Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse

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Offline Nebelpriesterin

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Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse
« am: 26. März 2007, 16:05:15 »
Leipzig 2007

Mein Liebster und ich waren zum ersten Mal auf der Buchmesse in Leipzig. Am Samstagmorgen ging es los. Von Berlin-Südkreuz mit dem ICE ist man locker in einer Stunde am Leipziger Hauptbahnhof. Ich hatte gerade noch die Chance mein aktuelles Buch zu beenden. Um 10 Uhr waren wir schon da. Leider konnten wir nicht gleich auf das Messegelände stürmen, denn wir mussten erst noch den Schlüssel für unsere Übernachtung abholen. Übernachten wollten wir nämlich kostenfrei bei einem Bekannten einer Bekannten und von dem wussten wir weder wie er genau aussieht noch wo er genau wohnt noch hatten wir einen Schlüssel.

Nachdem diese Fragen geklärt waren und wir bei unserem Gastgeber noch eine stärkende Tasse Kaffee zu uns genommen hatten, ging es endlich Richtung Messe. Schon von weitem wehten die bunten Fähnchen im Wind und viele Leute strömten zielstrebig in eine Richtung. Schon das Messegelände selbst fand ich ja so geil! Die 4 Hallen mit der verbindenden Glaskonstruktion. Mein Liebster ist Architekt und kann gerade über Glaskonstruktionen jeglicher Art so richtig ins Schwärmen geraten.

Und endlich waren wir drin! 4 ganze Hallen nur Bücher! Ich war richtig aufgeregt. Langsam schlenderten wir durch die Hallen, guckten hier und lasen dort. Gestaunt habe ich über die vielen Mangas und die verkleideten Teenies, eine richtige Szene. Diesen Markt hatte ich wohl bisher unterschätzt. Kaufen konnte man Bücher in einem Messebuchladen in Halle 4. Auch dort war es supervoll und an den Kassen schlängelten sich die Kauflustigen. Zu dem Zeitpunkt war ich wohl schon so reizüberflutet, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte, etwas mitzunehmen.

Die Frau am Stand von Klett Cotta freut sich über unsere konkrete Nachfrage nach der Niccolo-Serie von Dorothy Dunnett. Sie drückt uns einen bunten Prospekt in die Hand, auf dem alle Cover, eine kurze Inhaltsbeschreibung und die Erscheinungstermine aller 8 Bände aufgeführt sind. Dann holt sie alle 3 bisher erschienenen Ausgaben aus dem Regal und breitet sie vor uns aus. Ehrfürchtig hebt die den Schutzumschlag an und weist uns auf das Muster des Handeinbandes hin, ein altes Renaissance-Motiv. Alle Bände vom gleichen Übersetzer mit schönen Karten und Zeichnungen! Für uns steht schon lange fest: die müssen wir haben.

Mein Fazit der Messe: Es war mir einfach zu voll. Die Leute stießen und schoben und drängelten. Ich fand kaum Zeit, wirklich mal in Ruhe in ein Buch rein zu lesen. Alle Lesungen dort waren restlos überfüllt. Wir haben viele neue Eindrücke mitnehmen können, aber es muss nächstes Jahr nicht gleich wieder sein.

Zurück im Zentrum bummeln wir ein wenig ziellos durch die Straßen. Wie zufällig stehen wir plötzlich vor Auerbachs Keller. Nein, wir hatten nicht reserviert, probierten es trotzdem und hatten Glück. Mit noch 2 anderen Paaren, die auch spontan gekommen waren, wurden wir an einen Sechsertisch gesetzt. Gleich setzt bei uns am Tisch eine lebhafte Unterhaltung ein, denn die anderen waren auch Messebesucher.

Von der Veranstaltung „Leipzig liest“ wollten wir auch noch etwas mitbekommen. Ich hatte „Drachenglut“ von Jonathan Stroud ausgesucht, gelesen von Rufus Beck. Leider kamen wir in das Gebäude nicht mehr rein so groß war der Andrang.
Also pilgerten wir weiter zu „Lehmanns“ und zur Lesung von Wilhelm Genazinos „Mittelmäßiges Heimweh“, immerhin auch ein Kandidat für den Preis der Leipziger Buchmesse. Eine kleine Fangemeinde hatte sich hier zusammengefunden, die dem leider sehr schlecht lesenden Autor lauschte. Warum wirken Autoren auf Lesungen oft so textfremd? Sie haben den Text doch geschrieben! :teufel:

Vorher tätige ich noch kurz einen Notkauf   :doof:. Wie geschrieben hatte ich ja mein Buch auf der Hinfahrt beendet.

Im „Barfußgässchen“ der Kneipenstraße nahmen wir dann noch ein Bierchen und machten uns langsam auf den Weg in unser Schlafquartier.

Den gestrigen Tag haben wir für eine Erkundung in Leipzig genutzt mit dem üblichen Touristenprogramm inklusive Völkerschlachtdenkmal. Um 19:30 Uhr waren wir dann wieder in Berlin – mit vielen Eindrücken und ziemlich platt gelaufenen Füßen.

LG, Nebelpriesterin

Offline Siri

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Re: Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse
« Antwort #1 am: 26. März 2007, 16:34:25 »
Hallo !
Danke für Deinen Bericht  :knuddel:
Ja bei so was ist es immer sehr voll (war bisher auf der Frankfurter Buchmesse) und zum reinlesen kommt man auch nicht genug .
Du warst aber doch ziemlich standhaft was Deine Buchkauflust anging . Aber wenn es zu voll ist macht das lange Anstehen auch keinen Spaß.
Liebe Grüße Siri
Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
(André Malraux )

Offline uschi

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Re: Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse
« Antwort #2 am: 26. März 2007, 20:49:31 »
Hallo Nebelpriesterin,

vielen Dank für deinen schönen Bericht! War für mich sehr interessant, da ich noch nie auf einer Buchmesse war. Die Bücher von D. Dunnett solltest du dir unbedingt zulegen, sie sind klasse, ich oute mich hier mal als DD-Fan. :->

Liebe Grüße
Uschi
Liebe Grüße
Uschi

Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling. Leicht liegt es in der Hand, entführt uns von einer Blüte zur nächsten und lässt den Himmel ahnen. (Lao-Tse)

Offline Kati

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Re: Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse
« Antwort #3 am: 27. März 2007, 07:00:19 »
Ein schöner Bericht, besonders der "Notkauf". Das kenne ich irgendwo her  :->
In Leipzig war ich schon, klasse Stadt. Ich wollte zwar schon immer zur Buchmesse, aber bei den Menschenmassen hätte ich keine Lust.
So und jetzt schau ich mir die Dunnett-Bücher an ..

LG Kati  :funkey: