Schacht Andrea - Die elfte Jungfrau

Begonnen von Annette B., 05. August 2007, 16:05:33

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Annette B.

Ungeduldig und mit großer Spannung, habe ich diesen vierten Band der Almut Serie erwartet und nun innerhalb von zwei Tagen das Buch regelrecht verschlungen.

[isbn]3442367808[/isbn]

Klappentext:
Köln, zur Karnevalszeit des Jahres 1377. Vor Beginn der Fastenzeit herrscht ausgelassene Stimmung in der Stadt. Doch die junge Begine Almut Bossart ist beunruhigt: In den letzten Monaten häufen sich Unfälle, bei denen junge Frauen zu Tode kommen. Dann verschwindet eine der Schülerinnen aus dem Beginen-Konvent - ihre Leiche wird kurz darauf mit gebrochenem Genick aufgefunden. Almut und Pater Ivo bringen eine erschreckende Mordserie ans Tageslicht, der bereits zehn Jungfrauen zum Opfer gefallen sind! Und inmitten des Narrentreibens stoßen sie auf einen schwunghaften Reliquienhandel mit geschnitzten Büsten der heiligen Ursula und ihrer elf Jungfrauen ...

Hier nun mein Eindruck von dem Buch:

Auch in diesem vierten Buch  um die Begine Almut Bossart und ihrer Freunde Pater Ivo von Spiegel, Master Krudener, Pitter und Trine, nimmt Andrea Schacht den Leser wieder liebevoll an die Hand, um ihn ins mittelalterliche Köln zu entführen.
Selten schafft es eine Autorin ihrem Leser die längst vergessener Handwerkskünste aus dem Mittelalter so detailgetreu zu beschreiben. Auch die Häuser, Straßen und Kleidung der Menschen, stellt Frau Schacht farbenfroh dem Leser vor das innere Auge.  Genauso pedantisch bringt Frau Schacht dem Leser den Charakter ihrer Hauptakteure nahe. Der Charakter des 14 jährige, spitzbübische Päckelchesträger Pitter  wird genauso klar herausgearbeitet,  wie auch der verbohrte Charakter mancher kath. Priester und Würdenträger. 
Fast spielerisch lässt Fr. Schacht dabei auch den leidigen Streit zwischen der kath. Kirche und der Stadt Köln in ihre Erzählung einfließen. Die Probleme beim Dombau und das bunte Treiben auf dem Marktplatz vor dem Dom, mit all´ seinen Gerüchen und Dreck runden das Bild vom mittelalterlichen Köln für en Leser ab.
Die kriminelle Handlung, die Almut ansatzweise erahnt, wird von Fr. Schacht mit einem eleganten, leicht psychologischen Niveau, dargestellt.
Nachdem wir in den ersten drei Büchern dieser Serie die ,,Erfindung" des ,,Kölnisch Wasser (4711)" und des allseits beliebten ,,Kölschen Biers" erleben durften, lernen wir nun in diesem Buch etwas über ,,Kölsche Kamelle" und ,,Bortenweben mit Brettchen".
Frau Schacht zieht in diesem Buch, genauso wieder mit viel Humor und sauber recherchierten Fakten, alle Register des Schriftellerieschen Könnens um das Mittelalter lebendig und den Krimi  glaubhaft zu vermitteln.
Der Schreibstil von Frau Schacht ist flüssig und leicht verständlich zu lesen. Auch wenn an manchen Stellen der Geschichte, der eine oder andere Gedankengang, oder das eine oder andere Gebet etwas zäh wirkten, stört es das Gesamtbild der Erzählung kaum.
Der Spannungsbogen ist geschickt vom Anfang bis zum Ende eingefügt und spürbar für den Leser in jedem Wort.
Mit einem schmunzeln habe ich zum ersten mal in dieser Serie, einen gut versteckten  ,,Hangover" entdeckt, der meiner eigenen kriminalistischen Spürnase eine Witterung heranwehte, die mich ahnen lässt in welcher brisanten Angelegenheit, Almut und Ivo im nächsten Buch ermitteln werden.

Ich schätze Almuts Halbschwester Aziza wird im nächsten Buch (zu meiner Freude) eine größere Rolle spielen und Pater Ivo ...........???!!!  Ach nee, das lasse ich jetzt aber lieber, Frau Schacht kann das besser  zu Papier bringen, was mir gerade im Kopf herum spukt. :detektiv:

Die überraschenden Wendungen, die Frau Schacht immer wieder in ihre Geschichten einbringt, machen es dem Leser nicht immer einfach den Täter zu erkennen.

Ein großes Kompliment muss ich Frau Schacht auch für diese schöne Liebesgeschichte machen, die sie sehr Stil- und geschmackvoll erzählt. In diesem Punkt beweist Frau Schacht in allen ihren Büchern immer wieder ein gutes Händchen, um die richtige Dosierung und Ausdrucksweise anzuwenden.

Ich kann jedem Bücherfreund, der dem Alltag entfliehen möchte mit einem guten, unterhaltsamen und spannenden Buch, die Almut Serie nur wärmstens empfehlen.
Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band dieser Serie und hoffe Frau Schacht lässt uns nicht  zu lange auf Band 5 warten.

Bis dahin werde ich meine Nase in das Buch ,,Kreuzblume" stecken, welches mich auch schon wieder voll in seinen Bann gezogen hat.

Meine Note: 1
[note1]

Ich bin ein großer Fan von Andrea Schacht und sollte es tatsächlich so sein, dass ich dieses Buch zuuu gut beurteilt habe, dann liegt es einfach daran, dass diese Bücher von Frau Schacht, für mich unverzichtbare Entspannungs-Faktoren in meinem Alltag sind. :rotwerd:

Liebe Grüße Annette

Lannie

Hallo Annette,

Danke für Deine schöne Rezi. Ich hab ja bisher erst die ersten beiden Teile gelesen, aber ich  fand die so gut, dass die restlichen auch noch folgen werden.

LG
Lannie
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

Annette B.

Liebe Lannie,

wie ich schon in meiner Rezi sagte, ich kann sie dir nur wärmstens empfehlen. :schmusen:
Obwohl Band drei allgemein eine etwas schlechtere Kritik bekommen hat, als die ersten beiden Bände, sollte man ihn auch gelesen haben. Nur allein schon um auch über das Leben innerhalb eines Benediktiner Klosters (Pater Ivo`s zu Hause) mehr zu erfahren und über Baby`s die genau an der Richtigen Stelle in einer Weihnachtsmesse schreien! :wieher:
Die Atmosphäre die Frau Schacht immer wieder in diesen Büchern heraufbeschwört, ist einfach nur toll um abzuschalten.
Ich empfehle dir, Band drei am besten in der Vorweihnachtszeit zu lesen. :nikolaus:
Liebe Grüße
Annette
Liebe Grüße Annette

Lannie

Na, das merk ich mir doch glatt. Danke für den Weihnachtstipp!  :knuddel:
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

Annette B.

Hallo Lannie,
ich will dir ja nicht "die Nase lang" :angel: machen, aber mit dem Buch "Kreuzblume" hat Frau Schacht offenbar ihr erstes Meisterstück hingelegt.
Dieses Buch hat mich, wie gesagt, schon wieder in seinen Bann gezogen, und ganz ehrlich gesagt, in der Hauptdarstellerin Antonia, spüre ich jetzt schon wieder Almuth`s Humor wieder.
Mit den Charakteren geht A.S. auch wieder sehr sorgfältig um und beschreibt dabei auch die Lebensumstäande der Hauptpersonen sehr sorgfältig. Ich bin jetzt auf Seite 222 und so langsam aber sicher zeigt sich der Suchtfaktor, meine Nachtruhe ist gefährdet...! :gr:
Allerdings hat bei diesem Buch, A.S. eine neue Stilart gewählt, sie beginnt jedes Kapitel mit Reimen, Versen oder Lebensweisheiten ganz alter Dichter! Natürlich immer passend zum Inhalt des kapitels, welchem wir als Leser uns nun widmen sollen.
Vorne in dem Buch (und hinten auch) ist ein feines schwarz-weiß Bild /Szkizze von den beiden Westtürmen des Kölner Doms, na ja und ein Personenregister gibt es natürlich auch.
Auch ist das Buch in Abschnitte unterteilt, die deutlich zeigen in welchem Jahr man sich befindet oder in welchem Zeitraum die Geschichten gerade spielen.
Frau Schacht steigert sich bei diesem Buch nicht nur in der Gestaltungsweise ihres Buches, sondern auch in ihrer Erzählweise. Sie wird immer pedantischer bei der Recherche der Fakten und setzt sie immer besser um.
Wie gesagt, ich will dir wirklich keine lange Nase machen.... :teufel:
Liebe Grüße
Annette
Liebe Grüße Annette

Lannie

Na, das Buch steht ja wenigstens schon auf dem Wunschzettel.  :->
:knuddel:
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

uschi

Hallo Lannie,

nein, nein, du hast das Buch nicht zu gut bewertet. Ich habe es ja auch schon gelesen und bin ganz deiner Meinung, ich gebe auch *****!  :->

Liebe Grüße
Uschi
Liebe Grüße
Uschi

Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling. Leicht liegt es in der Hand, entführt uns von einer Blüte zur nächsten und lässt den Himmel ahnen. (Lao-Tse)

Lannie

#7
[isbn]3442367808[/isbn]  Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-36780-1
Seiten: 560
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 7,95
ET: 07.2007


Kurzbeschreibung

Köln, zur Karnevalszeit des Jahres 1377

Vor Beginn der Fastenzeit herrscht ausgelassene Stimmung in der Stadt. Doch die junge Begine Almut Bossart ist beunruhigt: In den letzten Monaten häufen sich Unfälle, bei denen junge Frauen zu Tode kommen. Dann verschwindet eine der Schülerinnen aus dem Beginen-Konvent – ihre Leiche wird kurz darauf mit gebrochenem Genick aufgefunden. Almut und Pater Ivo bringen eine erschreckende Mordserie ans Tageslicht, der bereits zehn Jungfrauen zum Opfer gefallen sind! Und inmitten des Narrentreibens stoßen sie auf einen schwunghaften Reliquienhandel mit geschnitzten Büsten der heiligen Ursula und ihrer elf Jungfrauen ...

Meine Meinung

Wer bereits die ersten drei Teile der Roman-Reihe um die Begine Almut gelesen hat – und ich kann nur nachdrücklich empfehlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen-, wird schnell merken, dass Andrea Schacht ihrem Stil treu geblieben ist und man wie gehabt blitzschnell in die Geschichte reinkommt und sich das Buch angenehm lesen lässt. Böse Überraschungen erwarten den Leser hier nicht. Im Gegenteil. Meiner Meinung nach, ist ,,Die elfte Jungfrau" das bisher beste Buch der Reihe. Warum kann ich gar nicht genau sagen, vermutlich weil das Buch emotionaler als die bisher erschienen Romane ist, am Ende musste ich doch tatsächlich ein paar Tränen wegblinzeln.

Die Handlung konzentriert sich in erster Linie wieder auf den Kriminalfall, der spannend und in diesem Roman auch etwas krank daher kommt. Hier geschieht nicht nur ein Mord, sondern eine ganze Reihe von toten Mädchen wird nach und nach gefunden. Der Verdacht liegt nahe, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt und natürlich kann sich die Begine Almut nicht zurück halten und steckt ihre neugierige Nase wieder in Angelegenheiten, die sie nichts angehen. Mit viel Witz und Esprit, Scharfsinnigkeit und gesundem Menschenverstand macht sich Almut an die Auflösung des Falles. Ich fand ihn äußerst spannend, auch wenn ich recht früh einen konkreten Verdacht hatte, um wen es sich bei dem Mörder handelt. Aber ich lese diese Romane auch nicht in erster Linie wegen der Kriminalgeschichten, sondern wegen Almut und Pater Ivo, die ein so hinreißendes Gespann sind. Gerade das Zwischenmenschliche gefällt mir an diesen Romanen so gut, ebenso die Einblicke, die wir in das Leben einer Begine, aber auch eines Mönches bekommen, sowie die anschaulichen Beschreibungen des Alltags in Köln im 14. Jahrhundert. Und natürlich können es sich Pater Ivo und Almut nicht verkneifen, sich wieder gegenseitig Bibelzitate um die Ohren zu pfeffern. Neben dem bekannten Humor schleichen sich aber auch Sehnsucht und Wehmut in diesen Roman, was mich wirklich berührt hat und mich gespannt auf ,,Das brennende Gewand" warten lässt.

Auch in diesem Roman entwickeln sich die Figuren unglaublich weiter. Seit dem ersten Teil haben sich die wiederkehrenden Figuren unheimlich verändert, ohne dabei unglaubwürdig zu werden. Sie sind an ihren Erlebnissen und Erfahrungen gewachsen und das äußert sich auch ausdrücklich in Wesen und Charakter. Almut mit ihrer bissigen Zunge, ihrer Schlagfertigkeit und ihrem dabei so großem Herzen, Pater Ivo mit seinem Ernst, seiner Fürsorglichkeit und seiner Autorität, Trine mit ihrem offenen freundlichen Wesen, der kecke und ausgefuchste Pitter, der freundliche, intelligente Krudener, die geschäftstüchtige und lebensfrohe Aziza wie auch die gesamte Beginenschar am Eigelstein, haben sich eindringlich in mein Herz gespielt. Ich liebe einfach die Figuren, die Andrea Schacht in dieser Roman-Reihe geschaffen hat und werde sie unglaublich vermissen, wenn mit dem fünften Teil, ,,Das brennende Gewand", die Reihe abgeschlossen sein wird.

Leider fehlen eine Karte von Köln und auch ein Glossar. Ich kann mir vorstellen, dass Leseanfänger in diesem Genre doch einige Verständnisprobleme bekommen könnten, da sich nicht alle Begriffe von selbst erklären und einige schon sehr speziell sind.

Meine Bewertung

[note1]
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder

Annette B.

Hallo Lannie,

da hast du aber wirklich eine tolle Rezi geschrieben  *Respekt*

Du hast genau das zum Ausdruck gebracht, was ich auch so an den A. Schacht Romanen um die Begine Almuth so liebe !!! Die vielfältigkeit der Personen /Charakter und wie sie sich weiterentwickeln in dieser Serie.

Es ist wirklich schade das diese Serie nun zu Ende geht, aber irgendwann muß alles mal ein Ende haben.

Gut das Andrea nicht aufhört zu schreiben und wir somit noch auf viele weitere Geschichten in ähnlicher Qualität hoffen dürfen. :zwinker:

Liebe Grüße
Annette

Liebe Grüße Annette

Lannie

Ach Annette,

ich bin sooo traurig, dass es bald ein Ende hat. Auch wenn mein Verstand sagt, dass es richtig ist, ich will das aber nicht.  :heul:
Aber ich bin natürlich gespannt, was noch so von Andrea Schacht kommen wird, keine Frage.
Und das Kompliment kann ich nur zurück geben, Du hast wundervolle Aspekte mit in Deine Rezi genommen, die mir natürlich nicht eingefallen sind.  :-B

LG
Lannie
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

The Viewfinder