Ragnar Raimundson - Das Schicksal der Götter

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Offline sisquinanamook

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Ragnar Raimundson - Das Schicksal der Götter
« am: 03. November 2019, 15:52:51 »
"Erleben Sie die Geschichte eines unerschrockenen Nordmannes des frühen Mittelalters, dessen Alltag von Gewalt und Brutalität bestimmt wird, bis er sich mit der wiederentdeckten Kraft seiner Seele gegen die gesellschaftlichen Konventionen seines Volkes stemmt. Auf der Suche nach dem Weg in ein neues Leben begleiten ihn seine Gefährten ins heutige Russland. Doch es scheint kein Entkommen zu geben. Was auch immer er tut, er kann seinem inneren Konflikt nicht entfliehen und findet sich auf den blutigen Schlachtfeldern des unsicheren Europas seiner Zeit wieder."
https://www.amazon.de/Das-Schicksal-G%C3%B6tter-Ragnar-Raimundson-ebook/dp/B00WERQJZ2/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=Das+Schicksal+der+G%C3%B6tter&qid=1572791610&sr=8-1

Ich habe den Autor dieses Jahr auf einem Mittelaltermarkt kennen gelernt und habe mir das Buch gekauft, da es sehr spannend klang.

Pros:
Die geschichtlichen Hintergründe sind mega gut recherchiert und der Autor hat es geschafft viele Interessante Details dieser Zeit so nebenbei in den Roman zu packen, dass man gar nicht merkt, dass es eigentlich "trockener Stoff" ist. Der Leser lernt u.a. verschiedene Bestattungsrituale kennen und ist beim Bau eines Wikingerschiffes dabei. Man erfährt wie die Winkinger zu den Rus wurden und das heutige Russland für sich entdeckten und erschlossen. Der Autor hat sich sehr viel Mühe gegeben historisch korrekt zu bleiben und erklärt auch die Besonderheiten von jedem Kapital am Ende des Buches.

Contras:
Für mich trifft der Klappentext überhaupt nicht auf das Buch zu. Blutige Schlachtfelder kann man an zwei Finger abzählen. Auch stemmt sich der Protagonist meines Erachtens nicht gegen die Konventionen seines Volkes.
Während des Überfalls auf das Kloster Lindisfarne erbeutet der Protagonist Ragnar eine Frau, die zu seiner großen Liebe wird. Diese Liebe bestimmt von diesem Punkt an jede seiner Handlungen.
Ich muss sagen, diese Liebesgeschichte ging mir mehr und mehr auf die Nerven und wenn ich vorher gewusst hätte, dass dies das Hauptthema sein wird, hätte ich mir das Buch wahrscheinlich nicht gekauft.
Dazu finde ich die Figuren ziemlich flach dargestellt. Ragnar trifft auf viele historisch belegte Persönlichkeiten, der Autor hat es aber in meinen Augen nicht geschafft, diesen eine persönliche Note zu verleihen. Ich konnte nicht so mitfiebern, wie ich das von anderen historischen Romanen kenne.

Fazit: Nettes Buch aus dem man viel mehr hätte machen können. Nichts desto trotz durch die gute Recherche sehr interessant, aber kein Pageturner. Wer mehr auf Liebe steht als ich kommt aber durchaus auf seine Kosten.



P.S. Ich habe tatsächlich noch den zweiten Roman des Autors hier liegen "Das Erbe des Konstantin". Allerdings ist er in meinem SUB etwas nach unten gerutscht  :nixweiss1:




Viele Grüße
Daniela

"Das schönste Geheimnis ist: ein Genie zu sein und es als Einziger zu wissen" (Mark Twain)