Aufreger des Tages

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Offline DG7NCA

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #15 am: 25. August 2015, 17:11:27 »
ja Steffi.....wieviele von uns sind Kinder  Enkel Verwandte  von Kriegsflüchtlingen des zweiten Weltkriegs.

es ist erst 70 Jahre her. Leider ist das schon vergessen. Und wie schnell könnten wir selbst wieder Flüchtlinge werden.....
Uns (zumindest ein Großteil) geht es verdammt gut.
Ich würde gerne jeden der auf Asylbewerber und Flüchtlinge schimpft gerne in deren Ländern aussetzen damit sie am eigenen Leib erfahren was sie diesen Menschen vorwerfen, nämlich um ihr Leben zu fürchten und es bei uns retten zu bitten.


Carola
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Offline Christiane

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #16 am: 25. August 2015, 17:59:59 »
Hallo Steffi,

hab Dir gleich dort einen Kommentar geschrieben und will es auch hier nochmal wiederholen: ein toller Text, der gewiß nirgends fehl am Platz ist. Man kann nicht laut und oft genug gegen die braunen Idioten anschreiben!

Liebe Grüße,
Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)

Offline Steffi

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #17 am: 25. August 2015, 18:07:45 »
Danke Dir!  :schmusen:
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Offline Christiane

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #18 am: 26. August 2015, 15:33:06 »
Hier noch ein Link zum Thema: Ein offener Brief von einem, der das Gezeter auch nicht mehr hören kann...

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/freital-appell-an-die-menschen-die-fluechtlinge-ablehnen-seid-still-a-1049880.html#ref=rss

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Offline Steffi

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #19 am: 26. August 2015, 21:05:29 »
Ich glaube, es geht gerade ein Ruck durch Deutschland. Viele positionieren sich, dennoch habe ich das Gefühl, es wird eine schwere Zeit, denn dieser Alltagsrassismus ist unglaublich verbreitet. Nicht nur in Gruppen, die nach draußen gehen, sondern auch bei vielen Einzelpersonen.

Heute mittag hat auf der Facebookseite vom BVB einer vorgeschlagen, man können Karten, die für das morgige Spiel gegen Odds BK übrig bleiben an Flüchtlinge verteilt. Was darunter für eine scheiße gepostet wurde, das kann man sich nicht vorstellen. Ich kann das "leider" nicht mehr verlinken, weil der BVB den ganzen Strang mittlerweile gelöscht hat. Und vor allen Dingen... du klickst bei diesen hasserfüllten Leuten auf das Profilbild und siehst ganz normale Leute mit Fotos von deren Wohnungen, die voll sind mit Schnickschnack und man fragt sich... wieso gönnen die anderen Mitmenschen nicht mal eine Sekunde des Friedens? Was ist mit denen? Wer hat denen was getan? Was fehlt denen eigentlich? Außer dem offensichtlichen wie Intelligenz und Mitgefühl?
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Offline Christiane

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #20 am: 26. August 2015, 22:39:03 »
Ja, Gott sei Dank merken immer mehr von den vernünftigen Leuten, dass wir auch 'laut', hörbar sein müssen. Dass es nicht reicht, nicht rassistisch zu sein, sondern dass man dem braunen Volk hör- und sichtbar entgegentreten muss.

Aber Du hast auch recht damit, dass einem im Alltag immer wieder bei Leuten von denen man es garnicht denkt solche merkwürdigen Ideen begegnen. Und das finde ich fast erschreckender als die, die lautstark pöbeln. Die Pöbler und Brandstifter sieht man, kann man verhaften, zur Rechenschaft ziehen. Aber die Leute, die im Kleinen gegen den 'fremden' Nachbarn wettern, die ihre Kinder schon indoktrinieren, die dann ihre 'fremden' Mitschüler mobben. Oder die, die von den 'Scheinasylanten' faseln, ... Oder es wird im Dorf eingebrochen - und klar, das waren 'die Asylanten', 'die Rumänen', die wer auch immer. DAS ist der Alltagsrassismus, der viel schwerer zu bekämpfen ist.
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Offline DG7NCA

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #21 am: 27. August 2015, 12:01:49 »
schlimm finde ich wenns heißt :...darf ich nicht mal mehr meine Meinung sagen das es einfach zuviele sind?

Denn das sind die Anfänge!!!!

Das höre ich leider sehr oft, aber meine Tante 85 kann ich nicht mehr überzeugen das es falsch ist.
Ein Stückweit fühl ich mich bei Alltagsrassismus auch hilflos.

LG Carola
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Offline Steffi

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #22 am: 27. August 2015, 12:28:31 »
Ich finde es im Übrigen faszinierend, dass, wenn man Texte gegen Rassismus schreibt, nie die darauf reagieren, die man damit meint. Also die, die Steine schmeißen und Heime anzünden und rechte Parolen von sich geben, sondern immer die, denen es angeblich nur um eine vernünftige Diskussion der Problematik geht. Und ich frag mich dann immer, Leute, wieso fühlt ihr Euch denn von meinem Text überhaupt angesprochen, wenn ihr doch gar nicht gemeint seid, wenn ihr doch gar nix gegen Ausländer habt und auch nicht, dass die uns kommen.  :->

Natürlich hat die Politik gepennt und natürlich muss man etwas ändern, um dem Chaos Herr zu werden, aber das müssen ja letztlich nicht die Flüchtlinge ausbaden und das ist eigentlich auch nicht deren Problem! Ich mag nur einfach nicht dieses Gewäsch von "guck mal, die haben ja ein Smartphone" hören. Mein Gott, wenn ich plötzlich von zu Hause wegmüsste und nur 10 Minuten Zeit hätte, etwas mitzunehmen, würde ich auch zu meinem Smartphone greifen, weil da alle meine Kontakte zu meinen Freunden und meiner Familie drin sind und es wenig Platz wegnimmt. Ich würd wahrscheinlich auch mein Lieblingsbuch einstecken. Was kommt denn dann... guck mal die ist bestimmt faul, die hat sogar Zeit zum Lesen. Das ist alles so absurd.

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Offline Kingsizefairy

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #23 am: 29. August 2015, 00:50:31 »
Unabhängig davon, dass von diesen Parolenschreiern die Mehrzahl wirklich mehr als merkbefreit sind...
... kann diese verbogene Einstellung nicht auch mit daran liegen, dass die Mehrzahl der Leute sich überhaupt nicht mehr darüber bewusst ist, was es heißt, Flüchtling zu sein?
Wir alle sind in Friedenszeiten groß geworten und kennen Krieg, Not und Mangel nicht. Im Gegenteil.
Diejenigen, bei denen daheim Krieg herrscht, die flüchten müssen, kamen bislang nur in kleinen Gruppen. Das konnte Otto Normalverbraucher noch halbwegs verkraften.
Jetzt kommen sie in Massen und da bekommt der einfache Mensch nicht mehr mit.
Daher auch diese Sozialneid, der natürlich von dem braunen Gesock massiv geschürt wird.

Die haben ein Eiphone, hey. Sowas kann ich mir nicht leisten. Denen muss es ja gut gehen, die schmarotzen sich durch, auf meine Kosten.
Futterneid. Langeweile. Und nicht zu wissen, was Not ist. Nicht zu wissen, was Angst ist. Nicht zu wissen, was Gewalt and Leben und Seele ist.

Ich bin jetzt 52 und kann mich noch zu gut an die Geschichten meiner Großeltern erinnern. Und an die Sirenen, die durch die Stadt heulten, wenn der obligatorische Alarm einmal im Monat durchging. Und die Gänsehaut, die ich bekam und die Angst, die mich befiel.
Der kurze Moment, eine Sekunde nur, in denen das Gesicht meines Großvaters sich verzerrte und Angst, Panik und Entsetzen in Bruchteilen von Sekunden zeigte.... was war denn da los in Stalingrad, ich find da nix. - Da red ich nicht drüber, geh spielen.
Einige Ecken in meiner Heimatstadt, wo noch immer Ruinen vom Krieg standen, als ich Kind war. die Kriegsversehrten, die in der Unterführung am Bahnhof bettelten, verstümmelte Menschen. Die Nachbarin bei meiner Großmutter, mit der erwachsenen Tochter, die vollkommen den Verstand verloren hatte und aus heiterem Himmel schrie und sich nicht mehr beruhigen konnte.
Das Telegramm, was meinen Großvater an der Front erreichte ... Vater.... großer Angriff.... Frau und Kinder vermisst... und die dazu gehörige Geschichte.

Das sind Sachen, die viele nicht mehr kennen, an die sie sich nicht errinnern.
Es ist auch die Angst vor dem Unbekannten, die Sprachbarrieren. Es ist so vieles, woran es hakt.

Aber nichts, niemals nicht, rechtfertigt auch nur ansatzweise, dass diese Menschen angegriffen, beschimpft oder sonstwie angegangen werden! Dafür gibt es niemals eine Entschuldigung.

Mir fällt im Moment immer ein Lied von Georg Danzer ein, Morgenrot.
ich hoffe nur, dass die Leute mal aufwachen und AUFSTEHEN und dieser von ihnen gewählten Regierung mal in den Allerwertesten tritt!!!



ok, rant over.

Versuche nie einem Schwein das Singen beizubringen. Du vergeudest deine Zeit und belästigst das Schwein.

Offline Christiane

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Re: Aufreger des Tages
« Antwort #24 am: 29. August 2015, 07:33:11 »
Hey Fairy,

an das was Du von Deinen Großeltern berichtest kann ich mich auch noch lebhaft erinnern. Mein Vater hat zwei, meine Mutter einen Weltkrieg miterlebt. Das Elternhaus meiner Mutter wurde durch Bomben zerstört, die Familie wurde kurzerhand bei einer anderen Familie einquartiert. Und dort wohnten im Haus auch noch andere Flüchtlinge. Klar war das Zusammenleben auf engstem Raum schwierig, natürlich war es für die Hausbesitzer keine Traumvorstellung plötzlich fremde Menschen im Haus wohnen zu haben - aber das war eben so. Wer das Glück hatte, dass das eigene Haus noch stand gab anderen Obdach.

Georg Danzer - da hast Du Erinnerungen geweckt! Nur der Link funzt in D leider nicht. Aber die Version von Bots - - kann man sich anhören  :zwinker:.

:winken: Christiane
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