[15 Jh. Aachen] Der gläserne Schrein - Petra Schier

Begonnen von nirak, 16. Oktober 2011, 17:56:19

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

nirak

[isbn]978-3499248610[/isbn]

Rezension

,,Der gläserne Schrein" ist der zweite Band einer Trilogie, er fängt 2 Jahre nach dem ersten Band ,,Stadt der Heiligen" an. Wieder geht es in  die Kaiserstadt Aachen zurück in das Leben von Marysa Markwardt. Diese hat in den vergangen Jahren nun ihren Handeln mit den Reliquien ausgebaut und sich einen bescheidenen Namen gemacht. Ihr Cousin Hartwig sitzt ihr im  Nacken und will sie zwingen sich wieder zu vermählen. Natürlich mit einem Mann seiner Wahl. Die widerspenstige Marysa weigert sich selbstverständlich. Dann geschieht im Dom ein Unglück in dem ihr Stiefvater Bardolf Goldschläger verwickelt wird. Marysa mischt sich ein und gerät zwischen die Fronten. Der Mönch Christophorus befindet sich ebenfalls wieder in der Stadt und steht ihr erneut zur Seite.

Mit ihrem leichten Erzählstil hat es Petra Schier schnell geschafft mich zu fesseln und so war ich wieder unterwegs in den Strassen von Aachen im frühen 15 Jahrhundert.
Die Handlung ist auch hier gut durchdacht und nicht sofort zu durchschauen. Die Intrigen und Machenschaften sind nachvollziehbar und glaubhaft. Es könnte sich durchaus so zugetragen haben wie Fr. Schier es hier schildert.

Die Protagonisten sind gut erzählt und ein bisschen selbstbewusster geworden. Man merkt das Marysa, um die es ja hier geht, an Selbstbewusstsein gewinnt und ihr Leben selbst bestimmen kann und will. Sie muss zwar gegen die Umstände der Zeit ankämpfen kommt damit aber gut zu Recht. Sie darf als Witwe ihren Betrieb weiterführen aber eben nur über einen begrenzten Zeitraum. Und so ist es nicht verwunderlich dass sie einige Bewerber für den Posten als ihren Ehemann hat.

Was mir hier besonders gut gefällt ist, dass man auch Charaktere aus dem vorangegangen Buch wieder trifft. Dadurch dass ich die beiden Bücher ziemlich schnell hintereinander gelesen habe, hatte ich auch nicht das Gefühl irgendetwas von der Handlung zu verlieren. Die Autorin hält sich auch nicht mit langen Wiederholungen aus dem Vorgänger auf. Trotzdem könnte man die Bücher durchaus einzeln Lesen, da die Krimihandlung in sich abgeschlossen ist. Eigentlich würde einem nur etwas aus Marysa's Privatleben entgehen. Was ich als schade empfinde da gerade dieses Zwischenmenschliche zwischen den Protagonisten den Reiz dieser Bücher ausmacht. 

Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder einwenig Zusatzmaterial, wie ein kleines Informatives Nachwort, in dem die Autorin auf Fiktion und Wahrheit eingeht, was mir ausgesprochen gut gefällt. Es gibt einen Stadtplan Aachens und ein kleines Glossar am Ende sowie auch hier wieder ein Rezept einer Leckerei aus dieser Zeit. Ich finde solche Zusatzinformation immer toll und lese sie sehr gern.

Mein Fazit: ,,Der gläserne Schrein" ist ein historischer Krimi der gut unterhält und Spaß beim Lesen macht. Außerdem erfährt der Leser noch einige nette und interessante Gegebenheiten aus dem 15. Jahrhundert.
Ich freue mich schon darauf auch den dritten Teil ,,das silberne Zeichen" zu lesen.

Bewertung: [note2]