Sebastian Fitzek - Das Geschenk

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Offline Esmeralda

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Sebastian Fitzek - Das Geschenk
« am: 12. November 2019, 09:37:32 »
Zitat
Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.
Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben - und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.


Mein Leseeindruck:
Wer schon Thriller von Sebastian Fitzek gelesen hat, weiß im Grunde worauf er sich einlässt.
Auch dieser Thriller "Das Geschenk" ist spannend geschrieben, mitunter psychisch verstörend, garantiert nichts für schwache Mägen und die Idee ansich ist clever erdacht.
Und dennoch: mich konnte das Buch nicht überzeugen. Ich fand die Geschichte irgendwie planlos, zu verworren und stellenweise chaotisch ... irgendwie wie "gewollt" und "nicht gekonnt".
Die zahlreichen Wendungen wirken auf mich zu inszeniert. Da konnte auch das überraschende Ende nichts mehr retten.
Es ist sicherlich gute Unterhaltung, aber an seine "Meisterwerke", wie z.B. "Passagier 23" oder "Das Paket" reicht Fitzek mit diesem Buch nicht heran.

Life is too short to read bad books. 

Offline Annette B.

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Re: Sebastian Fitzek - Das Geschenk
« Antwort #1 am: 12. November 2019, 19:51:25 »
 :wah: Klingt sehr grausam und nervenaufreibend! Also nix für mich. :wuschig:

Da lese ich dann doch lieber mit unserem Enkel zusammen "Stinki und Pupsi" von Sebastian Fitzek.    :-)
Liebe Grüße Annette

Offline Kathrin

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Re: Sebastian Fitzek - Das Geschenk
« Antwort #2 am: 21. Januar 2020, 10:47:26 »
Ich lese es gerade. Ist mein erster Fitzek und ich bin mir nicht sicher, ob es nicht ggf. auch mein letzter ist. Denn so wirklich überzeugt bin ich bislang auch nicht wirklich. Spontan würde ich sagen, da ist er in vielen Dingen über das Ziel hinausgeschossen und irgendwie finde ich es auch zu brutal. Ich dachte eigentlich, dass ich solche Brutalität ganz gut abkann, aber irgendwie hmmm, nee, finde ich das mitunter ganz schön eklig. Vielleicht ist aber auch einfach gerade bei mir nicht wirklich Thriller-Zeit. Ich lese es zu Ende, zumindest hab ich es vor, aber gut möglich, dass es das für mich auch war mit dem guten Sebastian Fitzek.
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Offline Inge78

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Re: Sebastian Fitzek - Das Geschenk
« Antwort #3 am: 22. Januar 2020, 06:31:40 »
Sandra, super zusammengefasst

Genauso war mein Eindruck beim "Geschenk", es ist zu konstruiert

Es ist so schade, schreiben kann er nämlich, der Herr Fitzek

Gerade seine ersten Bücher "Die Therapie" , "Das Kind" , "Seelenbrecher" , "Amokspiel" sind für mich Thriller Meisterwerke

Das Paket fand ich auch gut, Passagier 23 auch, Flugangst 7 a nicht so
Es schwankt doch sehr

Noah fand ich genial, aber da mochte ich auch die Thematik so sehr
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.

Offline Kathrin

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Re: Sebastian Fitzek - Das Geschenk
« Antwort #4 am: 26. Februar 2020, 13:11:03 »
So, Rezi heute morgen vorbereitet und nun auch für Euch meine Meinung:

Oh je! Ist „Das Geschenk“ wirklich mein erster, letzter und somit einziger Roman von Sebastian Fitzek? Ich befürchte es, denn sein neuester Thriller, der im Herbst 2019 erschienen ist, hat mich nicht überzeugt. Ich hätte wohl doch auf mein Bauchgefühl hören sollen: ich bin bislang gut ohne seine Thriller ausgekommen und werde das auch in Zukunft schaffen. Ich gebe zu, ich wollte mitreden können, wollte wissen, was es mit dem Hype um den Autoren auf sich hat und ich finde ihn auch super sympathisch, soweit man das aus Fernseh-Interviews überhaupt beurteilen kann, aber lesen werde ich wohl nichts mehr von ihm.

Die Geschichte ist erzählerisch sehr gut aufgebaut. Sebastian Fitzek kann schreiben und weiß an welchem Hebel er ziehen muss, um seine Leser am Ball bleiben zu lassen. Und aus diesem Grund hatte auch ich das Buch in wenigen Tagen beendet. Gerade der Anfang war gut, widerlich, eklig und brutal, aber auf eine mich verstörende Art und Weise gut. Doch letztlich war es das dann auch schon. Denn ich habe schon deutlich spannendere Thriller gelesen so dass ich den „Twist“ am Ende auch nur noch mit einem Schulterzucken abgetan habe.

Auch mit den Figuren wurde ich nicht recht warm. Ich finde es zwar gut, dass der Autor sich hier auf das spezielle Thema „Analphabetismus“ eingelassen hat und das hat er auch gut gemacht, denn das Thema war immer präsent aber nie überpräsent, aber ich konnte mit der Hauptfigur Milan leider echt nicht viel anfangen. Vor ihm kann man echt Respekt haben, wie er sich als Analphabet durchschlägt, aber hmmm, mehr irgendwie auch nicht. Auch die anderen Figuren, wie z.B. seine Freundin, das Entführungsopfer oder die Entführer selbst waren mir alle durch die Bank weg zu überspitzt dargestellt. Der männliche Part des Entührer-Duos der dumme, brutale Schläger und sie das personifizierte Böse, oberfies und zudem soooo schlau! Selbst die Gutmenschen (die ich aus Spoilergründen nicht namentlich benennen kann) waren zu viel des Guten!

Vielleicht waren es mir auch zu viele Erzählstränge und Fäden, die hier zu einem Gesamtbild verwoben werden. Das mag bei Fantasy oder hist. Romanen gut funktionieren. Bei Thrillern habe ich aber oft das Gefühl, dass die Story dadurch zu konstruiert rüberkommt und dadurch bedingt aber auch an der ein oder anderen Stelle durchschaubar.

Wie bereits anfangs geschrieben bezweifle ich, dass ich noch mal so schnell einen Thriller von Sebastian Fitzek lesen werde. Es sei denn mir würde eines seiner früheren Werke, die mir auch empfohlen worden sind, für lau über den Weg laufen. Aber vermutlich würde ich auch eher dann zögern, denn ich befürchte, dass er mir zu brutal und brachial ist. Wobei ich auch schon andere brutale und blutige Thriller gelesen habe, die ich deutlich spannender fand. Das kann es also nicht alleine sein. Schade!

Bewertung:
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