Lesungsbericht: Mieses Karma - David Safier

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Offline Lannie

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Lesungsbericht: Mieses Karma - David Safier
« am: 06. September 2007, 15:06:30 »
Über das Buch

[isbn]3463405083[/isbn]

Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat - und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!


Meine Bericht

Es ist Mittwoch, der 05. September 2007, und endlich ist der Lesungsabend mit David Safier da. Nicht nur, dass wir im Forum in zehn Tagen sein Buch „Mieses Karma“ gemeinsam in einer Leserunde lesen werden, nein, endlich findet eine interessante Lesung in meiner direkten Umgebung statt. Klar, dass ich da hin muss. Am Tag zuvor hatte ich mir bereits die Eintrittskarte besorgt, lieber auf Nummer sicher gehen und so kann ich mich ganz entspannt auf den Weg nach Osterholz-Scharmbeck machen, keine 20 Kilometer von mir entfernt. Natürlich bin ich viel zu früh, aber welch Überraschung, die Buchhandlung „Schatulle“ hat bereits die Tore für die Gäste geöffnet und bewirtet uns mit Wein und Wasser. Davon bin ich positiv beeindruckt, meine erste Lesung mit Verköstigung. Ich nehme dankend ein Glas Wasser an, leider muss ich später noch fahren, und suche mir einen schönen Platz in der zweiten Reihe. Nach und nach füllen sich die Reihen und kurz bevor das Licht gedämpft wird, sind alle Stühle besetzt und es werden schnell noch fehlende Sitzgelegenheiten organisiert. Das Publikum ist sehr gemischt, Männer, Frauen, von Anfang 20 bis in die 70er Jahre, alles ist vertreten.
Das Licht wird gedimmt, die Buchhändlerin spricht ein paar einleitende Worte und dann ist es soweit, David Safier übernimmt und beginnt mit ein paar Erfahrungen aus seiner ersten Lesereise, aus denen er für die Zukunft gelernt hat. Die Stimmung ist gut, es wird gelacht und die eigentliche Lesung beginnt mit den ersten Passagen aus „Mieses Karma“. Es macht Spaß Herrn Safier zuzuhören, er liest wunderbar betont und ausdruckstark und auch seine Mimik passt großartig zu dem Gelesenen. Es dauert ein wenig bis sich die Gäste wirklich soweit gehen lassen können, dass sie lauthals auflachen, aber dann sind alle Dämme gebrochen. David Safier unterbricht sein Vorlesen immer mal wieder, um lustige und interessante Anekdoten zu erzählen, die teilweise sogar noch amüsanter sind, als sein Buch. Er erzählt von der Fernsehpreisverleihung als er den Fernsehpreis für „Berlin, Berlin“ bekommen hat und peinliche Situationen in Buchhandlungen, wo er selbst oder seine Frau nach seinem gerade erschienen Roman suchen. Insgesamt dauert die Lesung selbst etwa eine Stunde, danach dürfen Fragen gestellt werden. Mutig und total aufgeregt stelle ich die erste Frage und prompt verhaspel ich mich natürlich. Ob Herr Safier weitere Bücher schreiben werde? Er habe derzeit vier Ideen, wovon zumindest zwei tatsächlich in einem Roman enden werden, im Sommer 2009 könne man eventuell mit einem neuen Roman rechnen.  Aufgrund der recht kleinen Gästeschar von vielleicht 50 Leuten hageln die Fragen nicht auf Herrn Safier herab, sondern kommen recht verhalten. Aber ich erfahre, dass er kaum noch für das Fernsehen Drehbücher schreibt, sondern eher fürs Kino, z.B. arbeitet er derzeit an einem Drehbuch für „Mieses Karma“ und einen weiteren Kinofilm. Er erzählt, wie er zum Schreiben kam und warum seine Heldin Kim Lange ausgerechnet als Ameise wiedergeboren wird und dass er sich keine Hilfe bei seiner Frau bezüglich seiner weiblichen Figuren holt, sondern sich das alles selbst ausdenkt. Es scheint, er beobachtet sehr gut, denn seine Heldin ist wirklich äußerst glaubwürdig. Laut seiner Frau, sei Kim Lange David Safier als Frau und mit diesem grandiosen Schlusswort endet auch die Fragerunde. Die Buchhändlerin verliert noch ein paar Worte in eigener Sache, lädt uns noch auf ein weiteres Glas Wein/Wasser ein und erklärt die „Signierstunde“ für eröffnet. Ich reihe mich mit meinen drei Büchern bewaffnet ein, und da die meisten Gäste erst noch ihr Buch erwerben müssen, bin ich zügig an der Reihe. Ein wenig aufgeregt lade ich David Safier herzlichst zu unserer kommenden Leserunde ein und ich habe den Eindruck, dass ich wirklich auf Interesse stoße und notiere Termin und Internetadresse für ihn. Ich verabschiede mich freundlich von Herrn Safier, versichere ihm nochmals, wie sehr wir uns freuen würden, ihn zur Leserunde begrüßen zu dürfen und verlasse glücklich und mit Erinnerungen an einen sehr schönen Abend im Gepäck die Buchhandlung. David Safier beim Lesen zuzuhören und zuzusehen ist einfach ein Genuss und es fällt mir sehr schwer nicht sofort zu „Mieses Karma“ zu greifen, sondern auf die Leserunde zu warten…

Bild von David Safier




weitere Lesungsberichte
« Letzte Änderung: 09. September 2008, 16:31:33 von Lannie »
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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