Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen

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Offline Christiane

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Zu Weihnachten hab ich die Neuübersetzung von Feuer & Stein bekommen und hab mir das als 'ReRead' gegönnt. Dabei hatte ich meine alte Ausgabe bald danebenliegen und hab Szenen aus beiden Büchern verglichen, hab nach den wie ich gehört hatte 'langen fehlenden Passagen' gesucht.
Ach ja, gleich vorweg: Ich suche nun jemanden, der das Original daheim hat. Denn an der ein oder andere Stelle würde mich sehr interessieren, was Diana auf Englisch geschrieben hat.
Verglichen hab ich diese beiden Ausgaben:

[isbn]978-3442350049[/isbn]             [isbn]978-3426518021[/isbn]

Meine (natürlich komplett subjektiven) Eindrücke möchte ich Euch anhand einiger Beispiele schildern.

1.   In dieser Szene besucht Claire gemeinsam mit Dougal Geillis Duncan.
Alt S. 165: „Bring Mistress Claire in den Vorratsraum, befahl Geillis, und hol uns dann einen Eimer Wasser. Von der Quelle, wohlgemerkt, nicht vom Brunnen auf dem Platz! ….  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Aufwärterin über eine schmale Holztreppe nach oben. Unvermutet gelangten wir in einen langen, luftigen Dachboden. Im Gegensatz zum Rest des Hauses hatte dieser Raum Flügelfenster, die wegen der Feuchtigkeit draußen zwar geschlossen waren, aber immer noch sehr viel mehr Licht hereinließen als die Scheiben in der schummrigen Wohnstube.“
Neu S. 226: „Bring Mistress Claire hinauf in die Kräuterkammer, befahl Geilie, und dann hol uns einen Eimer Quellwasser. Aber aus der Quelle, nicht aus dem Dorfbrunnen! …  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Dienstmagd eine schmale, steile Holztreppe hinauf, die unerwartet auf einen länglichen, luftigen Dachboden führte. Anders als der Rest des Hauses hatte dieses Zimmer Flügelfenster, die zwar jetzt zum Schutz gegen die Nässe geschlossen waren, aber immer noch viel mehr Licht spendeten, als es unten im Salon mit seinem modischen Zwielicht herrschte.“

Was stört mich hier am neuen Text? Zum ersten: woher soll Quellwasser sonst kommen als aus der Quelle? Diese Wiederholung lässt einen beim Lesen zucken. Dann sieht man an dieser Textstelle beispielhaft einen grundlegenden Unterschied der Texte: wo die alte Fassung zwei Sätze macht benutzt Barbara Schnell gern längere Satzkonstrukte, macht aus zwei Sätzen einen. Aus der schummrigen Wohnstube macht sie einen Salon mit modischem Zwielicht. Hmmm…
Außerdem gleich eine Frage an die, die das Buch im Original kennen: heißt es Geillis oder Geilie?


2.   Die MacKenzie-Farben:
Alt, S.182: hier sind sie dunkelgrün mit weiß
Neu, S. 250: nun sind es dunkelgrün und blau

Auch so ein Punkt wo ich gern wüsste was im Original steht. Oder ist da in dieser oder jener Ausgabe was falsch übersetzt worden?

3.   Wir finden uns bei Claire und Hauptmann Randall wieder. Er verhört sie und sie versucht sich herauszuwinden. Interessant ist hier, dass es ja überall heißt, die Neuübersetzung sei ausführlicher. Aber an dieser Stelle taucht  im älteren Buch etwas auf, das in neuen fehlt! Korporal Hawkins soll Claire eine Probe seines Dialekts geben und sagt einen Vers auf.
Alt, S. 227: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dummen, fleischigen Gesicht und breiten Schultern, blickte auf der Suche nach einer Eingebung wild im Raum herum. Dann richtete er sich auf  und hub an: ‚Die dralle Meg, sie wusch meine Kleider und stiebitzte sie leider. Als ich lange gewartet mit bloßen Füßen, Mußte sie’s büßen.‘“
Neu, S. 315: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dümmlichen Gesicht und breiten Schultern, sah sich verzweifelt nach einer Eingebung um, dann richtete er sich kerzengerade auf und intonierte die erste Strophe eines anzüglichen Sauflieds.“

Wie ist es nun hier: haben die Übersetzer der ersten Version da ihre Phantasie spielen lassen? Oder hat Frau Schnell ein Teil des Originals beim Übersetzen weggelassen?

4.    Claire und Jamie sprechen über ihre Hochzeit, die Dougal ihnen verordnet hat.
Alt, S. 245: „‘Stört es dich, daß ich nicht mehr – äh, unschuldig bin?‘ Jamie zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er bedächtig. ‚Wenn es dich nicht stört, daß ich es noch bin…‘ Er grinste über meinen Gesichtsausdruck – der Mund stand mir weit offen – und machte sich auf den Weg zur Tür. ‚Ich denke, einer von uns sollte wissen, was wir tun‘, meinte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; damit war die Brautwerbung wohl beendet.“
Neu, S. 341: „‘Stört es dich, dass ich nicht mehr unberührt bin?‘ Er zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er langsam, ‚solange es dich nicht stört, dass ich es bin.‘ Er grinste, weil mir der Mund offen stehen geblieben war, und wandte sich wieder zur Tür. ‚Ich finde, wir sollten beide wissen, was wir tun‘, sagte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; die Brautwerbung war eindeutig vorbei.

An dieser Stelle könnt ich über die Neufassung echt heulen. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir uns über Jamies ‚wenigstens einer von uns sollte wissen, was wir tun‘ im Forum kollektiv totgelacht haben. Und nun hat Frau Schnell die wunderbare Pointe zerstört!

5.   Eine Stelle habe ich entdeckt, an der es ein paar Sätze mehr gibt. Claire begegnet am Loch Ness dem dortigen Ungeheuer. Hach, jedesmal wenn ich das lese freu ich mir ‚nen Keks über diese genial in die Geschichte passende Erklärung für das unerklärliche Ungeheuer Nessie!!
Und dies bringt die Neufassung auf S. 462 als Extra: „Doch der Umriss war unverwechselbar. Mit dem letzten Atemzug beginnen die Farben eines Lebewesens zu verblassen, und seine elastische Haut und die geschmeidigen Muskeln verrotten innerhalb weniger Wochen. Doch die Knochen überdauern hin und wieder, getreue Echos seiner Gestalt, letzte, leise Zeugen der vergangenen Glorie.“

Schöne blumige Sätze, aber nun auch nicht so maßlos wichtig fürs weitere Geschehen ;-).

6.   Direkt im Anschluss an die Nessie-Begegnung sieht Claire den Fuhrmann Peter, der sie und Nessie beobachtet hatte.
Alt, S. 335: „Sein Name war Peter, und der Eimer in seiner Hand verriet mir, warum er hier war.“
Neu, S. 463: „Ich erinnerte mich, dass er Peter hieß, und der Eimer in seiner Hand lieferte die Erklärung für seine Anwesenheit.“

Ein schönes Beispiel für die in der neuen Fassung oft umständlichere Art zu formulieren.

7.   Jamie übersetzt für Claire das Gedicht von Catull ‚…da mi basia mille…‘. Dazu sagt Claire folgendes:
Alt S. 338: „Nun, das ist ein bißchen eleganter als ein Schlagertext, bemerkte ich amüsiert.“
Neu S. 466: „Oh, das hat ja viel mehr Klasse als der gewöhnliche Glückskeks, stellte ich belustigt fest.“

Dies war die erste Szene, über die ich wirklich so gestolpert bin, dass ich das alte Buch dazu holte. Ich fand, dass das Gedicht überhaupt nicht zu einem Glückskekstext passte. Hier gefällt mir die alte Übersetzung viel besser, denn dies ‚tausend Küsse…‘ hat einfach diesen Schlagertext-Charakter.

8.   Hier geht es um die berühmt-berüchtigte Prügelszene, bzw. die folgende Aussprache zwischen Claire und Jamie. Er schwört ihr, sie nie wieder zu schlagen.
Alt S. 397: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn und Heilands Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen, das ich halte, dir Gefolgschaft zu leisten, und gelobe dir Treue. …“
Neu S. 547: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen in meiner Hand, dir meine Gefolgschaft zu gewähren und dem Namen der MacKenzies meine Treue zu schwören. …“

Dies ist doch nur eine Sache zwischen Claire und Jamie. Da finde ich den Einschub mit dem ‚Namen der MacKenzies‘ irgendwie fehl am Platz.

9.   Wir sind auf Burg Leoch. Hamish befragt im Stall Jamie zu heiklen Themen und Jamie muss bei der Aufklärung des Jungen ran. Er weiß, dass Claire auf dem Heuboden zuhören kann.
Alt S. 431: „Sie sahen aus wie zwei Tomaten auf einer Landwirtschaftsausstellung.“
Neu S. 594: „Sie sahen aus wie zwei reife Tomaten, die nebeneinander auf einem Heuballen lagen und darauf warteten, vom Preisrichter einer Gemüseschau begutachtet zu werden.“

In der Kürze liegt die Würze trifft hier gut zu, finde ich.

10.   Claire wundert sich, dass jeder wohl glaubt, sie und Jamie hätten nur noch das Eine im Kopf. Und Jamie macht Claire darauf aufmerksam, dass ihr jeder Gedanke am Gesicht abzulesen ist.
Alt S. 439: Hier endet die Szene mit dieser Feststellung und überlässt es dem Leser, sich Claires Gedanken und Gefühle vorzustellen – was ja nicht weiter schwierig ist ;-).
Neu S. 605: Hier folgt von Claire noch ein „Verflixt, sagte ich.“

Irgendwie macht dieser Zusatz für mich die Szene kaputt. Das wär einfach nicht nötig, den Leser so darauf zu stoßen. Ich weiß, das klingt ein bisschen pingelig, aber beim Lesen bin ich da echt drüber gestolpert und dachte so ‚schade‘.

11.   Dann ist da die Sache mit den Jahreszahlen und mit Jamies Alter. Hier würd ich mich freuen wenn mal jemand ins englische Original schauen würde was da steht.
Gleich beim Deckblatt zum ersten Teil steht im alten Buch „Inverness, 1945“ und im neuen „Inverness, 1946“
Alt S. 442: Jamie sagt er sei 23 Jahre alt.
Neu S. 609: Hier sagt er er sei 22.

Hatte sich da ein Übersetzungsfehler eingeschlichen oder haben Diana und Barbara Schnell bei der Überarbeitung eine Ungenauigkeit des Originals ausgebügelt?

12.   Diese Szene zieht sich über fast 3 Seiten hin. Deswegen verzichte ich aufs Zitieren. Es geht um die Geschichte, die der alte Stallmeister von Leoch, Alec, über Jamies Mutter Ellen erzählt. Ellen sollte auf Collums Geheiß Malcolm Grant heiraten, hat ihn aber zurückgewiesen. Kurz dachten alle, Grant hätte sie daraufhin entführt und deshalb geriet Dougal in Rage.
Dieser ganze Abschnitt ist in der alten Version etwas straffer erzählt. Die Sätze sind nicht gar so verschachtelt. Teilweise ist die Wortwahl auch schlichter (etwas warmes Öl/ein Schluck Massageöl; Schmach/Affront). Mir gefällt auch hier die alte Version besser. Die Neufassung erscheint mir verschnörkelt bis holprig.

13.   Beim Vergleich von Alt, S. 451 und Neu, S. 621 ist mir etwas aufgefallen, das in der englischen Originalversion garnicht zum Tragen kommt. Es geht darum wo geduzt und wo gesiezt wird. Meinem Gefühl nach liegt die alte Fassung da besser, aber es würde mich sehr interessieren wie ihr das empfindet.
In der alten Übersetzung sagt Claire zu Stallmeister Alec ‚Sie‘ und zu Colum ‚Du‘. Der Stallmeister ist als Herr über die Stallungen sicher eine Respektsperson, er ist ein älterer Mann, quasi Jamies Chef und Claire hat keine engere Beziehung zu ihm. Das alles spricht für mich für ein ‚Sie‘. Colum dagegen ist durch Claires Heirat ja nun ihr angeheirateter Onkel. Und den kann sie m.E. nach durchaus duzen.
In der neuen Übersetzung ist es genau umgekehrt.

In der gleichen Szene hab ich auch das Gefühl, dass Fuchs/Kuby den Ton von Alec besser treffen. Ein Beispiel dafür:
Alt, S. 451: „Ich kannte Ellen natürlich gut. Brian habe ich erst Jahre später kennengelernt, als er uns den Jungen brachte – wir konnten uns gut leiden – konnte mit einem Pferd umgehen …“
Neu, S. 621: „Ellen kannte ich natürlich gut. Brian bin ich Jahre später begegnet, als er den Jungen hergebracht hat – wir haben uns bestens verstanden. Er konnte gut mit Pferden umgehen.“

Ich sehe Alec als sehr wortkargen, knorrigen Typen vor mir. Zudem ist er in diesem Moment kurz vorm Einschlafen. Und da passen diese verkürzten Satzstücke und das einfachere Vokabular besser.

14.   Dann noch eine Stelle, an der mich vor allem interessiert, was das Original sagt. Ned Gowan spricht über Sandringham.
Alt, S. 457: „‘Sandringham? Ah, der alte Willie, ein Erzbandit‘, sagte Ned nachdenklich.“
Neu, S. 629: „‘Sandringham? Ah, Willie, der alte Arschbandit‘, sagte Ned meditativ.“

Also dieses ‚Arschbandit‘ ist mir irgendwie zu plump als Hinweis auf Sandringhams homoerotische Neigung. Auch ist das Wort meditativ wohl eher in neueren Zeiten gebräuchlich – zumindest ist das so mein Gefühl, dass es nicht in die 1940er Jahre passt.
Aber hier würd mich auch total interessieren was das Original hergibt…


15.   Nun kommt wieder eine Stelle, an der es in der Schnell-Übersetzung ein wenig mehr gibt als vorher. Claire ist  aus dem Hexenprozess gerettet und beichtet Jamie wer sie wirklich ist, woher sie kommt.
Alt, S. 520: „Ich habe nie die Pocken gehabt, aber ich kann durch ein Zimmer voller sterbender Männer gehen, ohne mich anzustecken. Ich kann die Kranken versorgen und ihre Körper berühren, und doch kann mir die Krankheit nichts anhaben. Und du mußt es für Hexerei halten, weil du von Impfungen noch nie etwas gehört hast und es dir anders nicht erklären kannst.“
Neu, S. 716: „Ich habe noch nie die Pocken gehabt, aber ich kann durch einen Raum voller Sterbender gehen, ohne mich anzustecken. Ich kann Kranke pflegen, dieselbe Luft atmen wie sie und ihre Körper berühren, ohne dass mir die Krankheit etwas anhaben kann. Ich kann auch keine Cholera bekommen oder Wundstarrkrampf oder Diphterie. Und du musst glauben, dass es Magie ist, weil du noch nie von Impfungen gehört hast und du es dir nicht anders erklären kannst.“

Hier könnte ich nicht sagen, dass ich die eine oder andere Version bevorzuge. Diese Kürzung find ich zumindest recht geschickt gewählt, denn die Stelle fehlt nicht wirklich.

16.    Wir kommen nun zu dem Moment als Jamie Claire zum Craigh na Dun bringt, damit sie heimreisen kann durch die Zeit. Ich will nicht die ganzen zwei Seiten abschreiben, aber ich empfinde die alte Version als dramatischer, packender. Dafür will ich nur einen kleinen Ausschnitt als Beispiel geben, damit ihr eine Ahnung bekommt was ich meine:
Alt, S. 526: „‘Und dann kam ich in die Nähe des gespaltenen Steines und hörte ein Summen wie von Bienen –‘    Es klang immer noch wie ein Bienenschwarm. Ich wich zurück wie vor einer Klapperschlange.“
Neu, S. 724: „‘Und dann bin ich in die Nähe des Steins mit der Spalte gekommen und habe ein Summen gehört, wie von Bienen…‘   Es klang immer noch wie Bienen. Ich fuhr zurück, als hätte ich eine Klapperschlange rasseln gehört.“

Ich weiß, das sind nur Nuancen. Aber insgesamt wirken hier wieder die kürzeren Wendungen stärker (wie vor / als hätte ich … rasseln gehört). Und das zieht sich eben durch die ganze Passage und dann wird es deutlich.

17.   Jamie und Claire gehen nach Lallybroch. Hier mal wieder eine Stelle, an der ich tatsächlich einige Sätze mehr entdeckt habe im neuen Buch. Und dies ist auch eine Stelle, an der ich Original-Leser bitten würde mal für mich nachzusehen: die Rasse von Bran, Jamies großem Hund, würde mich interessieren. In der neuen Version steht was von Windhund.
Alt, S. 542: „… und einem riesigen schwarz-braunen Monster, das ohne weiteres als Höllenhund hätte durchgehen können. Dieses geifernde Geschöpf reckte den Hals, der dicker war als meine Taille,…“ Dann stellt Jamie die Hunde vor, sagt Rasse und Name, bei Bran aber nur den Namen und dabei wird es belassen.
Neu, S. 749: „…und einem riesigen schwarzbraunen Monster, das problemlos den Hund von Baskerville hätte darstellen können. Die sabbernde Kreatur reckte jetzt einen Hals, der dicker war als meine Taille,…“ In dieser Version geht es aber weiter: „‘Was ist er denn?‘ ‚Ein Windhund.‘  Er kratzte dem Hund die Ohren und zitierte: ‚So wählte Fingal seine Hunde: Augen wie Schlehen, Ohren wie das Laub, die Brust wie ein Pferd, die Haxen wie Sicheln und die Rute weit fort vom Kopf.‘ …“

Diese Stelle mit dem Zitat gefällt mir eigentlich sehr gut. Aber ich hab mal versucht herauszufinden was da zitiert wurde und es scheint ein Ausschnitt aus McPhersons Werk ‚Fragments of Ancient Poetry‘ zu sein und das erschien erst 1760. Hmmm… Wie sieht es denn mit diesem Zitat im Original aus?
Außerdem macht mich die Hunderasse stutzig. Da käme ein Vorfahr der heutigen Deerhounds oder Irish Wolfs in Frage. Aber waren die so viel mächtiger? Denn die heutigen Rassevertreter sind zwar riesig hoch, aber doch schlank und an einen Halsumfang wie die Taille einer Frau (und ich stell mir Claire nicht gerade als Twiggy-Verschnitt vor) ist bei weitem nicht zu denken. Als Hundefan würd ich daher schon gern wissen wie Diana den Hund im Original beschrieben hat.



So, soweit meine Anmerkungen zu den beiden Büchern. Was danach kommt hab ich zum Teil quergelesen. Ich gestehe, dass ich mir Wentworth nicht mehr komplett geben mag.

Ich habe natürlich nicht alles Satz für Satz verglichen. Aber bei den hier angeführten Stellen und Zitaten hab ich versucht, beispielhaft zu zeigen wo die Unterschiede liegen. Sie sind nicht so riesig, aber in der Summe machen solche Kleinigkeiten ja dann doch einiges aus und können bei einem Text das Zünglein an der Waage sein von einem guten zu einem genialen Buch.
Insgesamt muss ich sagen lohnt es sich zwar immer, dies Buch ein weiteres Mal zu lesen. Es gehört einfach zu meinen erklärten Lieblingen. Aber die Neuübersetzung wäre in meinen Augen nicht nötig gewesen. Im Vergleich sind die Sätze oft länger, die Ausdrücke/Redewendungen umständlicher. Da aber schon die alte Fassung eine sehr blumige Sprache hat, ist mir das in der neuen Version eher zu viel und wirkt dann schnell mal gekünstelt, steif und man stolpert über manche Formulierungen.

Ihr merkt es schon: ich bleibe Fan der alten Ausgabe.  :->

Nun nochmal die Bitte an alle: wenn Ihr die englische Originalausgabe habt schaut doch mal ein paar Stellen für mich nach.
Und erzählt mal wie Euch die neue Fassung gefällt, wenn Ihr sie gelesen habt.
Bin gespannt auf Eure Kommentare...
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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #1 am: 20. Januar 2017, 14:23:25 »
Hallo Christiane!
Vielen herzlichen Dank für die Vergleiche!
Ich werde mir das heute abend noch genauer anschauen. Ich habe das englische und das amerikanische Original, da werde ich gerne die Originalsätze für dich nachsehen.
Zu Punkt 11, weiss ich daher z.B. dass in der amerikanischen Version 1945 steht und in der später erschienen englischen Version hat DG ein paar Korrekturen vorgenommen, die realistischer sein sollen. So wurde aus 1945 in der englischen Version 1946, da so eine Reise ein Jahr nach dem Krieg wahrscheinlicher war wie schon 1945. Anders ist auch noch: In Outlander und der deutschen Version fährt Claire mit dem Auto zum Craigh na dun - in Cross Stitch (UK) fährt sie mit dem Rad.

LG Tara
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Offline Christiane

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #2 am: 20. Januar 2017, 14:44:21 »
Hallo Tara,

oh prima, vielen Dank schon mal.

Also die geänderte Jahreszahl macht ja mit dieser Erklärung Sinn. Und dann muss natürlich auch Jamies Alter angepaßt werden, um noch zu allen übrigen noch folgenden Zahlen zu passen.

Ich hab die Sache mit dem Auto gleich nachgesehen: in beiden deutschen Versionen fährt Claire mit Mrs. Bairds Auto zum Craigh na Dun.

LG, Christiane
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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #3 am: 20. Januar 2017, 16:59:17 »
Liebe Christiane

vielen Dank für deine Zusammenfassung zu diesem Vergleich zwischen den beiden Büchern.

Also die Stelle, an der Jamie und Claire über ihre Hochzeit sprechen und der Text so blöd verändert wurde...
Uhhh, ich glaube da wäre mir der Kragen geplatzt und ich hätte das neue Buch in die Ecke gepfeffert. Die neue Übersetzung macht die ganze Stimmung und Atmosphäre in diesem (für mich besten) Buch der gesamten Highland-Serie zu nichte! :heul: :meckern:

Zitat
An dieser Stelle könnt ich über die Neufassung echt heulen. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir uns über Jamies ‚wenigstens einer von uns sollte wissen, was wir tun‘ im Forum kollektiv totgelacht haben. Und nun hat Frau Schnell die wunderbare Pointe zerstört!

Oh ja, an die tollen und witzigen Debatten kann ich mich auch noch erinnern. Da waren noch sooo viele lustige Leute im Forum, wie z.B. Ulli, Andreas und auch Cleo oder Dante ....
Verdammt lange her.  :tongue:
Liebe Grüße Annette

Offline Christiane

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #4 am: 20. Januar 2017, 17:59:51 »
Hach, ganz ehrlich? Ich hätt gerade total Lust diese alten Diskussionen nochmal zu lesen. Aber selbst in den Überresten des alten 'Frasers Ridge'-Baumstruktur-Forum geht das Archiv nicht weit genug zurück  :heul:.
Aber schön war's damals mit all den Leuten. Was hatten wir für einen Spaß!

Und was ist das schön, dass ein paar von ihnen immer noch hier sind!! Dafür, finde ich, können wir Steffi garnicht genug danke sagen  :schmusen:. (Musste ich mal wieder erwähnen  :flirt:)
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Online Tara

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #5 am: 20. Januar 2017, 21:45:48 »
1.   In dieser Szene besucht Claire gemeinsam mit Dougal Geillis Duncan.
Alt S. 165: „Bring Mistress Claire in den Vorratsraum, befahl Geillis, und hol uns dann einen Eimer Wasser. Von der Quelle, wohlgemerkt, nicht vom Brunnen auf dem Platz! ….  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Aufwärterin über eine schmale Holztreppe nach oben. Unvermutet gelangten wir in einen langen, luftigen Dachboden. Im Gegensatz zum Rest des Hauses hatte dieser Raum Flügelfenster, die wegen der Feuchtigkeit draußen zwar geschlossen waren, aber immer noch sehr viel mehr Licht hereinließen als die Scheiben in der schummrigen Wohnstube.“
Neu S. 226: „Bring Mistress Claire hinauf in die Kräuterkammer, befahl Geilie, und dann hol uns einen Eimer Quellwasser. Aber aus der Quelle, nicht aus dem Dorfbrunnen! …  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Dienstmagd eine schmale, steile Holztreppe hinauf, die unerwartet auf einen länglichen, luftigen Dachboden führte. Anders als der Rest des Hauses hatte dieses Zimmer Flügelfenster, die zwar jetzt zum Schutz gegen die Nässe geschlossen waren, aber immer noch viel mehr Licht spendeten, als es unten im Salon mit seinem modischen Zwielicht herrschte.“

Was stört mich hier am neuen Text? Zum ersten: woher soll Quellwasser sonst kommen als aus der Quelle? Diese Wiederholung lässt einen beim Lesen zucken. Dann sieht man an dieser Textstelle beispielhaft einen grundlegenden Unterschied der Texte: wo die alte Fassung zwei Sätze macht benutzt Barbara Schnell gern längere Satzkonstrukte, macht aus zwei Sätzen einen. Aus der schummrigen Wohnstube macht sie einen Salon mit modischem Zwielicht. Hmmm…
Außerdem gleich eine Frage an die, die das Buch im Original kennen: heißt es Geillis oder Geilie?

Hier gibt es diese Wiederholung tatsächlich auch im Original:
"and then go and fetch us a bucket of spring water. From the spring, mind, not the well in the square." und
"... in the fashionable gloomy parlor downstairs" - auch hier ist sie näher am Original
Zu Geilie  - Geillis hat Barbara Schnell in ihrem Gästebuch mal geantwortet:
"Genau so ist es im Original; Geillis ist der "offizielle" Name, aber wenn es Claire ist, die von ihr spricht, nennt sie sie vertraulich Geilie."

Zitat
2.   Die MacKenzie-Farben:
Alt, S.182: hier sind sie dunkelgrün mit weiß
Neu, S. 250: nun sind es dunkelgrün und blau

Auch so ein Punkt wo ich gern wüsste was im Original steht. Oder ist da in dieser oder jener Ausgabe was falsch übersetzt worden?
In Outlander steht ebenfalls weiß, in Cross Stitch blau  :detektiv:
https://www.clan-mackenzie.de/deutsch/clan-mackenzie/
Blau ist wohl die richtigere Angabe - das haben sie wohl aktualisiert

Zitat
3.   Wir finden uns bei Claire und Hauptmann Randall wieder. Er verhört sie und sie versucht sich herauszuwinden. Interessant ist hier, dass es ja überall heißt, die Neuübersetzung sei ausführlicher. Aber an dieser Stelle taucht  im älteren Buch etwas auf, das in neuen fehlt! Korporal Hawkins soll Claire eine Probe seines Dialekts geben und sagt einen Vers auf.
Alt, S. 227: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dummen, fleischigen Gesicht und breiten Schultern, blickte auf der Suche nach einer Eingebung wild im Raum herum. Dann richtete er sich auf  und hub an: ‚Die dralle Meg, sie wusch meine Kleider und stiebitzte sie leider. Als ich lange gewartet mit bloßen Füßen, Mußte sie’s büßen.‘“
Neu, S. 315: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dümmlichen Gesicht und breiten Schultern, sah sich verzweifelt nach einer Eingebung um, dann richtete er sich kerzengerade auf und intonierte die erste Strophe eines anzüglichen Sauflieds.“

Wie ist es nun hier: haben die Übersetzer der ersten Version da ihre Phantasie spielen lassen? Oder hat Frau Schnell ein Teil des Originals beim Übersetzen weggelassen?
Das Lied kommt auch in Outlander und Cross Stitch vor.

Zitat
4.    Claire und Jamie sprechen über ihre Hochzeit, die Dougal ihnen verordnet hat.
Alt, S. 245: „‘Stört es dich, daß ich nicht mehr – äh, unschuldig bin?‘ Jamie zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er bedächtig. ‚Wenn es dich nicht stört, daß ich es noch bin…‘ Er grinste über meinen Gesichtsausdruck – der Mund stand mir weit offen – und machte sich auf den Weg zur Tür. ‚Ich denke, einer von uns sollte wissen, was wir tun‘, meinte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; damit war die Brautwerbung wohl beendet.“
Neu, S. 341: „‘Stört es dich, dass ich nicht mehr unberührt bin?‘ Er zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er langsam, ‚solange es dich nicht stört, dass ich es bin.‘ Er grinste, weil mir der Mund offen stehen geblieben war, und wandte sich wieder zur Tür. ‚Ich finde, wir sollten beide wissen, was wir tun‘, sagte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; die Brautwerbung war eindeutig vorbei.

An dieser Stelle könnt ich über die Neufassung echt heulen. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir uns über Jamies ‚wenigstens einer von uns sollte wissen, was wir tun‘ im Forum kollektiv totgelacht haben. Und nun hat Frau Schnell die wunderbare Pointe zerstört!
Ich finde diese Stelle auch die schlimmste der neuen Übersetzung, weil sie echt hier völlig unmöglich ist. Die lustigen Sätze sind auch durch die Verschachtelungen nicht mehr so schwungvoll zu lesen. Ich meine in der alten Übersetzung eher DGs Humor herauslesen zu können
Das Original:
"Does it bother you that I'm not a virgin? He hesitated a moment before answering. "Well, no" he said slowly, so long as it doesna bother you that i am." He grinned at my drop-jawed expression, and backed towards the door. "Reckon one of us should know what they're doing, he said. The door closed softly behind him; clearly the courtship was over.

Tendenziell ist hier beim Rest BS wieder näher am Original - bis auf "one of us". Ich verstehe auch nicht warum es im englischen heisst "what they're doing" und nicht "what we're doing".

Zitat
5.   Eine Stelle habe ich entdeckt, an der es ein paar Sätze mehr gibt. Claire begegnet am Loch Ness dem dortigen Ungeheuer. Hach, jedesmal wenn ich das lese freu ich mir ‚nen Keks über diese genial in die Geschichte passende Erklärung für das unerklärliche Ungeheuer Nessie!!
Und dies bringt die Neufassung auf S. 462 als Extra: „Doch der Umriss war unverwechselbar. Mit dem letzten Atemzug beginnen die Farben eines Lebewesens zu verblassen, und seine elastische Haut und die geschmeidigen Muskeln verrotten innerhalb weniger Wochen. Doch die Knochen überdauern hin und wieder, getreue Echos seiner Gestalt, letzte, leise Zeugen der vergangenen Glorie.“

Schöne blumige Sätze, aber nun auch nicht so maßlos wichtig fürs weitere Geschehen ;-).
Diese Sätze gibt es in beiden Originalen. Und das ist genau so eine Beschreibung für die ich die Bücher so liebe!

Zitat
6.   Direkt im Anschluss an die Nessie-Begegnung sieht Claire den Fuhrmann Peter, der sie und Nessie beobachtet hatte.
Alt, S. 335: „Sein Name war Peter, und der Eimer in seiner Hand verriet mir, warum er hier war.“
Neu, S. 463: „Ich erinnerte mich, dass er Peter hieß, und der Eimer in seiner Hand lieferte die Erklärung für seine Anwesenheit.“

Ein schönes Beispiel für die in der neuen Fassung oft umständlichere Art zu formulieren.
Original:
"His name was Peter, I recalled, and the bucket in his hand gave the reason for his presence."
Hier ist ganz klar die alten Übersetzung schöner und genauer am Original.

Zitat
7.   Jamie übersetzt für Claire das Gedicht von Catull ‚…da mi basia mille…‘. Dazu sagt Claire folgendes:
Alt S. 338: „Nun, das ist ein bißchen eleganter als ein Schlagertext, bemerkte ich amüsiert.“
Neu S. 466: „Oh, das hat ja viel mehr Klasse als der gewöhnliche Glückskeks, stellte ich belustigt fest.“

Dies war die erste Szene, über die ich wirklich so gestolpert bin, dass ich das alte Buch dazu holte. Ich fand, dass das Gedicht überhaupt nicht zu einem Glückskekstext passte. Hier gefällt mir die alte Übersetzung viel besser, denn dies ‚tausend Küsse…‘ hat einfach diesen Schlagertext-Charakter.
"Well that's a bit more high-class than your usual valentine."
Keine Ahnung wie man das übersetzen könnte....

Zitat
8.   Hier geht es um die berühmt-berüchtigte Prügelszene, bzw. die folgende Aussprache zwischen Claire und Jamie. Er schwört ihr, sie nie wieder zu schlagen.
Alt S. 397: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn und Heilands Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen, das ich halte, dir Gefolgschaft zu leisten, und gelobe dir Treue. …“
Neu S. 547: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen in meiner Hand, dir meine Gefolgschaft zu gewähren und dem Namen der MacKenzies meine Treue zu schwören. …“

Dies ist doch nur eine Sache zwischen Claire und Jamie. Da finde ich den Einschub mit dem ‚Namen der MacKenzies‘ irgendwie fehl am Platz.
Das halte ich auch für Unsinn und kommt in beiden Originalen nicht vor.

Zitat
9.   Wir sind auf Burg Leoch. Hamish befragt im Stall Jamie zu heiklen Themen und Jamie muss bei der Aufklärung des Jungen ran. Er weiß, dass Claire auf dem Heuboden zuhören kann.
Alt S. 431: „Sie sahen aus wie zwei Tomaten auf einer Landwirtschaftsausstellung.“
Neu S. 594: „Sie sahen aus wie zwei reife Tomaten, die nebeneinander auf einem Heuballen lagen und darauf warteten, vom Preisrichter einer Gemüseschau begutachtet zu werden.“

In der Kürze liegt die Würze trifft hier gut zu, finde ich.
"They looked like two tomatoes, set side by side for judging at a vegetable show" im Original.

Zitat
10.   Claire wundert sich, dass jeder wohl glaubt, sie und Jamie hätten nur noch das Eine im Kopf. Und Jamie macht Claire darauf aufmerksam, dass ihr jeder Gedanke am Gesicht abzulesen ist.
Alt S. 439: Hier endet die Szene mit dieser Feststellung und überlässt es dem Leser, sich Claires Gedanken und Gefühle vorzustellen – was ja nicht weiter schwierig ist ;-).
Neu S. 605: Hier folgt von Claire noch ein „Verflixt, sagte ich.“

Irgendwie macht dieser Zusatz für mich die Szene kaputt. Das wär einfach nicht nötig, den Leser so darauf zu stoßen. Ich weiß, das klingt ein bisschen pingelig, aber beim Lesen bin ich da echt drüber gestolpert und dachte so ‚schade‘.
Aber auch hier ist der Ausruf im Original enthalten:
"Bloody hell", I said.

Zitat
11.   Dann ist da die Sache mit den Jahreszahlen und mit Jamies Alter. Hier würd ich mich freuen wenn mal jemand ins englische Original schauen würde was da steht.
Gleich beim Deckblatt zum ersten Teil steht im alten Buch „Inverness, 1945“ und im neuen „Inverness, 1946“
Alt S. 442: Jamie sagt er sei 23 Jahre alt.
Neu S. 609: Hier sagt er er sei 22.

Hatte sich da ein Übersetzungsfehler eingeschlichen oder haben Diana und Barbara Schnell bei der Überarbeitung eine Ungenauigkeit des Originals ausgebügelt?
In den beiden englischen Büchern ist er auch immer 23.
Aber: Die Szene sollte im Sommer 1743 spielen. Jamies Geburtstag ist der 1. Mai 1721. Also sollte 22 tatsächlich richtig sein. Ist mir noch nie aufgefallen.... Schade ich dachte immer die beiden wären 4 Jahre auseinander (wie ich und mein Freund auch  :zwinker: das ist ihm sogar beim gucken der Serie aufgefallen  :liebe:)


Zitat
12.   Diese Szene zieht sich über fast 3 Seiten hin. Deswegen verzichte ich aufs Zitieren. Es geht um die Geschichte, die der alte Stallmeister von Leoch, Alec, über Jamies Mutter Ellen erzählt. Ellen sollte auf Collums Geheiß Malcolm Grant heiraten, hat ihn aber zurückgewiesen. Kurz dachten alle, Grant hätte sie daraufhin entführt und deshalb geriet Dougal in Rage.
Dieser ganze Abschnitt ist in der alten Version etwas straffer erzählt. Die Sätze sind nicht gar so verschachtelt. Teilweise ist die Wortwahl auch schlichter (etwas warmes Öl/ein Schluck Massageöl; Schmach/Affront). Mir gefällt auch hier die alte Version besser. Die Neufassung erscheint mir verschnörkelt bis holprig.

13.   Beim Vergleich von Alt, S. 451 und Neu, S. 621 ist mir etwas aufgefallen, das in der englischen Originalversion garnicht zum Tragen kommt. Es geht darum wo geduzt und wo gesiezt wird. Meinem Gefühl nach liegt die alte Fassung da besser, aber es würde mich sehr interessieren wie ihr das empfindet.
In der alten Übersetzung sagt Claire zu Stallmeister Alec ‚Sie‘ und zu Colum ‚Du‘. Der Stallmeister ist als Herr über die Stallungen sicher eine Respektsperson, er ist ein älterer Mann, quasi Jamies Chef und Claire hat keine engere Beziehung zu ihm. Das alles spricht für mich für ein ‚Sie‘. Colum dagegen ist durch Claires Heirat ja nun ihr angeheirateter Onkel. Und den kann sie m.E. nach durchaus duzen.
In der neuen Übersetzung ist es genau umgekehrt.

In der gleichen Szene hab ich auch das Gefühl, dass Fuchs/Kuby den Ton von Alec besser treffen. Ein Beispiel dafür:
Alt, S. 451: „Ich kannte Ellen natürlich gut. Brian habe ich erst Jahre später kennengelernt, als er uns den Jungen brachte – wir konnten uns gut leiden – konnte mit einem Pferd umgehen …“
Neu, S. 621: „Ellen kannte ich natürlich gut. Brian bin ich Jahre später begegnet, als er den Jungen hergebracht hat – wir haben uns bestens verstanden. Er konnte gut mit Pferden umgehen.“

Ich sehe Alec als sehr wortkargen, knorrigen Typen vor mir. Zudem ist er in diesem Moment kurz vorm Einschlafen. Und da passen diese verkürzten Satzstücke und das einfachere Vokabular besser.
"I kent Ellen weel, of course.Then Brian I met years later when he brought the lad to stay - we got on. A good man wi' a horse."
[/quote]
Eine relativ kurze Variante im Original

Zitat
14.   Dann noch eine Stelle, an der mich vor allem interessiert, was das Original sagt. Ned Gowan spricht über Sandringham.
Alt, S. 457: „‘Sandringham? Ah, der alte Willie, ein Erzbandit‘, sagte Ned nachdenklich.“
Neu, S. 629: „‘Sandringham? Ah, Willie, der alte Arschbandit‘, sagte Ned meditativ.“

Also dieses ‚Arschbandit‘ ist mir irgendwie zu plump als Hinweis auf Sandringhams homoerotische Neigung. Auch ist das Wort meditativ wohl eher in neueren Zeiten gebräuchlich – zumindest ist das so mein Gefühl, dass es nicht in die 1940er Jahre passt.
Aber hier würd mich auch total interessieren was das Original hergibt…

"Ah, old Willie the arse-bandit" auch hier wieder 1:1 übersetzt.

Zitat
15.   Nun kommt wieder eine Stelle, an der es in der Schnell-Übersetzung ein wenig mehr gibt als vorher. Claire ist  aus dem Hexenprozess gerettet und beichtet Jamie wer sie wirklich ist, woher sie kommt.
Alt, S. 520: „Ich habe nie die Pocken gehabt, aber ich kann durch ein Zimmer voller sterbender Männer gehen, ohne mich anzustecken. Ich kann die Kranken versorgen und ihre Körper berühren, und doch kann mir die Krankheit nichts anhaben. Und du mußt es für Hexerei halten, weil du von Impfungen noch nie etwas gehört hast und es dir anders nicht erklären kannst.“
Neu, S. 716: „Ich habe noch nie die Pocken gehabt, aber ich kann durch einen Raum voller Sterbender gehen, ohne mich anzustecken. Ich kann Kranke pflegen, dieselbe Luft atmen wie sie und ihre Körper berühren, ohne dass mir die Krankheit etwas anhaben kann. Ich kann auch keine Cholera bekommen oder Wundstarrkrampf oder Diphterie. Und du musst glauben, dass es Magie ist, weil du noch nie von Impfungen gehört hast und du es dir nicht anders erklären kannst.“

Hier könnte ich nicht sagen, dass ich die eine oder andere Version bevorzuge. Diese Kürzung find ich zumindest recht geschickt gewählt, denn die Stelle fehlt nicht wirklich.

16.    Wir kommen nun zu dem Moment als Jamie Claire zum Craigh na Dun bringt, damit sie heimreisen kann durch die Zeit. Ich will nicht die ganzen zwei Seiten abschreiben, aber ich empfinde die alte Version als dramatischer, packender. Dafür will ich nur einen kleinen Ausschnitt als Beispiel geben, damit ihr eine Ahnung bekommt was ich meine:
Alt, S. 526: „‘Und dann kam ich in die Nähe des gespaltenen Steines und hörte ein Summen wie von Bienen –‘    Es klang immer noch wie ein Bienenschwarm. Ich wich zurück wie vor einer Klapperschlange.“
Neu, S. 724: „‘Und dann bin ich in die Nähe des Steins mit der Spalte gekommen und habe ein Summen gehört, wie von Bienen…‘   Es klang immer noch wie Bienen. Ich fuhr zurück, als hätte ich eine Klapperschlange rasseln gehört.“

Ich weiß, das sind nur Nuancen. Aber insgesamt wirken hier wieder die kürzeren Wendungen stärker (wie vor / als hätte ich … rasseln gehört). Und das zieht sich eben durch die ganze Passage und dann wird es deutlich.

17.   Jamie und Claire gehen nach Lallybroch. Hier mal wieder eine Stelle, an der ich tatsächlich einige Sätze mehr entdeckt habe im neuen Buch. Und dies ist auch eine Stelle, an der ich Original-Leser bitten würde mal für mich nachzusehen: die Rasse von Bran, Jamies großem Hund, würde mich interessieren. In der neuen Version steht was von Windhund.
Alt, S. 542: „… und einem riesigen schwarz-braunen Monster, das ohne weiteres als Höllenhund hätte durchgehen können. Dieses geifernde Geschöpf reckte den Hals, der dicker war als meine Taille,…“ Dann stellt Jamie die Hunde vor, sagt Rasse und Name, bei Bran aber nur den Namen und dabei wird es belassen.
Neu, S. 749: „…und einem riesigen schwarzbraunen Monster, das problemlos den Hund von Baskerville hätte darstellen können. Die sabbernde Kreatur reckte jetzt einen Hals, der dicker war als meine Taille,…“ In dieser Version geht es aber weiter: „‘Was ist er denn?‘ ‚Ein Windhund.‘  Er kratzte dem Hund die Ohren und zitierte: ‚So wählte Fingal seine Hunde: Augen wie Schlehen, Ohren wie das Laub, die Brust wie ein Pferd, die Haxen wie Sicheln und die Rute weit fort vom Kopf.‘ …“

Diese Stelle mit dem Zitat gefällt mir eigentlich sehr gut. Aber ich hab mal versucht herauszufinden was da zitiert wurde und es scheint ein Ausschnitt aus McPhersons Werk ‚Fragments of Ancient Poetry‘ zu sein und das erschien erst 1760. Hmmm… Wie sieht es denn mit diesem Zitat im Original aus?
Außerdem macht mich die Hunderasse stutzig. Da käme ein Vorfahr der heutigen Deerhounds oder Irish Wolfs in Frage. Aber waren die so viel mächtiger? Denn die heutigen Rassevertreter sind zwar riesig hoch, aber doch schlank und an einen Halsumfang wie die Taille einer Frau (und ich stell mir Claire nicht gerade als Twiggy-Verschnitt vor) ist bei weitem nicht zu denken. Als Hundefan würd ich daher schon gern wissen wie Diana den Hund im Original beschrieben hat.

Im Original heisst es "staghound", das Zitat kommt im Original auch vor.

Zitat
So, soweit meine Anmerkungen zu den beiden Büchern. Was danach kommt hab ich zum Teil quergelesen. Ich gestehe, dass ich mir Wentworth nicht mehr komplett geben mag.

Ich habe natürlich nicht alles Satz für Satz verglichen. Aber bei den hier angeführten Stellen und Zitaten hab ich versucht, beispielhaft zu zeigen wo die Unterschiede liegen. Sie sind nicht so riesig, aber in der Summe machen solche Kleinigkeiten ja dann doch einiges aus und können bei einem Text das Zünglein an der Waage sein von einem guten zu einem genialen Buch.
Insgesamt muss ich sagen lohnt es sich zwar immer, dies Buch ein weiteres Mal zu lesen. Es gehört einfach zu meinen erklärten Lieblingen. Aber die Neuübersetzung wäre in meinen Augen nicht nötig gewesen. Im Vergleich sind die Sätze oft länger, die Ausdrücke/Redewendungen umständlicher. Da aber schon die alte Fassung eine sehr blumige Sprache hat, ist mir das in der neuen Version eher zu viel und wirkt dann schnell mal gekünstelt, steif und man stolpert über manche Formulierungen.

Ihr merkt es schon: ich bleibe Fan der alten Ausgabe.  :->

Nun nochmal die Bitte an alle: wenn Ihr die englische Originalausgabe habt schaut doch mal ein paar Stellen für mich nach.
Und erzählt mal wie Euch die neue Fassung gefällt, wenn Ihr sie gelesen habt.
Bin gespannt auf Eure Kommentare...
Ich bin auch definitiv Fan der alten Übersetzung.
Jetzt nach deiner Aufarbeitung finde ich es zwar schade, dass doch immer wieder kleine Stücke in der alten Übersetzung fehlen, aber ich bin der Meinung, dass die alte das Ambiente, das Gefühl der Geschichte besser rüberbringt.
Die alte Übersetzung hat sich wohl öfters die Freiheit genommen, blumiger zu übersetzen, geht ein Stück vom Original-Wortlaut weg, aber ich finde das hat überhaupt nicht geschadet.
« Letzte Änderung: 20. Januar 2017, 21:54:54 von Tara »
Im finstren Föhrenwald da wohnt ein wahrer Meister, der ficht ganz furchtlos kalt sogar noch gegen Geister

Offline Christiane

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #6 am: 22. Januar 2017, 17:18:45 »
Hallo Tara,

und erstmal viele Dank fürs Raussuchen der Textstellen in der amerikanischen und englischen Ausgabe.

1.   In dieser Szene besucht Claire gemeinsam mit Dougal Geillis Duncan.
Alt S. 165: „Bring Mistress Claire in den Vorratsraum, befahl Geillis, und hol uns dann einen Eimer Wasser. Von der Quelle, wohlgemerkt, nicht vom Brunnen auf dem Platz! ….  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Aufwärterin über eine schmale Holztreppe nach oben. Unvermutet gelangten wir in einen langen, luftigen Dachboden. Im Gegensatz zum Rest des Hauses hatte dieser Raum Flügelfenster, die wegen der Feuchtigkeit draußen zwar geschlossen waren, aber immer noch sehr viel mehr Licht hereinließen als die Scheiben in der schummrigen Wohnstube.“
Neu S. 226: „Bring Mistress Claire hinauf in die Kräuterkammer, befahl Geilie, und dann hol uns einen Eimer Quellwasser. Aber aus der Quelle, nicht aus dem Dorfbrunnen! …  Ich folgte dem kürbisförmigen Hinterteil der Dienstmagd eine schmale, steile Holztreppe hinauf, die unerwartet auf einen länglichen, luftigen Dachboden führte. Anders als der Rest des Hauses hatte dieses Zimmer Flügelfenster, die zwar jetzt zum Schutz gegen die Nässe geschlossen waren, aber immer noch viel mehr Licht spendeten, als es unten im Salon mit seinem modischen Zwielicht herrschte.“

Was stört mich hier am neuen Text? Zum ersten: woher soll Quellwasser sonst kommen als aus der Quelle? Diese Wiederholung lässt einen beim Lesen zucken. Dann sieht man an dieser Textstelle beispielhaft einen grundlegenden Unterschied der Texte: wo die alte Fassung zwei Sätze macht benutzt Barbara Schnell gern längere Satzkonstrukte, macht aus zwei Sätzen einen. Aus der schummrigen Wohnstube macht sie einen Salon mit modischem Zwielicht. Hmmm…
Außerdem gleich eine Frage an die, die das Buch im Original kennen: heißt es Geillis oder Geilie?

Hier gibt es diese Wiederholung tatsächlich auch im Original:
"and then go and fetch us a bucket of spring water. From the spring, mind, not the well in the square." und
"... in the fashionable gloomy parlor downstairs" - auch hier ist sie näher am Original
Zu Geilie  - Geillis hat Barbara Schnell in ihrem Gästebuch mal geantwortet:
"Genau so ist es im Original; Geillis ist der "offizielle" Name, aber wenn es Claire ist, die von ihr spricht, nennt sie sie vertraulich Geilie."

Ich fürchte, auch wenn BS da näher am Original übersetzt gefällt mir die alte Variante besser  :nixweiss1:.
Die Erklärung für die verschiedenen Namensvarianten ist einleuchtend. Danke für die Info.

Zitat
2.   Die MacKenzie-Farben:
Alt, S.182: hier sind sie dunkelgrün mit weiß
Neu, S. 250: nun sind es dunkelgrün und blau

Auch so ein Punkt wo ich gern wüsste was im Original steht. Oder ist da in dieser oder jener Ausgabe was falsch übersetzt worden?
In Outlander steht ebenfalls weiß, in Cross Stitch blau  :detektiv:
https://www.clan-mackenzie.de/deutsch/clan-mackenzie/
Blau ist wohl die richtigere Angabe - das haben sie wohl aktualisiert

Die MacKenzie-Farben hatte ich im Internet auch schon rausgesucht, dachte nur nicht, dass das Original da fehlerhaft gewesen sein könnte. Tja, shit happens  :zwinker:  :->.


Zitat
3.   Wir finden uns bei Claire und Hauptmann Randall wieder. Er verhört sie und sie versucht sich herauszuwinden. Interessant ist hier, dass es ja überall heißt, die Neuübersetzung sei ausführlicher. Aber an dieser Stelle taucht  im älteren Buch etwas auf, das in neuen fehlt! Korporal Hawkins soll Claire eine Probe seines Dialekts geben und sagt einen Vers auf.
Alt, S. 227: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dummen, fleischigen Gesicht und breiten Schultern, blickte auf der Suche nach einer Eingebung wild im Raum herum. Dann richtete er sich auf  und hub an: ‚Die dralle Meg, sie wusch meine Kleider und stiebitzte sie leider. Als ich lange gewartet mit bloßen Füßen, Mußte sie’s büßen.‘“
Neu, S. 315: „Der Korporal, ein junger Mann mit einem dümmlichen Gesicht und breiten Schultern, sah sich verzweifelt nach einer Eingebung um, dann richtete er sich kerzengerade auf und intonierte die erste Strophe eines anzüglichen Sauflieds.“

Wie ist es nun hier: haben die Übersetzer der ersten Version da ihre Phantasie spielen lassen? Oder hat Frau Schnell ein Teil des Originals beim Übersetzen weggelassen?
Das Lied kommt auch in Outlander und Cross Stitch vor.

Um so mehr würde mich interessieren warum BS es weggelassen hat  :kopfkratz:.

Zitat
4.    Claire und Jamie sprechen über ihre Hochzeit, die Dougal ihnen verordnet hat.
Alt, S. 245: „‘Stört es dich, daß ich nicht mehr – äh, unschuldig bin?‘ Jamie zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er bedächtig. ‚Wenn es dich nicht stört, daß ich es noch bin…‘ Er grinste über meinen Gesichtsausdruck – der Mund stand mir weit offen – und machte sich auf den Weg zur Tür. ‚Ich denke, einer von uns sollte wissen, was wir tun‘, meinte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; damit war die Brautwerbung wohl beendet.“
Neu, S. 341: „‘Stört es dich, dass ich nicht mehr unberührt bin?‘ Er zögerte einen Moment, ehe er antwortete. ‚Nein‘, sagte er langsam, ‚solange es dich nicht stört, dass ich es bin.‘ Er grinste, weil mir der Mund offen stehen geblieben war, und wandte sich wieder zur Tür. ‚Ich finde, wir sollten beide wissen, was wir tun‘, sagte er. Die Tür schloss sich leise hinter ihm; die Brautwerbung war eindeutig vorbei.

An dieser Stelle könnt ich über die Neufassung echt heulen. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir uns über Jamies ‚wenigstens einer von uns sollte wissen, was wir tun‘ im Forum kollektiv totgelacht haben. Und nun hat Frau Schnell die wunderbare Pointe zerstört!
Ich finde diese Stelle auch die schlimmste der neuen Übersetzung, weil sie echt hier völlig unmöglich ist. Die lustigen Sätze sind auch durch die Verschachtelungen nicht mehr so schwungvoll zu lesen. Ich meine in der alten Übersetzung eher DGs Humor herauslesen zu können
Das Original:
"Does it bother you that I'm not a virgin? He hesitated a moment before answering. "Well, no" he said slowly, so long as it doesna bother you that i am." He grinned at my drop-jawed expression, and backed towards the door. "Reckon one of us should know what they're doing, he said. The door closed softly behind him; clearly the courtship was over.

Tendenziell ist hier beim Rest BS wieder näher am Original - bis auf "one of us". Ich verstehe auch nicht warum es im englischen heisst "what they're doing" und nicht "what we're doing".

Ja, so seh ich das auch. Da ist mir auch eine wortgetreue Übersetzung nicht so wichtig. Der Ton sollte getroffen werden, der Humor sollte rüberkommen. Und der geht in BS' Übersetzung an dieser Stelle gehörig baden.


Zitat
5.   Eine Stelle habe ich entdeckt, an der es ein paar Sätze mehr gibt. Claire begegnet am Loch Ness dem dortigen Ungeheuer. Hach, jedesmal wenn ich das lese freu ich mir ‚nen Keks über diese genial in die Geschichte passende Erklärung für das unerklärliche Ungeheuer Nessie!!
Und dies bringt die Neufassung auf S. 462 als Extra: „Doch der Umriss war unverwechselbar. Mit dem letzten Atemzug beginnen die Farben eines Lebewesens zu verblassen, und seine elastische Haut und die geschmeidigen Muskeln verrotten innerhalb weniger Wochen. Doch die Knochen überdauern hin und wieder, getreue Echos seiner Gestalt, letzte, leise Zeugen der vergangenen Glorie.“

Schöne blumige Sätze, aber nun auch nicht so maßlos wichtig fürs weitere Geschehen ;-).
Diese Sätze gibt es in beiden Originalen. Und das ist genau so eine Beschreibung für die ich die Bücher so liebe!

Ja, dies Blumige mag ich auch. Von daher war es schon schade, dass sie in der alten Übersetzung fehlten. Nur wenn man schon kürzen will/muss, dann ist das eine Stelle an der man es ohne Verlust für Handlung und Stimmung tun kann.


Zitat
6.   Direkt im Anschluss an die Nessie-Begegnung sieht Claire den Fuhrmann Peter, der sie und Nessie beobachtet hatte.
Alt, S. 335: „Sein Name war Peter, und der Eimer in seiner Hand verriet mir, warum er hier war.“
Neu, S. 463: „Ich erinnerte mich, dass er Peter hieß, und der Eimer in seiner Hand lieferte die Erklärung für seine Anwesenheit.“

Ein schönes Beispiel für die in der neuen Fassung oft umständlichere Art zu formulieren.
Original:
"His name was Peter, I recalled, and the bucket in his hand gave the reason for his presence."
Hier ist ganz klar die alten Übersetzung schöner und genauer am Original.

Na ja, wortgetreuer ist ja irgendwie BS, aber schöner, runder formuliert find ich wie Du die alte Fassung.


Zitat
7.   Jamie übersetzt für Claire das Gedicht von Catull ‚…da mi basia mille…‘. Dazu sagt Claire folgendes:
Alt S. 338: „Nun, das ist ein bißchen eleganter als ein Schlagertext, bemerkte ich amüsiert.“
Neu S. 466: „Oh, das hat ja viel mehr Klasse als der gewöhnliche Glückskeks, stellte ich belustigt fest.“

Dies war die erste Szene, über die ich wirklich so gestolpert bin, dass ich das alte Buch dazu holte. Ich fand, dass das Gedicht überhaupt nicht zu einem Glückskekstext passte. Hier gefällt mir die alte Übersetzung viel besser, denn dies ‚tausend Küsse…‘ hat einfach diesen Schlagertext-Charakter.
"Well that's a bit more high-class than your usual valentine."
Keine Ahnung wie man das übersetzen könnte....

Hier sind also mal beide Übersetzer vom Original abgewichen. Wobei ich nicht verstehe warum  :kopfkratz:.

'Nun, das ist ein bisschen niveauvoller als die üblichen Valentinsgrüße.' wär mein Vorschlag ;-).


Zitat
8.   Hier geht es um die berühmt-berüchtigte Prügelszene, bzw. die folgende Aussprache zwischen Claire und Jamie. Er schwört ihr, sie nie wieder zu schlagen.
Alt S. 397: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn und Heilands Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen, das ich halte, dir Gefolgschaft zu leisten, und gelobe dir Treue. …“
Neu S. 547: „Ich schwöre beim Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und bei dem heiligen Eisen in meiner Hand, dir meine Gefolgschaft zu gewähren und dem Namen der MacKenzies meine Treue zu schwören. …“

Dies ist doch nur eine Sache zwischen Claire und Jamie. Da finde ich den Einschub mit dem ‚Namen der MacKenzies‘ irgendwie fehl am Platz.
Das halte ich auch für Unsinn und kommt in beiden Originalen nicht vor.

Ob sie da wohl einfach bei copy&paste aus der Eides-Szene hierher  vergessen haben, den 'Namen der MacKenzies' rauszunehmen, der hier Unfug ist??  :->


Zitat
9.   Wir sind auf Burg Leoch. Hamish befragt im Stall Jamie zu heiklen Themen und Jamie muss bei der Aufklärung des Jungen ran. Er weiß, dass Claire auf dem Heuboden zuhören kann.
Alt S. 431: „Sie sahen aus wie zwei Tomaten auf einer Landwirtschaftsausstellung.“
Neu S. 594: „Sie sahen aus wie zwei reife Tomaten, die nebeneinander auf einem Heuballen lagen und darauf warteten, vom Preisrichter einer Gemüseschau begutachtet zu werden.“

In der Kürze liegt die Würze trifft hier gut zu, finde ich.
"They looked like two tomatoes, set side by side for judging at a vegetable show" im Original.

Wie ich sage: kurz und knackig. Das ist doch meist am witzigsten.


Zitat
10.   Claire wundert sich, dass jeder wohl glaubt, sie und Jamie hätten nur noch das Eine im Kopf. Und Jamie macht Claire darauf aufmerksam, dass ihr jeder Gedanke am Gesicht abzulesen ist.
Alt S. 439: Hier endet die Szene mit dieser Feststellung und überlässt es dem Leser, sich Claires Gedanken und Gefühle vorzustellen – was ja nicht weiter schwierig ist ;-).
Neu S. 605: Hier folgt von Claire noch ein „Verflixt, sagte ich.“

Irgendwie macht dieser Zusatz für mich die Szene kaputt. Das wär einfach nicht nötig, den Leser so darauf zu stoßen. Ich weiß, das klingt ein bisschen pingelig, aber beim Lesen bin ich da echt drüber gestolpert und dachte so ‚schade‘.
Aber auch hier ist der Ausruf im Original enthalten:
"Bloody hell", I said.

Ohne gefällt mir glaub ich trotzdem besser. Wobei 'bloody hell' doch noch was anderes ist als ein lahmes 'verflixt'.


Zitat
12.   ...

In der gleichen Szene hab ich auch das Gefühl, dass Fuchs/Kuby den Ton von Alec besser treffen. Ein Beispiel dafür:

Alt, S. 451: „Ich kannte Ellen natürlich gut. Brian habe ich erst Jahre später kennengelernt, als er uns den Jungen brachte – wir konnten uns gut leiden – konnte mit einem Pferd umgehen …“
Neu, S. 621: „Ellen kannte ich natürlich gut. Brian bin ich Jahre später begegnet, als er den Jungen hergebracht hat – wir haben uns bestens verstanden. Er konnte gut mit Pferden umgehen.“

Ich sehe Alec als sehr wortkargen, knorrigen Typen vor mir. Zudem ist er in diesem Moment kurz vorm Einschlafen. Und da passen diese verkürzten Satzstücke und das einfachere Vokabular besser.

"I kent Ellen weel, of course.Then Brian I met years later when he brought the lad to stay - we got on. A good man wi' a horse."

Eine relativ kurze Variante im Original

Noch ein Beispiel bei dem ich finde, dass die alte Übersetzung den Ton des Originals besser trifft.


Zitat
14.   Dann noch eine Stelle, an der mich vor allem interessiert, was das Original sagt. Ned Gowan spricht über Sandringham.
Alt, S. 457: „‘Sandringham? Ah, der alte Willie, ein Erzbandit‘, sagte Ned nachdenklich.“
Neu, S. 629: „‘Sandringham? Ah, Willie, der alte Arschbandit‘, sagte Ned meditativ.“

Also dieses ‚Arschbandit‘ ist mir irgendwie zu plump als Hinweis auf Sandringhams homoerotische Neigung. Auch ist das Wort meditativ wohl eher in neueren Zeiten gebräuchlich – zumindest ist das so mein Gefühl, dass es nicht in die 1940er Jahre passt.
Aber hier würd mich auch total interessieren was das Original hergibt…

"Ah, old Willie the arse-bandit" auch hier wieder 1:1 übersetzt.

Na gut, dann eben arse-bandit  :nixweiss1:.   :meditate1:


Zitat

17.   Jamie und Claire gehen nach Lallybroch. Hier mal wieder eine Stelle, an der ich tatsächlich einige Sätze mehr entdeckt habe im neuen Buch. Und dies ist auch eine Stelle, an der ich Original-Leser bitten würde mal für mich nachzusehen: die Rasse von Bran, Jamies großem Hund, würde mich interessieren. In der neuen Version steht was von Windhund.
Alt, S. 542: „… und einem riesigen schwarz-braunen Monster, das ohne weiteres als Höllenhund hätte durchgehen können. Dieses geifernde Geschöpf reckte den Hals, der dicker war als meine Taille,…“ Dann stellt Jamie die Hunde vor, sagt Rasse und Name, bei Bran aber nur den Namen und dabei wird es belassen.
Neu, S. 749: „…und einem riesigen schwarzbraunen Monster, das problemlos den Hund von Baskerville hätte darstellen können. Die sabbernde Kreatur reckte jetzt einen Hals, der dicker war als meine Taille,…“ In dieser Version geht es aber weiter: „‘Was ist er denn?‘ ‚Ein Windhund.‘  Er kratzte dem Hund die Ohren und zitierte: ‚So wählte Fingal seine Hunde: Augen wie Schlehen, Ohren wie das Laub, die Brust wie ein Pferd, die Haxen wie Sicheln und die Rute weit fort vom Kopf.‘ …“

Diese Stelle mit dem Zitat gefällt mir eigentlich sehr gut. Aber ich hab mal versucht herauszufinden was da zitiert wurde und es scheint ein Ausschnitt aus McPhersons Werk ‚Fragments of Ancient Poetry‘ zu sein und das erschien erst 1760. Hmmm… Wie sieht es denn mit diesem Zitat im Original aus?
Außerdem macht mich die Hunderasse stutzig. Da käme ein Vorfahr der heutigen Deerhounds oder Irish Wolfs in Frage. Aber waren die so viel mächtiger? Denn die heutigen Rassevertreter sind zwar riesig hoch, aber doch schlank und an einen Halsumfang wie die Taille einer Frau (und ich stell mir Claire nicht gerade als Twiggy-Verschnitt vor) ist bei weitem nicht zu denken. Als Hundefan würd ich daher schon gern wissen wie Diana den Hund im Original beschrieben hat.

Im Original heisst es "staghound", das Zitat kommt im Original auch vor.

Dann wird es wohl ein Voräufer der heutigen Deerhounds gewesen sein. Aber wie DG dann darauf kommt, dass der Hund so klobig sein soll???   Das passt nicht, ist aber kein Fehler der Übersetzung.


Ich bin auch definitiv Fan der alten Übersetzung.
Jetzt nach deiner Aufarbeitung finde ich es zwar schade, dass doch immer wieder kleine Stücke in der alten Übersetzung fehlen, aber ich bin der Meinung, dass die alte das Ambiente, das Gefühl der Geschichte besser rüberbringt.
Die alte Übersetzung hat sich wohl öfters die Freiheit genommen, blumiger zu übersetzen, geht ein Stück vom Original-Wortlaut weg, aber ich finde das hat überhaupt nicht geschadet.

Das sehe ich genau wie Du. Das ist die eigentliche Kunst beim Übersetzen: so nah am Originaltext zu bleiben wie möglich, aber um der Stimmung, des transportierten Gefühls willen auch zu wissen, wo man freier übersetzen muss.

LG, Christiane
« Letzte Änderung: 22. Januar 2017, 17:21:18 von Christiane »
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
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Offline Inge78

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #7 am: 23. Januar 2017, 15:22:14 »
Puh, ihr habt euch richtig Arbeit gemacht

Ich habe die Neuübersetzung gelesen, habe dabei aber die alte Ausgabe nicht daneben liegen
Mir fehlte der Zauber den ich beim Lesen von Feuer&Stein immer hatte, irgendwie kam die Atmosphäre nicht rüber. Aber vielleicht wäre mir das auch passiert wenn ich die alte Ausgabe noch mal gelesen hätte, wer weiß  :kopfkratz:
Allerdings fand ich auch einige Ausdrücke zu modern für Claire die ja aus den 40er Jahren kommt , ich habe allerdings jetzt gerade kein Beispiel
Eure Beispiele finde ich wirklich interessant, unglaublich wie viel die Wortwahl ausmacht
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Offline Christiane

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #8 am: 23. Januar 2017, 15:45:29 »
Ja, das ist wirklich eindrucksvoll und zeigt einmal mehr, welche Herausforderung es ist, ein Buch wirklich gut zu übersetzen. Da ist es nicht mit Vokabel- und Grammatikwissen getan.

Mir ist nun auch schon durch den Kopf gegangen, dass es ja doch auch hier eine Reihe Leute gibt, die irgendwann aus der Saga ausgestiegen sind. Und nun frag ich mich: hängt es vielleicht (auch) mit dem Wechsel vom alten Übersetzerteam zu Barbara Schnell zusammen?
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Offline SilkeS.

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #9 am: 23. Januar 2017, 16:14:42 »
Ja, das ist wirklich eindrucksvoll und zeigt einmal mehr, welche Herausforderung es ist, ein Buch wirklich gut zu übersetzen. Da ist es nicht mit Vokabel- und Grammatikwissen getan.

Mir ist nun auch schon durch den Kopf gegangen, dass es ja doch auch hier eine Reihe Leute gibt, die irgendwann aus der Saga ausgestiegen sind. Und nun frag ich mich: hängt es vielleicht (auch) mit dem Wechsel vom alten Übersetzerteam zu Barbara Schnell zusammen?

Ich bin bekennende Aussteigerin und habe ab Bd. 5 einfach den "Zauber" vermisst, den die Bücher bis dato für mich damals ausgemacht haben.
Habe aber kurz vor der Verfilmung ja ein Re-Read gemacht und muß sagen, dass auch jetzt 20 jahre (???) später der Zauber nicht mehr sooo groß war, wie beim ersten Lesen.
Vielleicht spielt da echt der Hype eine Rolle, das Alter in dem man das Buch liest...   :nixweiss1:
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Offline Inge78

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #10 am: 23. Januar 2017, 16:25:21 »
Ich hänge, seit Jahre, beim Flammenden Kreuz
Ich habe es noch mal versucht, habe noch mal neu begonnen, aber ich komme da einfach nicht durch
Für mich werden die Bücher zu lang, ich glaube eher nicht dass es an der Übersetzung liegt  :kopfkratz:
Barbara Schnell hat ab Band 4 übersetzt oder  :kopfkratz:
Ich fand dass es eine langsame Entwicklung war, Band 1 war grandios, Band 2 war richtig gut, Band 3 war gut, Band 4 war OK, Band 5 zieht sich

Ich bin immer noch interessiert aber ich habe Sorge dass sie einfach nicht fertig wird und ich noch tausenden von Seiten vor mir habe bevor "endlich" dieses Feuer kommt
Das hält mich echt ab

Vielleicht lese ich auch erst weiter wenn ich weiß dass der letzte Band draußen ist

Für mich verzettelt sich Diana Gabaldon in zu viele Details
Andere mögen das spannend finde, ich finde es langweilig auf Dauer.

Und es sind mir einfach zu viele Wiederholungen, manchmal geht die Handlung einfach nicht voran sondern es stagniert
Aber was sie nie ändert ist die Anziehungskraft zwischen Jamie und Claire. Das ist ja schön, das erscheint mir aber manchmal wirklich unrealistisch und ja, manchmal nervt es mich
Und Roger und Brianna nerven mich in Band 5 auch
Was mir auch total im Gedächtnis geblieben ist, ist die ständige Erwähnung davon wann Brianna wie stillt. Das war beim ersten Mall spannend, dann aber nicht mehr

Vielleicht hat die Reihe sich für mich auch einfach selbst überholt, vielleicht hätte sie früher "Schluß" machen müssen damit
Ich habe auch zwischenzeitlich das Gefühl dass man die Handlung strafen könnte, nein, müsste. Da werden meiner Meinung nach Seiten gemacht damit das Buch ja wieder dick genug ist

Wobei ich auch zugeben muss dass die Serie meine Begeisterung wieder aufleben lässt , das macht schon wieder Lust
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Offline Kathrin

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #11 am: 23. Januar 2017, 16:31:15 »
Hallo zusammen,

man Christiane, Du hast Dir da aber wirklich ganz schön viel Mühe gemacht. Das erste Posting hier von Dir habe ich noch gelesen, aber im Endeffekt bin ich genau wie Silke seit Band 5 raus. Den hab ich noch gelesen, fand ihn aber lang nicht mehr so gut wie die anderen. Ich wollte dann irgendwann einen Re-Read starten und bin bis Mitte von Band 3 gekommen, als Jamie und Claire sich wieder sehen. Mit der Überfahrt nach Amerika hab ich dann aufgegeben. Und auch bei diesem Re-Read geht es mir wie Silke, der Zauber ist einfach nciht mehr da. Ich für meinen Teil hätte es glaube ich gut gefunden, wenn Sie eben genau an der Stelle, wo es bei mir dann in Band 3 "zu ende" ging, aufgehört hätte. Ich finde das alles künstlich in die Länge gezogen und das geht mir übrigens auch bei den WAringham von Gablé so, wo ich den letzten Band auch eher schwach fand. Mich persönlich hätte die Geschichte von Jamies Eltern viel mehr interessiert. Vielleicht wollte ich mit Jamie und Claire auch einfach nur in SChottland bleiben. Ich weiß es nicht, an der Übersetzung lag es nicht.

LG
Kathrin

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Offline SilkeS.

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #12 am: 23. Januar 2017, 16:37:09 »
Hallo zusammen!

Ich bin immer noch interessiert aber ich habe Sorge dass sie einfach nicht fertig wird und ich noch tausenden von Seiten vor mir habe bevor "endlich" dieses Feuer kommt
Das hält mich echt ab

Christiane und ich wollen ab Bd. 3 ja zusammenlesen, vermutlich so  2. Hälfte März rum, vielleicht magst Du mitlesen und wir lesen dann zusammen weiter?

Gruß Silke
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Offline Inge78

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #13 am: 23. Januar 2017, 16:45:32 »
Hallo zusammen!

Ich bin immer noch interessiert aber ich habe Sorge dass sie einfach nicht fertig wird und ich noch tausenden von Seiten vor mir habe bevor "endlich" dieses Feuer kommt
Das hält mich echt ab

Christiane und ich wollen ab Bd. 3 ja zusammenlesen, vermutlich so  2. Hälfte März rum, vielleicht magst Du mitlesen und wir lesen dann zusammen weiter?

Gruß Silke


Vielleicht steige ich dann in Band 5 mit ein
Zu Band 3 und 4 hatte ich schon einen Re-Read und gerade reizen mich andere Bücher mehr
Aber vielleicht lese ich bei euch in den Re-Read mit rein und dann kommt die Lust aufs Lesen von ganz alleine
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Online Tara

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Re: Outlander I alt und neu - ein Vergleich der Übersetzungen
« Antwort #14 am: 23. Januar 2017, 20:59:51 »
Hallo!
Also bei Band 3 würde ich auch einsteigen, da ich das Buch vor (spätestens mit) der 3. Staffel der Serie lesen möchte.

Also der Brand kommt in Band 6 wenn ich mich recht erinnere. Band 6 fand ich allerdings nicht so gut... war irgendwie oftmals eintönig und sehr verwirrend. Band 7 hat mich wiederum sehr in seinen Bann gezogen, wobei hier die Geschichte langsam wieder recht phantastisch wurde...
Aber naja. Für mich ist die Bücher lesen wie heimkommen. Immer die gleiche heimelige Atmosphäre. Wenn DG ein Telefonbuch schreiben würde, würde ichs auch geniessen :)
Im finstren Föhrenwald da wohnt ein wahrer Meister, der ficht ganz furchtlos kalt sogar noch gegen Geister