Rebell der Krone - Robyn Young

Begonnen von Kathrin, 14. November 2012, 16:38:14

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Kathrin

[isbn]3442372461[/isbn] Verlag: Blanvalet
ISBN: 3442372461
Seiten: 672
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 13,00


Inhalt:
Schottlands größter Freiheitskämpfer Robert the Bruce – Kämpfer im Krieg, König im Exil, Ehemann der Feindestochter, Freund, Mörder und eine Legende

Robert the Bruce – Schottlands größter Krieger im Kampf um die Unabhängigkeit – verlor alles, was er liebte: Familie, Freunde, seine Heimat und sein Land! Doch er gab niemals auf, brach seinen Treueschwur gegenüber Englands Krone, und zog aus, sein Volk in die Freiheit zu führen ... Die neue Trilogie von Bestsellerautorin Robyn Young erzählt die packende Legende dieses Mannes, der vom Krieger und umjubelten Anführer der aufrührerischen Schotten zum Eroberer des Thrones wurde – ein Held, der die Geschichte einer ganzen Nation prägte.

Meine Meinung:
,,Rebell der Krone" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie der Autorin Robyn Young um Robert the Bruce, den berühmten schottischen Freiheitskämpfer des 13. Jahrhunderts. Es ist für mich ein Buch sowohl mit Höhepunkten, als auch mit Kritikpunkten, die mich jedoch nicht davon abhalten werden, auch die Folgebände, die teilweise noch geschrieben und übersetzt werden müssen, zu lesen.

Zu Beginn hatte ich mit dem Buch meine Schwierigkeiten und eigentlich hätte es doch gar nicht besser starten können, denn der Protagonist ist zu Beginn des Buches noch ein Kind und eigentlich liebe ich Kinder in Büchern. Nur unserem kleinen Robert fehlt es leider an Lausbubencharme und mir fehlt die Emotionalität. Ich konnte nicht wirklich spüren, wie es den Figuren geht, was sie fühlen, was sie denken. Allerdings kam ich im Laufe des Buches mit Robert als Erwachsenem besser zu recht. Generell bekommen die Figuren mit der Zeit ihren Charakter und ihre eigenen Gesichter, so dass ich das Buch irgendwann doch recht gerne mochte.

Allerdings finde ich auch die Sprache zunächst gewöhnungsbedürftig, wenig bildhaft und eher zäh, so dass ich schon kurz davor war, das Buch abzubrechen. Wenn man sich aber mal eine längere Zeit damit beschäftigt und festgebissen hat, dann wird es besser und packender. Verwirrend ist zunächst auch die unglaublich große Masse an Namen und Personen. Ich dachte immer, ich kenne mich zumindest ein wenig mit der englischen und schottischen Geschichte aus, aber zu Beginn fehlte mir der geschichtliche Hintergrund total, so war es auch kein Wunder, dass ich die Figuren nicht wirklich zuordnen konnte. Ich habe mich zwar grundsätzlich über das Personenregister im Buch gefreut, aber ich finde die alphabethische Sortierung leider völlig unnütz, das wäre nach Personengruppen oder Familien geschickter gewesen. Die alphabethische Sortierung ist unübersichtlich und bringt nicht sehr viel. Auf der anderen Seite weckte das auch den Forscher in mir, ich malte wieder Stammbäume, war endlos lange im Internet und habe nach Anhaltspunkten gesucht und habe mich so mit der Zeit in das Buch und die Geschichte festgebissen. Aber wenn die Autorin mehr Hintergrundinformationen in die Geschichte hineingebracht hätte, wäre mir das lieber gewesen. Ich gebe aber auch zu, dass ich hier von der ein oder anderen Autorin ziemlich verwöhnt bin. Ich gebe aber ebenfalls sehr gerne zu, dass meine eigenen Recherchen, die sich auf Grund meiner Fragen ergeben haben, extrem viel Spaß gemacht haben. Ich habe mich gefreut auf bekannte Namen zu treffen um dann feststellen zu dürfen, dass Nachfahren dieser Namen in der späteren Geschichte ebenfalls noch von Bedeutung sein werden. Hach, so was fasziniert mich unendlich!

Leider gibt es noch einen weiteren Kritikpunkt für mich, da mir die Autorin zu viel an der Wahrheit dreht und dichtet. Immerhin geht sie hierauf teilweise im Nachwort ein, aber die ein oder andere erdichtete Wendung war wirklich nicht nötig. Immerhin ist es tatsächlich zu den Freiheitskämpfen gekommen, ohne dass der schottische König bzw. seine Enkelin ermordet werden mussten. Letztlich ist es doch egal, wie es zu Alexanders Tod kam, er starb auf dem Weg zu seiner Frau, seine Thronfolgerin ebenfalls und somit kam es zu Streitereien um den schottischen Thron. Der Doppelmord war meiner Meinung überhaupt nicht notwendig. Aber immerhin baut die Autorin trotz dieser Freiheiten, die sie sich genommen hat, die Geschichte in sich rund und stimmig auf, was mich einigermaßen damit aussöhnt. Generell hatte ich in historischer Hinsicht noch so einige Fragen oder hätte gerne mehr über bestimmte Episoden erfahren. Auch später dann die Beschreibung des Towers hat mich irgendwie verwirrt, da habe ich in London irgendwie die Orientierung verlore. Auf mich wirkt das ein wenig lieblos, allerdings mag das auch daran liegen, dass mich solche Dinge brennend interessieren, für andere Leser mag es in diesem Maße genau richtig sein. Generell finde ich gerade diesen Zeitraum in der englischen und schottischen Geschichte extrem interessant. Ich liebe das englische Mittelalter sehr und habe mich da grundsätzlich schon sehr wohlgefühlt und war neugierig darauf zu erfahren, wie Robyn Young die Geschichte erzählen wird. Besonders genossen habe ich Roberts Zeit am englischen Hof.

Schwierigkeiten hatte ich bei der Beschreibung der Schlachten. Ob das nun an der Übersetzung oder am Original hängt, weiß ich nicht, manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass die Übersetzung etwas holprig ist. Auf jeden Fall finde ich es schade, dass man die meisten Schlachten eher erzählt bekommt als mitzuerleben. Allerdings ist es in meinen Augen auch schwierig eine Schlacht so zu erzählen, dass sie spannend aber nicht zu blutrünstig wird. Hier war zum Beispiel die Schlacht um Buittle unspannend und unspektakulär erzählt. Bei der Schlacht von Stirling hingegen waren mir die Handlungen von Wallace Truppe zu barbarisch, andere Schlachten waren mir dann leider wieder zu zäh.

Alles in allem ist es ein Buch, das aus historischer Sicht eine wirklich spannende Zeit zum Thema hat. Die dichterischen Freiheiten der Autorin haben es mir jedoch ein wenig verleidet, wenn auch nicht genug um die Reihe nicht vollenden zu wollen.

Bewertung:
[note2-]
Rock the Night!

nirak

Hallo Kathrin  :winken1:

Eine interessante Rezi hast du da geschrieben. Ich stimme dir zu, was die dichterischen Freihheiten der Autorin anbelangt. Die eigentlich Geschichte war doch schon spannend genung. Ich denke auch, dass ich die nächsten Bände auch lesen werde gerade weil mich das Thema sehr interessiert.

lg
nirak