Das Spiel des Alchimisten - Richard Dübell

  • 0 Antworten
  • 936 Aufrufe

Offline Kathrin

  • Globaler Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4248
Das Spiel des Alchimisten - Richard Dübell
« am: 07. August 2015, 14:07:31 »
[isbn]3404153545[/isbn]   Das Spiel des Alchimisten
Richard Dübell
historischer Krimi
15. Jahrhundert, Deutschland

Seiten: 572
Verlag: Bastei
Preis: 8,95 Euro

Inhalt:
Ein neuer Fall für Peter Bernward, den Tuchhändler Augsburg, 1478. Ein skrupelloser Mörder versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Oder ist es gar kein Mensch, der die Opfer auf dem Gewissen hat? Als Peter Bernward in seine ehemalige Heimatstadt zurückkehrt, fordern ihn dort weit mächtigere Gegner heraus, als nur die Gespenster der Vergangenheit.

Meine Meinung:
„Das Spiel des Alchimisten“ ist der vierte Teil der historischen Krimireihe um den Ermittler Peter Bernward aus der Feder von Richard Dübell. Für mich ist dies leider der bislang schlechteste Teil der Serie. Nichtdestotrotz werde ich die Reihe mit „Der Sohn des Tuchhändlers“ beenden.

Peter Bernward ist zurück in seiner Heimatstadt Augsburg, denn er will versuchen, mit zwei Dingen seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Zum einen hofft er auf ein Wiedersehen mit seiner Tochter Maria, mit der er sich seit dem Tod seiner ersten Frau entfremdet hat. Dass er außerdem am Tod von Marias Mann nicht ganz unbeteiligt ist, erschwert das Wiedersehen erheblich. Zum anderen lässt es ihm keine Ruhe, dass er sich mit seinem inzwischen verstorbenen Dienstherren, Bischof Peter, im Streit getrennt hat und ein alter Fall nie gelöst wurde. Doch noch bevor Peter Bernward mit der Vergangenheit aufräumen kann stößt er auf einen Mordfall, in den er eher unfreiwillig von einem alten Freund – Gregor von Welden - hineingezogen wird. Der ist inzwischen Burggraf  und eigentlich mit der Lösung des Falls betraut, benötigt aber Peters Hilfe.

Leider braucht es diesmal ziemlich lange, bis ich in diesem Roman angekommen bin. Ich war mehrfach davor, das Buch abzubrechen, es waren mir zu viele Handlungsstränge, die irgendwie – wenn überhaupt – nur lose zusammenhingen und das Buch kommt dadurch nicht so richtig in Fahrt. Gerade zu Beginn verstehe ich viele der Anspielungen auf Peter Vergangenheit nicht und so was kann mich leicht nerven.

Vor allem aber fehlt mir Peter neue Frau, Jana sehr. Dies fällt mir besonders auf, als Peter einen Brief an sie schreibt und sich ihre Antwort, Mimik und Gestik vorstellt. Ich kann verstehen, dass er mit seiner Vergangenheit aufräumen will, um mit ihr wirklich glücklich sein zu können, aber sie fehlt mir trotzdem … und ihm ja auch. Man spürt in allen bisherigen Bänden so deutlich wie gut sie ihm tut und wie sehr sie ihm jetzt in Augsburg fehlt.

Mein Hauptproblem ist jedoch der Aberglaube  und „Hokuspokus“, der von den Augsburgern mit dem Mord in Verbindung gebracht wird. Das passt zwar irgendwie ganz gut zusammen und passt auch in die Zeit, aber es ist einfach nicht meins und wird auch nie meins sein, selbst wenn Richard Dübell für alles zum Schluss hin eine vernünftige Erklärung hat. Die Verbindung des Mordes zum ungelösten Fall in der Vergangenheit wie auch zu Maria finde ich ehrlich gesagt etwas konstruiert. Weniger hätte da vielleicht mehr sein können.

Die Figuren sind in diesem Roman der Lichtblick für mich. Sie reagieren in sich schlüssig, wenn auch nicht immer sympathisch und sind einfach sehr ausgereifte, durchdachte Figuren mit einem Hintergrund, Gefühlen, Ängsten und Problemen. Dass ich Peter Bernward mag, ist klar, sonst wäre ich der Tuchhändler-Reihe nicht treu geblieben. Spannenderweise mag ich aber auch irgendwie seinen alten „Freund“ Gregor von Welden…nicht weil ich ihn besonders sympathisch fände, sondern weil man sich so herrlich an ihm reiben kann und er eben nicht sympathisch ist. Er ist das Salz in der Suppe des Romans, bringt Peter (und auch die Leser) mehr als einmal auf die Palme, hat keine Ahnung, wie er den Mordfall lösen soll und ist sowieso eigentlich nur auf seine Karriere bedacht. Er bringt einfach komische Momente in das Buch und das hat mich dann letztlich auch mit dem Buch ausgesöhnt.

Ich hoffe sehr, dass mir Band 5 der Reihe wieder besser gefällt. Ich glaube inzwischen wirklich, dass ich einfach nicht in der richtigen Stimmung für das Buch war, insofern hätte ich es vielleicht lieber zu einem späteren Zeitpunkt lesen sollen. Aber das weiß man halt immer erst hinterher. Allerdings bin ich auch davon ausgegangen, dass ich Richard Dübells Bücher immer lesen kann, denn bislang haben sie mich ja alle überzeugt. Es ist schade und hinterlässt für Band 5 einen leicht schalen Beigeschmack, aber warten wir mal ab. Auch bei Band 5 werde ich erst hinterher wissen, wie es mir gefällt. Zumindest muss ich dann schon mal nicht mehr auf Jana verzichten!

Bewertung
Rock the Night!