Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt

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Offline Kassandra

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Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
« am: 01. Dezember 2017, 19:01:03 »
Gerade habe ich „Das Rosie-Projekt“ als Hörbuch gehört. Als Don sein Jackett in den Mülleimer wirft und durch den Regen nach Hause joggt, da musste ich fast weinen. Das ist eine sehr außergewöhnliche Liebesgeschichte: Ein Autist verliebt sich. Natürlich verliebt er sich nicht so wie andere Menschen. Insbesondere weil er ja weiß, dass er nicht in Ordnung ist und anders als die normalen Menschen. Daraus resultiert ein ständiges Gefühl der Unzulänglichkeit und das Wissen, dass Rosie ihn gar nicht gern haben kann. Sie hat ihm sogar gesagt, dass er als Partner nicht in Frage kommt. Und er hat sie schon längst ausgeschlossen, weil sie die meisten der Kriterien auf seinem 11-seitigen Fragebogen nicht erfüllt.

Zunächst glaubt man, dass Don Tillman, Genetikprofessor und Autist, aus reiner Berechnung und Herzlosigkeit diese umfangreiche Kriterienliste erstellt, um die perfekte Frau zu finden. Dabei, das wird ihm später erst klar, hatte sie eher das Ziel, jemanden zu finden, der ihn akzeptieren kann. Als er dann jedoch Rosie kennen lernt, die „schönste Frau der Welt“, die seine Schrullen mit Humor nimmt und ihm einfach klar sagt, was sie will, da wirft er alle Checklisten über Bord. Er versucht sogar, sich zu ändern. Er stellt seinen Speiseplan um und entrümpelt seinen Kleiderschrank. Er übt heimlich Sexstellungen. Er arbeitet an seinen sozialen Fähigkeiten und hat durch Rosie doch schon so viel gelernt.

Und dann, als er sie formvollendet darum bittet, seine Frau zu werden, läuft sie davon und lässt ihn stehen. Aus und vorbei. Es ist ihm wieder nicht gelungen. Er ist unzulänglich, kann keine Freunde und keine Partnerin finden. Immer wieder sieht er sich Liebesfilme an und ist enttäuscht darüber, dass sie bei ihm keine Gefühle auslösen. Er kann das einfach nicht. Er ist nicht gut genug für Rosie.

Am Ende, das verrate ich jetzt schonmal, gibt es ein Happy End. Weil es eben nicht nur auf Jacketts und andere Äußerlichkeiten ankommt. Weil Rosie zu schätzen weiß, was Don alles für sie getan hat und dass er es ernst mit ihr meint. In seiner autistischen Schlichtheit ist er berechenbar und zuverlässig, und ganz bestimmt macht er ihr Leben reicher und verrückter.
Zum Glück habe ich „Der Rosie-Effekt“ auch hier, so konnte es nahtlos zum zweiten Band weitergehen…

Offline leseschnecke

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Re: Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
« Antwort #1 am: 03. Dezember 2017, 10:56:05 »
Ich liebe beide Bücher! Es ist schon eine Weile her, dass ich sie gelesen habe und ich fand sie wunderbar. Warmherzig und witzig und nachdenklich stimmend. Über den Cocktailabend habe ich Tränen gelacht!

Offline Kassandra

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Re: Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
« Antwort #2 am: 04. Dezember 2017, 10:06:03 »
Ich finde es auch sehr schön, wie die Geschichte die Frage danach aufwirft, was "normal" eigentlich bedeutet. Und wie schlimm es eigentlich ist, nicht normal zu sein. Für die anderen, für sich selbst.

Offline Inge78

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Re: Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
« Antwort #3 am: 04. Dezember 2017, 16:53:57 »
Ich habe beide Bücher als Hörbücher gehört und fand sie auch total toll. Band 1 habe ich mittlerweile sogar als Buch hier, dieses Buch gehört einfach ins Regal. Viel Spaß bei Band 2
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Offline Kassandra

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Re: Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
« Antwort #4 am: 09. Dezember 2017, 11:20:12 »
Beim zweiten Band habe ich jetzt unterbrochen. Ich finde die Geschichte nun eher schmerzhaft. Diese ganzen Probleme. :-( Zwischendurch höre ich jetzt ein lustiges Hörbuch und höre dann mehr über Don und Josie.
Kassandra