Todd Lockwood - Der Sommerdrache (Die ewigen Gezeiten 01)

  • 0 Antworten
  • 93 Aufrufe

Offline Kathrin

  • Globaler Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5119
Todd Lockwood - Der Sommerdrache (Die ewigen Gezeiten 01)
« am: 03. September 2020, 08:43:10 »
Der Sommerdrache von Todd Lockwood
Broschiert :  654 Seiten
ISBN-10 :  9783596298600
Herausgeber :  FISCHER Tor

Meine Meinung:
„Der Sommerdrache“ von Todd Lockwood ist der Auftakt einer geplanten Fantasy-Reihe „Die ewigen Gezeiten.“ Dieser erste Teil ist  bereits im April 2018 erschienen und bislang lässt die Fortsetzung noch auf sich warten. Aber ich bin mir sowieso nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen würde.

Das Kaiserreich Gurvaan wird von seinem Nachbarn Harodh angegriffen und selbst die als uneinnehmbar geltenden Drachenzucht von Cuuloda wird vernichtet. Als Maja und ihrem Bruder Darjan von der Drachenzucht Riat im Wald dem mystischen Sommerdrachen erscheint, entbrennt schnell zwischen der Drachenzüchterfamilie und dem Dorfpriester auf der einen Seite und den angereisten religiösen und militärischen Autoritäten aus der Hauptstadt auf der anderen Seite ein Streit über die Deutung der Erscheinung, wie auch über die Zuteilung der derzeitigen Jungtiere der Drachenzucht, denn die Regierung fordert sämtliche Jungtiere für ihre Drachenreiter-Staffel zum Kampf gegen Harodh. Der Kompromiss, der schließlich gefunden wird, geht für Maja jedoch äußerst schlecht aus. Im Gegenzug zu ihrem Bruder muss sie nicht nur auf das ihr zugedachte Drachenküken verzichten sondern gilt in Augen des religiösen Abgeordneten als verflucht und soll mit ihm ihre Heimat in Richtung der Hauptstadt verlassen. Doch Maja gibt nicht auf und als sie im Wald ein getötetes Wilddrachenweibchen findet, macht sie sich auf die Suche nach dem verwaisten Küken…

Ich bin auf das Buch, kurz nach seinem Erscheinen bei einem Bummel durch einen Buchladen aufmerksam geworden und meine Vorliebe für Drache sowie der wirklich spannend klingende Klappentext haben mich mit dem Kauf nicht lange zögern lassen. Gelesen habe ich das Buch jedoch erst gut zwei Jahre später, da mich neue Autoren im Bereich Fantasy in letzter Zeit nur noch selten überzeugen konnten und ich ein wenig skeptisch war, zumal ich über das Buch auch nur wenige Meinungen gehört habe.

Dennoch bin ich dann wirklich gut und schnell in das Buch reingekommen, als ich erst einmal angefangen habe. Der Autor wirft einen mit dem Überfall der Harodhi auf die Drachenzucht Cuuloda aber auch direkt rein ins Geschehen, und spätestens bei meinem ersten Blick auf die heimelige Drachenzucht von Riat und deren Bewohner hatte mich das Buch.

Leider wurden die ersten guten Eindrücke bald durch den mitunter anstrengenden Schreibstil des Autors bei mir getrübt. Der Stil ist stellenweise wirklich sehr gut zu lesen, teilweise aber auch derart ausschweifend und fast schon zu bildreich, dass ich das Gefühl hatte, sehr aufmerksam lesen zu müssen, um wirklich alles zu verstehen und mitzubekommen. Teilweise ist auch die Geschichte selbst etwas schleppend und zähflüssig, sodass ich mich leider mitunter auch zum Weiterlesen zwingen musste. Und wirklich neu ist die Geschichte auch nicht, aber das Rad neu zu erfinden dürfte in gerade in Fantasy eher schwierig sein. Der giere Sog zurück zum Buch ist mir oft abgegangen. Zumal ich leider auch etwas Schwierigkeiten mit der Hauptperson, Maja, hatte. Sie steht ganz klar im Mittelpunkt, bleibt mir persönlich aber ein wenig zu blass. Andere Mitglieder ihrer Familie finde ich da deutlich spannender und haben auch sehr viel mehr mein Herz für sich einnehmen können, als Maja das konnte.

Nichtsdestotrotz haben mir auch einige Aspekte des Romans sehr gut gefallen, gerade die tiefen Einblicke in die Drachenzucht, der Alltag, die Aufzucht der Küken waren toll. Ich habe mich bei der Drachenzüchter-Familie und ihren Drachen wirklich wohl gefühlt. Auch hat es der Autor schon relativ früh geschafft, mir die Tränen in die Augen zu treiben. Und ich liebe auch die Gestaltung des Romans, denn der ist mit wunderbaren Zeichnungen vom Autor selbst angereichert. Todd Lockwood ist ein wahrer Künstler und hat schon viele namhafte Fantasy-Bücher und -Cover mit seinen Werken geschmückt hat.

Das Ende hat einiges wieder wett gemacht, konnte mich mit dem Buch wieder weitestgehend versöhnen, auch wenn ich es alles in allem leider doch nur mittelmäßig fand. Letztendlich hat mir einfach die Faszination für die Geschichte gefehlt. Selbst 10 vor Schluss dachte ich noch darüber nach, das Buch abzubrechen. Aus diesem Grund werde ich die Reihe vermutlich auch nicht weiterlesen, so denn jemals weitere Teile erscheinen. Aber wer weiß, vielleicht schafft es der Klappentext von Teil 2 ja doch noch, mich genügend neugierig zu. Und eine Sache habe ich ebenfalls wieder einmal feststellen können: Fantasy passt für mich besser in den Herbst/ Winter und nicht in den Hochsommer, wenn es draußen über 30° warm ist.

Bewertung:
« Letzte Änderung: 03. September 2020, 08:45:55 von Kathrin »
Rock the Night!