Elfenwinter - Bernhard Hennen

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Offline Kathrin

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Elfenwinter - Bernhard Hennen
« am: 16. Juli 2009, 14:17:03 »
[isbn]3453521374[/isbn]   Elfenwinter
Bernhard Hennen   
Fantasy
Seiten: 891
Verlag: Heyne

Kurzbeschreibung:
Beim Fest der Lichter trachten Attentäter nach dem Leben der Elfenkönigin Emerelle. Die Elfenfürsten sind zerstritten und intrigant, und der Leibwächter Ollowain hat alle Hände voll zu tun, das Leben seiner Herrscherin zu schützen. Niemand ahnt jedoch, dass die eigentliche Gefahr von dem Volk der Trolle ausgeht, das die Elfen überfällt und ihr Reich ins Chaos stürzt. Ein brutaler Krieg nimmt seinen Anfang, und Ollowain flieht mit der verwundeten Königin und einer Schar zweifelhafter Verbündeter. Doch der Feind ist ihnen auf den Fersen ...

Meine Meinung:
Im Rahmen des diesjährigen LR-Mammut-Projektes habe ich vor kurzem „Elfenwinter“, den zweiten Teil der ersten Elfentrilogie von Bernhard Hennen gelesen. Im Gegensatz zu „Die Elfen“, in dem ein mehrere Jahrhunderte dauernder Zeitraum betrachtet wird und die Suche Nuramons und Farodins nach Noroelle im Vordergrund steht, wird in „Elfenwinter“ ein in „Die Elfen“ angerissener und relativ kurz abgehandelter Abschnitt ausführlich erzählt - der Krieg der Elfen gegen die Trolle und das alles zu Lebezeiten von Mandreds Sohn Alfadas, der in Band 1 relativ früh verstirbt. Grundsätzlich finde ich die Idee, wie Bernhard Hennen seine Elfen-Saga aufbaut sensationell und einfach mal was ganz neues! Wobei ich auch manchmal das Gefühl hatte, dass mir durch den so weitausholenden ersten Band teilweise schon die Spannung genommen wird. Da ich aus Band 1 weiß, wer da zum Schluss nach Jahrhunderten noch leben wird oder was mit ihnen passiert, brauche ich in Band 2 um die Elfen und Menschen so gut wie keine Angst zu haben. Andererseits ist es auch schön, dass wir hier in diesem Band die Möglichkeit haben, Figuren, die in Band 1 zu kurz gekommen sind, ausführlich kennenzulernen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Ich bin sofort in der Geschichte eingetaucht. Gerade zu Beginn werden viele neue und wunderbare Figuren (u.a. Orimedes, der Kentaur und Gondoran, der Holdenführer) eingeführt, die mir sehr schnell an Herz gewachsen sind. Auch die immer wieder auftauchenden Fabelwesen (Faune, Frostriesen) oder schöne Aberglauben bringen sehr viel wunderbare Fantasy-Atmosphäre zum Leser rüber, auch wenn sich das schlagartig mit dem ersten Angriff der Trolle auf die Elfen anlässlich einer Elfenfeier ändert.

Grundsätzlich bietet das Buch eigentlich viele Aspekte – Fantasywesen, spannende Übergriffe, ekelerregende Szenen, schöne Liebesgeschichten im Hintergrund, Freundschaften, lustige Momente (vor allem dank Orimedes und Gondoran), schöne Gespräche,  aber alles in allem finde ich diesen Band wesentlich düsterer als Band 1. Mir fehlen noch ein paar Schmunzel-Szenen (die wir in Band 1 oftmals Mandred zu verdanken hatten), die Helden aus Band 1, (denn die werden hier grade mal kurz erwähnt) und irgendwie war mir der Schwerpunkt mit dem Krieg der Elfen gegen die Trolle einfach zu stark. Band 1 war vielschichtiger, aber auch schnelllebiger, hat mir aber grundsätzlich besser gefallen.

Gut gefallen hat mir in diesem Schwerpunkt Trolle gegen Elfen, dass es auch bei den Trollen fast schon sympathische Figuren (Orgrimm, wenn er nicht so einen schlechten Essensgeschmack hätte), zumindest aber äußerst spannende aber auch bös-unheimliche Figuren gibt (Skanga, die Schamanin). Aber auch bei den Elfen und Menschen gibt es vor allem Nebenfiguren, die mir äußerst gut gefallen haben (Kalf, Asla, Silwyna) und trotz der ausführlichen Erzählweise dieses kurzen Zeitabschnittes in „Elfenwinter“ lässt Hennen sich immer noch genügend Spielraum, sein Elfenepos bis ins Unendliche auszuweiten. Ich für meinen Teil habe noch einige Ansatzpunkte gefunden, an denen er einen weiteren Elfenband schreiben könnte. Für mich gibt es immer noch offene Fragen aus der Vergangenheit – z.B. warum es überhaupt zu dieser Feindseligkeit zwischen Elfen und Trollen gekommen ist. Gerne hätte ich z.B. auch Emerelles Geliebten aus alten Tagen kennengelernt!

Einen wirklichen Liebling kann ich in diesem Buch für mich nicht ausmachen. Es gibt viele Figuren, die ich sehr mag, mit denen ich mitleide, mitliebe, mitlache etc. Vielleicht ist es aber doch tatsächlich Asla Alfadas Frau. Grundsätzlich scheinen die zwei zwar eine gute Ehe zu führen, aber irgendwie kommt sie wohl nie ganz an ihn ran...zumindest nicht an seine "elfische Seite", da ihn die Jahre beiden Elfen schon sehr geprägt haben und er eine gewisse Sehnsucht wohl nicht abstreifen kann. Den Abschluss, den sich Bernhard Hennen für Asla überlegt hat, hat mir unglaublich gut gefallen. Danke dafür!!!

Dennoch denke ich, dass ich jetzt erstmal eine Elfenpause einlegen sollte und die nächsten Bände unabhängig von einer LR lesen sollte. Ich werde mit Sicherheit weiterlesen, aber ich will mich aktuell nicht festlegen wann das sein wird. Ein kurzes Wort noch zur Aufmachung bzw. zur Karte im Buch: Auf den ersten Blick scheint die Karte nicht wirklich zu der Region zu passen, in der das Buch am Anfang spielt, allerdings ändert sich das im Laufe des Buches. Nur grundsätzlich wäre mir eine komplette Karte der Albenmark bzw. der ganzen Regionen lieber gewesen und nicht immer nur einzelne Bruchstücke, alleine um den Überblick zu haben, wo wir uns grad im Vergleich zum Herzland befinden.

Bewertung:


lg
kathrin
Rock the Night!