Liz Moore - Der Gott des Waldes

Begonnen von Inge78, 09. Juli 2025, 11:14:21

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Inge78

ZitatLiz Moore erzählt in ihrem neuen Roman von zwei Geschwistern, die in der amerikanischen Wildnis verschwinden. Zwischen den beiden tragischen Vorfällen liegen 14 Jahre – und der Verfall einer Familie. Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird.

Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein? Was wissen die anderen Kinder im Camp, und was verheimlichen die Angestellten, die im Schatten der Van Laars ihr Dasein fristen? Was hat der aus dem Gefängnis entflohene "Schlitzer" mit all dem zu tun und welche Geheimnisse hütet die Familie selbst? Mit scharfem Blick führt Liz Moore in diesem Roman an die Abgründe sozialer Ungleichheit, Wohlstandsverwahrlosung und Machtmissbrauch, lässt aber auch den Kampf um weibliche Selbstbestimmung und den großen Wert von Freundschaft hochleben. Mit "Der Gott des Waldes" hat sie nicht nur einen brillanten Thriller, sondern auch einen fulminanten Gesellschaftsroman geschrieben.

Die 13-jährige Barbara verschwindet im Feriencamp ihrer Familie, genauso wie vor 14 Jahren ihr Bruder Bear. Hängen beide Fälle zusammen?

Das Buch wird auf mehreren Zeitebenen und von mehreren Personen erzählt. Dadurch bin ich zu Anfang recht schwer rein gekommen, musste ich mich und die Charaktere doch erstmal sortieren. Und dann hat das Buch einen wirklich tollen Sog entwickelt. Durch die zwei Zeitebenen wird Spannung aufgebaut, die Personen erzählen alle ihre eigenen Wahrheiten und ständig habe ich mit gerätselt, wer denn für was verdächtig sein könnte.
Manche Szenen wurden mir doch etwas zu lang und detailliert erzählt, manche Personen waren für die Handlung überflüssig und haben für mich das Buch leider etwas überladen. Das ist aber wirklich "meckern auf hohem Niveau".
Die Autorin hat einen unaufgeregten Schreibstil, der aber rutschig zu lesen ist. Gefallen hat mir auch das Gesellschaftsportrait der 1950er - 1970er in Amerika, gerade in Bezug auf das Frauenbild der damaligen Zeit. Mit dem Ende konnte mich die Autorin komplett überraschen. Ein Buch, was mir sicherlich lange im Gedächtnis bleiben wird.
Eine Empfehlung für alle, die gerne unblutige Spannungsromane reden, die sehr stark personenbezogen erzählt sind.

Für mich kein Thriller, sondern ein Spannungsroman und wirklich richtig gut

[note 2+]
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

Esmeralda

Danke für deine Rezi.
Ist somit ein Stück höher auf meiner Wunschliste gewandert.  :dong:
Life is too short to read bad books. 

Inge78

Kann ich echt empfehlen
Solltest Du im Sommer lesen, spielt halt hauptsächlich in einem Sommercamp
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

sisquinanamook

Danke für die Rezi.
Dann wird das mein nächstes Hörbuch.
Viele Grüße
Daniela

Christiane

Das könnte ja fast sogar für mich was sein?!  :kopfkratz:  - Ich behalte es mal im Hinterkopf... vielleicht für den nächsten Urlaub.
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)

Kathrin

Ich habe das Buch gestern beendet. Fand es auch richtig gut. Ebenfalls eine 2+
Meine ausführlichere Meinung kommt irgendwann. Aber ich kann es auch wärmstens empfehlen.Und ja, für mich auch kein Thriller, es wird aber auch nicht als Thriller beworben. Es steht Roman drauf. Ich glaube fast, es hätte für mich noch ein bissl mehr Pageturner sein können, auch wenn ich es irgendwie nur schwer der Hand legen konnte. Aber für einen Pageturner ist es eigentlich etwas zu ruhig geschrieben, auch wenn ich das mochte.
Rock the Night!

Kathrin

Ich bin gerade dabei, bei meinen Rezis wieder aufzuholen und kann nun auch meine Meinung zu "Der Gott des Waldes" von Liz Moore hier hinterlassen.

Der neueste Roman ,,Der Gott des Waldes" von Liz Moore gehört zu den gehypten Romanen des ersten Halbjahres 2025.Auch ich hatte richtig Lust auf dieses Buch, auch wenn ich bei gehypten Büchern eher vorsichtig bin. Und auch auf mich hat die Geschichte der Familie Van Laar in ihren Sog gerissen, denn während das Sommercamp im Naturreservat der Van Laars in den Adirondeck Mountains im vollen Gang ist, verschwindet die 13-jährige Barbara, Tochter der Van Laars, die ihren Sommer ebenfalls im Camp verbringt, spurlos. Besonders tragisch an diesem Fall ist, dass ihr Bruder, Bear, vor vierzehn Jahren ebenfalls verschwand und nie gefunden wurde.

Die Geschichte ist auf mehreren Zeitebenen aber auch aus mehreren Erzählperspektiven erzählt, was es mitunter etwas unübersichtlich macht. Auf der anderen Seite erzeugt diese Erzählweise natürlich auch Spannung und macht das Buch letztlich zu einer fesselnden Lektüre, auch wenn es kein Thriller oder Krimi ist, sondern wohl eher in die Kategorie Spannungsroman gehört. Um ein wahrer Pageturner zu sein, war mir die Erzählweise jedoch teilweise zu ruhig. Ich mag zwar eine ruhige Erzählweise durchaus gerne, aber dadurch wurde in meinen Augen das Buch etwas ausgebremst. Die vielen Erzählperspektiven haben es mir schwer gemacht, so richtig nah den Figuren zu sein, der ein oder andere Charakter war etwas zu einseitig, zu negativ dargestellt, auch wenn die Mehrheit der Figuren dann doch eher vielschichtig angelegt waren.

Ich habe das Buch kurz nach ,,Wie Risse in der Erde" von Clare Leslie Hall gelesen und dachte zunächst, dass es mir leicht besser gefallen hat. Aber nach gut einem halben Jahr merke ich, dass von der Geschichte deutlich weniger hängengeblieben ist. Ich weiß noch wie es ausgeht, was mit Bear passiert ist und wo Barbara ist und ich fand auch die Grundstimmung hier deutlich bedrückender und dadurch sehr atmosphärisch erzählt. Mir hat auch die Stimmung unter den Kindern und Jugendlichen im Camp richtig gut gefallen, aber irgendwie ist ein ganz leichter fahler Beigeschmack zurückgeblieben. Es ist ein Buch für den Moment, aber nicht um mich lange ,,umzutreiben."

Eine spannende Sommerlektüre, die ich mich richtig gut unterhalten hat, auch wenn es nicht zum Highlight gereicht hat, und die ich gerne weiterempfehle.

Bewertung:
 :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box_halbgrau1:
Rock the Night!