Volker Arzt - Als Deutschland am Äquator lag. Eine Reise in die Urgeschichte

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Offline jaqui

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Volker Arzt - Als Deutschland am Äquator lag. Eine Reise in die Urgeschichte [isbn]3499619520 [/isbn]

Mit diesem Buch hatte ich eine Menge Spaß und ich habe meine Grundkenntnisse über die Entstehung der Tier- und Pflanzenwelt wieder ein wenig aufbessern können. Wirklich neues, was ich noch nicht gewusst habe, kommt zwar nicht vor, dafür aber alles kompakt auf einen Blick.

Volker Arzt schafft es, Wissen leicht und locker zu verwerten. Das Buch ist in der Wir-Form geschrieben, denn Arzt nimmt seine Leser auf eine Reise durch die Zeit mit. Dabei besteigt der Leser zusammen mit ihm am Anfang des Buches einen Ballon und schwebt in die Urzeit zurück.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich das alles wirklich sehen kann, was hier berichtet wird. Aufgrund von Knochenfunden erzählt er eine spannende Geschichte, wie alles abgelaufen sein könnte.

Der Autor startet seine Reise vor 540 Millionen Jahren, bei der kambrischen Explosion. Er erklärt auch, warum hier seine Reise ihren Anfang nimmt, denn rund 4 Milliarden Jahre plätscherte das Leben gemächlich vor sich hin und dann, ganz plötzlich, sprossen Tiere und Pflanzen wie Pilze aus dem Boden. Forscher gehen davon aus, dass es damals rund 100 Tierstämme gegeben hat. Unsere heutigen Tierarten sind in 30 Stämme unterteilt. Das Leben hat sich demnach ausprobiert und bewährtes hat überlebt.

Auch die Reise zu den großen Echsen ist spannend und gut erklärt. Wer wie ich immer Probleme damit hatte, sich zu merken, wann denn nun das Karbon, Jura oder Kambrium war, der hat hier eine tolle Stütze gefunden. In einfachen Sätzen aber in keinster Weise schulmeisterlich bringt Arzt den Lesern Wissen näher.

Einziger Kritikpunkt: Die Länge - oder besser gesagt Kürze - des Buches. 210 Seiten sind einfach zu wenig um 540 Millionen Jahre Geschichte darin unterzubringen. Ich hätte noch Stunden um Sunden weiterlesen können. Arzt erklärt aber am Ende, dass er einen Überblick geben wollte und sich nicht in langatmigen Beschreibungen der Lebewesen verrennen wollte. Zudem kann es dann vorkommen, dass manche Leser abspringen, weil sie nichts genaueres über die Insekten- und Krabbelwelt wissen wollen. Was ich auch wieder verstehen kann.

Katrin