Das Geständnis des Mönchs - Jan van Aken

  • 0 Antworten
  • 1522 Aufrufe

Offline Annette B.

  • Kaminkehrer
  • Hero Member
  • *
  • Beiträge: 2370
Das Geständnis des Mönchs - Jan van Aken
« am: 21. Juni 2007, 22:40:45 »
„Das Geständnis des Mönchs“  von Jan van Aken



Klappentext:

Eine alte Abtei im Jahre 1065. In seiner Zelle schabt der 99-jährige Mönch Hroswith von Wikala Pergamentseite um Pergamentseite einer Bibel ab, um die Geschichte seines Lebens niederzuschreiben. Doch dieses war alles andere als fromm und weltentrückt. Denn Hroswith, Sohn eines Schwertschmieds und selbst begabt in allerlei Handwerkskünsten, war zeitlebens ein Abenteurer und Freund der Frauen. Nachdem seine verbotene Liaison zur Tochter eines Grafen herauskommt, muss er fliehen - der Beginn einer abenteuerlichen Reise durch das mittelalterliche Europa, die ihn über Dänemark, England und Konstantinopel bis an den Hof des Sachsenkaisers Otto III. treibt. Das Geständnis des Mönchs ist ein historischer Roman der Extraklasse: atmosphärisch, üppig, sinnlich!

Meine Meinung zu dem Buch:

Wir hatten in der LR so ein paar Probleme mit diesem Mönch, aber nachdem ich das Buch mit etwas zeitlichen Abstand noch einmal angefangen habe und mich auf einen heiteren hist. Roman eingestellt habe, den ich nicht unter dem Aspekt "realistischen hist. Roman" gelesen habe, fand ich die Story zum Schluss nicht so wahnsinnig schlecht!

Der Schreibstil von Jan van Aken ist wirklich flüssig und gut. Auch der Ansatz der Geschichte ist nicht schlecht. Es geht um einen Mann, der das Pech hat 99 Jahre alt zu werden und in einer stillen Klosterzelle Bilanz zieht. Dieser Mann hat das Bedürfnis seine Erlebnisse aufzuschreiben und für die Nachwelt festzuhalten!

Jan van Aken hat hier sein Erstlingswerk hingelegt und man merkt hin und wieder das er eventl. Probleme hatte einen sauberen erzählerischen Bogen zu schlagen um von einem historischen Ereignis, zu einem anderen historisch interessanten Ereignis überzuleiten. Genau an solchen Stellen, wird es dann etwas "Münchhausen" ähnlich da die Erlebnisse des Mönchs doch sehr unrealistisch sind!

Die geschichtlichen Ereignisse, die Jan van Aken dort verbindet, über Adela Gräfin in Unterlothringen und auch Kaiser Otto, die Eremiten, die Päpste und auch den Dänischen König dieser Zeit, sind wirklich sauber recherchiert und sehr schön erzählt worden.

Jan van Aken benutzt leider oft in Dialogen einen überaus modernen Wortschatz, der dem geneigten Leder unangenehm ins Auge fällt. So Schlagwörter wie „Werbemaßnahmen“ hat bestimmt kein Sklavenhändler gekannt. Auch die Begriffe „Deutsches Reich“, „Projekt“, „Schlepptau“ oder „Steckenpferd“ waren damals bestimmt noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch.

Auch werden oft griechische oder lateinische Redewendungen und Buchtitel in die Geschichte eingeflochten, ohne das der deutschsprachige Leser eine Übersetzung findet. Schade, nicht jeder kennt die alten Dichter und Schriftsteller aus dem ersten Jahrtausend.

Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam und mit einem deutlichen Augenzwinkern von dem Mönch ( Jan van Aken) aufgeschrieben worden.

Manches mal ist die Geschichte etwas langatmig und zäh. Auch der Charakter des Mönchs ist etwas flach beschrieben, aber das macht Jan van Aken wieder wett, indem er die historischen Persönlichkeiten sehr vielschichtig und in schillernden Farben beschreibt.

Daher meine Bewertung (von einem Erbsenzähler wie Jan van Aken am Ende des Buches die kritischen Leser bezeichnet)

3-



« Letzte Änderung: 05. Juli 2007, 22:40:45 von Annette B. »
Liebe Grüße Annette