"Anna und Anna" - Charlotte Inden

Begonnen von Marja, 17. Januar 2014, 22:05:30

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Marja

[isbn]978-3446241725[/isbn]

Klappentext

Liebe Oma Anna,
Jan hat eine andere geküsst, kannst du das fassen?
Ich habe solch eine Wut, dass ich zerspringen könnte? Was soll ich denn jetzt tun? Die Seeräuber - Jenny hätte Jan einen Kopf kürzer gemacht, aber das wäre kontraproduktiv, denn kopflos gefiele er mir nicht mehr gar so gut.
Wir brauchen einen Plan, Steuermann! Es wird Zeit, dass du wieder nach Hause kommst.
Was macht die Südsee? Segelt ihr täglich in den Sonnenuntergang? Und liegt dir dein Henri zu Füßen? Entschuldige, das habe ich nicht so gemeint. Ich meinte: Wer braucht schon zwei Beine, um umwerfend zu sein?
Du sicherlich nicht,
findet
deine Anna

Meine Meinung

Ein ganz wunderbares Buch, dass ich dieses Jahr auf der Kinder - und Jugendbuchmesse entdeckt habe.
In diesem Roman schreiben sich zwei Annas, Oma und Enkelin, gleichzeitig verwandte Seelen.
Beide müssen zu Beginn mit einem Verlust fertig werden, Oma Anna hat ihr linkes Bein verloren und vermisst es sehr, ihre Enkelin, zu Beginn 11 Jahre alt, ihren besten Freund, der zur Mutter nach Amsterdam gezogen ist und den sie nicht weniger vermisst.
Und die beiden schreiben sich nicht nur gegenseitig Briefe über einen toten Briefkasten (schließlich leben Oma und Enkelin im gleichen Haus und es soll doch nicht die ganze Familie ihre Geheimnisse teilen), vor allem schreibt die Oma an ihr linkes Bein, dass sie im Traum zurückbekommt und auch wenn sie wach ist doch mal ziemlich schmerzhaft spürt.

Gerade diese tagebuchähnlichen Briefe von Oma Anna habe ich begeistert gelesen. Sie sind so schön wehmütig, aber auch voller (Galgen)humor. Und auch ihre Vergangenheit, auf die sie immer mal zurückblickt, ist alles andere als langweilig.
Oma Annas Schreibstil hat mich sehr an Interviews mit Astrid Lindgren erinnert, genauso lustig und gleichzeitig durch und durch wahr (ein sehr viel größeres Kompliment kann ich als absoluter Astrid-Lindgren-Fan gar nicht machen  :respekt3:).

Leider nimmt im Verlauf des Buchs dann Anna - Enkelin mehr und mehr Raum ein. Aber da es sich in erster Linie um ein Jugendbuch handelt, darf ich mich da wohl nicht beklagen.  :dong:
Auch die Briefe der jungen Anna sind sehr schön, vor allem, da immer wieder die Liebe zu ihrer Großmutter zu spüren ist. Und auch ihre Entwicklung von der 11- zur 17-jährigen mit ersten Liebeserfahrungen ist absolut glaubwürdig.
Nur den weisen Humor ihrer Großmutter bringt sie eben nicht mit.
Was aber eigentlich nur zeigt, dass die Autorin ist wunderbar schafft, jeder ihrer Figuren eine eigene Stimme zu geben.

Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen, und bestimmt nicht nur Jugendlichen.

Bewertung

[note2+]

Susanne

Hallo Eva,

das Buch ist mir schon durch das Cover irgendwann einmal aufgefallen. Ich hatte aber irgendwie gedacht es würde "nur" zwischen zwei Jugendlichen spielen, warum auch immer  :doofbin:. Aber so hört sich die Geschichte noch interessanter an.

Liebe Grüße
Susanne