Tannöd von Andrea Maria Schenkel

Begonnen von Xandi, 05. Dezember 2008, 19:20:55

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Xandi

Tannöd (Broschiert)

[isbn]3442736730[/isbn]


Inhalt:

,,Tannöd" ist ein beeindruckendes Debüt. Vordergründig erzählt Autorin Andrea Maria Schenkel von einer Familientragödie: Alle Bewohner eines einsam gelegenen Bauernhofes werden erschlagen aufgefunden. Was in eine Ermittlung mit viel Lokalkolorit nebst kauzigem Ermittler hätte münden können, wird für den Zuhörer zu einem Protokoll der ganz besonderen Art. Scheinbar neutral wird der Ablauf der Geschehnisse rekonstruiert, eingestreut sind Originalaussagen zahlreicher Dorfbewohner.  Sachlich berichtet sie die Fakten. Je nachdem, wie eng die Befragten mit dem Verbrechen konfrontiert wurden, fließen aber auch Emotionen in die Zeugenaussagen ein.   (Text aus amazon!  Bezieht sich teils auf das Hörbuch)


Meine Meinung:

Bei gerade mal 125 Seiten denkt man sich als Leser erst mal "das soll ein Krimi sein? Das kann doch nicht wahr sein, bei so wenigen Seiten".
Aber dieser Krimi ist nicht so wie andere. Hat trotzdem alles was er braucht.
Die gesamte Handlung wird nur als "Interviews" von Dorfbewohnern wiedergegeben. Jeder der Befragten erzählt seinen Teil der Geschichte. Den Tag des Geschehens, oder einen Rückblick auf das Leben der Opfer
usw.
Bis zum Schluß weiß man nicht, wer es jetzt wirklich war. Der Mörder!
Es wird auch nicht die Tat im einzelnen beschrieben. Das wirklich Blutrünstige ist die eigene Fantasie, die bei abbrupten Handlungsstops einfach weitergalopiert.
Das Interview der Pfarrersköchin hat mir besonders gefallen!!!   "Der Deifl hats g'holt!"

Und das Buch hat ja eingeschlagen wie ein Komet; wurde ja schon zu einem Theaterstück umgeschrieben und inszeniert.
Die Autorin hat auch viele Preise erhalten.  Zu Recht.

Meine Bewertung:

Es ist einfach mal was anderes!   Für Kathy Reichs oder Simon Beckett Leser (zu denen ich mich zähle) eine gelungene Abwechslung!


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Xandi

Bücher, Schoko und Rock'n'Roll

Ich lese gerade:

Aurian

Eigentlich weiß man ja, was passiert ist und trotzdem entwickelt das Buch Spannung. Die Frage ist, wer war der Mörder?

Zuerst hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil der Autorin und den kurzen, fast abgehackten Sätzen. Doch dann entwickelt die Geschichte einen gewissen Sog, da die Geschichte, die nach und nach aufgedeckt wird, sehr beklemmend und düster ist.
Nach und nach kommen Menschen zu Wort, welche die Familie Danner kannten und sie erzählen was sie wissen oder zu wissen glauben. Doch da viele Leute das Gleiche erzählen, oft nur um ein paar Details ergänzt, war ich stellenweise auch etwas gelangweilt. Aber nicht sehr lange, denn dafür ist das Buch zu kurz.  :->
Sehr gut gefallen hat mir allerdings, wie die Scheinheiligkeit immer deutlicher wird. Zitat: "Man soll ja nichts Schlechtes über Tote sagen und deshalb spreche ich auch nicht gerne über die Toten. Wissen Sie, wir leben hier auf einem kleinen Dorf. Ein jeder Tratsch und Ratsch geht rum, da sage ich lieber nicht viel. Ich sag nur soviel ....." Solche Sätze sind direkt aus dem Leben gegriffen und ließen das Ganze sehr authentisch wirken.

Insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich noch ein weiteres Buch der Autorin lesen werde.

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LG, Aurian