Lauren Oliver: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Begonnen von Susanne, 30. Januar 2011, 13:22:14

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Susanne

[isbn]3551582319[/isbn]   
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Verlag: Carlsen Verlag GmbH
ISBN:3551582319
Seiten: 448 Seiten
ET: September 2010

Inhalt
Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...

Meine Meinung
Bei einem Autounfall nach einer Party stirbt Sam sofort am Unfallort. Doch dann erwacht sie am morgen des gleichen Tages wieder in ihrem Zimmer und durchlebt diesen Tag immer wieder aufs Neue.

Zu Anfang des Buches könnte man fast den Eindruck bekommen man befindet sich einen schrägen Version von ,,Und täglich grüßt das Murmeltier". Aber je weiter man in die Geschichte eintaucht und vordringt, wird klar, daß es zwar einige Parallel zu dem Film gibt. Aber es in diesem Buch doch um etwas vollkommen anderes geht.


Sam lebt in einer recht oberflächlichen Welt in der es scheinbar sehr wichtig ist, jemand zu sein und die, die niemand sind fertig zu machen.
Sam ist mit drei weiteren Mädchen befreundet, die sich gegenseitig als beste Freundinnen bezeichnen, aber doch irgendwie durch Lindsay ,,geführt" werden und Angst haben in ihrer Gunst zu fallen. Lindsay erscheint zuerst als unheimlich starke Persönlichkeit, vor der einige fast Angst haben und die scheinbar eine gewisse Macht in der Schule besitzt.
Je häufiger Sam wiederaufersteht um so mehr wandelt sich das Bild, was der Leser zu Anfang von den Mädchen und ihrem Umfeld bekommt und auch Sam scheint immer mehr klar zu werden, daß ihr Leben wie es bisher war, vielleicht nicht so toll gewesen ist wie sie gedacht hat und sie einige Menschen mit ihrem Verhalten und das ihrer Freundinnen vor den Kopf gestoßen hat und verletzt hat. Und so verwandelt sich die zu Anfang etwas oberflächliche Highschool Geschichte, in eine Geschichte mit etwas Tiefgang.
Sam verlebt ihren Tag immer wieder auf eine andere Art und Weise und ihre Persönlichkeit nimmt dadurch eine unglaubliche Änderung wahr. Ob dies wirklich in so wenigen Tagen passieren kann ist natürlich fraglich, aber auch die Umstände wodurch es zu der Wandlung kommt sind natürlich mehr als unwahrscheinlich. Denn wer verlebt einen Tag immer und immer wieder.

Im Laufe der Handlung wird immer klarer, was Alles mit diesem Autounfall zusammen hängt und was für viele Dinge an diesem Tag passieren, die zu den Ereignissen gegen Ende des Buches führen.
Sam ist mir zum Anfang der Geschichte recht unsympathisch gewesen, was von der Autorin wahrscheinlich so beabsichtigt war und viele Dinge, die sie und ihre Freundinnen, Anderen angetan haben finde ich immer noch erschreckend und fast abstoßend (wenn auch nicht unrealistisch).

Irgendwann im Letzen Drittel wird klar, warum Sam diesen Tag immer und immer wieder durchleben muß und das ihre eigene Veränderung und Entwicklung die sie durchlebt ein Teil dieses ist.
Bis zum Schluß hatte ich gehofft, daß es vielleicht doch noch irgendwie zu einer Art Happy End kommen würde und jetzt, wo ich das Buch beendet habe, bin ich mir nicht so sicher ob ich nun ein Happy End, ein offenes Ende oder einen traurigen Abschluß der Geschichte präsentiert bekommen habe, auf alle Fälle bin ich mit dem Ende als solches nicht ganz einverstanden.

Insgesamt hat sich das Buch recht gut gelesen, auch wenn mir die Wiederholung der Tage mittendrin doch ein wenig zu viel waren. Das Ende ist unglaublich spannend und sehr traurig und beschäftigt einen noch eine Weile nachdem man das Buch beendet hat. Mir war es an der ein oder anderen Stelle etwas zu viel Jugendbuch, aber das empfindet jeder Leser bestimmt etwas anderst.
Dieses Buch ist auf alle Fälle kein Buch für Zwischendurch, man muß sich auf die Geschichte einlassen können und sollte zumindest versuchen jeweils einen Tag am Stück zu lesen.

Note
[note2-]


Liebe Grüße
Susanne




Annette B.

Hallo Susanne,

deine Rezi ist sehr aussagekräftig und wirklich aufschlußreich. Super. *beifallklatsch*
Ich denke mal nach einem Jugendbuch klingt das alles nicht so richtig, besonders für die Jugendlichen die wirklich gerne lesen, denn diese Teenager haben einen ganz anderen Blick für die Welt. Sie wissen wann sie ihre Mitmenschen verletzen und kennen auch noch andere Werte als Computer-Baller-Spiele und Markenklamotten.

Allerdings stimmt es was du schreibst, das was Sam und ihre Freundinnen anderen Mitschülern antun, das ist durchaus realistisch. Und genau diese Jugendlichen sollten unbedingt dieses Buch lesen, aber diese Jugendlichen würden gar nicht auf die Idee kommen freiwillig ein Buch in die Hand zu nehmen.
Ich möchte heut zu Tage kein Kind und auch kein Teenager mehr sein. :wah:

Liebe Grüße
Annette
Liebe Grüße Annette

Susanne

Hallo Annette,

Zitat von: Annette B. in 31. Januar 2011, 19:01:54
Ich möchte heut zu Tage kein Kind und auch kein Teenager mehr sein. :wah:
Genau das habe ich beim Lesen des Buches auch immer wieder gedacht. Wobei die Grausamkeiten die die Mädchengruppe vor allem einer Mitschülerin antuen, in jeder Zeit hätte vorkommen können. An den Quälereinen oder der Mobberei unter Jugendlichen in der heutigen Zeit finde ich so erschreckend, daß es ganz andere Ausmaße annimt. Früher wurde man "nur" in seiner Schule oder in seinem Umfeld geärgert. Heute dank des www hat es häufig ganz andere Ausmaße.

Liebe Grüße
Susanne