Andrea Schacht: Triumpf des Himmels

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Offline Kathrin

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Andrea Schacht: Triumpf des Himmels
« am: 30. Januar 2017, 16:14:42 »
[isbn]3734101131[/isbn] Autor: Andrea Schacht
Verlag: Blanvalet Taschenbuch
ISBN: 3734101131
Seiten: 576
Ausgabe: Taschenbuch

Inhalt:
Einer gewinnt. Die anderen verlieren. Die Liebe siegt.
1925: Die Rallye »Von Triumph zu Triumph« von Paris nach Berlin verspricht, das Ereignis des Jahres zu werden. Für den Abenteurer Alastair MacAlan ist ein Sieg die letzte Hoffnung vor dem endgültigen Abstieg, doch einige andere Teilnehmer haben weit dunklere Motive.
Als die Berliner Journalistin Emmalou von der abenteuerlichen Unternehmung erfährt, ist sie wie elektrisiert – sie will das Rennen begleiten und mit einem sensationellen Bericht Anerkennung finden. Doch bei einem Blick auf die Teilnehmerliste entdeckt sie einen Namen, der Erinnerungen in ihr weckt, die sie längst begraben glaubte ...

Meine Meinung:
Der historische Roman „Triumph des Himmels“ von Andrea Schacht erzählt die Geschichte der jungen Journalistin Emmalou , die die Rallye „Von Triumph zu Triumph“ von Paris nach Berlin begleitet. Ein Freund stellt ihr hierfür sein Flugzeug zur Verfügung. Ihr Ziel ist es, sich mit einem besonderen Bericht aus der Vogelperspektive einen Namen zu machen, der weit über ihr bisheriges Ressort – Frauenthemen und Haushaltsfragen – hinaus geht. Emmalou ahnt jedoch nicht ,dass sie bei diesem Abenteuer auf alte Freunde trifft und das ein oder andere Geheimnis gelüftet wird, das ihr Leben durcheinander bringt.


Bei dem Thema Rallye könnte man denken, es wäre ein rasantes Buch mit viel Tempo –auch wenn die Wagen der damaligen Zeit dies selbst gar nicht hinbekommen haben. Stattdessen ist es eher ein melancholisches Buch. Die Figuren haben alle mit ihren persönlichen Kriegstraumata und Nachwehen zu kämpfen, Geheimnisse werden enthüllt, die sie in ihren Grundfesten erschüttern und doch ist aus den Scherben etwas hervorgekommen, mit dem die Figuren nicht unbedingt rechnen konnten: eine neue Liebe, neue Freundschaften und Hoffnung.  Ich finde die Zeit in den goldenen 20er Jahren sehr spannend, weiß jedoch viel zu wenig darüber und werde wohl noch nach weiteren Romanen Ausschau halten werde, die in der Zeit spielen.

Das Buch lebt von seinen meist wunderbaren Figuren. Natürlich gibt es auch Widerlinge, aber die Herzlichkeit und Wärme der sympathischen Figuren, die einfach schön menscheln und natürlich rüberkommen, machen das wieder wett. Meine besonderen Lieblinge sind die drei Franzosen und der Katzenfreund Fritz. Vor allem für Fritz hat sich die Geschichte des Buches toll entwickelt.

Aber auch Emma mag ich sehr gern. Sie lebt in eine Zeit, in der Frauen noch nicht ganz so emanzipiert waren und auch im Beruf noch nicht viel zählten, schon gar nicht in ihrem Beruf als Journalistin. Aber sie versucht sich mit tollen Ideen freizuschwimmen und durchzusetzen in der Männerwelt –was ihr allerdings nur teilweise gelingt. Auch sonst muss sie einige Nackenschläge hinnehmen, aber mit der teilweise unverhofften Hilfe von bislang fremden Personen aber auch alten Freunden, schafft sie es, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Trotz der tollen Thematik und Figuren des Buches, bin ich in einer Hinsicht nicht ganz glücklich mit dem Buch. Irgendwie waren mir das zu viele Verstrickungen, verteilt auf die Figuren, die im Buch eine Rolle spielen. Viele kennen sich von früher, aus unterschiedlichen Gründen, aus dem den Tagen vor dem Krieg oder während des Krieges. Und alle Verstrickungen hängen irgendwie mit  diesen Figuren zusammen und alle treffen sich bei der Rallye. Das war mir persönlich irgendwie ein wenig zu viel, um es noch als realistisch ansehen zu können – auch wenn alles logisch aufgebaut und in sich gut geschlossen war. Auch wenn ich weiß, dass es ein Buch und eine erfundene Geschichte ist, habe ich für mich persönlich nicht das Gefühl, dass die Geschichte auch genauso hätte passiert sein können.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch genießen können. Es ist ein schöner, gemütlicher Schmöker mit netten, sympathischen Protagonisten, wie ich es von Andrea Schacht nicht anders erwartet habe.

Bewertung:
Rock the Night!