Auerbach & Keller - Tote trinken keinen Whisky

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Offline Christiane

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Auerbach & Keller - Tote trinken keinen Whisky
« am: 22. Januar 2017, 16:13:33 »
[isbn]978-3548611174[/isbn]


Klappentext:
Flüssiges Gold, Dudelsäcke und wilde Landschaften – darauf freut sich Pippa Bolle, als sie die Einladung ihrer Freunde Duncan und Anita zur Hochzeit auf die schottische Halbinsel Kintyre annimmt.
Im Gepäck hat Pippa das perfekte Hochzeitsgeschenk: Sie hütet Duncans Whiskybrennerei während der Flitterwochen des Brautpaares – bis ihre romantischen Vorstellungen mit der Realität kollidieren und die Ereignisse so stürmisch werden wie das Novemberwetter. Zwischen Leichen und schottischen Flunkereien lernt Pippa viel über alte Bräuche und neue Freundschaften.


Mein Eindruck:
Ich sage es gleich zu Anfang: das Buch ist eine nette kleine Lektüre für zwischendurch, mehr aber auch nicht und man muss schon über einige Schwächen hinweg sehen. Die große Zahl an Personen macht es dem Leser schwer den Überblick zu behalten und den Handlungssträngen zu folgen. Ohne die Personenliste am Anfang des Buches wäre man verloren. Die meisten Personen bleiben denn auch sehr flach und ihre Seitenwechsel im Rahmen der Krimihandlung sind kaum nachvollziehbar. Dabei sind viele Grundideen zu den Charakteren wirklich gut und es ist schade, dass die Autorinnen es nicht verstanden daraus mehr zu machen. Der Kriminalfall ist sehr verworren und es gelingt nicht immer, dem Leser die Logik dahinter zu verdeutlichen. Da gibt es Gedankensprünge, die sich (auch im Nachhinein) nicht erschließen und zu viele Baustellen, die letztlich nicht mehr unter einen Hut passen wollen.
Trotzdem ist das Buch kein totaler Flop. Es gibt immer wieder wirklich witzige Szenen und der Schreibstil ist in weiten Teilen locker zu lesen. Trotz der genannten Schwächen bleibt es spannend und man will einfach wissen, wer zu den Bösen gehört. Gut gefallen hat mir hier, dass nicht nur schwarz-weiß gemalt wird, sondern Menschen ohne böse Absicht in kriminelle Machenschaften hineingezogen werden.
Besonders hervorzuheben ist das Ambiente – da möchte man gleich die Koffer packen und Urlaub in und um Campbeltown buchen. Auch die Beschreibungen aus der Whiskybrennerei machen Lust auf mehr und man hat das Gefühl, dass die Autorinnen hier mit großer Begeisterung recherchiert haben ;-).


Fazit:
Wer einen Krimi mit viel Spannung und zum Miträtseln sucht wird hiermit enttäuscht werden. Wer aber einfach für ein paar amüsante Stunden im Kopfkino nach Schottland reisen möchte und nebenbei ein bisschen Krimiambiente sucht, kann mit ‚Tote trinken keinen Whisky‘ seinen Spaß haben.
Ach ja, noch eines: dies ist der 5. Band einer Reihe, den man aber gut auch ohne seine Vorgänger lesen kann.


Note:

Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)