Inge Löhnig - Ich bin dein Tod

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Offline nirak

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Inge Löhnig - Ich bin dein Tod
« am: 24. Juli 2020, 19:08:51 »
Inge Löhnig - Ich bin dein Tod Tino Dühnfort Band 9
ISBN: 9783548290966
Seiten: 363
Verlag: Ullstein
Ausgabe: TB
ET: 06/20
Preis: 9,99€


Schwieriger Fall

Kommissar Tino Dühnfort hat die Abteilung gewechselt. Jetzt ermittelt er in der Abteilung für Operative Fallanalyse. Allerdings braucht er noch ein wenig, um mit den neuen Kollegen warm zu werden. Dann wird das Team an verschiedene Tatorte gerufen. Tino sieht Zusammenhänge, wo eigentlich keine sein sollten. Als er seinen Vorgesetzten davon in Kenntnis setzt, glaubt ihm dieser nicht. So ermittelt jede Abteilung für sich und als der Fehler bemerkt wird, ist es schon fast zu spät.

Dies ist bereits der 9. Krimi, in dem der Kommissar Tino Dühnfort seine Fälle lösen darf. Als angenehm empfinde ich es, dass man alle Bücher durchaus auch einzeln lesen kann. Jeder Fall in sich ist abgeschlossen, nur das Privatleben des Kommissars baut natürlich aufeinander auf, allerdings sorgen kleine Rückblenden dafür, dass man nicht das Gefühl hat, es fehle Wissen. Auch lese ich die Bücher dieser Autorin sehr gern, habe aber trotzdem nicht alle Bücher mit Kommissar Dühnfort gelesen. Allerdings konnte ich mich hier nicht dem Sog entziehen, den dieser Kommissar mit sich bringt. Einmal mit dem Lesen begonnen, war ein Innehalten fast nicht möglich. Es war spannend, dabei zu sein, wie Tino auch diese neue Herausforderung in seinem Leben meistern konnte.

Zudem hat mir gut gefallen, dass es immer mal wieder kleine Einblicke in sein Familienleben gegeben hat. Gina, seine Frau, ist für mich ein lieb gewordener Charakter, genau wie seine kleine Tochter. Wobei diese Passagen nicht zu viel Seiten in Anspruch nehmen, aber auch zeigen, wie sich die Charaktere im Laufe der Zeit weiter entwickeln.

Die Handlung, um diesen verzwickten Fall, hat Inge Löhnig spannend und glaubhaft aufgebaut. Die Motive des Täters werden so nach und nach klar. Fast könnte man sich auf die Seite des Täters stellen, so plausibel sind seine Beweggründe. Die Verbrechen an sich und die Taten selber schildert die Autorin detailreich, aber trotz allem nicht zu ausführlich. Auch hat sie es mal wieder geschickt verstanden, falsche Spuren zu legen und Polizei sowie Leser zu verwirren. Ich mag es, wenn so ein Fall etwas verzwickt ist und nicht gleich durchschaut werden kann. 

Fazit:

„Ich bin dein Tod“ ist wieder ein gelungener Krimi aus der Feder von Inge Löhnig. Er ist angenehm zu lesen, ist spannend und dabei nicht zu vorhersehbar. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.



Offline Inge78

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Re: Inge Löhnig - Ich bin dein Tod
« Antwort #1 am: 28. Juli 2020, 09:05:39 »
Karin, ich kann Dir nur raten, alle Inge Löhnig Krimis zu lesen, um Tino und die zwei von Gina, ganz tolle Krimis, alle

Ich habe "Ich bin dein Tod" sehr erwartet und mich gefreut, dass es endlich rauskam

Den Fall fand ich spannend und wie Du schon sagst, man entwickelt Verständnis für den Täter. Und ich mag die Entwicklung gerade im Privatleben der Ermittler sehr.
Auch die neue Herausforderung, vor die Tino sich selber stellt, hat mir gefallen. Bin gespannt, wie es da weitergeht.

Es war ein bisschen kurz, fand ich. Und am Ende fehlten mir da ein paar Details, deshalb kann ich keine volle Punktzahl geben
Es ist aber schon ein "Jammern auf hohem Niveau"

Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.

Offline nirak

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Re: Inge Löhnig - Ich bin dein Tod
« Antwort #2 am: 28. Juli 2020, 09:44:25 »
Ich werde meine Sammlung bestimmt noch vervollständigen. Ich weiß auch gar nicht warum, ich nicht weiter gelesen habe. Die ersten 5 Bücher kenne ich und hatten mir immer gut gefallen  :gruebel:

Offline Kathrin

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Re: Inge Löhnig - Ich bin dein Tod
« Antwort #3 am: 15. September 2020, 14:31:24 »
Und hier meine Meinung:

Wie in fast  jedem Jahr habe ich auch in 2020 den Release-Termin für „Ich bin Dein Tod“, dem neuesten Krimi aus der Feder von Inge Löhnig kaum erwarten können.  Es handelt sich hierbei um den 9. Fall für Kommissar Tino Dühnfort, der nach einigen Monaten Elternzeit eine neue Stelle und Herausforderung in der Abteilung Operative Fallanalyse angetreten hat.

Wie nicht anders zu erwarten, hat mir auch dieser Fall richtig gut gefallen, auch wenn andere Bände dieser Krimiserie oder auch der Gina-Angelucci-Reihe (ebenfalls von Inge Löhnig und mit bekannten Figuren aus der Tino-Dühnfort-Reihe) mir deutlich besser gefallen haben. Warum das so ist? Wahrscheinlich weil meine eigenen Erwartungen an die Autorin und ihre Bücher sehr hoch sind. „Ich bin Dein Tod“ konnte nach „Unbarmherzig“ (zweiter Cold Cases-Fall für Gina Angelucci) welches ich im letzten Jahr absolut gefeiert habe, eigentlich nur leicht enttäuschen. Und „Enttäuschung“ ist auch viel zu viel gesagt, wir bewegen uns in der Bewertung der Tino bzw. Gina-Krimis zwischen einer glatten 2 und einer 1***. Manch anderer Autor/Autorin wäre vermutlich froh, wenn ich sein/ ihr Buch mit einer 2 bewerten würde, aber bei Inge Löhnig weiß ich einfach, dass es besser geht. Und da ist es egal ob sie als Inge Löhnig oder Ellen Sandberg veröffentlicht.

Mein Haupt“problem“ liegt hier vor allem an Tinos neuer beruflicher Situation. Vom Grundsatz finde ich es super, dass Inge Löhnig ihren Protagonisten vor diese neue Aufgabe stellt und ich als Leserin die Polizeiarbeit bei Mordermittlungen auch mal aus einer anderen Brille betrachten kann. Es hätte vielleicht langweilig werden können, wenn Tino noch 10 Jahre als Leiter der Mordkommission mindestens ebenso viele Fälle in Form von Kriminalromanen hätte lösen müssen. Deshalb finde ich es gut und auch realistisch, dass er sich auch beruflich weiter entwickelt. Das mochte ich bei Gina ja auch sehr gerne, auch wenn es bei  ihr andere Gründe für den Wechsel in die Cold Cases Abteilung gab. Aber ich muss mich an seine neue Kollegen erst noch gewöhnen, ich habe das alte Team echt geliebt.

Außerdem kam mir das Privatleben irgendwie etwas zu kurz. Das ist aber auch gut möglich, dass ich das ebenfalls wieder im Vergleich zu „Unbarmherzig“ sehe, wo mir der private Strang sehr gut gefallen hat.

Der Fall selbst hat mir gut gefallen und war super spannend, weshalb ich das Buch auch dieses Mal wieder inhaliert habe. Ist schon auch irgendwie traurig, wenn man sich ein Jahr lang auf ein Buch so sehr freut und dann ist man nach 4-5 Tagen auch schon wieder durch damit. Aber ich hätte mich nicht zügeln können. Der Sog zum Buch war für mich unwiderstehlich.

Alles in allem ist es wieder einmal ein toller Kriminalroman von Inge Löhnig mit tollen Protagonisten und wenn ich vielleicht etwas negativ geklungen habe, dann liegt das bei mir genau wie bei Inge daran, dass das hier echt Jammern auf hohem Niveau ist. Ich kann die Reihe auch nur jedem ans Herz legen, der gerne Ermittler-Krimis liest … aber immer schön in der richtigen Reihenfolge bleiben, dann wachsen Euch die Ermittler sicherlich ebenso ans Herz wie mir!

Bewertung:
Rock the Night!