Maia Franke: Die Glücksbringerin

Begonnen von Kathrin, 07. Juli 2023, 11:52:25

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Kathrin

Die Glücksbringerin von Maia Franke

Herausgeber ‏ : ‎ Piper
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 288 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3492071473

Inhalt:
Emma bringt den Menschen das zurück, was sie einst verloren haben.
Vermisst wirklich niemand all die wunderbaren Gegenstände, die sich im Fundbüro ansammeln? Emma kann es nicht glauben. Als ihr Chef sie damit beauftragt, den angeblich wertlosen Kram zu entsorgen, nimmt sie die lieb gewonnenen Schätze heimlich mit nach Hause und macht sich auf die Suche nach den Menschen, denen sie einst gehörten. Schnell merkt sie, dass hinter jedem Gegenstand eine Geschichte steckt und dass sie nicht nur die Fundsachen, sondern immer auch all das zurückbringt, was die Besitzer einst verloren haben – Erinnerungen, Träume und manchmal sogar die Hoffnung auf Glück.

Meine Meinung:
Normalerweise hinterlasse ich meine Meinung zu von mir abgebrochenen Büchern nicht schriftlich im Netz, aber da wir gerade in mehreren unterschiedlichen Threads im Forum das Thema gestreift hatten und ich gestern ein Buch (eigentlich sogar zwei) abgebrochen habe, brennt es mir gerade doch in den Fingern, zu ,,Die Glücksbringerin" von Maia Franke zu hinterlassen.

Inhaltlich klingt das Buch eigentlich nach einen wunderbaren Wohlfühlbuch und hat mich über die Buchhändlerin meines Vertrauens erreicht, die es mir empfohlen hatte. Doch leider hatte es ,,Die Glücksbringerin" schwer bei mir, da ich erst im vergangenen Jahr das Buch ,,Mr. Peardews Sammlung verlorener Dinge" von Ruth Hogan gelesen habe, das inhaltlich sehr ähnlich zu sein scheint und das ich sehr geliebt habe. Die Hoffnung war daher groß, dass auch dieses Buch jetzt mein Leserherz erreichen kann. Doch oft ist es einfach so, dass einen ein Buch nicht immer in der richtigen Stimmung erwischt. Eigentlich, so dachte ich zumindest, hatte ich Lust auf einen Wohlfühlroman, aber ,,Die Glücksbringerin" hat mir kein Glück gebracht bzw. mich nicht einfangen können.

 Zum einen fand ich, dass die Autorin etwas schneller zum Punkt hätte kommen müssen, denn das Buch ist nicht dick. Und zum anderen fand ich die Figuren schrecklich klischeehaft. Da ist keine auch nur in irgend einer Weise bei mir interessant genug, dass ich hätte bei ihnen bleiben wollen. Aber so richtig unerträglich fand ich den neuen Chef (Bürgermeister? Verwaltungschef der Stadtverwaltung) von der Hauptfigur Emma. Der war nicht nur widerlich und klischeehaft (jung, dynamisch, gut aussehend, will alles verändern, digitalisieren, neu machen, geht über Leichen, seine Mitmenschen sind ihm egal ....), sondern hat auch noch unfassbar unglaubwürdig agiert. Emma arbeitet im Archiv/ Fundbüro ihrer Heimatstadt und er will sie zu seiner Assistenz machen, ohne sie vorher kennengelernt zu haben, ohne zu wissen, ob sie sich dazu eignet und ob sie es überhaupt will. Da ich als Assistenz arbeite, weiß ich, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist, dass das so passiert. Chef und Assistenz sind ein Tandem, das eng zusammen arbeitet und das zusammen passen sollte. Klar, es kann immer mal vorkommen, dass eine Assistenz einen neuen Chef vor die Nase gesetzt bekommt, wenn der alte geht, und natürlich passt es nicht immer zwischen Chef und Assistenz, aber bevor man zusammen arbeitet, beschnuppert man sich, lernt sich kennen, zumindest war es bei mir immer so.

Da ich mitunter ein schrecklich emotionaler Mensch sein und mich in solche Kritikpunkte dann auch reinsteigern kann, konnte ,,Die Glücksbringerin" gestern keinen Blumentopf bei mir gewinnen. Was aber nicht heißen muss, dass das Buch andere Leser*innen nicht auch total begeistern und/ oder in der richtigen Stimmung erwischen kann. Und weil ich davon überzeugt bin, dass das Buch anderen Leser*innen gefallen wird, bringe ich es in einen öffentlichen Bücherschrank und hoffe, dass sich jemand darüber freut.

abgebrochen nach knapp 90 Seiten
Rock the Night!

Inge78

Gute Frage, entweder nicht die richtige Zeit fürs Buch oder einfach nicht das richtige Buch für dich

Ich bin ja immer eher schlecht in abbrechen, aber im Grunde ist es genau das Richtige, seine kostbare Lesezeit nicht mit Büchern zu vergeuden, die einem nicht gefallen. Und "Wohlfühlbücher" haben es auch öfter eher schwer bei mir

Hab mir gerade schon das Cover angeschaut, auf den ersten Blick schön, aber je näher und intensiver ich es mir anschaue, desto weniger gefällt es mir
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

Kathrin

Zitat von: Inge78 in 07. Juli 2023, 15:07:24Und "Wohlfühlbücher" haben es auch öfter eher schwer bei mir
Ich denke mir oft, dass gerade Wohlfühlbücher die richtige Zeit, die richtige Stimmung brauchen. Ich habe festgestellt, dass Wohlfühlbücher mich eher überraschen und unerwartet kommen, wo ich es vielleicht auch einfach nicht erwarte, dass es Wohlfühlbücher sind. Wenn ich nicht gerade die beste Laune habe, sollte man meinen, dass mir ein Wohlfühlbuch gut tun müsste, ist aber oft nicht so. Denke mir auch oft, dass ich manche Highlight-Wohlfühlbücher in anderen Situationen/ Stimmungen längst nicht so gut bewerten hätte.

Ich glaube, hier hat zu viel nach Wohlfühlbuch geschrien (Cover, Klappentext...)
Rock the Night!

mowala

Ich dachte auch gleich an "Mr. Peardews Sammlung verlorener Dinge". was ja wirklich wunderschön war.
Da hat etwas arg Ähnliches es eh schwer.

Danke für deinen Eindruck, dann zieht es wohl eher nicht in meine Regale :->
Das Leben ist zu kurz für später