Minette Walters: Fuchsjagd

Begonnen von Kathrin, 21. Oktober 2011, 08:53:27

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Kathrin

[isbn]3442459370[/isbn] Verlag: Goldmann
ISBN: 3442459370
Seiten: 477
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95

Inhalt:
n dem kleinen Dorf Shenstead residiert der alte Colonel James Lockyer-Fox mit seiner Frau Ailsa in einem stattlichen Herrenhaus. Bis James eines kalten Wintermorgens Ailsa nur mit einem Nachthemd bekleidet tot auf der Terrasse ihres Anwesens findet. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass der Colonel der Mörder sei. Als Mark Ankerton, Anwalt und Freund der Familie, anreist, um James zur Seite zu stehen, stellt er fest, dass sich hinter der pittoresken Fassade von Shenstead ein wahrer Hexenkessel verbirgt ...

Meine Meinung:
Langsam aber sich scheine ich mich zu einer Krimitante zu entwickeln, denn ,,Fuchsjagd" ist nicht nur der bereits vierte Roman von Minette Walters, den ich gelesen habe, sondern in 2011 auch bereits mein fünfter Kriminalroman. Außerdem war es für mich wieder mal ein Buch aus meinem SUB, das für mich schon mehr oder weniger auf der Abschussliste stand, denn ich hatte ihm bereits 2-3 Anläufe gegönnt und bin bislang nie richtig rein gekommen.

Warum es bei dieser letzten Chance geklappt hat, weiß ich nicht, aber ich war von Anfang an tief drin, das Buch lies sich rutschig lesen und ist bis zur letzten Seite extrem spannend – so verstörend, erschreckend, schlimm und grausam es auch mitunter war. Gerade die Gewalt gegenüber Tieren und das grausame Leben, dass der kleine Wolfie durchstehen muss, haben mich so so!!! wütend gemacht, haben mir die Tränen in die Augen getrieben, haben mich würgen und einen Fox extrem tief hassen lassen, so dass ich mich eigentlich ständig gefragt habe, warum ich das Buch weiterlese und ob ich dies alles wirklich noch lange ertragen kann. Aber ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Ich bin abends im Bett nicht mehr müde geworden und hatte so eine gute und spannende Lesezeit mit ,,Fuchsjagd".

Minette Walters erzählt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. Handlungssträngen, wobei der Zusammenhang schon schnell deutlich wird. Desweiteren spickt sie den Roman unter anderem mit Zeitungsausschnitten oder Briefen, was wiederum eine Auflockerung im Erzählstil ist, so dass sich das Buch sehr abwechslungsreich liest. Das Buch lädt zum Spekulieren ein, auch wenn ich schnell eine Zielperson vor Augen hat, auf die ich mich eingeschossen hatte. Dennoch überrumpelt mich das Buch mit manchen Wendungen, mit denen ich nie gerechnet hätte und wo ich Romanfiguren völlig falsch eingeschätzt habe bzw. mich von der Autorin habe auf's Glatteis führen lassen.

Die Figuren – egal ob sympathisch oder nicht – sind Minette Walters wunderbar gelungen. Sie sind extrem lebendig und ich denke solche Menschen kann man wirklich überall finden, auch wenn man sie vielleicht nicht wirklich braucht. Besonders beeindruckt haben mich Bella und der kleine Wolfie. Diese beiden habe ich so sehr in mein Herz geschlossen. Wolfie hätte ich am liebsten aus dem Buch herausgeholt um ihm ein besseres Leben zu bieten und Bella hätte ich die ganze Zeit am liebsten einfach immer nur gedrückt, so toll ist sie! Auch wenn ich mir selbst für Wolfie ein anderes Ende ausgemalt habe, als die Autorin mir geboten hat, so bin ich doch sehr zufrieden, wie sie es gelöst hat. Ich denke ihre Version ist wesentlich realistischer als meine leicht rosa-rot gefärbte Version.

Für mich ist ,,Fuchsjagd" das bislang beste Buch von Minette Walters und glücklicherweise wird es auch nicht das Letzte gewesen sein, dass ich von ihr lese, denn mich überzeugt die Autorin und – wie schön! – es gibt noch so viele Bücher von ihr, die ich noch nicht kenne und ich freue mich schon jetzt darauf, sie zu lesen!

Bewertung:
[note1]

lg
kathrin
Rock the Night!

SilkeS.

Habe ich ja noch im SUB, soll ich das als nächstes lesen, oder doch ein anderes....
:kopfkratz:
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SilkeS.

Hallo Kathrin!

Habe ja heute morgen mit dem Buch angefangen.
Bei dem "Fuchsmord" ging es mir ja ähnlich wie Dir. Mir war schlecht und mir ist unwillkürlich ein "oh nein, der arme Fuchs" entflüchtet, was einen etwas verwirrten Blick meiner Sitznachbarin im Zug einbrachte  :rotwerd:

Fox selbst ist ja wirklich ein schlimmer Mensch. Ich finde es grässlich, wenn ich lese, dass Kinder sich vor ihrem eigenen Vater fürchten!!!!!

Gruß SilkeS.
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Kathrin

Oh Silke, da bin ich ja schwer gespannt, wie es Dir weiter ergehen wird mit dem Buch, denn es wird sehr unterschiedlich bewertet, auch gerade von Menschen, die schon mehrere Bücher von Minette Walters gelesen haben.
Und was verwirrte Blicke meiner Sitznachbarn im Zug angeht...das kenne ich auch  :-), ich zucke nämlich immer ganz willkürlich zusammen oder fange kurzzeitig an zu stöhnen oder zu lachen oder irgendwelche kommentare von mir zu geben, ohne dass ich das eigentlich will, aber es rutscht halt doch oft genug raus :->

lg
kathrin
Rock the Night!

SilkeS.

Hallo Kathrin!
Ich habe das Buch nun auch gelesen:

Stil & Sprache
Mit Minette Walters habe ich ja so meine Probleme.
Sie schreibt nicht einfach. Nicht unbedingt von der Sprache her, sondern vom Schreibstil  und der Thematik. Ich benennen das immer mit ,,zu psychologisch".
Warum das Buch trotzdem in meinem SUB  gelandet ist, weiß ich nicht mehr, genauso wenig wie ich sagen kann, wie lange es sich dort schon befindet.

Figuren
Wie man es bei der Autorin gewohnt ist, schreibt sie Ihre Bücher  mit auffälligen Charaktern, die meist kein normales Leben aufweisen, weil sie mit sich selbst nicht klar kommen oder Probleme haben.
In diesem Buch ist es eine wild zusammengewürftelte Gruppe von Besetzungscampern. Hervorstechen tut hier, derjenige, nach dem auch der Originaltitel  lautet ,,Devil Fox".
Fox ist Vater von zwei Kindern und seine Kinder fürchten  sich so sehr vor ihm, daß ihnen vor Furcht die Zähne klappern. Die stetige Bedrohung bei ihm geht von einem Hammer aus, den er immer unter dem Hemd trägt.
Auch andere Personen, z.B. der Anwalt: sein Klient und dessen Enkelin sind sehr gut gelungen. Sie haben alle ihre Geschichte, ihre persönlichen Beweggründe und es wird alles zusammengefügt.

Fazit
Der Einstieg ist nichts für schwache Nerven: es wird beschrieben, wie ein Fuchs auf bestialische Weise ermordet wird.
Im nächsten Kapitel liest man fassungslos, über das verstörrte und verängstigte Verhältnis der Fox Kinder zu ihrem Vater.
Teilweise war mir die Geschichte zu verworren, teilweise zog sie sich etwas und ich hätte sie mir spannender und gestraffter gewünscht.
Am Ende entwirrt sich alles zu logischen, verständlichen Zusammenhängen, wenn auch die ein oder andere Frage offen bleibt


Note 2-3
[note3+]
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