Birgit Jaeckel- Die Druidin

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Offline Kathrin

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Re: Birgit Jaeckel- Die Druidin
« Antwort #15 am: 03. Juli 2007, 14:56:13 »
 :-), ja sollten wir wohl, langsam mal planen  :dance:
Rock the Night!

Offline Nebelpriesterin

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Re: Birgit Jaeckel- Die Druidin
« Antwort #16 am: 09. Juli 2007, 14:07:36 »
Hallo,

gestern Abend habe ich „Die Druidin“ fertig gelesen und kann mich der teilweise hier geäußerten Begeisterung anschließen. Es ist ein spannender, flüssig geschriebener Roman mit glaubwürdigen Hauptfiguren.

Das Ende war schön, fröhlich, optimistisch, fast mit einem Augenzwinkern. Es war aber nicht übertrieben oder kitschig. Das hat mir sehr gut gefallen!
Eine Fortsetzung würde mir auch gut gefallen. Vor allem würde mich interessieren, wie es mit Sumelis’ Fähigkeiten weitergeht.

LG, Nebelprieserin

Offline Wuschl*

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Re: Birgit Jaeckel- Die Druidin
« Antwort #17 am: 13. August 2007, 09:41:50 »
Hallo zusammen!

Die Druidin hat mir auch ausgesprochen gut gefallen. Gerade, daß es bei uns in der Gegend spielt, hat mich besonders angesprochen. Ich fand es auch hervorragend recherchiert, soweit ich das beurteilen kann.
Mein einziger Kritikpunkt ist, daß die Liebesgeschichte ein bisserle dünn ausgefallen ist, da hätte ich mir mehr gewünscht.

Meine Bewertung:

LG, Wuschl
uro nun luceo

Offline Kathrin

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Re: Birgit Jaeckel- Die Druidin
« Antwort #18 am: 24. Februar 2008, 21:16:34 »
Meine Meinung:
„Die Druidin“ ist als erster Roman von Birgit Jaeckel als Clubpremiere erschienen und spielt 120 Jahre v. Chr. im Süden Deutschland. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, auch wenn die Namen der Figuren und Orte zunächst etwas seltsam anmuten. Da ich mir aber direkt vor Lesestart mit Hilfe des Personenregisters am Ende des Buches einen kleinen Stammbaum gemalt habe, der die verwandtschaftlichen Beziehungen aufzeigt, konnte ich die Figuren sehr schnell zuordnen und das Buch liest sich wirklich flüssig an und vor allem die Seiten des ersten Teils blättert sich wirklich wie von alleine um. Im Hinblick auf das gesamte Buch hätte mir eine Karte sehr geholfen, die die verschiedenen Gebiete, Völker, Stämme und ihre Standorte aufgezeigt hätte, da ich mich im Altertum wirklich nicht gut auskenne und eigentlich immer nachvollziehen will, wer sich wo befindet bzw. wo wer hingehört. Ich persönlich habe der Autorin irgendwann nicht mehr folgen können, welcher Stamm jetzt wohin zieht und wer gegen wen kämpft. Da mich das Geschichtliche sehr interessiert, hätte ich es gerne, neben der fehlenden Karte, einfach auch besser und ausführlich erklärt und beschrieben bekommen, was damals in Süddeutschland mit den ganzen Stämmen und Völker wirklich los war.

Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert und einfach gehalten, wodurch sich das Buch sehr gut weglesen lässt, allerdings war mir die Sprache (manche Ausdrücke) etwas zu modern. Ich habe z.B. nicht wirklich nachvollziehen können, warum Flüsse und Ortschaften mit den alten Namen der damaligen Zeit benannt wurden, gleichzeitig aber von Italien als ganzem, der Grippe oder einer Trompete die Rede war. Irgendwie haben diese Begriffe nicht zum „Danuius“ oder „Altimoennis“ gepasst. Vielleicht auch auf Grund der teilweise modernen Begriffe fühlte ich mich nicht immer wirklich ins Altertum und in die Zeit vor Christus versetzt. Wenn die Druiden nicht aufgetaucht wären, dann hätten wir uns irgendwie schon fast im Mittelalter befinden können, der Unterschied wird erst mit dem Glauben, der Religion der Druiden/ Kelten deutlicher. Die eine Marktszene hätte durchaus auch im Mittelalter spielen können.

Positiv ist mir Birgit Jaeckels Umgang mit der keltischen/ druidischen Kultur und Religion aufgefallen. Auch der kleine „übersinnliche“ Touch mit Talias Gabe, Seelen sehen zu können, hat mich keineswegs gestört, sondern sehr gut gefallen, zumal er auch wohl dosiert und nicht übertrieben dargestellt war. Grundsätzlich mag ich übersinnliche Aspekte in hist. Romanen nicht unbedingt, aber in einem Buch, das „Die Druidin“ heißt, musste ich wohl eh damit rechnen und für mich hat die Autorin das genau richtig dosiert eingesetzt und zudem schöne Bilder gemalt, mit schönen Ideen für den Glauben der Menschen der damaligen Zeit. Dennoch gab es auch im Hinblick auf den Glauben eine Szene, die mir zu lang geraten ist. Wenn die Autorin da gekürzt hätte, dafür aber Talias Entwicklung, wie sie und später auch Sumelis lernen mit ihrer Gabe umzugehen, etwas ausführlicher beschrieben hätte, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen. Zwischenzeitlich hatte ich echt das Gefühl, dass an den falschen Stellen gekürzt worden ist.
 
Die Figuren habe ich eigentlich gleich zu Beginn sehr lebendig empfunden, weil sie agieren, intregieren und Pläne schmieden, auch wenn sie vielleicht teilweise ein wenig zu eindimensional sind. Sie sind entweder nur „böse“ oder nur „gut“, wobei ich die bösen Charaktere erstmal faszinierender finde. Vor allem Atharic war mir oftmals viel zu viel der strahlende Held, der die weibliche Hauptfigur zu oft aus brenzligen Situationen rettet. Grundsätzlich war er mich eh zu glatt, zu perfekt, ohne Ecken und Kanten. Talia, die weibliche Hauptfigur, mochte ich eigentlich recht gerne, allerdings ist sie mir fast ein wenig zu blass geblieben, vielleicht auch dadurch bedingt, dass in meinen Augen wichtige Phasen ihres Lebens zu kurz oder gar nicht beschrieben wurden. Ihr Vater Caran ist eigentlich der einzige, der so richtig aus der Masse raussticht, er ist nicht nur sympathisch und gut, manchmal agiert er auch auf eine Art und Weise, die mich echt wütend auf ihn machen. Er ist eindeutig mein Held des Buches!

Auch den Epilog fand ich knuffig, wie Atharic Sumelis fragt, ob Talias Seele funkeln würde...wie die beiden (für mich Vater und Tochter) sich ein wenig gegen Talia verschworen und sie in eine kleine emotionale Falle gelockt haben. Ein knuffiges, süßes Ende.
Gut gefallen hat mir das Ende des Buches, das kein klassisches Happy End war, sondern die Zukunft der Figuren noch ein Stück weit offen gehalten wird. Und der Epilog war richtig knuffig *smile*. Die Figuren erwartet eine spannende Zukunft, allerdings bin ich von dem Buch momentan noch nicht soo überzeugt, dass ich automatisch eine evtl. Fortsetzung lesen würde, Hier müsste ich erstmal wissen, was z.B. über eine evtl. Fortsetzung und deren Inhalt bekannt werden würde. Ich werde also abwarten und beobachten, wann es soweit sein wird.

Alles in allem ist das Buch für mich ein 2-, aber es war knapp zur 3+ hin und letztlich hat das Buch auch nur deshalb die bessere Bewertung bekommen, weil ich heulen konnte (das ist immer ein Plus-Punkt für mich) und weil ein Bestandteil des Buches, für den ich normalerweise gar nicht so zu haben bin (der Hokuspokus-Aspekt) mir sehr gut gefallen hat und wohl dosiert war.



lg
kathrin
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Offline Lannie

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Re: Birgit Jaeckel- Die Druidin
« Antwort #19 am: 25. März 2008, 11:51:08 »

Meine Meinung

Normalerweise lese ich eher historische Romane über das Mittelalter und die Neuzeit, daher brauchte ich doch ein wenig mehr Zeit, um mich in dieser Epoche zurecht zu finden. Ich hatte Schwierigkeiten mit den gewöhnungsbedürftigen Namen und auch mit der doch sehr langsam anlaufenden Handlung. Ich mag es, wenn es gleich im ersten Kapitel rasant beginnt. Darauf muss man in „Die Druidin“ verzichten. Hier nimmt die Handlung erst im Laufe einiger Kapitel richtig Fahrt auf. Aber nach einer Eingewöhnungszeit konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Ich glaube, ich habe es in zwei Zügen verschlungen. Ich konnte einfach beim besten Willen nicht aufhören zu lesen.

Der Stil ist flüssig und angenehm, wenn mich auch die ab und an zu moderne Sprache ein wenig gestört hat. Meistens ist sie mir aber gar nicht richtig aufgefallen, da ich so in der Handlung gefangen war. Gefehlt haben mir allerdings ein wenig die Details zum Leben in dieser Zeit. Historischer Hintergrund, Alltag, Kleidung und Bräuche hätten gerne mehr beachtet werden können. Eine altertümliche Atmosphäre kommt so gut wie nie auf. Sehr oft hätte die Handlung eigentlich auch in einer ganz anderen Zeit angesiedelt sein können. Gerade die Vorboten der Völkerwanderung hätten mehr Raum einnehmen dürfen. Es wäre wirklich interessant gewesen, darüber deutlich mehr zu erfahren. Nur selten merkt man wirklich, dass man sich im 2. Jahrhundert vor Christus befindet, was ich ein wenig schade finde und auch mein größter Kritikpunkt ist.

Obwohl ich um Bücher, die auf Hokuspokus in einem historischen Roman setzen normalerweise einen großen Bogen mache, hat es mich hier nicht im geringsten gestört, dass die Hauptfigur übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Hier, zur Zeit der Druiden, hat es gepasst und da Birgit Jaeckel den Anteil an Magie nicht ausgeschlachtet hat und auch der religiöse Anteil in einem sehr gut verträglichen Maß geblieben ist, hat es mir sogar gefallen. Es gehörte einfach zu Talia dazu und wirkte nie störend.

Besonders begeistert war ich von der sehr greifbaren. Das Buch hat mich oft berührt und bewegt. Ich konnte mitleiden, mitfiebern, mich mit freuen, was nicht zuletzt an den wirklich wunderbar sympathischen Figuren lag. Den Protagonisten kam ich äußerst nahe und sie sind mir im Laufe der Handlung doch sehr ans Herz gewachsen. Besonders interessant ist die Entwicklung Talias. Man lernt sie zunächst als junge Frau kennen, begleitet sie ein Stück ihres Weges, um dann nach einem Zeitsprung eine reifere, erwachsenere Talia wieder zu treffen, die sich in den Jahren doch sehr verändert hat. Mir gefällt, dass die Figuren nicht starr in einen Rahmen gepresst wurden, sondern Raum haben sich zu verändern. Und ich finde, dass ist der Autorin sehr gut gelungen.

Allerdings muss ich im Zusammenhang mit dem Zeitsprung auch ein wenig Kritik üben. In dieser Zeit, in der der Leser nicht „live“ dabei sein durfte, geschieht so viel interessantes und spannendes in Talias Leben, dass es mir ein Leid tat, darüber nur in Nebensätzen zu erfahren. Gerne hätte ich gerade über diese Zeit der Veränderungen in Talias Leben mehr gelesen. Schade, dass hier gekürzt wurde. Zweihundert Seiten mehr hätten dem Buch nicht weh getan, im Gegenteil, mir hätte der Roman nicht lang genug sein können. Aber ich muss der Autorin auch noch ein großes Lob zu ihrem Ende machen. Ich hatte befürchtet, dass es mir schwer fallen würde, mich von dieser Geschichte zu lösen, aber Dank des wunderbaren und runden Finales, habe ich Talia ohne Bedauern, aber tief zufrieden ziehen lassen.

Insgesamt war ich äußerst begeistert von Birgit Jaeckels Debüt und freue mich schon sehr auf weitere Romane der Autorin. „Die Druidin“ hat mir zwei volle Tage lang wunderbar spannende und berührende Stunde geschenkt und ich kann es jedem ans Herz legen, der gut und gerne auch einmal auf einen ausgefeilten historischen Hintergrund verzichten kann.

Bewertung

Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder