Hjorth/Rosenfeld: Die Toten, die niemand vermisst (Sebastian Bergmann 03)

Begonnen von sisquinanamook, 19. Februar 2024, 13:54:38

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sisquinanamook

ZitatIn den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet.

Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie.

Als Höglund und Bergman endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein...

Dieser Fall war für mich bisher der schwächste.

Die persönliche Entwicklung der Ermittler, ihre privaten Probleme und Sorgen sind wieder richtig gut dargestellt.
Leider trat der eigentliche Fall darüber hinaus sehr in den Hintergrund und plätscherte mehr oder weniger so vor sich hin.

Ich habe auch diesen Fall als Hörbuch gehört und durch die vielen Erzählperspektiven bin ich leider ab und an durcheinander gekommen bzw. Hab an der ein oder anderen Stelle den Faden verloren.

Manche Themen -  wie z.B. die Probleme von Einwanderern in Schweden - wurden interessant beleuchtet. Dieser Erzählstrang hat mit gut gefallen - passte aber irgendwie auch nicht so richtig in die Geschichte, weil er für mich komplett parallel zur Hauptgeschichte lief und sich die Stränge erst zum Ende hin nur kurz berühren.

Sebastian Bergman ist weiterhin unsympathisch (wäre ja auch komisch, wenn es auf einmal anders wäre - von daher alles gut) und schafft es doch tatsächlich noch weitere persönliche Grenzen seiner Mitmenschen zu überschreiten.

Der Fall endet mit einem heftigen Cliffhänger, so dass es spannend bleibt, wie es weiter geht.
Ich bleib auf jeden Fall dran.

Von mir gibt es 3/5 Sternen
Viele Grüße
Daniela

Esmeralda

Ja, das stimmt.
Die eigentlichen Kriminalfälle (das habe ich auch bei ein paar der Bücher so empfunden) sind nicht immer so spannend und gut umgesetzt.
Aber die Entwicklung der Ermittler wiegt das für mich wieder auf.

Zitat von: sisquinanamook in 19. Februar 2024, 13:54:38Der Fall endet mit einem heftigen Cliffhänger, so dass es spannend bleibt, wie es weiter geht.
Ich bleib auf jeden Fall dran.
Oja, die Cliffhänger haben's echt in sich.  :umfall:
Life is too short to read bad books. 

sisquinanamook

Dass das Augenmerk nicht so auf den Fällen an sich liegt hat man schon in den anderen beiden Teilen gemerkt finde ich.
Da waren sie aber noch halbwegs gut ausgearbeitet und hat mich auch nicht weiter gestört, weil das Verhältnis von Privatleben und Fall für mich schon noch passte.

In dem Teil hier fand ich es aber schon etwas extrem, was bestimmt auch am Hörbuch gelegen hat.
Vielleicht wäre es mir beim selber lesen gar nicht so krass vorgekommen  :nixweiss1:

Viele Grüße
Daniela

Kathrin

Und hier nun auch meine Meinung:

Wie gut, dass ich mir zumindest ab und an Notizen mache während des Lesens, denn oft fällt mir gerade bei Krimis und den einzelnen Fällen einer Krimi-Reihe kaum etwas ein, was ich in meiner (Kurz-) Meinung schreiben könnte. Und gerade dieser dritte Fall für Sebastian Bergmann ,,Die Toten, die niemand vermisst" konnte mich anfangs gar nicht abholen.

Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass der Roman auf der Stelle tritt und zumindest ein Nebenschauplatz, der nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun hat, das Buch ganz schön ausgebremst hat. Doch  mit ein wenig Abstand hat mich das Buch letztlich doch wieder überzeugen können. Gerade der aktuelle Fall war spannend und was steckte da alles drin: Terror-Verdacht, internationale Zusammenarbeit – und das durchaus mit kritischem Blick – sowie das Leben als Flüchtlings-Familie in einem fremden Land, einer fremden Kultur...Über Shibeka ist dieses Thema so gut rüber gebracht worden: wie fühlt es sich an mit den kulturellen und politischen Zwängen der afghanischen Gemeinschaft aber in einem Leben in Schweden, dieses Hin- und Hergerissensein zwischen dem alten und neuen Leben. Grandios gut gemacht, ich mochte ihre Entwicklung im Laufe des Romans extrem gerne!

Und auch im Ermittlerteam rund um Sebastian Bergmann und Torkel Hoglund ist wieder einiges los, die Luft innerhalb des Teams ist extrem spannungsgeladen. Wobei die bereits erwähnten Nebenschauplätze mir fast schon zu viel Raum eingenommen haben. Und dann das Ende – ein böser Cliffhanger, wie es für diese Reihe wohl Tradition ist. Wenn man bei dem Ende nicht zwingend weiterlesen will, dann weiß ich auch nicht. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich die Reihe für mich entdeckt und glücklicherweise noch ein paar Bücher um dieses Ernittlerteam vor mir habe.

 :Box1:  :Box1:  :Box1:  :Box1:   :Box1:
Rock the Night!

Inge78

Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Im finst´ren Förenwald, da wohnt ein greiser Meister. Er ficht gar furchtlos kalt sogar noch feiste Geister.
(aus "ES" von Stephen King)

Fiktion ist wie ein Spinnennetz, das, auch wenn nur vielleicht ganz leicht, an allen vier Ecke des Lebens befestigt ist.
- Virginia Woolf

Kathrin

Ja, mach das mal! BIn gespannt, was Du zu Sebastian Bergmann sagen wirst.
Rock the Night!

SilkeS.

Dank dem Hear-Reading (ich habe Buch und Hörbuch parrallel gehabt), war ich nach 3 Tagen mit dem Handgelenksbrecher durch.
Großteil habe ich aber das HB gehört und gemerkt, dass es doch stark gekürzt war (hat 443 Min = 7,38 Std)

Zitat von: sisquinanamook in 19. Februar 2024, 13:54:38Dieser Fall war für mich bisher der schwächste.
Finde ich auch.

Zitat von: Esmeralda in 19. Februar 2024, 14:22:29Die eigentlichen Kriminalfälle (das habe ich auch bei ein paar der Bücher so empfunden) sind nicht immer so spannend und gut umgesetzt.
Aber die Entwicklung der Ermittler wiegt das für mich wieder auf.
Ja, die Geschichte um Sebastian und Vanja und Trokel und Ursula...
Sebastian ist ja auch ziemlich dreist und scheut vor NIX zurück, dass Vanja dableibt.
Was ist er für ein Egoist, seiner Tochter die Karriere zu verbauen  :meckern:


Zitat von: Kathrin in 15. April 2025, 12:59:10Und gerade dieser dritte Fall für Sebastian Bergmann ,,Die Toten, die niemand vermisst" konnte mich anfangs gar nicht abholen.
Mich hat der komplette Krimifall nicht abgeholt. Ich habe da einiges nicht kapiert. Kann aber auch auch an dem gekürzten Hörbuch liegen.

Zitat von: Kathrin in 15. April 2025, 12:59:10Und dann das Ende – ein böser Cliffhanger, wie es für diese Reihe wohl Tradition ist.
Oja, mir ist da gestern dann doch die Kinnlade runtergefallen und ich habe verzweifelt nach weiterem Text gesucht...  :dong:  Naja ich muß stark sein, habe nächsten Teil nicht zu Hause und muß eben auch erstmal meinen TBR für den März weglesen, bevor ich es mir erlauben darf einen weiteren Sebastian Bergmann zu lesen.

Ist den der 4. Teil wieder besser???
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Esmeralda

Zitat von: SilkeS. in 09. März 2026, 12:57:00Ist den der 4. Teil wieder besser???
Also, hab gerade nachgeschaut ... mir hatte Band 4 wieder wesentlich besser gefallen.
Dieser dritte Band ist aber für die weitere Entwicklung auch schon wichtig; auch, wenn er vom Kriminalfall her nicht so packend war.
Life is too short to read bad books. 

Inge78

ZitatGroßteil habe ich aber das HB gehört und gemerkt, dass es doch stark gekürzt war (hat 443 Min = 7,38 Std)

Davon nehme ich ja Abstand, gekürzte Hörbücher gehen gar nicht, da achte ich echt drauf denn durch die Kürzungen geht oft viel verloren
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SilkeS.

Zitat von: Inge78 in 10. März 2026, 07:38:58
ZitatGroßteil habe ich aber das HB gehört und gemerkt, dass es doch stark gekürzt war (hat 443 Min = 7,38 Std)

Davon nehme ich ja Abstand, gekürzte Hörbücher gehen gar nicht, da achte ich echt drauf denn durch die Kürzungen geht oft viel verloren
Es war nicht zu erkennen, dass es gekürzt ist. Gut anhand der LAufzeit hätte ich es mir denken können. Ich habe es eben erst festgestellt, wenn ich im Buch die Stelle versuchte zu finden, wo ich mit dem Buch aufgehört hatte, wieviel gekürzt war.
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