Ju Honisch - Jenseits des Karussells

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Offline Kathrin

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Ju Honisch - Jenseits des Karussells
« am: 05. April 2018, 10:51:25 »
Jenseits des Karussells
Ju Honisch
Fantasy
Seiten: 828
Verlag: Feder und Schwert

Inhalt:
Die Helden von Das Obsidianherz und Salzträume gehen in die nächste Generation! Wenn man siebzehn ist, sollte das Leben weitaus mehr Spaß machen als das Cattys. Statt Bälle und Romanzen bestimmen Alpträume und Verfolgung ihr Dasein. Niemand außer ihr ahnt die Gefahr. Niemand hört ihr zu und sie selbst ist möglicherweise längst nicht mehr zu retten. Sehr viel angenehmer ist das Dasein Thorolf Treynsterns, eines jungen Künstlers und Bohemiens mit interessanten Freunden, der sich um nichts Sorgen machen muss denkt er. Doch dann tritt das Grauen in sein Leben, und mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Nicht er selbst, nicht die Welt, wie er sie kannte und auch nicht das Mädchen, das er retten wollte. Zusammen mit seinem Mitbewohner Ian McMullen, einem Studenten des Arkanen, wird Thorolf Teil eines Schachspiels zwischen Mächten, die weit über das menschliche Fassungsvermögen hinausgehen.

Meine Meinung:
Mit dem Roman „Jenseits des Karussels“ betritt die deutsche Fantasy-Autorin Ju Honisch gemeinsam mit ihren Lesern bereits zum dritten Mal die magische Welt der Fey. Die Geschichte ist eingebettet in die bayerische Landeshauptstadt und spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Welt der Dichter, Denker, Forscher und Philosophen. Hier kreuzen sich die Wege der neuen Protagonisten Thorolf Treynstein (Sohn von Sophie Treynstein, die wir in „Salzträume“ als ehemalige Geliebte von Graf Arpad kennenlernten), Ian McMullen (Thorolfs Mitbewohner, der nach seinen traumatischen Erlebnissen im Stollen in „Salzträume“ nun in München die Künste des Arkanen studiert) und Catty Lybratte (Tochter aus gutem Hause, die jedoch unter ihrer neuer Stiefmutter und ihrer Gouvernante leidet und ein Leben in Isolation führen muss).

Leider kann mich dieser Roman nicht  mehr so begeistern wie seine Vorgänger „Das Obsidianherz“ und „Salzträume.“ Ich bin mir jedoch davon überzeugt, dass dies mehr an mir und meinen aktuellen Lesevorlieben liegt, als an dem Buch selbst. Denn erneut beschreibt Ju Honisch die Ereignisse mit Humor, viel Liebe zum Detail und in einer Sprache, die perfekt zu Zeit und Setting der Geschichte passt.

Nach wie vor liebe ich ihre Ideen und facettenreichen Figuren, auch wenn ich auf die ponygroße Spinne (auf die mich das Cover bereits gewappnet hat) ganz klar hätte verzichten können. Auch wenn mit den Damen des wohltätigen Damenzirkels wie auch mit „der Macht“ (so böse die Macht auch ist) wirklich amüsante bzw. spannende Figuren auf dem Karussell ihre Runden drehen und in das Spiel eingreifen und ich auch auf Thorolfs Mutter Sophie und Graf Arpad nicht verzichten muss, so vermisse ich doch ganz eindeutig einige liebgewonnene Figuren der ersten Bücher, vor allem Constanze, Delacroix und Cerise, die Operndiva und Geliebte Graf Arpads. Die neue Protagonistin Catty geht mir zunächst mit ihrer Schwärmerei für den undurchsichtigen Graf Edmond ziemlich auf die Nerven, auch wenn diese Schwärmerei für eine 17-jährige durchaus passend zu sein scheint. Die Entwicklung, die sie im Laufe des Romans jedoch durchläuft finde ich absolut entzückend und zumindest einen Teil ihrer Fähigkeiten würde ich durchaus auch für mich in Anspruch nehmen wollen.

Trotz aller schönen und neuen Ideen ging in freien Minuten mein Griff nicht automatisch zu dem Buch, das erst relativ spät so richtig in Fahrt kommt. Es dauert nahezu 150 Seiten, bis das passiert, worauf der Klappentext anspielt und gipfelte letztlich darin, dass ich das Buch ca. 70 Seiten vor dem Ende für 1,5 Monate zu Seite legte. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es für mich einfach nicht die richtige Zeit für die Geschichte war, zumal ich momentan generell eher wenig Fantasy oder historische Romane lese, was über viele Jahre meine bevorzugten Genres waren. Vielleicht brauche ich hier einfach ein wenig Abstand um zu anderen Zeiten auch wieder voll in magische und fremde Welten entrücken zu können.

Bewertung:
Rock the Night!