Steffen Kopetzky - Monschau

Begonnen von Esmeralda, 31. Mai 2022, 08:37:01

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Esmeralda

ZitatIm Jahr 1962, als das nukleare Wettrüsten seinen Höhepunkt erreicht, als in Algier und Paris Bomben explodieren, bricht im Wirtschaftswunder-Deutschland der junge Mediziner Nikolaos Spyridakis in die Eifel auf. Es ist eine heikle Mission: Im Kreis Monschau sind die Pocken ausgebrochen, hochansteckend und lebensgefährlich. Mitten im Karneval droht nun Stillstand, Quarantäne. Der Rither-Chef will die Fabrik um jeden Preis offen halten, keine zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist man weltweit gut im Geschäft. Ganz andere Pläne hegt Vera Rither: Die Alleinerbin studiert in Paris, bewundert Simone de Beauvoir und trägt den Geist der Avantgarde nach Monschau. Dort begegnet sie Nikolaos, der als Betriebsarzt durch die tiefverschneite Eifel zur Patientenvisite gefahren wird, vor Ansteckung geschützt durch einen Stahlarbeiteranzug. So unterschiedlich die beiden auch sind, der kretische Arzt, der als Kind die Gräuel der deutschen Besatzung miterlebt hat, und die schwerreiche Vollwaise: Sie entdecken schnell, dass sie mehr verbindet als ihre Liebe zu Miles Davis. Doch die Krankheitsfälle häufen sich, und das Virus nimmt sich, was es kriegen kann.

Steffen Kopetzky erzählt von einer Liebe im Ausnahmezustand und von der jungen, vom rasanten Wirtschaftswachstum geprägten Bundesrepublik – und verwandelt die wahren Begebenheiten eines kaum bekannten Kapitels deutscher Geschichte in packende Literatur.

Mein Leseeindruck:
Schauplatz dieses Romans ist ein Ort in der Eifel, namens "Monschau", in dem in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Pocken-Epidemie wütete.
Ein junger griechischer Arzt kämpft mit den zu dieser Zeit vorhandenen Mitteln und Wissen gegen diese Epidemie.
Dabei verhindern mächtige wirtschaftliche Interessen die notwendigen Quarantäne-Maßnahmen.

Kommt Euch bekannt vor?! - Kein Wunder.
Der Roman ist im April 2021 erschienen und man kann davon ausgehen, dass der Autor bewusst einen Corona-Roman geschrieben hat, ohne dass von Corona tatsächlich die Rede ist. Die Parallelen zu unseren jüngsten Pandemie-Erfahrungen sind nahezu identisch.

Die in diesem Roman eingebettete Liebesgeschichte hat mir leider nicht gefallen; sie war mir zu kitschig und die Beschreibung der Protagonistin einfach nur klischeehaft.

[note3+]
Life is too short to read bad books.