[14. Jh. Deutschland] Die Eifelgräfin – Petra Schier

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Offline Esmeralda

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[14. Jh. Deutschland] Die Eifelgräfin – Petra Schier
« am: 11. November 2011, 16:39:58 »
[isbn]978-3499249563[/isbn]

Kurzbeschreibung - Amazon:

Welches Geheimnis hütet die Burg in der Eifel? Jerusalem, 1148. Drei Männer teilen nach erfolgreichem Kreuzzug ihre Beute. Im Angesicht eines magischen Kruzifixes schließen sie einen Pakt: sich und die Ihren auf ewig zu schützen. Zweihundert Jahre später: Wegen einer drohenden Fehde wird Elisabeth von Küneburg in die Obhut von Freunden geschickt. Sie genießt das Leben dort – doch dann bricht die Pest aus. Ihr Onkel Dietrich nutzt die Wirren, um die elterliche Burg einzunehmen. Er setzt alles daran, seinen Sohn, den düsteren Albrecht, so schnell wie möglich mit ihr zu vermählen. Gelingt es den Nachkommen der Bruderschaft, sie zu retten?


Meine Meinung:

Mein erster Roman von Petra Schier und gleich eine Punktlandung!

In "Die Eifelgräfin" geht es im Wesentlichen um die Liebe. Die junge Elisabeth von Küneburg wird im Jahre 1348 aufgrund eines drohenden Familienstreits in die Obhut von Freunden nach Burg Kempenich gebracht. Während sie auf die Rückkehr ihres Verlobten wartet, freundet sie sich mit ihrer recht klugen (manchmal etwas vorlauten) Magd Luzia an, die eine frei geborene Bauerntochter ist und bringt ihr sogar Lesen und Schreiben bei. Luzias und Elisabeths Familien verbindet ein heiliges Relikt (Kreuz), welches beiden Frauen Geheimnisse aufgibt und so manches Mal vor drohendem Unheil warnt.

Elisabeth lernt den Ritter, Johann von Manten, kennen, der gerade zu Anfang immer wieder ihren Zorn erweckt, wenn er ihr auf respektlose Art begegnet. Nichtsdestotrotz verlieben sich die Beiden ineinander; stehen sich durch ihren Starrsinn aber beide selber im Weg. Dann trifft die langersehnte Nachricht ihres Verlobten ein und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, denn die Pest ist auf dem Vormarsch nach Kempenich.
Während sich Elisabeth und Johann langsam annähern bricht die Pest aus.


Petra Schier hat mit diesem historischen Roman ein leidenschaftliches und spannungsgeladenes Werk geschaffen, welches kaum Wünsche übrig lässt.
Es ist flüssig geschrieben und sehr kurzweilig und man erfährt viel vom Burgleben zu jener Zeit.
Durch die Lebendigkeit des Buches sind mir die Protagonisten sehr schnell ans Herz gewachsen und ich konnte mich ganz hervorragend in die einzelnen Personen hineinversetzen; - wobei ich Johann, aber auch Elisabeth, so manches Mal nur allzu gerne kräftig durchgeschüttelt hätte.

Das Buch lebt von der "Kriegen Sie sich oder kriegen Sie sich nicht?" – Thematik, was aber an keiner Stelle kitschig wirkt, sondern durchgehend glaubwürdig.

Die Zeichnungen am Ende des Buches und die historischen Nachbemerkungen runden das positive Gesamtpaket noch einmal ab.

Fazit: Ein rundum gelungener historischer (Liebes-) Roman, dem es an nichts mangelt – ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung:
Die Gewürzhändlerin!

Life is too short to read bad books. 

Offline nirak

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Re:[14. Jh. Deutschland] Die Eifelgräfin – Petra Schier
« Antwort #1 am: 16. November 2011, 18:26:26 »
Rezension

Petra Schier entführt ihre Leser dieses Mal ins 14 Jahrhundert auf eine einsame Burg in der Eifel. Elisabeth von Küneburg muss auf der Burg Kempenich ausharren bis es ihrer Familie genehm ist sie wieder nach Hause zu holen um sie dort standesgemäß zu vermählen. Das Leben auf dieser Burg ist ihr nicht unangenehm ist sie doch unter Freunden. Leider versucht ihr Onkel Dietrich den Eltern die Heimatliche Burg abzunehmen, auch ihr Verlobter der in Geschäften unterwegs ist lässt nichts von sich hören und zu allem Überfluss bricht auch noch die Pest aus. Für Elisabeth keine leichte Zeit. Als sie Burg Kempenich erreicht nimmt sie die einfache Bauernmagd Luzia in ihre Dienste. Die Beiden unterschiedlichen Frauen werden schon bald mehr wie nur Herrin und Magd, verbindet sie doch ein gemeinsames Schicksal.

Der Erzählstil von Fr. Schier ist leicht zu lesen. In facettenreichen Worten schildert sie das Leben auf einer Burg in dieser Zeit. Die Ängste und Nöte und auch die Hoffnungen der Menschen sind deutlich zu spüren. Genauso wie der Aberglaube auch hier eine bedeutende Rolle spielt.

Mit Charakteren wie Elisabeth oder ihrer Magd Luzia sind der Autorin wunderbare Protagonisten gelungen. Sie haben sich schnell in mein Leseherz geschlichen und so konnte ich das Buch auch kaum noch aus der Hand legen. Natürlich gibt es auch männliche Protagonisten und das aufeinander Treffen dieser Charaktere sorgte immer für besonders viel Spannung und auch Lesevergnügen. Die Dialoge die Elisabeth z.B. mit Johann führte waren sehr unterhaltsam und ich musste zwischendurch immer wieder schmunzeln. Hin und wieder hätte ich die Zwei auch gern mal durch geschüttelt um sie zur Vernunft zu bringen. Sind sie Beide doch recht eigenwillig und manchmal eben auch störrisch.
Sehr gut gefallen hat mir hier, dass die Protagonisten nicht nur von der einfachen Sorte sind sondern viele Ecken und Kanten haben und eben sehr lebendig geschildert sind. So konnte ich mir Elisabeth, Luzia und Johann gut vorstellen. Auch die Umgebung der einzelnen Burgen und Landschaften sind detailliert beschrieben.

Außerdem befindet sich in meiner Taschenbuchausgabe einiges an Zusatzmaterial, wie der Plan der Burg Kempenich, es gibt historische Nachbemerkungen wo Fiktion und Wahrheit von einander getrennt werden. Ganz besonders gefällt mir, dass die Lieder die in diesem Buch eine kleine Rolle spielten auch abgedruckt und übersetzt wurden.

Das Cover finde ich zum Thema passend und gut gewählt. Es zeigt eine Burg im Hintergrund und die Gräfin in einem kleinen Bild in einem kleinen Rahmen. Mir hat es gut gefallen.

Mein Fazit: „Die Eifelgräfin“ ist ein historischer Roman, der sehr realistisch und anschaulich geschrieben ist. Er hat Höhen und Tiefen. Beschreibt das Mittelalter in seiner ganzen Vielfalt und hält außerdem eine schöne Liebesgeschichte bereit. Für alle die gern historische Romane lesen oder dieses Genre gern mal ausprobieren möchten, kann ich „die Eifelgräfin“ nur empfehlen. Allerdings mit dem kleinen Hinweis, dies ist ein erster Band, denn schon bald kommt Band 2 „Die Gewürzhändlerin“ auf den Markt und ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Ausflug in die Eifel.

Bewertung:


Offline Esmeralda

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Re: [14. Jh. Deutschland] Die Eifelgräfin – Petra Schier
« Antwort #2 am: 19. Februar 2019, 11:31:38 »
Heute habe ich mit dem Re-Read von "Die Eifelgräfin" begonnen.
Demnächst lese ich dann auch "Die Gewürzhändlerin" nochmals und im Anschluß werde ich dann "Die Bastardtochter" lesen.

"Die Bastardtochter" kenne ich nämlich noch nicht, ist aber der dritte Teil der Kreuz-Trilogie; und da mir der Schreibstil von Petra Schier nach wie vor gefällt, freue ich mich auf das Wiedersehen mit "alten Bekannten".  :->
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