Ewald Arenz - Ein Lied über der Stadt

Begonnen von nirak, 30. April 2013, 19:16:50

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nirak

[isbn]9783869131924[/isbn]

Meine Meinung:
Der neue Roman von Ewald Arenz ,,Ein Lied über der Stadt" spielt in den 30iger Jahren in Deutschland in einer Kleinstadt in Franken. Er erzählt die Geschichte der Pfarrerstochter Luise. Von ihrem Leben, ihren Sehnsüchten und ihrer Liebe. Er erzählt von großen Träumen und von Freiheit. Der Erzählstil des Autors ist hier der Zeit angepasst, er ist flüssig zu lesen und dabei bildhaft und facettenreich. Ich war von der ersten Seite in den Bann gezogen und mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Luise und ihr Traum vom Fliegen haben mich gefangen und mit auf die Reise genommen.
Der Autor hat es eindrucksvoll geschafft die Atmosphäre dieser Zeit einzufangen. Was sicher nicht einfach war. Das Thema Nationalsozialismus  ist nach wie vor ein schwieriges Thema aber Ewald Arenz hat es geschafft hier eine Geschichte zu schreiben die so authentisch und echt auf mich wirkte, als hätte dieses Leben gerade erst stattgefunden. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches so beeindruckend und nachklingend war wie dieses. Die Protagonisten sind lebendig und liebenswert. Aber eigentlich mag ich gar nicht wirklich etwas zu dieser Geschichte schreiben einfach weil ich ihr nicht gerecht werden würde.

Mein Fazit: ,,Ein Lied über Stadt" ist ein großartiger Roman über eine starke mutige junge Frau. Über das Fliegen und die Liebe. Ich kann es nur jedem ans Herz legen einmal diese Geschichte zu lesen. Sie ist etwas Besonderes.

[note1]

Kathrin

Und hier meine Meinung:

,,Ein Lied über der Stadt" ist ein etwas älteres Werk von Ewald Arenz, einem meiner Lieblingsautoren. Erzählt wird die Geschichte von Luise, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Franken bei ihrem alleinerziehenden Vater, ihrem Bruder und dessen Frau aufwächst. Sie träumt vom Fliegen, genau wie ihr guter Freund Georg, und als sich ihr nach dem Schulabschluss die Chance bietet, greift sie zu und geht nach München und beginnt eine Ausbildung zur Pilotin. Nach 10 Jahren in München kehrt sie 1936 in ihre fränkische Heimat zurück und muss miterleben, wie die Herrschaft der Nazis sich immer mehr auf ihr Leben, das ihrer Familie und Freunde auswirkt.

Grundsätzlich hat mir diese ältere Gschichte von Ewald Arenz vor allem in ihrer Basis richtig gut gefallen. Ich mag, dass wir hier zeitlich in den 30er Jahren und vor dem Ausbruch des Krieges bleiben, Judenhass und Judenverfolgung nicht zu sehr im Vordergrund stehen und wir vor allem mitbekommen, wie sich die Terrorherrschaft Hitlers und seines Gefolges auf die Allgemeinheit auswirkt.

Ich habe mich schnell bei Luise und ihrer Familie wohlgefühlt. Es hatte für mich den Anschein, als ob Ewald Arenz zumindest zu Beginn ein wenig von seiner eigenen Kindheit und Jugend als Sohn eines evangelischen Pastors eingebracht hat. Es gab Szenen, die hätten auch gut in den Kurzgeschichtenbänden von ihm und seinen Geschwistern vorkommen können. Allerdings hatte ich über die Dauer des Buches auch so meine Probleme mit Luise. Sie war mir nicht wirklich nah, erschien mir oft sehr egoistisch und die Liebesgeschichte ... naja, die musste wohl sein, vielleicht hätte das Buch nicht ohne funktioniert.

Alles in allem mochte ich das Buch, aber ich finde, dass man merkt, dass es eine früheres Werk des Autors ist. Ich erkenne ihn und seinen Erzählstil oft wieder, aber an der ein oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, dass es etwas holpert und noch nicht ganz ausgereift ist. Auch wenn ich den Anfang und die Atmosphäre in der Familie und im Dorf mochte, so finde ich dennoch, dass der Autor in der ersten Hälfte in viel Zeit ,,verdaddelt" hat und zum Schluss anscheinend alles recht schnell gehen und zu einem Ende kommen musste. Nicht alles, nicht jede Nebenfigur oder jede Szene hat für mich Sinn gemacht. Ich bin mir sicher, dass der heutige Ewald Arenz diese Geschichte an manchen Stellen anders erzählt hätte, manche Dinge oder Nebenfiguren vielleicht gekürzt hätte, dafür aber anderen Passagen oder der Entwicklung der Figuren ein größeres Gewicht gegeben hätte.

Alles in allem ein gutes Buch, das ich gerne weiterempfehle und mit einem Ende, das ich so nicht habe kommen sehen, das mich ehrlich gesagt ganz schön geschockt.

Note 3+,  :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box_halbgrau1:  :Box_grau1:
Rock the Night!