Christianes Wanderbuch 2026

Begonnen von Christiane, 25. Februar 2026, 16:44:49

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Kathrin

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Wirklich vermisst habe ich auch nichts, wobei ich gerade an Anfang, als Gwen mit ihrer Freundin telefoniert und von dieser Pianistin auf ihre verstorbene Großmutter zu sprechen kommt, schon dachte, dass das alles ganz schön knall auf Fall erzählt wird. Und vielleicht (ich kann es nicht beurteilen, weil ich das erste Buch ja nicht kenne) hätte mich dieses Knall-auf-Fall-Artige weniger gestört, wenn ich das erste Buch schon gelesen hätte.

Ja, solide Unterhaltung kann es treffen, wobei ich es es nicht so gut erzählt finde bis jetzt.
Und ich sag nal so, wenn es für mich auf die Note 3 hinauslaufen sollte, dann weiß ich aber jetzt schon, dass ich von der Autorin wohl eher nichts mehr lesen und das Buch auch nicht meiner Schwester empfehlen werde. Empfehlenswerte Bücher sind bei mir eigentlich immer im 1-2er Bereich, Note 3 ist für mich schon eher enttäuschend. Vielleicht lese ich aber auch zu viel und gerade auch zum Thema 2. Weltkrieg, dass ich das schon ziemlich kritisch bin. Da lese ich dann lieber ein eher etwas zäheres Sachbuch über Held*innen aus dieser Zeit (z.B. aktuell "Irenas Liste"), wo ich trotz Sachbuchcharakter entweder begeistert bin, was für tolle, mutige Menschen/ Organisationen in dieser schlimmen Zeit gab, oder aber über Schicksale/ Begebenheiten, die geschildert werden entsetz bin. Diese Buch hier könnte für mich auch einfach "nur" ein weiteres Buch über diese Zeit sein, das mich halt nur leider nicht catchen kann ... aber wer weiß, wie es sich entwickelt. Wie gesagt es liest sich super flüssig, insofern vermute ich, dass ich es auch beenden werde. Aber für mich gibt es denke ich schon bessere Romane, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielen.
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Rock the Night!

Kathrin

Spoiler
Das Buch wird besser und ich gespannt, wie es weitergeht. Ich ertappe mich aber dabei, dass ich die Geschichte von Gwens Großmutter spannender finde, als die der britischen Agentinnen, und ich bleibe dabei, dass ich für die Geschichte von Gwens Großmutter eigentlich auch Band 1 kennen müsste. Damit das Bild über die Dame umfassend ist.
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Rock the Night!

Kathrin

Ich habe das Buch von Christiane inzwischen beendet. Meins war es leider nicht. Bin leider nur bei  :Box1:  :Box1:  :Box_grau1:  :Box_grau1:  :Box_grau1:  (4+) gelandet. Ausführliche Rezi folgt hoffentlich Anfang Juni, da habe ich dann endlich Urlaub!
Rock the Night!

Kathrin

Und hier noch meine finale Meinung zu Christianes Wanderbuch:

Spoiler
Ich gehöre zu den Leserinnen, die Bücher gut und ohne schlechtes Gewissen abbrechen können. ,,Wir dachten, das Leben kommt noch" von Elisabeth Sandmann, welches über unsere Wanderbuchgruppe zu mir gelangt ist, habe ich beendet, auch wenn ich, jetzt am Ende angekommen, denke ich, dass ich es besser hätte abbrechen sollen, da ich dazu neige, mich in meine Meinung (positiv wie negativ) zu einem Buch hineinzusteigern und dies war bei diesem Buch leider der Fall.

Mir ist durchaus klar, dass meine etwas extremere Meinung dem Roman von Elisabeth Sandmann nicht gerecht wird. Denn ich weiß, wieviel Zeit und Liebe und Recherche hier hineingeflossen sind. Und ich finde auch nach wie vor, dass Bücher, die über Begebenheiten während des Zweiten Weltkriegs berichten (egal ob Sachbuch oder Roman) wichtig sind und erzählt werden müssen. Außerdem wird mit der ,,Special Operations Executive" (SOE) und der Rolle von Britinnen als SOE-Agentinnen hier ein Thema angesprochen, über das man nicht oft in hist. Romanen stolpert und so habe ich einiges über den britischen Geheimdienst erfahren, was ich bisher nicht wusste. Nur leider hatte ich mehr als einmal das Gefühl, als ob ich einem Wikipedia-Artikel lese. Das war für mich nicht gut erzählt.

Positiv fand ich, dass sich das Buch schnell und leicht hat lesen lassen, aber ich hatte nicht nur wegen des Wikipedia-Stils von Anfang an mit dem Erzählstil der Autorin meine Schwierigkeiten. Inhaltlich fehlte mir etwas, ich hatte mehrfach das Gefühl, dass ich Informationen zu Gwen und ihrer Großmutter Ilsabé überlesen habe. Diverse Gedankensprünge von Gwen habe ich nicht nachvollziehen können und immer wieder meinte ich, vor allem über Ilsabé mehr wissen zu müssen, als mir das Buch erzählt. Manche Fragen, die ich mir während des Lesens stelle, wurden bis zum Ende nicht vollumfänglich aufgeklärt. Nach ungefähr dem ersten Viertel des Buchs habe ich angefangen, andere Meinungen über den Roman zu lesen und habe herausgefunden, dass es bereits einen anderen Roman zu Ilsabé von Elisabeth Sandmann gibt, der früher spielt und mit dem mir evtl. einiges klarer gewesen wäre, was Ilsabés Leben und das ihrer Familie angeht.

Mir ist klar, dass die Autorin Ilsabés Geschichte genauso, über zwei (evtl. mehr?) Romane erzählen wollte, aber da ich Ilsabé faszinierender und spannender als Romanfigur fand, als die Schwestern Pat und Simone im zweiten Erzählstrang, die als britische SOE-Agentinnen im besetzen Frankreich agiert hatten, bin ich mit der gewählten Erzählweise der Autorin einfach nicht glücklich geworden. Als Protagonistin der Rahmenhandlung bleibt mir Ilsabé deutlich zu blass, wie leider auch Pat, deren Geschichte in diesem Roman hauptsächlich erzählt wird. Der Erzählstil der Autorin in Bezug auf ihre Romanfiguren ist mir zu neutral, zu wenig emotional, die Figuren sind zu weit weg von mir. Ich bekomme ihr Leben erzählt, aber ich bin nicht dabei, erlebe es als Leserin nicht wirklich mit. Auch werden sehr viele Personen erwähnt, die aber in meinen Augen zu kleine, wenig relevante Rollen spielen und fast ein wenig überflüssig wirkten. Manches wird nur angerissen, endet aber irgendwo im Nichts. Es wird auch zu viel um die Kerne des Buches herum erzählt, wirkt zu gewollt verschachtelt, teilweise etwas konstruiert oder nicht plausibel.

Ich musste während des Lesens oft an die Romane von Joel Dicker denken, der in seinem Debutroman ,,Die letzten Tage unserer Väter" übrigens eine ähnliche Thematik beschrieben hat. Joel Dicker ist für mich ein Meister der verschachtelten Erzählweise. Bei ihm habe ich nie das Gefühl, dass er sich in seinen Handlungssträngen verirren könnte, den Überblick verlieren könnte. Bei Elisabeth Sandmann hatte ich das Gefühl leider schon.

Man kann ,,Wir dachten, das Leben kommt noch" sicherlich auch als Stand-alone lesen und es mag für manche Leser*innen sicherlich auch ein tolles und spannendes Buch sein. Ich persönlich hätte mir aber eine bessere Lenkung der Autorin durch die Erzählstränge hin zu einer kompletten und komplexen Story gewünscht und mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht.
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Rock the Night!

Christiane

Schade, Kathrin, dass es so gar nicht Dein Buch war  :tempo: . Aber danke für die ausführliche Rezi dazu  :knuddel: .
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)