Elke Bergsma - Das Teekomplott - Büttner & Hasenkrug

Begonnen von Annette B., 07. Juni 2023, 23:01:13

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Annette B.

Das Teekomplott - Ostfrieslandkrimi
Büttner und Hasenkrug ermitteln 2


Von Elke Bergsma

ASIN ‏ : ‎ B00CMQA870
ISBN-10 ‏ : ‎ 395761001X

Seiten:  290


Klappentext:

Das beschauliche ostfriesische Dorf Canhusen (mein Heimatdorf!) wird durch eine Mordserie aufgeschreckt. Kommissar David Büttner und sein Assistent Sebastian Hasenkrug stehen vor einem Rätsel: Warum mussten die Opfer sterben? Und was hat es mit den Teebeuteln auf sich, die bei jedem der Opfer gefunden wurden? Haben diese Morde womöglich etwas mit dem Tod zweier junger Männer zu tun, die in der Nachkriegszeit auf mysteriöse Weise ums Leben kamen?


Meine Meinung:

Wer Ostfriesland so gut kennt wie ich, wusste natürlich sofort von welchem Örtchen in diesem Buch die Rede war. Somit konnte ich die Autofahrten der Ermittler von Emden nach Canhusen gut nachvollziehen. Auch die Bewohner des Dorfes werden ganz gut beschrieben, besonders ihre einsilbige und schweigsame Art. Da merkt man in vielen Szenen das die Autorin dort in Friesland aufgewachsen ist.

Grundsätzlich ist der Krimi und die Handlung ganz gut aufgebaut, verschiedene Personen werden vorgestellt und das Dorfleben wird geschickt in die Handlung eingebunden.

Kommissar Büttner und sein Assistent Hasenkrug hatte ich schon in dem Krimi >Juister Mohn< kennengelernt. In diesem Buch hatte mir Kommissar Büttner mit seiner etwas gemütlichen und ruhigen Art sehr gut gefallen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen.
Die Handlung ist durchaus spannend und man rätselt mit den Ermittlern mit.
Nach etwa der Hälfte des Buches gab es kaum noch eine Person in dem Dorf die ich nicht im Verdacht hatte. Genauso erging es auch den Ermittlern. Sie treten oft auf der Stelle und die Handlung wird an diesen Punkten schon mal etwas seicht.

Es geht einfach nicht weiter und eine Wendung ist auch nicht in Sicht...
Na ja und dann kommt endlich eine Wendung, aber die ist so etwas von unglaublich das ich ein Kopfschütteln nicht vermeiden konnte.
Aber sei`s drum, es gibt wieder eine neue Fährte und zack auch die nächste Leiche.

Nicht zu fassen wie viele Menschen innerhalb einer Woche in einem Dorf mit knapp 200 Einwohnern über den Jordan gehen. Aber jede bedauerliche Leiche nimmt sich doch noch einen Bünting Teebeutel für den Weg mit.
Der Tee ist lecker (das kann ich bestätigen) und stärkt vielleicht die Seele eines jeden Ostfriesen für die letzte Reise.

Während der korpulente Kommissar Büttner immer häufiger über seine Lieblingsspeisen, Speckpfannekuchen oder Schweinebraten lamentiert und zusätzlich ständig auf der Suche nach Cappuccino oder Kuchen ist, geht es bei den Ermittlungen einfach nicht weiter.

Grundsätzlich mag ich ja so ruhige Krimis, aber nach etwa zwei Drittel des Buches wurde es mir doch etwas zu gemütlich. Auch war so manche Wendung, die dann doch irgendwann mal kam, etwas weit hergeholt.
Wer die Entfernungen zwischen Emden und Oldenburg z.B. kennt, der kommt spätestens an diesem Punkt ins Grübeln und fragt sich warum der Kommissar nicht munter wird.

So angenehm und schön der Krimi für einen ortskundigen Leser zu lesen ist, um so unverständlicher ist es dann zu lesen das dem Kommissar kein Licht aufgeht.
Aber OK, der Kommissar hat sich auch erst kürzlich aus Hamburg nach Emden versetzen lassen.

Vielleicht hätte ich so manche Szene auch noch besser nachvollziehen können, wenn die Figuren etwas mehr tiefe besessen hätten. Die Charakter blieben mir zu blass und waren auch nicht so facettenreich, wie man es aus anderen Krimis gewohnt ist.
Die Grundidee war nicht schlecht und hätte echt noch spannender sein können, wenn die Figuren besser ausgearbeitet gewesen wären.  Statt der Erwähnung regionaler Speisen hätte die Autorin vielleicht noch einige Szenen und Dialoge mit den Dorfbewohnern einflechten können.

Die Auflösung war für mich nicht richtig rund und m.M.n. hat die Autorin mit diesem Ende ihren Krimi selbst zerschossen. Büttner und Hasenkrug hatten den Fall zwar als abgeschlossen zu den Akten legen können, aber die ganze Wahrheit blieb den Ermittlern verborgen.
Dem Leser wird sie zwar offenbart, aber auch in dieser Wahrheit gab es wieder Zufälle die mich staunen ließen.

Eine solide Auflösung für den Krimi ist das für mich nicht gewesen, sondern eher so eine Geschichte von der die Dorfbewohner irgendwann mal sagen:
,,Es war einmal ...."

Mythen, Legenden werden so zum Leben erweckt.

Auch wenn ich letzte Tage noch sagte, ich hätte mit Elke Bergsma eine neue Lieblingsautorin entdeckt, konnte sie mich mit diesem Krimi nicht so ganz überzeugen.

Da ich aber Ostfriesland liebe und ihre Beschreibungen so lebendig und schön waren, werde ich ihr auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben. 


Note: [2-]
 

Liebe Grüße Annette