Lena Sander - Phase 8.2

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Offline nirak

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Lena Sander - Phase 8.2
« am: 06. Juli 2020, 19:37:33 »
Lena Sander - Phase 8.2 (Psychothriller
ISBN: 979-8640669923
Seiten: 250
Ausgabe: ebook
ET: 05/20


Ein Thriller der unter die Haut geht

Ella hat in ihrem Leben schon so einiges hinter sich. Sie ist Journalistin, aber im Moment hat sie Erinnerungslücken. Sie liegt in einem Bett in der forensischen Psychiatrie, aber sie ist an Armen und Beinen gefesselt. Warum? Was ist geschehen? Hinzu kommt die Angst um ihre Freunde Alex und Isa. Warum sind sie nicht bei ihr oder melden sich? Was ist bloß los? Bilder aus ihrer Vergangenheit tauchen auf und ein Mord ist geschehen, in dem sie verwickelt ist. Dr. Steinhardt soll ein Gutachten erstellen und dafür benötigt er Antworten. Für Ella heißt es nun, die Realität von den Albträumen zu unterscheiden. Kein einfaches Unterfangen für die Journalistin.

Ella scheint auf den ersten Blick eine ganz normale Frau zu sein, erst bei weiterer Betrachtung kommt zutage, dass sie schon so einiges erlebt hat. Sie leidet nicht nur an ihrem Übergewicht, sondern vor allem an den seelischen Verletzungen aus ihrer Kindheit. Eine Freundin will ihr zu mindestens bei dem Übergewicht helfen und empfiehlt ihr Diätpillen. Ella schluckt diese, ohne wirklich zu wissen, was das für Pillen sind. Ich fand das schon relativ naiv, zumal sie Journalistin ist, und man eigentlich davon ausgehen kann, dass sie alles hinterfragen würde. Macht sie in diesem Fall aber nicht. Auch in der weiteren Handlung gibt es einige Szenen, die Ella in Situationen zeigen, wo man sich wünschen würde, sie würde mal ihren Verstand einschalten. Erst später klärt sich, warum sie dies eben nicht macht oder kann.

Der Erzählstil von Lena Sander ist angenehm zu lesen. Perspektivenwechsel sorgen für Spannung. Nicht nur das die Autorin in der Zeit immer mal wieder ein bisschen springt, auch gibt es Rückblenden, die aus der Kindheit von Ella erzählen. Die Beschreibungen des Waisenhauses, indem sie zeitweise gelebt hat, gehen unter die Haut. Zwischendurch ist man dann wieder in der Psychiatrie in der Gegenwart. Ich mag solche Wechsel gern lesen, es ist dann immer abwechslungsreich, auch wenn man sich immer wieder neu auf die Situationen einstellen muss, aber wie gesagt ich finde das gut. Es steigert die Spannung und gibt die Chance, sich selbst Gedanken über die Tathergänge zu machen.

Die Autorin hat es gut verstanden, Spuren zu legen und die Auflösung des Ganzen nicht zu früh zu verraten. Sicherlich hatte ich zwischendurch dann schon den richtigen Verdacht, wer dann wirklich für die Morde verantwortlich war, aber das Warum und die Aufklärung der gesamten Tathergänge kam dann erst mit den letzten Seiten.

Fazit:

„Phase 8.2“ ist ein schöner Thriller für zwischendurch und mit seinen gerade mal 250 Seiten auch schnell gelesen. Er hat aber alles, was ein Thriller für mich ausmacht. Er war spannend, unterhaltsam, manchmal auch leicht verwirrend aber angenehm zu lesen.