Das Perlenmedaillon - Sabine Weigand

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Offline Lannie

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Das Perlenmedaillon - Sabine Weigand
« am: 28. April 2007, 16:07:08 »
Verlag: Fischer Tb
ISBN: 978-3-596-16359-5
Seiten: 592
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 02.2007

[isbn]3596163595[/isbn]

Nürnberg, 16. Jahrundert

Gegen ihren Willen muss Helena den Patrizier Konrad Heller heiraten. Doch eine verbotene Liebe verbindet sie mit dem Goldschmied Niklas. Nur die Briefe, die Niklas ihr über den jungen Maler Albrecht Dürer aus Venedig schickt, geben ihr noch Hoffnung - und das Perlenmedaillon, das sie zu Anna, der "Hübschlerin", führt. Mit Annas Hilfe wagt Helena das Unerhörte: sie begehrt gegen ihren Mann auf, ruft den Nürnberger Rat an. Und Niklas, der in Venedig das Geheimnis des Diamantschleifens entdeckt hat, macht sich auf den Weg zu ihr. Kann sie ihr Schicksal besiegen?

Meine Meinung

„Das Perlenmedaillon“ ist der erste Roman von Sabine Weigand, den ich gelesen habe und wird keinesfalls der letzte gewesen sein. Zwar hatte ich ein wenig andere Vorstellung davon, was mich erwarten würde, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, bekam aber dennoch einen sehr stimmigen, spannenden und vor allem sehr gut recherchierten Roman.

Sabine Weigand erzählt ihre Geschichte in drei großen Handlungssträngen, die uns durch Nürnberg und Venedig des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts führen.
Anschaulich beschreibt die Autorin das alltägliche Leben dieser Zeit, die Sorgen, Nöte und Rechte der Männer und Frauen. Durch ihren Schreibstil zaubert Sabine Weigand detaillierte und klare Bilder vor das innere Auge und so konnte ich ganz in die Geschichte um Niklas, Helena und Anna eintauchen.
Besonders gelungen finde ich die eingefügten Briefe der Figuren, die durch alten Sprachgebrauch und Schreibweise das Buch authentischer gemacht haben, auch wenn das Lesen vielleicht ein wenig mehr Konzentration gefordert hat.

Leider hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, dass Helenas Leben ein wenig zu sehr in den Hintergrund geraten ist und dadurch zu kurz kam. Niklas’ Werdegang und Annas Leben als Hübschlerin mögen vielleicht aufregender und spannender gewesen sein und haben deshalb mehr Beachtung erhalten, aber ich persönlich hätte sehr gerne intensiver über Helenas Hausfrauendasein und ihre unglückliche Ehe gelesen.

Die Figuren sind überwiegend sehr facettenreich und sehr genau gezeichnet, dennoch konnte ich mir nicht jede „glasklar“ vorstellen. Die Hauptfiguren sind mir alle sehr ans Herz gewachsen, von daher viel es mir äußerst schwer, mich am Ende von ihnen zu verabschieden.

Gefehlt hat mir vor allem ein Glossar, da es doch den ein oder anderen Begriff gab, den ich nicht kannte, obwohl ich überwiegend historische Romane lese. Für Genre-Einsteiger könnten sich daher unzählige Verständnisfragen ergeben.

Insgesamt ist „Das Perlenmedaillon“ ein wunderbarer historischer Roman, der mir viele schöne Stunden geschenkt und mich nachhaltig beschäftigt hat.

Meine Bewertung

Note: 2+

« Letzte Änderung: 09. September 2008, 18:06:02 von Lannie »
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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