Mariana - Susanna Kearsley

Begonnen von Lannie, 21. Mai 2007, 16:50:58

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Lannie

[isbn]3492248098[/isbn]   Verlag: Piper
ISBN: 3-492-24809-8
Seiten: 352
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 10.2006
Preis: € 8,95


Liebe, Spannung, Mystery


Julias Kindheitstraum geht in Erfüllung:
Die junge Illustratorin kauft sich ein altes englisches Bauernhaus. Nach ihrem Einzug geschieht Seltsames. In Tagträumen erlebt sie das Leben von Mariana, einer jungen Frau, die 1665, während der Zeit der großen Pest, hier gelebt und eine tragische Liebe erfahren hatte. Dreihundert Jahre liegen zwischen den Leben der beiden Frauen, doch was verbindet sie?

Meine Meinung


Nach diesem wunderbaren Buch stellt sich mir als erstes die Frage: Wieso hab ich so lange damit gewartet, es zu lesen?
Vor mehr als 5 Jahren schon wurde mir das Buch ans Herz gelegt und seit 2 Jahren lag es bei mir ungelesen rum und endlich, vor ein paar Tagen war ich endlich bereit, es zu lesen.
Gleich nach den ersten Sätzen hatte mich das Buch schon gefangen genommen und während des Lesens wurde es immer schwieriger sich aus dieser Welt rauszulösen!

Susanna Kearsley hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, der nicht nur die Seiten so dahin fliegen lässt, sondern den Leser absolut verzaubert, ihn in das Buch hereinzieht und erst mit dem Schlusspunkt wieder entlässt. Zauberhaft!

Die Figuren haben mir alle, wirklich ohne Ausnahme, ganz plastisch und lebendig vor Augen gestanden. Ich brauchte nie mehr als ein paar Seiten um Sympathien oder Antipathien aufzubauen. Wunderbar!

Die Handlung ist aufgeteilt in Gegenwart und Vergangenheit, wobei beide Handlungsebenen so wunderbar miteinander verwoben wurden, dass sie verschmelzen und es dem Leser wie der Protagonistin Julia ergeht: Er kann beide nur schwer voneinander trennen. Dadurch kann man sich noch viel besser in Julia hineinversetzen und absolut nachempfinden, was in ihr vorgeht.

Ich bin einfach hingerissen von "Mariana" und wünsche mir mehr solcher Bücher, die es schaffen, mich derart zu verzaubern. Leider ist das Buch mit etwa 350 Seiten viel zu kurz, aber das überraschende Ende wiegt das wieder auf und hat mich äußerst zufrieden zurückgelassen!

Meine Bewertung

Note: 1

[note1]
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

Tintagel



[isbn]3492248098[/isbn]

Geister gibt es in jedem Land, zumindest die Erzählungen von ihnen. Es könnte Gute und Böse Geister geben. Die einen bleiben aus lauter Boshaftigkeit in einer Zwischenwelt, die anderen, weil sie in ihrem Leben etwas entscheidendes falsch gemacht haben.

Manche Religionen lehren die Wiedergeburt. Es gibt sogar Menschen, die durch Hypnose in eines ihrer früheren Leben zurückkehren konnten. Den meisten der Menschen sind solche Erfahrungen dennoch fremd. Aber mal ehrlich, wer kann es schon mit Gewissheit sagen, dass wir uns vielleicht nicht doch alle schon sehr, sehr lange kennen? Zum Beispiel aus einem früheren Leben...

Die Stimme der Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart

Als Julia ,,ihr" Haus zum ersten Mal sieht, ist sie gerade fünf Jahre alt. Während eines Familienausflugs nimmt ihr Vater an einer Kreuzung den falschen Weg. Dieser führt direkt in ein kleines verschlafenes Dorf irgendwo zwischen Exeter und Oxford. Und an eben dieser Straße entdeckt das kleine Mädchen ein doch ziemlich gewöhnliches Bauernhaus, das sie auf magische Weise anzieht.

Siebzehn Jahre später ist es Julia selbst, die sich mit ihrem Wagen verfährt und plötzlich wieder vor dem Haus steht, das sie ihre ganze Kindheit hindurch nicht vergessen konnte. Und auch dieses Mal lässt das Haus sie nicht los.

Weitere acht Jahre später befindet Julia sich wieder unversehens vor dem Haus. Und dieses Mal gibt sie ihren Gefühlen nach und schaut es sich genauer an. Sie ist nach wie vor dem Gebäude fasziniert und kauft es mehr oder weniger aus einer Laune heraus.

Der Umzug geht flott von statten und die junge Frau findet schnell Anschluss in dem kleinen Ort, wo jeder so gut wie alles von seinen Nachbarn weiß. Besonders fasziniert ist sie von dem großen Anwesen, zu dem ihr Häuschen einst gehörte und das heute dem gut aussehenden Geoff gehört. Julia fühlt sich auf unbestimmte Weise zu ihm hingezogen, aber auch Iain, der als Gärtner für Geoff arbeitet lässt sie nicht kalt.

Doch kaum ist Julia in Greyweathers, so heißt ihr Haus, eingezogen, geschehen seltsame Dinge. Sie fühlt und sieht Dinge, die gar nicht da sind. Es dauert eine Weile bis ihr aufgeht, dass sie sich in dem Leben der Frau im grünen Kleid befindet, von der sie im Dorf schon einiges gehört hat. Die Frau mit dem grünen Kleid ist Mariana, eine Vollwaise, die 1665 aus London zu ihren Verwandten kam, als in der Stadt die Pest wütete.

Mariana hatte scheinbar kein leichtes Leben unter ihrem Onkel, der ein herrschsüchtiger Tyrann war und seine Familie nur zu gerne quälte. Immer öfter schlüpft Julia in Marianas Leben, das durch Zeit und Raum hindurch eng mit ihrem eigenen Leben verknüpft ist.

Leider nur begrenzte Handlung in einem guten Stil

Die Autorin hat einen mitreißenden Schreibstil, einfach Worte die die Stimmungen sowie die Handlungsorte schnell und einfach vor dem inneren Auge des Lesers auftauchen lassen. Es fällt nicht schwer sich in Julia zu verwandeln und mit ihr das Leben der jungen Mariana zu leben, die vor 300 Jahren etwas entsetzliches hat mit ansehen müssen, das sie bis über ihren Tod hinaus nicht mehr los gelassen hat.

Dabei gibt es keinen festen Handlungsstrang in der Geschichte. Anfangs ängstlich und voller Furcht vor dem Sprung in die Vergangenheit dreht sich Julias Leben bald nur noch darum, zu erfahren, was Mariana in genau diesem Moment in der Vergangenheit widerfährt. 

Trotzdem macht es Freude, dieses Buch zu lesen. Der reine Unterhaltungswert ist nicht zu unterschätzen und die Charaktere handeln durchweg stimmig. Man darf nur nicht mit ausfeilten Recherchen zu den historischen Hintergründen der Zeit um 1665 rechnen, da es sich bei diesem Roman eher um eine Familiengeschichte handelt, die durchaus auch ihre Reize hat.

Über Reinkarnation und die große Liebe

Mariana ist Susanna Kearsleys erster Roman. Sie hat sich mit viel Einfühlungsvermögen an eine Thematik heran getraut, die bei den meisten Lesern wohl eine Gänsehaut erzeugt. Frühere Leben, Ungerechtigkeiten die einen durch Zeit und Raum begleiten und nie wieder loslassen sind Dinge, mit denen man sich nicht unbedingt häufiger befassen möchte, die aber doch eine gewisse mystische Anziehungskraft auf den Leser ausüben. Hinzu kommt das Cover, auf dem ein altes englisches Bauernhaus abgebildet ist. Beides zusammen bringt den Leser in die richtige Stimmung für dieses Buch.

Der Schwerpunkt des Buches liegt nicht in der Geschichte sondern ganz klar auf dem Thema Reinkarnation. Die Autorin befasst sich recht ausführlich damit, dass das Leben der Menschen nicht einfach mit dem Tod endet. Wenn man nach Kearsley geht, stirbt und verfällt zwar der menschliche Körper, aber die Seele wandert immer weiter durch die Zeit. Dabei wird sie immer wieder in einem anderen Körper geboren und ist noch nicht einmal auf das Geschlecht festgelegt. Bei dieser Wanderung durch die Zeit hinterlässt die Seele so etwas wie einen Schatten, den die lebenden Menschen als Geister wahrnehmen. Demnach wäre das Leben ein fortwährender Kreislauf. Ein Gedanke, der natürlich zu Gänsehaut und Frösteln führen könnte – oder auch zu einem kleinen Lächeln, denn das hieße ja, das das Leben eben doch nicht endlich wäre...

Alles in Allem ist das Buch dennoch sehr Stimmungsvoll geschrieben und bestens dafür geeignet um sich mit einer Kanne Tee und einer Wolldecke die langen Winterabende zu verkürzen.


Note: 2-
[note2-]

Dante

#2

Klappentext
Das einladende Steinportal mit der grün gestrichenen Eingangstür, die Fenster in ihren weiß lackierten Rahmen und die roten Schornsteine auf dem Schieferdach: Als Julia Beckett das alte verwunschene Bauernhaus in Wiltshire zum erstenmal sah, war sie noch ein kleines Mädchen - und wusste doch sofort, dass es eines Tages ihr Zuhause sein würde.
Jahre später wird der Kindheitstraum wahr. Doch kaum ist Julia in Greyweathers eingezogen, da geschieht Seltsames mit ihr: Sie meint, das Leben von Mariana zu führen, einer unglücklich verliebten Dienstmagd, die im 17. Jahrhundert, während der Zeit der großen Pest, in diesem Haus gewohnt hat. Immer tiefer gelangt Julia in den Sog der Zeitreise, immer schwerer fällt es ihr, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden.





Meine Meinung...

Zugegeben, das Ende war ein Schock, obwohl ich noch nicht einordnen kann, warum. Ich habe geweint, war ergriffen, wie schon lange von keinem Buch mehr. Vielleicht annähernd ähnlich habe ich mich nach "Die Nebel von Avalon" gefühlt; damals war es, als hätte ich endlich einen Schlüssel zu einer Tür gefunden, von der ich noch nicht einmal gewusst hatte, dass es sie gibt - plötzlich war sie offen.

So ähnlich ging es mir hier. Dabei waren die "Nebel von Avalon" nicht annähernd so emotional wie das, was ich beim Lesen von "Mariana" empfunden habe. Im Moment bezweifle ich, dass ich jemals eine Rezension hinbekomme, die auch nur im Entferntesten an das heranreicht, was ich eben empfunden habe.

Das Buch bewegt sich in einer Thematik, die mir ohnehin schon sehr am Herzen liegt: Reinkarnation und Lösen von alten Problemen. Passt wie die Faust auf´s Auge, denn genau das tut die Protagonistin Julia Beckett: Sie sieht im Alter von fünf Jahren ein Haus und weiß sofort "Das ist meins!". Ein paar Jahre später fährt sie erneut - zufällig - daran vorbei, und als sie es schließlich im Alter von 29 Jahren ein drittes Mal sieht - und es auch noch zum Verkauf steht - schlägt sie zu und wird Besitzerin von "Greyweathers". Ursprünglich war es Teil des Besitzes von "Crofton Hall", einem Gutshaus, das diese Tage dem jungen Geoffrey de Mornay gehört.
Vivan, die Besitzerin des örtlichen Pubs "Roter Löwe" und das Gärtnermultitalent Iain werden Julias beste Freunde und zusammen mit Geoff, dem Adeligen, bilden sie eine Art Vierergespann, das offensichtlich - auch über die Leben hinaus - miteinander verbunden ist.

Julia sieht sich immer mehr mit "Rückblicken" konfrontiert, die sie zunächst zu verdrängen versucht, sich aber mehr und mehr darauf einlässt, hält sie das Leben der Mariana Farr und ihrem Geliebten Richard de Mornay doch für sehr aufregend.
Die Beschreibung des Zeitpunktes, wenn sich Zeiten vermischen, ist sehr treffend und realistisch beschrieben und lässt auch einen "Nichtseher" erahnen, wie verwirrend es sein kann.

Für mich war sehr bald klar, dass Julia vormals Mariana, Vivian Marianas Cousine Rachel, Iain Richards Freund Evan und Geoff selbstverständlich sein eigener Nachkomme war - nämlich Richard.

Dass die wissende alte Frau Freda - Vivans Tante - Marianas Mutter gewesen sein musste, war für mich ebenso klar. Das war dann aber auch das einzige, bei dem ich richtig lag... (Abgesehen davon, dass ich diese Floskeln von wegen "Das darf ich dir leider nicht sagen, denn du musst selbst dahinter kommen" nicht mehr hören kann!)

Susanne Kearsley hat es tatsächlich geschafft, mich bis zur vorvorletzten Seite vollkommen in die Irre zu leiten. Ich war felsenfest von Julia und Geoffrey als Parallel-Paar Mariana und Richard überzeugt, dass ich aus allen Wolken fiel, als sich der Kreis endlich schloss, als sie erkennt, in wessen Gestalt Richard zu Mariana zurückgekehrt ist.

Und ich kann es mir nicht erklären - doch, ich weiß es genau -, warum ich geheult habe wie ein Schlosshund; die Tränen waren einfach nicht zurückzuhalten: all die Anspannung, ob Julia Marianas Leiden tatsächlich ein Ende setzen kann; das tragische Ende der Vergangenheit; und die Erkenntnis, die ich für mein eigenes Leben gewonnen habe ("Es ist zu leicht, von der Vergangenheit eingefangen zu werden. Die Vergangenheit kann sehr verführerisch sein. Die Leute reden immer vom Nebel der Zeiten, aber in Wirklichkeit ist es die Gegenwart, die im Nebel liegt und unsicher ist. Die Vergangenheit ist dagegen klar, warm und tröstlich. Deshalb bleiben die Menschen oft in ihr stecken...") und dann später einer der Schlusssätze: "Dies sind deine schönen Tage, Julia Becket."
Das war für nachts um 00:30 ein wenig zu viel...

Mich hat dieses Buch sehr bewegt und ich glaube, für den Augenblick ist es das ergreifenste, das ich jemals gelesen habe. Unbedingt lesenswert, auch für jemanden, der mit dem Thema Reinkarnation nicht all zu viel anfangen kann. Eine Geschichte für vielerlei Geschmäcker...

[note1]
Schulnote 1,0 (!)
Instagram: @susanne_pilastro_books

Wiebke

#3
Vor einer Weile habe ich aufgrund vieler guter Rezensionen, die ich über dieses Buch gelesen hatte, "Das schottische Vermächtnis" von Susanna Kearsley gelesen und fand es wirklich gut.
Jetzt habe ich auch "Mariana" gelesen.


Meine Meinung:

Der Einstieg fiel mir auch in diese Geschichte sehr leicht. Die Vorgeschichte, wie Julia zu "Greywethers" kam und was sie damit verbindet, erzählt Kearsley grade so lange und ausführlich, dass man einen schönen ersten Eindruck von ihrer Familie und von ihren Gefühlen im Bezug auf das Haus bekommt.

An Julias Rückführungen wird sich nach und nach herangetastet, ich konnte ihre Beunruhigung, aber auch die allmähliche Neugierde sehr gut nachempfinden. Auch die manchmal fließenden Übergänge konnte ich wunderbar "mitfühlen".
Nebenher freundet sich Julia mit Vivian, Ian und nicht zuletzt Geoff an, und je angekommener sich Julia im Dorf fühlt, um so tiefer versinke ich in der Geschichte.

Der Fortgang der Parallel-Geschichten hat mich schon sehr mitgenommen, teilweise auch überrascht - so z.B. als Julia Marianas Mutter begegnet. Das fand ich sehr rührend und emotional.
Auch Marianas Erlebnisse bei ihrem Onkel haben mich sehr berührt - und schockiert.

Insgesamt muss ich - bevor ich zur Kritik übergehe - die tolle Athmossphäre des Buches loben. Die Figuren, die Umgebung, die einzelnen Schauplätze bis hin zu den ausgedachten Namen wie "Greywethers" oder "Crofton Hall", alles ist wunderbar stimmig und bietet eine perfekte Grundlage für die übernatürlichen Geschehnisse, die Julia wiederfahren. Und die wirken zu keiner Zeit albern oder überzogen, sondern völlig natürlich und passend in diese Umgebung.

Julias Zuneigung zu Geoff war für mich sehr gut nachzuempfinden. Ein Problem hatte ich eher wieder, genau wie im "Vermächtnis", mit der historischen Romanze. Ich konnte mit Richard nichts anfangen, ich fand ihn nicht besonders sympathisch oder charmant, sondern eher arrogant und bis zum Schluss keinen Meter vertrauenserweckend. Zu pathetisch und übertrieben waren mir seine Liebesschwüre, allzu schnell sollte ich ihm die große Liebe abkaufen. Das ging bei mir leider nicht. Das nahm der ganzen Geschichte natürlich einiges an Zauber, da die ganze Tragik der Ereignisse ja auf dieser immerwährenden, ewigen großen Liebe basiert - die für mich nicht so zu spüren war. Das fand ich sehr, sehr schade.

Insofern hat mich die Wende und die Auflösung zum Schluss auch nicht besonders mitgerissen, sondern eher enttäuscht. Überraschend fand ich es jedenfalls nicht, im Gegenteil, je weiter es auf den Schluss zuging, umso mehr konnte ich ahnen, wer Richards Reinkarnation ist.

Dieser Schluß kann, so wie er ist, nur wirken, wenn man die Liebe zwischen Mariana und Richard nachfühlen kann und gleichzeitig Julias Beziehungen und Gefühle entsprechend vorbereitet sind....und das waren sie für mich nicht. Ein überraschender Schluß schön und gut, aber erstmal gab es ja nur noch diese Möglichkeit und dann, was ich viiiiieeeel schlimmer finde, wurde diese Lösung überhaupt nicht so vorbereitet, dass ich sie am Schluss auch als stimmig und gut empfunden hätte. Ich konnte damit so rein emotional recht wenig anfangen, für mich fehlte die Verbindung zwischen beiden Liebesgeschichten - die ja eigentlich eine sind - völlig.

Vielleicht hätte es dem Buch besser getan, hätte Kearsley den Schwerpunkt nicht auf die Liebesgeschichte und ihre Auflösung gelegt.
Zumindest wäre es mir lieber gewesen, sie hätte bei Richard nicht so dick aufgetragen, ihn etwas stiller sein lassen, nicht so "laut" und raumeinnehmend...das hätte auch zum Ende besser gepasst, so wie sie ihn beschrieben hat konnte ich ihn am Ende nicht wiedererkennen und fand es wieder irgendwie passend, dass Julia es ja auch nicht konnte. Richard und seine Inkarnation waren für mich einfach nicht stimmig.

Das ärgert mich schon sehr, denn ich fand das Buch insgesamt sehr heimelich, stimmig, zauberhaft und wunderbar athmosphärisch, es ließ sich ganz toll lesen - und dann passt der Schluss nicht.
Bei der Bewertung muss ich dem Buch allerdings zugute halten, dass das der einzige Minuspunkt ist - dafür allerdings ein dicker....

[note2] Note 2



Xandi

Hallo!

Nachdem es für dieses Buch schon so viele wirklich gute Rezis gibt, und ihr deshalb genug über den Inhalt informiert seit, mach ichs kurz:

Anfangs fand ich Julias Ausflüge einfach nur störend. Mir hat das Leben in der Gegenwart einfach besser gefallen.
Aber irgendwie nimmt einem die Geschichte wirklich gefangen. Der Schreibstil gefällt mir ja so gut von dieser Autorin. (allein die ersten beiden Seiten hab ich drei Mal gelesen)
Und der Schluß hat mich wirklich positiv überrascht.

Darum
[note2]

Xandi
Bücher, Schoko und Rock'n'Roll

Ich lese gerade:

Christiane

#5
Kürzlich habe auch ich 'Mariana' gelesen und will hier meine Rezi anfügen. Im Gegensatz zu meinen Vorgängerinnen hier konnte ich mit dem Buch wenig anfangen.

Hier nochmal Buch und Klappentext:

[isbn] 978-3828901896[/isbn]

Klappentext:
,,Das ist mein Haus", erklärt die fünfjährige Julia Beckett ihren Eltern, als ihr Blick zum ersten Mal auf Greywethers fällt, ein großes Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert in Wiltshire. Und wenn ihr Eltern nicht so sehr damit beschäftigt gewesen wären, das Auto wieder in Gang zu bringen, hätten sie sich wohl gewundert. Erst Julias dritte Begegnung mit Greywethers offenbart, dass das Haus und sie füreinander bestimmt sind.
Julia, inzwischen dreißig und erfolgreiche Illustratorin, kauft das Haus und befreundet sich mit den Dorfbewohnern, insbesondere mit dem Gutsbesitzer Geoffrey de Mornay, dem Farmer Ian Summner und der Wirtin Vivien Wells. Julia liebt ihr neues Leben auf dem Land, aber während der Renovierung geschehen seltsame Dinge mit ihr: Vergangenheit und Gegenwart beginnen sich zu vermischen und geben der jungen Frau geheimnisvolle Rätsel auf. Denn die Geschichte Mariana Farrs, jener Bediensteten, die während der großen Pest 1665 in Greywethers lebte, scheint auf mysteriöse Weise untrennbar mit Julia Beckett verwoben zu sein. Wer war diese Mariana – und wer war die ,,grüne Frau", die zuletzt vor 30 Jahren im Garten des alten Hauses zu sehen war...?



Mein Eindruck:
,Mariana' war mein erstes Buch von Susanna Kearsley und es wird wohl auch das einzige bleiben. Leider konnte mich die Geschichte von Julia kaum fesseln. Die Erzählung plätschert so vor sich hin, das liest sich ganz nett. Aber die meisten Charaktere bleiben zu flach und klischeehaft, man hat nicht das Gefühl, dass die Autorin ihren Figuren Leben eingehaucht hat. Und Julia, zeitreisende Protagonistin, handelt teilweise so impulsiv und wenig nachvollziehbar, dass ich mich mit ihr auch nicht wirklich identifizieren oder mit ihr mitfiebern konnte. Da ist Mariana, ihr Pendant in der Vergangenheit, fast noch lebendiger und stimmiger gezeichnet. Aber auch in diesem Teil der Geschichte gibt es zu viel schwarz-weiß-Malerei: 
Spoiler
hier der brutale Ehemann, der jähzornig sein eigenes Kind tötet und eine Verschwörung anzettelt, dort die still vor sich hin duldende Ehefrau, die schließlich vor Kummer dahinsiecht.
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Trotzdem: hin und wieder gibt es wirklich witzige Szenen und das Buch ist so nett geschrieben, dass man es einfach so runterlesen kann. Und zwischen Julia und einem der Männer, die sie in ihrer neuen Heimat kennenlernt, prickelt es durchaus.
Die Verwicklungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit lösen sich nach und nach auf. Das könnte spannend sein – mir war es zu dick aufgetragen. Zu vieles passte da plötzlich wie durch ein Wunder. Dies und auch die viel zu unkritischen Reaktionen aus Julias Umfeld zu ihren Erlebnissen machen das Buch so unglaubwürdig, dass man nie so wirklich gefangengenommen wird von der Geschichte.
Das Ende passt zum gesamten mäßigen Eindruck: eine Überraschung zum Finale ist ja an sich nicht verkehrt, doch sollte sie zumindest im Nachhinein stimmig und nachvollziehbar sein. Hier jedoch fehlt es daran nahezu völlig.
Spoiler
Über etliche Kapitel wird die Beziehung Julias zu Geoffrey aufgebaut, der Bezug zur Vergangenheit hergestellt – und dann wird er auf den letzten Seiten nach Frankreich abgeschoben und eine ganz andere ,Liebe ihres Lebens' aus dem Hut gezaubert. Auch ist überhaupt nicht nachvollziehbar warum Vivien ihre Beziehung zu Tom so geheim hält bis zum Schluss. Dass Julia die ganze Zeit denkt, Vivien sei in einer anderen festen Beziehung, die jedoch dann gar nicht existiert, ist schlicht unglaubwürdig.
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Fazit:
,Mariana' konnte mich nicht wirklich begeistern.  Da es sprachlich recht flüssig und ansprechend geschrieben ist, kann man es sicher mal so nebenbei lesen. Aber die inhaltlichen Schwächen, die wenig plastischen Charaktere und die Klischeehaftigkeit verlangen dem Leser doch einiges an Leichtgläubigkeit ab und  es bleibt ein recht seichtes Lesevergnügen.


Note: 
[note4+]
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)

Susanne

@Christiane: Mir ging es mit dem Buch genauso. Es ist zwar schon ganz lange her, daß ich es gelesen habe. Aber ich erinnere mich, daß ich mich beim Lesen ganz schrecklich gelangweilt habe. Meine Schwester war von dem Buch begeistert.

Liebe Grüße
Susanne

Christiane

Nachdem ich bisher an Rezis nahezu ausschließlich große Lobeshymnen gelesen hab find ich das jetzt doch beruhigend, Susanne.  :fivel:

Liebe Grüße,
Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)