Bhagavad Gita

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Offline Mobi

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Bhagavad Gita
« am: 25. August 2014, 01:57:13 »
Hallo zusammen,

so nachdem mich die Christiane gebeten hat, mehr über die Vorträge zur Bhagavad Gita zu erzählen, machen wir das doch mal hier und sind nicht offtopic...

Also normalerweise wird in so einem Vortrag ein Vers besprochen, der dann auch erst vorgelesen wird (auf Sanskrit und auf einer Sprache, die man versteht  :->).
Dann kommt die Erläuterung und eben, was auch immer der Vortragende dazu kommentieren möchte.

Gestern und heute ging es um die Verse 12.15+16, wo Krishna die Qualitäten von Devotees (Geweihten Krishnas) beschreibt.
Ich weiß jetzt nicht, ob das für den Anfang so ein interessantes Thema ist. Der Vortragende hat heute auch gemeint (es waren einige Neue da), dass man ja eigentlich erstmal diskutieren müsste, ob Krishna überhaupt existiert... Aber dass wir das als Diskussionsgrundlage mal zumindest hypothetisch annehmen.  :->

Hast du irgendwelche Fragen, Christiane? Oder welche Themen interessieren dich?

LG, Mobi

Offline Christiane

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #1 am: 25. August 2014, 02:03:04 »
Hallo Mobi,

schön, dass Du hier mehr von Deine Vorträgen berichten magst!

Fragen, - hab ich Fragen?  Ja!
Was stellt man sich unter einem Devotee Krishnas vor? Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

und dann geh ich jetzt erstmal schlafen.

LG,
Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)

Offline Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #2 am: 25. August 2014, 02:03:51 »
Wenn ihr mal reinlesen wollt, hier ist sie auch online erhältlich (allerdings auf Englisch):

http://vedabase.com/en

Ich hätte auch noch ein PDF (das dann auch auf Deutsch). Kann ich euch gerne schicken, wenn ihr mir eure Email gebt. Weiß nicht, ob das auf dem Kindle oder Ähnlichem auch geht. Sonst halt am Computer (auch wenn ich das überhaupt nicht gerne mache).

Offline Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #3 am: 25. August 2014, 02:24:21 »
Fragen, - hab ich Fragen?  Ja!

Ok, her damit!  :->

Was stellt man sich unter einem Devotee Krishnas vor?

Das ist jemand, der sein Leben Krishna geweiht hat. Die deutsche Entsprechung wäre Gottgeweihter.
Das kann unterschiedlich aussehen, manche sind Mönche und wohnen im Tempel, andere haben Job und Familie. Ist also weniger eine Frage von äußeren Dingen, sondern eine Sache des Bewusstseins. Der gemeinsame Nenner sind die Praxis und ähnliche Werte.

Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

Hehe, genau. Das ist auch eigentlich die erste Frage, die geklärt werden muss, denn wenn Krishna nur eine Projektion wäre, dann wäre die Bhagavad Gita nur ein x-beliebiges Buch.
Krishna wird in der Brahma-samhita so beschrieben: "Kṛṣṇa, den man als Govinda kennt, ist der höchste Herr. Er besitzt einen ewigen, glückseligen, spirituellen Körper. Er ist die Ursache aller Ursachen. Er selbst hat keine andere Ursache."
Er ist also das, was wir im Allgemeinen als Gott bezeichnen. Dass er allwissend ist, macht die Bhagavad Gita zu einem ganz besonderen Buch. Denn es ist eben nicht die Projektion von irgendjemand oder etwas, das sich jemand ausgedacht hat, sondern wirkliches echtes Wissen.
Die Bhagavad Gita wird auch mit einer Gebrauchsanleitung für das Leben verglichen, erklärt also, was wir damit anstellen sollen.

und dann geh ich jetzt erstmal schlafen.

Genau, erstmal genug für heute. Vielleicht kann ich jetzt auch schlafen... das hat vorhin nicht so geklappt.
Aber sonst hätte sich unsere nette Unterhaltung ja nicht ergeben und das sogar außerhalb unserer Lesenacht (und diesmal wirklich nachts!  :->).

Bis bald!
LG, Mobi

Offline Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #4 am: 25. August 2014, 23:08:15 »

Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

Hehe, genau. Das ist auch eigentlich die erste Frage, die geklärt werden muss, denn wenn Krishna nur eine Projektion wäre, dann wäre die Bhagavad Gita nur ein x-beliebiges Buch.
Krishna wird in der Brahma-samhita so beschrieben: "Kṛṣṇa, den man als Govinda kennt, ist der höchste Herr. Er besitzt einen ewigen, glückseligen, spirituellen Körper. Er ist die Ursache aller Ursachen. Er selbst hat keine andere Ursache."
Er ist also das, was wir im Allgemeinen als Gott bezeichnen. Dass er allwissend ist, macht die Bhagavad Gita zu einem ganz besonderen Buch. Denn es ist eben nicht die Projektion von irgendjemand oder etwas, das sich jemand ausgedacht hat, sondern wirkliches echtes Wissen.

Ach diese Beschreibung von Krishna ist ja hervorragend. Genauso beschreibt sich auch der Abrahamitische Gott, also jener, zu dem Juden, Christen und Moslems beten. Ja, das ist für mich alles der gleiche Gott, was u.a. daran liegt, das in den heiligen Schriften teilweise identische Geschichtsabschnitte stehen und sie sich alle auch auf den Stammvater Abraham beziehen. - Deshalb auch "Abrahamitische Religionen".

Die Bhagavad Gita wird auch mit einer Gebrauchsanleitung für das Leben verglichen, erklärt also, was wir damit anstellen sollen. 

Interessant. Das ist schon wieder eine Gemeinsamkeit, denn genauso sehen es die anderen Schriften ja auch, wobei ich da im wesentlichen aber nur von der Bibel reden kann. Aber ich denke, wenn wir hier weiter diskutieren, finden wir noch ein paar Gemeinsamkeiten, aber sicher auch einige Unterschiede.

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #5 am: 26. August 2014, 14:31:55 »
Hallo Hans,

Ach diese Beschreibung von Krishna ist ja hervorragend. Genauso beschreibt sich auch der Abrahamitische Gott, also jener, zu dem Juden, Christen und Moslems beten. Ja, das ist für mich alles der gleiche Gott, was u.a. daran liegt, das in den heiligen Schriften teilweise identische Geschichtsabschnitte stehen und sie sich alle auch auf den Stammvater Abraham beziehen. - Deshalb auch "Abrahamitische Religionen".

Ja, Gott ist einer, aber er kann verschiedene Formen und Namen haben. Zum Beispiel wurde Buddha im Srimad Bhagavatam (ca. 5000 Jahre alt) als Inkarnation Krishnas angekündigt.
Weil manche das nicht sehen, gibt es dann manchmal Schwierigkeiten zwischen den religiösen Gruppen. Das ist das Schöne an der vedischen Philosophie, sie ist inklusiv. Und plötzlich machen alle Puzzleteile, mit denen man sich bisher beschäftigt hat, Sinn.
Es gibt einen lustigen Vergleich, nämlich dass ein Hund sein Herrchen erkennt, egal ob der gerade einen Anzug trägt oder zuhause im Jogginganzug auf der Couch liegt. Genauso sollten wir Gott auch erkennen, egal ob er anders ausschaut, anders verehrt wird oder einen anderen Namen hat.

Interessant. Das ist schon wieder eine Gemeinsamkeit, denn genauso sehen es die anderen Schriften ja auch, wobei ich da im wesentlichen aber nur von der Bibel reden kann. Aber ich denke, wenn wir hier weiter diskutieren, finden wir noch ein paar Gemeinsamkeiten, aber sicher auch einige Unterschiede.

Ja, die Prinzipien sind die gleichen, die Details können je nach Zeit, Ort und Umständen variieren. Aber das widerspricht den Prinzipien nicht, denn ein Prinzip kann ja unterschiedlich angewendet werden.
Wenn dich der Zusammenhang zwischen der Bhagavad Gita und der Bibel interessiert, kann ich dir folgende Videos empfehlen:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL79614594B230FEF7

Kannst dich ja mal durchklicken, da sind einige über das ursprüngliche Christentum im Vergleich mit dem Vaisnavismus (Verehrung Visnus/Krishnas) und andere allgemeine Sachen dabei.

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« Letzte Änderung: 13. Mai 2017, 15:09:59 von Mobi »

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #6 am: 26. August 2014, 18:41:03 »
Hi Mobi,

Ja, Gott ist einer, aber er kann verschiedene Formen und Namen haben.
Das sehe ich ja fast genau so. Aber ich würde eher sagen, dass er unter verschiedenen Namen auftritt, und die Form der Verehrung sich unterscheidet.

Ja, die Prinzipien sind die gleichen, die Details können je nach Zeit, Ort und Umständen variieren. Aber das widerspricht den Prinzipien nicht, denn ein Prinzip kann ja unterschiedlich angewendet werden.
Wenn das mal alle kapieren würden, dann wäre die Welt sicherlich friedlicher, als sie es zur Zeit ist. Aber das Problem ist halt, sobald es darum geht, Macht auszuüben, fangen einige an, am Rad zu drehen, indem sie sich selbst für einen Gott oder dessen "Vollstrecker" halten...  :wah:

Wenn dich der Zusammenhang zwischen der Bhagavad Gita und der Bibel interessiert, kann ich dir folgende Videos empfehlen:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL79614594B230FEF7

Kannst dich ja mal durchklicken, da sind einige über das ursprüngliche Christentum im Vergleich mit dem Vaisnavismus (Verehrung Visnus/Krishnas) und andere allgemeine Sachen dabei.
Danke für den Hinweis. Aber mit YouTube hab ich es jetzt nicht soo sehr. Hast Du vielleicht auch noch ein empfehlenswertes Buch dazu im Angebot?  :flirt:

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Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #7 am: 27. August 2014, 12:24:32 »
Hallo Hans,

Das sehe ich ja fast genau so. Aber ich würde eher sagen, dass er unter verschiedenen Namen auftritt, und die Form der Verehrung sich unterscheidet.

Ja, das stimmt, er kann aber auch durchaus verschiedene Formen annehmen. (Da war doch was mit allmächtig, oder?  :->)

Wenn das mal alle kapieren würden, dann wäre die Welt sicherlich friedlicher, als sie es zur Zeit ist.

Ja, philosophisches Wissen nützt nicht "nur" dem Individuum, sondern dient auch dem Allgemeinwohl. Einer von vielen Gründen, warum ich das gerne unterrichten würde...

Aber das Problem ist halt, sobald es darum geht, Macht auszuüben, fangen einige an, am Rad zu drehen, indem sie sich selbst für einen Gott oder dessen "Vollstrecker" halten...  :wah:

Oh, da sprichst du die wohl verbreitetste (und verheerendste) falsche Vorstellung an, die es gibt. Es gibt unzählige Lehrer, die sowas auch verbreiten, nämlich dass man durch eine bestimmte Praxis (die man natürlich nur von ihnen lernen kann und teuer bezahlen muss ^^) Gott werden kann/mit Gott eins werden kann.
Und das Tückische ist, dass es recht logisch erscheinen kann (weil es auch so halb wahr ist) und natürlich dem falschen Ego ordentlich schmeichelt. Sowas glaubt man dann natürlich besonders gern.
Sri Caitanya Mahaprabhu hat gelehrt, dass die individuelle Seele wie Gott ist (nämlich qualitativ) und gleichzeitig verschieden (quantitativ). Wir sind also wie ein Tropfen Meerwasser: Qualitativ gleich wie das Meer (nämlich salzig  :->), aber quantitativ besteht ein gewaltiger Unterschied.

Danke für den Hinweis. Aber mit YouTube hab ich es jetzt nicht soo sehr. Hast Du vielleicht auch noch ein empfehlenswertes Buch dazu im Angebot?  :flirt:

Oh ok, wusste ich nicht. Aber klar, wir sind hier ja schließlich in einem Bücherforum...  :dong:
Dann würde ich dir "Die Schönheit des Selbst" empfehlen, gibt's bei Amazon nur noch gebraucht zu kaufen. Oder bei den sonstigen Verdächtigen (die du ja sicher kennst). Falls du keins ergattern kannst, könnte ich es dir auch im Tempel kaufen und zuschicken. Das können wir auch gerne in einer LR lesen (auch wenn du nicht so der LR-Typ zu sein scheinst, hab dich "drüben" glaub ich noch kaum gelesen...)

LG, Mobi

Offline Hans

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #8 am: 28. August 2014, 01:58:38 »
Hi Mobi,

Ja, das stimmt, er kann aber auch durchaus verschiedene Formen annehmen. (Da war doch was mit allmächtig, oder?  :->)
Ja stimmt. Aber da hat er auch seine Leute dafür...  :->

Ja, philosophisches Wissen nützt nicht "nur" dem Individuum, sondern dient auch dem Allgemeinwohl. Einer von vielen Gründen, warum ich das gerne unterrichten würde...
Ah ja. Ich glaube, so langsam steige ich dahinter, wohin der Hase laufen soll. 

Oh, da sprichst du die wohl verbreitetste (und verheerendste) falsche Vorstellung an, die es gibt. Es gibt unzählige Lehrer, die sowas auch verbreiten, nämlich dass man durch eine bestimmte Praxis (die man natürlich nur von ihnen lernen kann und teuer bezahlen muss ^^) Gott werden kann/mit Gott eins werden kann.
Wobei es ja nicht mal sein muss "Gott" zu werden, man kann ja auch für jede Menge anderen Unsinn sehr viel Geld ausgeben.

Und das Tückische ist, dass es recht logisch erscheinen kann (weil es auch so halb wahr ist) und natürlich dem falschen Ego ordentlich schmeichelt. Sowas glaubt man dann natürlich besonders gern.
Vor allem, wenn man sonst keine Perspektiven für sein Leben sieht, und einem dadurch scheinbar ein Sinn gegeben wird, den man sonst nicht findet.

Sri Caitanya Mahaprabhu hat gelehrt, dass die individuelle Seele wie Gott ist (nämlich qualitativ) und gleichzeitig verschieden (quantitativ). Wir sind also wie ein Tropfen Meerwasser: Qualitativ gleich wie das Meer (nämlich salzig  :->), aber quantitativ besteht ein gewaltiger Unterschied.
Interessanter Vergleich. In der Bibel gibt es so einen Vergleich mit einem Sandkorn in der Wüste, wenn ich mich nicht irre. Wenn ich mich doch irre, dann hab ich ihn hiermit in die Welt gesetzt.  :->

wir sind hier ja schließlich in einem Bücherforum...  :dong:
Genau.  :->
Ansonsten danke für den Tip, aber wie schon gesagt, im Moment steht das nicht sehr hoch auf meiner ToDo-Liste.

(auch wenn du nicht so der LR-Typ zu sein scheinst, hab dich "drüben" glaub ich noch kaum gelesen...)
Wahrscheinlich gar nicht, denn ich bin da nicht angemeldet. Oder falls ich mich doch mal für ein oder zwei Beiträge angemeldet habe, dann hab ich es inzwischen wieder vergessen. Müsstest dort also mal in der Mitgliederliste gucken, ob Du mich dort findest.  :elch:

:winken:
Hans
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #9 am: 28. August 2014, 12:58:41 »
Hallo Hans,

Ja stimmt. Aber da hat er auch seine Leute dafür...  :->

Ja, das auch. Mal so, mal so...

Ah ja. Ich glaube, so langsam steige ich dahinter, wohin der Hase laufen soll. 

Ja, ich spiele schon länger mit dem Gedanken, in der Yogaszene zu unterrichten (halt keine Asanas/Yogaübungen, sondern Philosophie). Dann wäre auch mein Lehramtsstudium nicht so ganz nutzlos gewesen, wenn es mich doch noch zum Unterrichten verschlägt...

Vor allem, wenn man sonst keine Perspektiven für sein Leben sieht, und einem dadurch scheinbar ein Sinn gegeben wird, den man sonst nicht findet.

Stimmt, das ist bei vielen sicherlich der Fall und kommt noch dazu...

Interessanter Vergleich. In der Bibel gibt es so einen Vergleich mit einem Sandkorn in der Wüste, wenn ich mich nicht irre. Wenn ich mich doch irre, dann hab ich ihn hiermit in die Welt gesetzt.  :->

Ah ok, ja die Parallelen sind echt interessant. Der Sand war dort vielleicht allgegenwärtiger...  :->

Wahrscheinlich gar nicht, denn ich bin da nicht angemeldet. Oder falls ich mich doch mal für ein oder zwei Beiträge angemeldet habe, dann hab ich es inzwischen wieder vergessen. Müsstest dort also mal in der Mitgliederliste gucken, ob Du mich dort findest.  :elch:

Hm, also ich habe dich drüben nicht gefunden... kein Wunder, dass ich mich nicht daran erinnern konnte, dich drüben gelesen zu haben!  :->

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #10 am: 29. August 2014, 02:15:40 »
Hi Mobi,

Ich hab die weiteren Kommentare mal in den anderen Thread neben an gepackt, um nicht länger zwei Unterhaltungen parallel zu führen.  :flirt:

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #11 am: 29. August 2014, 11:39:26 »
Hallo Hans,

ich habe jetzt hier gepostet, weil wir uns von deiner Ursprungsfrage in dem anderen Thread doch schon ziemlich entfernt haben.

Interessant! - Was steht denn da? - Jedenfalls so ungefähr?

Dass es auf anderen Planeten Leben gibt und man eben einen entsprechenden Körper braucht, um dort leben zu können (z.B. einen Körper aus Feuer für die Sonne). Einen neuen Körper erhält man je nachdem woran man zum Zeitpunkt des Todes denkt.
Es gibt auch ein ganzes System an Opfern und Feuerzeremonien (karma-khanda genannt), die dazu dienen, zu höheren Planeten aufzusteigen. Dort gibt es bessere Lebensbedingungen/mehr Genuss, was rein materiell gesehen von Vorteil ist, spirituell gesehen wird aber der Kreislauf von Geburt und Tod damit nicht beendet, insofern kein wirklicher Gewinn.
Prabhupad hat auch ein Buch über dieses Thema geschrieben (zu seiner Zeit war die Mondlandung ja hochaktuell): Easy Journey to other Planets. Ich weiß gerade nicht, ob das übersetzt worden ist.

Deckt sich das denn im kleineren Zusammenhang mit den Erkenntnissen der westlichen Medizin?

Hm, also die Systeme sind grundverschieden, während die westliche Medizin größtenteils symptombezogen arbeitet, wird im Ayurveda immer nach der eigentlichen Ursache gesucht. Insofern ist es echt schwierig, das zu vergleichen.
Die westliche Medizin kommt so langsam auch auf so Sachen wie ernährungsbedingte Krankheiten (im Ayurveda wird die Ernährung außerdem zur Therapie eingesetzt).
Das eigentliche Problem, das ich in der westlichen Medizin sehe, ist dass man eine Krankheit behandelt (und vielleicht kuriert) und gleichzeitig durch die Medikamente neue Probleme schafft. Z.B. wirken Medikamente meistens sauer auf den Körper (und die meisten Leute sind sowieso übersäuert), was dann zu weiteren Krankheiten führt.

Und einer der Blogger dort setzt sich regelmässig auch mal mit Esotherik auseinander um zu zeigen, dass das (in seinen Augen jedenfalls) alles Unfug ist. In vielen Fällen geb ich ihm da sogar Recht.

Dazu eine interessante Geschichte: Eine Freundin hat mir von einem Wissenschaftlerpaar erzählt, die belegen wollten, dass die vedische Astrologie Humbug ist. Dazu mussten sie sich natürlich näher damit beschäftigen und anstatt andere Leute davon zu überzeugen, dass es Quatsch ist, haben sie im Laufe ihrer Studie gemerkt, dass es wirklich Sinn macht.  :->

Aber das Problem ist halt, wie bei Atheisten üblich, dass die auch die religiösen und philosophischen Inhalte diverser fernöstlicher Lehren ebenfalls für Humbug halten und deshalb nicht zwischen wirklich religiösen Inhalten und tatsächlichem Humbug trennen. Selbst wenn sie es könn(t)en, wollen sie es meisstens nicht.

Tja und soviel Humbug wie eben rumschwirrt, ist es natürlich ein Leichtes, sich davon zu überzeugen, dass das alles Quatsch ist... Speziell wenn man das vorher schon beschlossen hat und das sich dann erfüllt.
Um zwischen Humbug und Wahrheit unterscheiden zu können, muss man das wirkliche Wissen erstmal gelernt haben. Dann ist das relativ einfach.

Wow! - Interessant ist ja, dass Du hier zwischen Astronomie und Astrologie trennst. Ist diese Trennung so auch in den Schriften vorhanden?

Nun ja, ich denke schon, allerdings kenne ich darüber keine Originalschriften. Und es hängt natürlich zusammen... Um ein Horoskop zu berechnen, muss man wissen, wo die Planeten zum Geburtszeitpunkt standen und dafür braucht man astronomische Kenntnisse. Die vedische Wissenschaft heißt Jyotish, fallst du mal googeln möchtest.
Der Grund, warum Astrologie im Westen so verrufen ist, ist dass die Berechnungsgrundlage nicht mehr stimmt. Der Fehler wirkt sich so stark aus, dass das Sternzeichen bei vielen Leuten verschoben ist (in das vorhergehende).
Ich habe auch nicht wirklich daran "geglaubt"... bis ich das erste Mal bei einem vedischen Astrologen war!  :-)

Es gibt ja auch das Phänomen, das manche Menschen ihren Körper zeitweilig verlassen können um woanders hin zu gehen und später wieder in ihren Körper zurück kehren können. Dieses Phänomen der ausserkörperlichen Erfahrungen wird in ähnlicher Form auch oft bei den sogenannten Nahtoderlebnissen beschrieben.

Körper und Seele sind verschieden; wir sind die Seele und nicht der Körper. Bei solchen Erfahrungen verlässt die Seele (zusammen mit dem feinstofflichen Körper) den Körper. Und wenn der Zeitpunkt des Todes noch nicht gekommen ist, kann sie dorthin normalerweise auch zurückkehren.

Wobei noch festzuhalten wäre, dass sie auch auf dieser Grundlage erst mal ausgewählt werden sollten. Aber da steht ja zur Zeit eine weltweit verbreitete Irrlehre dagegen, die das erfolgreich verhindert.  :meckern:

Worauf genau beziehst du dich da?

Okay, da unterscheiden sich die Auffassungen dann doch mal wieder voneinander.

Ehrlich gesagt, hört sich das für mich eher nach diesem New Age Zeug an, was im Grunde einfach erfunden ist und halt ganz nett klingt (solange man nicht etwas gründlicher darüber nachdenkt).

Ich denke mal, nutzlos war das Studium sowieso nicht, auch wenn Du jetzt nicht als Lehrerin arbeitest. Immerhin hast Du es abgeschlossen.

Nun, allein die Tatsache, dass ich es abgeschlossen habe (und einen Wisch daheim habe), bringt mir im Moment herzlich wenig...  :->

Wichtig ist doch letztlich, dass Du mit dem was Du tust, zufrieden bist und dabei das Gefühl hast, den Menschen, etwas beizubringen, dass ihnen nützt.

Ja, genau deswegen möchte ich Philosphie unterrichten, weil einem das viel mehr nützt.

Wenn Du damit einen Beitrag dazu leistest, das aus dieser Welt einmal eine bessere Welt wird, wo die 7 Todsünden, bzw. diese und andere Laster niemanden mehr verführen, dann tust Du doch das Richtige. Und das sogar aus der höheren Warte des Jenseits betrachtet; - jedenfalls sehe ich das so.   :angel:

Ja, es wäre toll, wenn ich das eines Tages machen könnte. Im Moment ist das leider noch nicht der Fall. Aber dann hätte sich natürlich auch das Studium gelohnt, wie du schon festgestellt hast. Im Moment macht sich das noch nicht bezahlt, aber hinterher ist man ja immer schlauer.  :->

Interessant ist übrigens dein Link zu den Todsünden (oder den Charaktereigenschaften, die zu solchen führen). So eine Aufzählung gibt's in der vedischen Philosophie auch, allerdings in anderer Reihenfolge (nämlich in der Reihenfolge ihrer Entstehung, also das Erste ist die Ursache des Zweiten usw.):
kama - Lust, krodha - Wut/Zorn, lobha - Gier, moha - Illusion, mada - Stolz, matsarya - Neid.

Sodala, das war's erstmal...

LG, Mobi

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #12 am: 29. August 2014, 11:41:34 »
PS: Wo ist eigentlich Christiane abgeblieben? Durch sie sind wir ja erst zu diesem Thread gekommen...  :->

Offline Christiane

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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #13 am: 29. August 2014, 12:29:21 »
Christiane hat sich so ein bisschen ausgeklinkt - ich les noch mir schreib aber grad nichts mehr dazu. Das hat zwei Gründe: zum einen geht Ihr in Bereiche von denen ich zu wenig handfestes Wissen hab (zum Teil ist es zu lang her, dass ich mich damit beschäftigt hab, zum Teil hab ich da einfach nur so ein 'fundiertes Halbwissen'  :zwinker:), bin aber in vielen Punkten deutlich eher der westlichen Wissenschaft zugeneigt. Und ich hab derzeit nicht die Muße, mich da genügend reinzuhängen um was sinnvolles beizutragen.
Damit kommen wir zu Grund zwei: Zeitmangel. Hier ist heute Großwaschtag,... weil die Kinder aus der einen Freizeit heimkommen und übermorgen in die nächste gehen. Zudem hab Töchterchen morgen noch schnell Geburtstag. Und ich hab derzeit die Katze einer Freundin in meiner Obhut. Trixi ist schon 18 und seit einigen Tagen frißt sie kaum noch. Ich hoffe, dass sie den morgigen Abend noch erlebt, wenn meine Freundin wieder heimkommt. Aber ich bin derzeit x mal am Tag drei Häuser weiter bei der Katze, um sie in ihren letzten Tagen nicht so viel allein zu lassen und um auch sicher zu sein, dass sie nicht leiden muss. Da ist es einfach nicht mit 2x am Tag Futter und Wasser hinstellen getan.

:winken: Christiane
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Re: Bhagavad Gita
« Antwort #14 am: 29. August 2014, 19:04:08 »
Hallo Christiane,

ich les noch mir schreib aber grad nichts mehr dazu.

Alles klar! Dann hoffe ich, dass du es schaffst, Katze und Kinder gut zu versorgen...  :flirt:
Und sobald sich der Zeitmangel gelegt hast, kannst du ja auch gerne eigene Themen einbringen (wir hatten's da ja u.a. über die Frauenrolle).

Also dann mach's erstmal gut und bis bald!
LG, Mobi