Sonea - Die Hüterin von Trudi Canavan

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Offline Kathrin

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Sonea - Die Hüterin von Trudi Canavan
« am: 19. Oktober 2010, 08:14:55 »
[isbn]3764530413[/isbn]   Sonea - Die Hüterin
Trudi Canavan
Fantasy
Seiten: 576
Verlag: Penhaligon (10. Mai 2010)
Preis: 19,95 Euro

Kurzbeschreibung:
Sonea - Die Hüterin setzt die Geschichte um Sonea und die Gilde fort - 20 Jahre sind vergangen und Sonea bildet einen weiteren Magier in der Kunst der Schwarzen Magie aus - auch wenn der rechthaberische Krallen nicht ihre, sondern die Wahl der Gilde war. Doch viel mehr Sorgen macht Sonea ihr Sohn Lorkin, der völlig eigene Wegen gehen will und sich und die Gilde damit in Gefahr bringt.
Die Welt der Magier hat sich verändert: Soneas Hospitäler sind anerkannt, die jährliche Säuberung wurde abgeschafft und auch nicht-adlige Magier können der Gilde beitreten. Klar, dass diese neuen Entwicklungen auch Probleme mit sich bringen und auch in anderen Städten bahnen sich neu Konflikte an, wie der Krieg in der Unterwelt in Imardin.

Meine Meinung:
„Sonea – Die Hüterin“ ist der erste Band einer neuen Serie von Trudi Canavan, die – wie das Cover und der Titel schon zeigt – wenn auch mit einem zeitlichen Sprung, an die „Gilde der schwarzen Magier“-Trilogie anknüpft. Selbst wenn ich von Band 3 (Die Meisterin) der ersten Trilogie nicht mehr so begeistert war, wie von Band 1 und 2 (Die Rebellin und Die Novizin), so ist dieser neue Roman von Trudi Canavan doch ein Stück weit ein „Nach-Hause-Kommen“ für mich. Wir treffen auf alte, liebgewonnene Bekannte wie Sonea, Cery, Darryl und viele mehr und dennoch ist es ein  neues Buch und eine neue Geschichte mit verschiedenen Handlungssträngen, die mich schnell wieder in ihren Bann zieht.

Zunächst hatte ich jedoch einige Probleme mich an Einzelheiten aus der ersten Trilogie zu erinnern. Die Lücken schienen teilweise unüberwindbar, Namen kamen mir zwar bekannt vor, allerdings konnte ich nur noch grob clustern ob es eine sympathische oder unsympathische Person war. Glücklicherweise hat Trudi Canavan geschickt – ohne es zu ausführlich zu gestalten – immer wieder über Soneas Erinnerungen oder sonstige Aufzeichnungen/ Anspielungenan an Einzelheiten erinnert und mir somit auf die Sprünge geholfen. Nichtsdestotrotz wäre mir ein Personenregister lieb gewesen. Auch die bekannte Stadtkarte von Imardin und des Gildengeländes aus der ersten Trilogie hätte ich gerne wieder im Buch gehabt, da ich der Meinung bin, dass mir das bei der Erinnerung ein wenig geholfen hätte. Schön finde ich dagegen, dass wie andere Landkarten – die von Sachaka, dem Nachbarland von Kyralia – in dem Buch finden, zumal sich ein großer Teil der Handlung dort abspielt.

Der Titel des Buches mag ein wenig irreführend sein, weil Sonea nicht die alleinige Hauptrolle des Buches spielt. Stattdessen kommen Handlungsstränge um ihren Jugendfreund Cery, den Dieb und ihren Sohn Lorkin hinzu. Gerade Lorkin entwickelt sich schnell zur zweiten Hauptfigur wobei er zunächst einmal einen schweren Stand hat, da das Erbe seiner Eltern (Sonea und der schwarze Magier Akkarin) doch schwer auf ihm lastet und er sich wohl erstmal freischwimmen und beweisen muss, dass er seine eigene Persönlichkeit hat und er eben nicht nur Sohn von Akkarin und Sonea ist. Schon allein, WEIL er mit Sonea und Akkarin diese Eltern hat, kann er kein 08/15-Charakter sein, in ihm MUSS mehr stecken. Durch den Magier und Historiker Dannyl bekommt er eine Möglichkeit sich zu beweisen in dem er Dannyl, den neuen Botschafter als Gehilfen nach Sachaka begleitet. Schon allein die geschichtlichen Forschungen Dannyls finde ich total spannend, doch dieser Erzählstrang gewinnt eindeutig noch mehr an Fahrt, als Dannyl hinter ein Geheimnis seines Vaters kommt und die Verräterin Tyvara und deren Volk kennenlernt. Diese neue Personengruppe ist extrem interessant, auch in ihrer eigenen und Sachakas Geschichte, birgt aber mindestens ebensoviel Potential für die weiteren Teile der Serie und lässt mich ganz ungeduldig auf die Fortsetzungen warten.

Auch die beiden anderen Erzählstränge um Cery den Dieb und um Sonea sind äußerst spannend und laufen schnell zusammen, da die Diebe und die Magier der Gilde zusammen arbeiten müssen, um den Jäger der Diebe dingfest zu machen. Gerade bei Sonea ist die Entwicklung von der jungen Magierin zu erwachsenen Frau wunderbar gelungen, auch wenn das Erwachsenwerden von Soneas altem Widersacher Regin noch deutlicher ist. Es ist wunderbar zu beobachten wie aus den alten Widersachern langsam aber sicher fast schon Freunde werden können.

Gegen Ende des Buches wird deutlich, dass nicht alle Geheimnisse und Rätsel in diesem Band gelöst werden können und selbst die vermeindlich abgeschlossenen Dinge bergen noch einiges an Potential um die Geschichte weiterentwickeln zu können. Für mich ist es ein rundum gelungenes Buch, in dem wir alte Bekannte wiedertreffen aber auch neue interessante Charaktere kennenlernen dürfen. Es macht Lust auf mehr.



lg
kathrin
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