Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores

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Online Inge78

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Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores
« am: 15. August 2019, 09:19:39 »
Zitat
Bis zum Tag der Katastrophe gab es zwei Goldman-Familien. Die Baltimore-Goldmans und die Montclair-Goldmans. Die »Montclairs« sind eine typische Mittelstandsfamilie, kleines Haus im unschicken New Jersey, staatliche Schule für Marcus, den einzigen Sohn. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore: Man ist wohlhabend und erfolgreich, der Sohn Hillel hochbegabt, der Adoptivsohn Woody ein Sportass erster Güte. Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen Bewunderung für diese »besseren« Verwandten und Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Doch Hillel und Woody sind seine besten Freunde, zu dritt sind sie unschlagbar, zu dritt schwärmen sie für das Nachbarsmädchen Alexandra - bis ihre heile Welt eines Tages für immer zerbricht. Acht Jahre danach beschließt Marcus, inzwischen längst berühmter Schriftsteller, dass es Zeit ist, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber das Leben ist komplizierter als geahnt, und die »Wahrheit« über ihre Familie scheint viele Gesichter zu haben.

In meiner Begeisterung über "Harry Quebert" habe ich fast direkt mit der Geschichte der Baltimores weitergemacht.
Auch in diesem Buch ist Marcus Goldman wieder der Erzähler, erzählt dieses Mal aber die Geschichte seiner Familie
Auch wenn das Buch als "Marcus Goldman 2" beworben wird, haben die Bücher, außer Marcus Goldman als Person, nichts gemeinsam.
Und sogar Marcus lerne ich ganz Anders kennen als in "Harry Quebert"
Von daher braucht man absolut keine Vorkenntnisse, um die Baltimores zu lesen.

Dieses Buch hat mich etwas weniger begeistert als "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" . Ich hatte ein paar Probleme, ins Buch reinzukommen. Was aber daran liegt, dass wir auch viel über die Kindheit und Jugend der Goldmans erfahren, was mich erstmal nicht interessiert hat.
Auch wenn es Joël Dicker wieder schafft, mit seiner Schreibweise so Einiges raus zu reißen. Die Story ist interessant und komplex, auch wieder überraschend und undurchschaubar. Aber irgendwas fehlt mir dieses Mal. Wobei es vielleicht auch nicht fair ist, die beiden Bücher zu vergleichen. Denn es handelt sich einfach um eine komplett andere Geschichte, ja, es ist noch nicht mal ein Krimi sondern eher ein Familiendrama.
Daher habe ich mich auch schwer getan, es Genre-mäßig einzusortieren. Aber es passt schon in die Kategorie "Anspruchsvolles"
Denn der Autor schreibt auf versch. Zeitebenen, denen man aufmerksam folgen muss, um nicht den Anschluß zu verlieren. Die Personen sind komplex und haben ihre eigenen Persönlichkeiten und zwar nicht nur die Hauptprotagonisten.

Das letzte Drittel des Buches ist wieder ein Höhepunkt. Spannend, unvorhersehbar. Und wieder mit so vielen tollen Zitaten übers Schreiben und Lesen.



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