Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder

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Offline Aurian

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Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder
« am: 05. Dezember 2011, 23:30:26 »
[isbn]9783426283684[/isbn]

410 Seiten
Pan Verlag
OT: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children

Klappentext
Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt...

Als erstes ist mir die liebevolle Gestaltung des Buches aufgefallen. Jede Seitenzahl ist in ein Ornament eingebettet und auch sonst ist das Buch sehr ansprechend gestaltet. Doch das eigentliche Highlight sind die alten skurrilen Schwarz-Weiß-Fotos, die der Autor zusammengetragen hat und um die er seine fantasievolle Geschichte gesponnen hat. Am Ende befindet sich ein Verzeichnis, wem die einzelnen Fotos gehören.

Die Hauptfigur Jacob ist ein Teenager, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Mit seinen Eltern verbindet ihn nicht viel, lediglich zu seinem Großvater hat er eine besondere Verbindung. Als dieser stirbt, wird glaubhaft beschrieben, wie das Jacob den Boden unter den Füßen wegzieht. Erst als er sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, hat er endlich eine Aufgabe.

Die Geschichte selbst braucht etwas, bis sie in Fahrt kommt, was mich aber nicht gestört hat. Hier gibt es endlich mal eine Hauptfigur, die nicht sofort an Menschen mit fantastischen Begabungen glaubt. Doch sobald Jacob vom Gegenteil überzeugt ist, nimmt die Handlung Fahrt auf und die Spannung steigert sich immer mehr bis zum Ende hin.

Das Cover deutet schon darauf hin, dass die Stimmung des Buches etwas düster und skurril ist und die Fotos spiegeln das perfekt wieder, sie tragen sogar dazu bei diese Atmosphäre noch zu verstärken.

Was mich jedoch etwas verärgert hat, ist das Ende des Buches. So richtig abgeschlossen ist die Handlung in meinen Augen nicht und gerade habe ich auf der Internetseite des Autors entdeckt, dass es eine Fortsetzung gibt. Doch darauf gibt es weder auf Amazon, noch auf der Verlagsseite einen Hinweis (zumindest habe ich keinen gefunden). Es passiert mir jetzt schon zum zweiten Mal, dass ich ein Buch lese, in dem Glauben, dass es ein Einzelband ist, und dann gibt es doch eine Fortsetzung.

Insgesamt ließ sich das Buch gut lesen und zum Ende hin wollte ich es kaum aus der Hand legen. Die Ideen des Autors haben mir gut gefallen und ich bin gespannt, wie es weitergeht, auch wenn ich auf die Fortsetzung sich noch einige Zeit warten muss.



LG, Aurian



Offline Susanne

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Re:Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder
« Antwort #1 am: 06. Dezember 2011, 20:50:52 »
Hallo Aurian,

tolle Rezi  :knuddel:. Ich liebäugle ja auch etwas mit dem Buch, ist es auch gruselig? Ich mußte nämlich als erstes an den Film "The Others" denken bei dem Cover.

Liebe Grüße
Susanne

Offline Aurian

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Re:Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder
« Antwort #2 am: 06. Dezember 2011, 22:42:18 »
Hallo Susanne,

so richtig gegruselt habe ich mich beim Lesen nicht, allerdings fand ich ein paar Dinge schon eklig, aber nicht so sehr, dass es mir viel ausgemacht hätte. In dem Buch geht es ja um Kinder, die besondere Talente haben und ein Junge hat ein Talent, dass ich schon gruselig fand. Ansonsten können mich Beschreibungen in Jugendbüchern selten richtig schocken. Gruselig im Sinne von "The Others" fand ich das Buch nicht. (Ich habe den Film nicht gesehen, mir aber die Beschreibung auf Amazon angesehen  :->
Es ist so schwierig für mich nicht zuviel zu verraten.  :-> Hoffentlich konnte ich deine Frage damit beantworten.

LG, Aurian


Offline Kathrin

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Re: Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder
« Antwort #3 am: 05. Juni 2017, 17:20:52 »
Und hier meine Meinung

"Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs ist der Auftakt zu einer Buchreihe um die besonderen Kinder, die in einer Zeitschleife auf Cairnholm, einer kleinen Insel vor Wales leben, und alles fantastische Fähigkeiten oder körperliche Besonderheiten aufweisen.

Auch wenn ich das Grün des Buchcovers erst einmal ziemlich abstoßend fand, liebe ich letztlich die Aufmachung des Buches doch sehr. Denn die besonderen Kinder und auch andere Figuren des Romans ebenso wie bestimmte Szenen sind mit alten schwarz-weiß-Fotos unterlegt, die der Autor bei Freunden und Bekannten gesammelt und um die er seine Geschichte gewoben hat. Diese Bilder haben es mir total angetan und machen das Buch in meinen Augen zu etwas ganz besonderem.

Leider bin ich inhaltlich erstmal nicht so überzeugt wie von der Aufmachung des Buches, denn gerade die ersten 80 Seiten des Buches plätschern ganz schön müde vor sich hin. Spannung und Zauberhaftes kommt er auf, als Jacob mit seinem Vater nach Wales reist und auf die ersten der besonderen Kinder trifft.

Trotz der Ich-Form, die ja normalerweise die Gefühle des Erzählers gut transportieren können sollte, empfinde ich den Stil eher nüchtern. Die Trauer über den Tod von Jacobs Großvater, der ihm in seiner Kindheit so viel bedeutet hat und von dem er seine besondere Begabung geerbt hat, kommt bei mir nicht wirklich an.

Auch wenn ich die Idee hinter dem Buch und die Aufmachung absolut toll finde, so verkommt das Buch gegen Ende leider zu deutlich zu einem Jugendbuch. Ein wenig fühlte ich mich an meine Helden aus Kindertagen aus TKKG und 5 Freunde (Julian, Dick und Anne, George und Tiiiiiiiimmy der Huuuuuund) erinnert, die ja auch jedes Rätsel lösen konnten. Mir ging da einiges zu schnell und zu glatt, auch wenn am Ende des Buches einige Fragen offen blieben und mich definitiv zu Band 2 und Band 3 greifen lassen.

Aber trotzdem zu sehr Jugendbuch, leider! Aber auch das ist wohl eher noch Jammern auf hohem Niveau

« Letzte Änderung: 05. Juni 2017, 19:52:01 von Kathrin »
Rock the Night!

Offline Kathrin

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Re: Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder
« Antwort #4 am: 10. Juli 2017, 14:57:52 »
Und hier nun meine Meinung:

„Die Stadt der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs ist der mittlere Teil der „Besondere- Kinder- Trilogie.“ Die Gruppe um Jacob und Emma musste ihre bisherige Heimat, die Zeitschleife auf der Insel Cairnholm verlassen und ist nun – völlig auf sich allein gestellt und von Wights und Hollowgasts gejagt – auf der Suche nach einer neue Zeitschleife, in der Hoffnung, dass die dortige Ymbryne der eigenen Headmistress Miss Peregrine helfen kann, die derzeit in ihrer Vogelgestalt gefangen ist.

Dieser zweite Teil ist für mich der beste Teil der Trilogie. Die besonderen Kinder erleben auf ihrer Reise etliche Abenteuer. Spannung und wunderbare Begegnungen wie z.B. mit den Zigeunern oder den besonderen Tieren wechseln einander ab. Die Seiten fliegen nur so dahin, Langeweile hat keine Chance sich zu entwickeln. Doch so sehr ich die Idee hinter der Geschichte und auch wieder die Aufmachung des Buches mit bebildertem Personenregister und alten Schwarz-weiß-Aufnahmen als zusätzliche Untermalung zum Geschehen auch liebe, so habe ich dennoch das Gefühl, als ob der Autor leider nicht immer sehr genau gearbeitet hat. So heißt es z.B. auf der einen Seite, dass Olive, das Mädchen, das leichter als Luft ist, ihre schweren Schuhe verloren hat, als ihr Boot im Sturm kenterte. Wenige Seiten später hat sie wieder Schuhe, welche ihr vorübergehend ausgezogen werden, damit sie von oben aus der Vogelperspektive beobachten kann, ob Feinde in Sicht sind. Natürlich kann es auch sein, dass sie mehrere dieser besonders schweren Schuhe besitzt, aber ich finde, das hätte mit wenigen Worten erwähnt werden können. Ein Halbsatz hätte da genügt. Irgendwie fehlte es mir hier an Sorgfalt.

Das Ende dieses Bandes hat mich ziemlich überrascht. Wie gut, dass die Trilogie bereits vollständig erschienen ist und ich nicht unnötig lange auf Band 3 warten musste, den ich tatsächlich auch wenige Woche später ebenso verschlungen habe, wie Band 1 und 2.

Bewertung:


LG
Kathrin
Rock the Night!