erscheinen wird.

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Kaffeekränzchen / Re: Nackenbeißer...
« Letzter Beitrag von Kingsizefairy am 24. April 2019, 19:04:46 »
schmutzig kann auch was anderes sein..... *hust*

Du machst mich ja fast neugierig aufs Buch  :dong:

naja, ist ja nicht umsonst ein Nackenbeißer....
Ach die beiden Bücher waren nett. Vor allem auch einmal was zu schmunzeln :-)
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Rezensionen / Nikola Scott - Das Leuchten jenes Sommers
« Letzter Beitrag von Sagota am 24. April 2019, 18:37:54 »
Zum Inhalt:

"August 1939: Auf dem malerischen Anwesen Summerhill in Cornwall lebt die junge Maddy zurückgezogen von der Welt und dem drohenden Krieg. Als ihre geliebte Schwester Georgiana von einer langen Reise zurückkehrt, bringt sie ihren neuen Freund Victor mit. Maddy ist der düstere junge Mann auf Anhieb unsympathisch. Aber sie ahnt nicht, wie groß die Gefahr wirklich ist....

Sechzig Jahre später führt ein Auftrag die junge Fotografin Chloe nach Summerhill. Sie hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist. Eigentlich eine freudige Nachricht, aber Chloes Gefühle sind gespalten. In Summerhill stößt sie auf ein Geheimnis, das Jahrzehnte zurückliegt - und das die Kraft hat, ihr gesamtes Leben auf den Kopf zu stellen....

(Quelle: Buchrückentext)

Dieser berührende Roman von Nikola Scott, die mich bereits durch ihr Début "Zeit der Schwalben" begeistern konnte, steht dem Erstlingswerk in Nichts nach: In einer prägnanten und sehr gefühlvollen Sprache lernen wir zum einen Madeleine Hamilton, genannt Maddy, immer besser kennen (im Erzählstrang Ende der 30er Jahre kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges in Cornwall, England) - und zum anderen die Lebenswelt von Chloe MacAllister, die etwas beklemmend ist, da ihr Mann Aidan bereits früh den Unmut der LeserInnen auf sich zieht: Er lebt mit Chloe in einem sterilen weiß eingerichteten Haus, ist Arzt und zeigt seine Art von Liebe darin, dass er seine Frau am liebsten für sich alleine haben möchte. Eine äußerst subtile Form von Besitzanspruch kommt in der Beziehung immer stärker zum Tragen, woher verständlicherweise die gespaltenen Gefühle Chloe's herrühren.

Maddy, (16) die sich sehr auf ihre Schwester freut, begrüßt mit Georgiana auch eine illustre Gesellschaft junger Leute, die einige Zeit auf Summerhill verbringen möchten und gerne sowie ausgiebig feiern. Ihre Schwester Georgiana ist um die 20 und kehrt von einer Europareise zurück: Da beide elternlos sind; die Mutter die Familie früh verlassen hat und der Vater durch einen tragischen Unfall starb, haben die Geschwister eine sehr enge Beziehung zueinander.

Während Maddy immer mit dem Zeichenblock unterwegs ist, denkt sich Georgiana Geschichten zu den Bildern aus: So entstehen später einige berühmte Kinderbücher, in denen es meist um Tiere wie einen kleinen Fuchs geht und die Geschichten auf dem herrlichen Anwesen Summerhill "am Ende der Straße" verortet sind, das Maddy so sehr liebt.

Mit dem Erwachsenwerden Georgianas hinterfragt diese ihr Leben und ihre Beziehung zu Maddy: Sie ist in Victor verliebt und merkt leider nicht, welche üblen Spiele dieser mit den Schwestern treibt, auch bleibt sein Motiv lange verborgen, weshalb er mit nach Summerhill reiste...

Ob Maddy noch rechtzeitig ihre Schwester warnen kann?

Auf der Erzählebene der Gegenwart erscheint das Leben von Chloe wie ein Alptraum: Vortäuschend, dass Aidan ja genug Geld verdient und sie ihren Job als Fotografin nicht wirklich braucht, ist er dagegen, dass sie ein Angebot annimmt, Fotos der berühmten Kinderbuchautorin Madeleine Hamilton aufzunehmen: Wird Chloe es schaffen, dem umfassenden Besitzanspruch Aidans zu entkommen? Wird sie auch Danny, ihren kranken Bruder, den sie sehr liebt, vor Aidans Bevormundung retten können, als dieser auch in Dannys Leben vollmächtig eingreifen will?

Meine Meinung:

Der atmosphärische Roman, der Spannung bis zuletzt aufbaut, in dem die Zeiten der beiden Erzählstränge immer wieder wechseln, ist sehr emotional und wundervoll sowie nachvollziehbar geschrieben: Es geht um viele Themen, die hier nicht nur angerissen werden, sondern in die Tiefe gehen:

Geschwisterliebe, traumatische Erlebnisse, Verluste, Vertrauen, Eigenständigkeit, Schuld und Unschuld, Rollen, in die man zuweilen als Kind "hineingedrängt" wird und die einen das ganze Leben mitunter (auch unbewusst) begleiten und prägen (können); aber auch Mut zu Veränderungen, wenn Liebe erdrückt - nicht mehr atmen kann.

So hat sich die Autorin besonders dem Thema der psychischen Gewalt in Beziehungen gewidmet, was ihr anhand der beiden Figuren Maddy und Georgiana sowie besonders Chloe sehr gelungen ist. Besonders beeindruckt hat mich die Passage, als sich Chloe und Maddy kennenlernen - und miteinander anfreunden, sich eine große Hilfe sind, trotz ihres Altersunterschieds. Ein Kernthema dieses Romans ist für mich, wie man sich einander nah sein kann, ohne den anderen in seiner Eigenständigkeit und Freiheit zu beschneiden. Hier durchleben beide Charaktere eine positive Veränderung, wohingegen Aidan überhaupt nicht aufzufallen scheint, wie sehr seine "Liebe" erdrückt und jedes Gefühl in Chloe mehr und mehr im Keim erstickt wird. Bedrückend finde ich, dass psychische Gewalt (auch in einer Ehe) erst seit einigen Jahren strafbar ist und besonders Frauen zuvor oftmals hilflos dieser ausgesetzt waren.

Die Figuren sind sehr facettenreich gezeichnet und bis auf Aidan MacAllister und Victor Deverill sympathisch: Je weiter der Roman voranschritt, desto mehr hat er mich begeistert, was ich dem wirklich guten Schreibstil und Spannungsaufbau von Nikola Scott zuschreibe. Die Anmerkungen der Autorin hierzu im Anhang fand ich als Ergänzung sehr informativ und bemerkenswert.

Fazit:

Ein berührender, gefühlvoller Roman über die zerstörerischen - aber auch tröstenden Kräfte, die sich Liebe nennen. Nikola Scott hat wunderbare Figuren geschaffen, die in ihrem Lebensweg aufzeigen, dass es sich lohnt, Eigenständigkeit und Authentizität zu bewahren, ganz besonders auch in Liebesbeziehungen! Eine klare Leseempfehlung und 4,5* von mir sowie ein herzliches dankeschön an sowohl die Autorin als auch die Übersetzerin Nicole Seifert für berührende und ergreifende sowie sehr unterhaltsame Lesestunden.
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