Richard Schwartz: Der Herr der Puppen (Das Geheimnis von Askir 04)

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Offline Kathrin

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[isbn]349226820X[/isbn]Der Herr der Puppen
Richard Schwartz
Fantasy
Seiten: 432
Verlag: Piper Taschenbuch

Inhalt:
Der Krieger Havald, die Halbelfe Leandra und ihre Gefährten sind auf der Suche nach einem Weg, um aus der exotischen Stadt Gasalabad nach Askir zu gelangen. Denn dort hoffen sie auf Unterstützung gegen den Tyrannen Thalak, der ihre Heimatlande mit Zerstörung bedroht. Doch Thalaks Macht reicht bis nach Gasalabad. Der finstere Herrscher setzt alles daran, durch Intrigen und Attentate die Gefährten in Gasalabad festzuhalten. Bald wissen sie nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist, und geraten von einer tödlichen Gefahr in die nächste.

Meine Meinung:
Mit „Der Herr der Puppen“ – dem vierten Band der Askir-Reihe von Richard Schwartz – begleiten wir Havald und Leandra ein weiteres Mal durch die Straßen Gasalabads. Leider müssen wir in diesem Band auf einen Teil der Gruppe verzichten, da Sieglinde und Janos eine Botschaft in die Heimat überbringen müssen und zumindest zu Beginn von Zokora und Varosch begleitet werden. Aus diesem Grund treten nun vor allem Natalyia und Serafine mehr ins Rampenlicht und nutzen die Chance, der Leserschaft ans Herz zu wachsen und ihren Charakter zu entfalten. Nichtsdestotrotz fehlen mir vor allem Zokora und Sieglinde in diesem Band sehr, und das obwohl Richard  Schwartz uns mit Angus und den Elfen neue Figuren präsentiert, die ich auf Anhieb liebgewonnen habe. Ich hoffe sehr, dass wir auf die arroganten Elfen, ihre „schnatternden“ Greifen und den äußerst hilfsbereiten und unterhaltsamen Angus noch oft treffen werden. Es wäre schade, wenn der Autor hier Potenzial verschleudern würde.

Der Stil von Richard Schwartz liest sich weitestgehend sehr rutschig. Vor allem gefällt mir gut, wie er Ereignisse aus Band 1-3 zu Beginn noch einmal in die aktuellen Ereignisse einflechtet, da ist man schnell wieder im Geschehen mitten drin. Die Geschichte selbst ist spannend und gut erzählt,  aber für mich auch nicht wirklich außergewöhnlich. Gut zu lesen, nicht sehr kompliziert, aber nicht herausragend. atemberaubend, schlaf raubend...nein, das nicht. Im Gegenteil, es gibt sogar  Passagen, die ich quer lesen musste, weil Szenen wie das Putzen der Signal-Spiegel einfach zu viel Raum eingenommen haben. Klar mag ich es auch, wenn auch mal „Alltägliches“ nicht nur mit einem Halbsatz abgetan wird, aber hier übertreibt es Richard Schwartz in meinen Augen etwas.

Ich war anfangs wirklich ziemlich begeistert von der Serie und ich finde auch die ganze Idee dahinter richtig gut. Aber mit der Zeit verkommt meine Meinung zur Askir-Saga irgendwie zu einem "ja, ganz nett." Gut möglich, dass auch für mich alles oft zu schnell und zu einfach gelingt bzw. gelöst wird. Klar, Havald und die anderen geraten immer wieder in Schwierigkeiten, Havald wird oft schwer verletzt oder steht kurz davor, über die Wupper zu gehen. Aber irgendwie weiß ich auch immer, ach das wird schon wieder. Seelenreißer wird sich schon ein Opfer suchen und Havald neuer Lebensgeister einimpfen. So ist es auch jetzt und das finde ich schon schade und zu einfach. Da bin ich für das Ende – das sehr gut gemacht, aber auch sehr traurig ist – fast schon dankbar, dass es dann doch „endlich mal“ ein Opfer in Havalds Gruppe zu betrauern gibt.

Aber ich glaube, dass mich die ganze Serie auch nicht soooo mitreißt wie manch anderen Leser. Da muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich schon faszinierende, bessere Fantasy-Zyklen gelesen. Sicherlich auch schon schlechtere, aber ich glaube ich kann jetzt problemlos auch mal 1 Jahr Askir-Pause einlegen. Vielleicht war ich in zu kurzer Zeit zu oft „in Askir.“ Nichtsdestotrotz, weiterlesen werde ich auf jeden Fall, schließlich hab ich durch den Sammelband ja Band 5 schon zu Hause liegen. Und neugierig bin ich sowieso. Hab da schon noch die ein oder andere Frage, die ungeklärt ist für mich. Und die wilden Gedanken zu Askannon und Kolaron, die mir mitten im Buch durch den Kopf geschossen sind und sich verknoten haben, wollen auch noch in entwirrt werden.

Bewertung:
Rock the Night!

Offline Inge78

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Re: Richard Schwartz: Der Herr der Puppen (Das Geheimnis von Askir 04)
« Antwort #1 am: 09. August 2017, 14:53:28 »
Ich gehöre dann eher zu begeisterten Neu-Leserinnen der Serie.
Ich liebe Richard Schwartz Schreibstil und dieses Buch hat mir tatsächlich den Schlaf geraubt und ich habe es an einem Wochenende durchgesuchtet (wobei auch einfach Zeit war).
Aber ich mag seine Beschreibungen auch der alltäglichen Dinge und ich mag vor Allem seinen Witz.

Einiges löst sich vielleicht zu einfach aber ich finde trotzdem die Situationen in die unsere Helden kommen immer wieder nägelkauend spannend und leide oft genug mit unserem Held Havald mit. Ich denke ich werde kurzfristiger weiterlesen , ich vergesse sonst die Hälfte wieder.
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore