Die Markgräfin - Sabine Weigand

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Offline Lannie

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Die Markgräfin - Sabine Weigand
« am: 07. April 2008, 17:56:20 »
Verlag: Fischer Tb
ISBN: 3-596-15935-0
Seiten: 477
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 08.2005
Preis: € 8,95

[isbn]3596159350[/isbn]

Kurzbeschreibung

Franken, 16. Jahrhundert

Mit zehn ist sie verheiratet. Mit zwölf Witwe.
Mit fünfzehn heiratet sie den König von Böhmen.
So steht es in den Chroniken. Als sie endlich ihr eigenes Leben führen will, sperren ihre Brüder sie ein. Ihre Spur verliert sich 1542. Bis in unseren Tagen ein geheimnisvoller Fund die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach enthüllt...

Meine Meinung

Nach „Das Perlenmedaillon“ ist „Die Markgräfin“ das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe und ich muss sagen, ersteres hat mir deutlich besser gefallen.

Stilistisch ist „Die Markgräfin“ äußerst interessant und fast perfekt. Sabine Weigand benutzt zum Spannungsaufbau zwei Zeitebenen: die Gegenwart, in der Hobbyhistoriker sich an die Aufklärung eines jahrhundertealten Mordes an einem Säugling machen, und die Vergangenheit, in der der Leser „hautnah“ die Ereignisse bis zur Ermordung eben jenes Kindes miterlebt. Um alles authentischer wirken zu lassen, lässt die Autorin zahlreiche Briefe und Dokumente, teilweise historisch verbürgt, in ihren Roman einfließen, die alle in der damaligen Schriftsprache verfasst sind. Das hat mir äußerst gut gefallen, auch wenn die Sprache ab und an gewöhnungsbedürftig ist. Und nicht nur in Schrift, sondern auch in Wort, versucht die Autorin, die damals geläufige Sprache konsequent zu benutzen. Einerseits finde ich das großartig, da es dem Roman ein gewisses Flair verschafft, andererseits bin ich doch des Öfteren über fremde Begriffe gestolpert. Ein Glossar hätte ich sehr nützlich gefunden, auch wenn sich mir die meisten Begriffe erschlossen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass der Roman bei Genre-Anfänger einige Fragen aufwerfen könnte.

Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten mich einzulesen. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich einigermaßen in die Geschichte eintauchen konnte. Die schnellen Perspektivenwechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit haben es mir da nicht gerade leichter gemacht. Vor allem, weil ich gerade zu Beginn die Gegenwartsabschnitte als störend empfunden habe. Im Laufe der Geschichte  haben mir die Gegenwartsabschnitte dann doch noch besser gefallen als die Vergangenheitspassagen. Sie waren deutlich spannender und interessanter. Barbaras Geschichte mag zwar wirklich grausig und tragisch sein, allerdings hat sie es nicht geschafft, mich zu berühren und richtig zu packen. Ich war nur einmal tief bewegt und das ist mir bei einer derart dramatischen Geschichte zu wenig.

Keine der Figuren konnte mich in ihren Bann ziehen, am ehesten noch der Kastellan Haubold aus der Gegenwart. Ich vermute, das lag vor allem an den Perspektivenwechseln. Meistens habe ich dadurch Schwierigkeiten eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Auch wirken sie auf mich zum Großteil leicht durchschaubar und recht eindimensional. Richtig überraschen konnte mich keine Figuren, aber sie haben zumindest glaubhaft im Rahmen ihrer charakterlichen Darstellung agiert und waren recht lebendig.

Der mit Abstand größte Kritikpunkt von allen ist für mich, dass Barbaras Leben aus dem eigentlichen historischen Kontext heraus gerissen und in eine andere Zeit, etwa 50 Jahre zeitversetzt, eingepflanzt wurde, um einen spannenderen historischen Hintergrund zu bekommen. So etwas mag ich generell nicht und es hat mich fürchterlich verwirrt, da ich nie genau wusste, welchen historisch belegten Personen Barbara nun wirklich begegnet ist und welchen nicht. Zwar geht die Autorin in ihrem Nachwort ein wenig darauf ein, aber meiner Meinung nach nicht ausreichend. Vieles habe ich mir selbst noch rausgesucht und überprüft, weil ich schon wissen wollte mit wem Barbara es nun damals zu tun hatte.

Insgesamt hat der Roman sowohl größere Schwächen, als auch große Stärken. Der Gegenwartsteil ist spannend und unterhaltsam erzählt und bringt einem die Recherchearbeit eines Historikers sehr nahe, was mich unglaublich begeistert hat. Auch wenn ich das Buch sicherlich nicht noch einmal lesen werde, hatte ich schöne Lesestunden.

Bewertung

« Letzte Änderung: 09. September 2008, 17:51:03 von Lannie »
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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Tintagel

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #1 am: 10. Juni 2008, 19:37:58 »
Barbara wird schon als junges Mädchen aus politischen Gründen an einen sehr viel älteren Mann, den Herzog von Groß Glogau und Crossen, verheiratet. Sie ist sich ihrer Stellung bewusst, und auch wenn es dem Mädchen schwer fällt, die Heimat zu verlassen und zu einem ihr vollkommen fremden Mann zu reisen, so tut sie es doch. Jahrelang – ihr gesamtes bisheriges Leben – ist sie auf diesen Tag vorbereitet worden und nun muß sie tun, was ihre Eltern, ihr Land und nicht zu letzt ihr zukünftiger Ehemann von ihr Verlangen.

Zwei Jahre später kehrt sie als Witwe an den Hof ihrer Eltern zurück. Ihr Ehemann ist tot, doch hat er sie gut versorgt und ihr das gesamte Herzogtum vermacht. Damit wird sie nur interessanter, in den Augen ihrer Familie wertvoller, denn sie bringt nicht nur eine große Mitgift in eine mögliche neue Verbindung mit, sondern auch noch ihre Jungfräulichkeit, da die Ehe mit dem Herzog von Groß Glogau niemals vollzogen wurde.

Der König von Böhmen meldet Interesse an – und ein weiteres Mal tut das junge Mädchen, was von ihm verlangt wird. Sie heiratet per procurationem, also durch einen Stellvertreter, Vladislav II. von Böhmen und wartet geduldig auf ihre Heimführung. Dieses zieht sich, denn zu erst stellen sich dem König politische Probleme, die einen Krieg unumgänglich machen, und später wird Barbara schlicht unattraktiv für ihn. Letzten Endes interessiert ihn nur noch eines an Barbara, eine möglichst schnelle Scheidung, denn ihre Mitgift hat er schon längst an Ungarn abgetreten. Er ersucht um eine Dispens beim Papst und auch Barbara würde eine Scheidung herzlich Willkommen heißen.

Die nunmehr mittelose, nicht mehr junge Frau, wird ihren inzwischen regierenden Brüdern unbequem. Denn zu allem Übel hat Barbara sehr wohl ihren eigenen Kopf, möchte unabhängig von ihrer Familie leben und vielleicht sogar einmal eine eigene Familie haben – auch wenn sie dafür unter ihrem Stand heiraten müsste. So kommt es, dass ihr Bruder Albrecht sie auf die Plassenburg bringen lässt, wo er sie gefangen hält.

An diesem Punkt enden die wenigen Überlieferungen zu Barbara von Ansbach, Märkgräfin von Brandenburg. Was genau ihr auf der Plassenburg in der Gefangenschaft widerfahren ist, ist ungewiss. Und an dieser Stelle kommt Sabine Weigand ins Spiel.

Sie beschreibt im ersten Teil ihres Buches das Leben von Barbara, wie es überliefert wurde und lässt ihrer Phantasie ab der Gefangennahme der Markgräfin weitestgehend freien lauf. Doch nicht alleine um das Leben der interessanten historischen Persönlichkeit geht es in dem Debütroman der Autorin, sondern auch um die Plassenburg, die sich über der Stadt Kulmbach erhebt. Neben einer interessanten historischen Vergangenheit bietet sie auch genug Potenzial um einen zweiten Plot in den Roman einzubauen, der in der Gegenwart spielt.

Im zweiten Plot versucht ein Kastellan der Gegenwart, einen Kindstod aus der Vergangenheit aufzulösen. Ihm zur Seite stehen drei Freunde, die sich selbst als die „Forschenden Vier“ bezeichnen und nach und nach in die Geschichte der Plassenburg abtauchen, auf der Suche nach der Mutter des toten Kindes und einem Hinweis darauf, wie es ums Leben gekommen ist.

Was sich zuerst als einigermaßen Verwirrend ausnehmen kann, wird aber mit der Zeit immer spannender und interessanter. Durch die Zeitsprünge entstehen kaum Längen in der zu erzählenden Geschichte, denn die Protagonisten helfen sich quasi gegenseitig. So kommt der Leser nach und nach hinter das Geheimnis, welches die Plassenburg so viele Jahre lang geborgen hat.

Was negativ auffallen kann, ist die Tatsache, dass die Autorin die Geschichte der Barbara von Brandenburg quasi um 50 Jahre in die Zukunft versetzt hat. Albrecht war gar nicht ihr Bruder sondern ihr Großneffe. Durch das versetzen der Zeit werden auch die Daten anderer historischer Persönlichkeiten in Mitleidenschaft gezogen, was immer mal wieder zu Verwirrungen führen kann, wenn man Barbaras Leben parallel zum Buch auf eigene Faust recherchieren möchte. In einem sehr ausführlichen Nachwort erklärt Sabine Weigand aber selbst, wieso sie diesen Weg gewählt hat.

Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, ihre Beweggründe für gewöhnlich nachvollziehbar und somit absolut glaubwürdig. Sicherlich muß man sich den krassen Gegensatz zur heutigen Zeit und dem 16. Jahrhundert vor Augen führen, um auch Barbara verstehen zu können, die für ihre Zeit fast schon utopische Vorstellung ihr Leben betreffend hatte. Daher fällt es dem Leser an der einen oder anderen Stelle schwer, sich mit ihrem Handeln zu identifizieren. Oftmals bleibt nur ein Kopfschütteln für eine Frau, die gegen sämtliche Konventionen ihrer Zeit wieder und wieder aufbegehrt.

Aufgelockert und zugleich authentischer wird die Geschichte durch zeitgenössische Briefe und Auflistungen, die die Autorin in die Handlung mit einfließen lässt.
Was das Buch allerdings vermissen lässt, ist ganz klar ein Glossar. Zu Beginn weniger, zum Ende hin dafür umso mehr. Bei so vielen altertümlichen Ausdrücken reicht irgendwann das laienhafte Wissen, das sich manch ein Leser im Laufe der Zeit angeeignet hat, leider nicht mehr aus.

Abgesehen davon hat Sabine Weigand ein Werk geschaffen, das absolut lesenswert ist.


Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #2 am: 09. September 2009, 22:46:00 »
Hallo,

ich will auch mal kurz meine Meinung zu dem Buch kundtun, schließlich warten zwei Leute schon gespannt darauf...  :->
Ich habe diese Ausgabe hier gelesen:

[isbn]3810523658[/isbn]

Meine Meinung:

Das Buch ist auf zwei Zeitebenen erzählt, was durchaus sehr spannend sein kann, aber die ein oder andere Stolperfalle birgt. Die Idee für die Geschichte hat mir gut gefallen, die Umsetzung leider nicht.
Neben der Ebene, auf der es um die Markgräfin Barbara geht, gibt es eine zweite Ebene, auf der es sich um ein Forscherteam dreht. An sich wären beide Handlungsstränge interessant gewesen, allerdings wird sämtliche Spannung kaputtgemacht, indem im einen Handlungsstrang verraten wird, wie der andere ausgeht (mehr oder weniger) und umgekehrt.
Dadurch fragt man sich am Ende nur noch, wie es zu dem Geschehen kommen konnte und das war leider nicht sehr spannend.

Außerdem war mir die Geschichte um das Forscherteam einfach zu trocken. Ich weiß, wie schwierig und langwierig Literaturrecherche sein kann (erst recht mit so alten Quellen), aber wieso sollte ich über sowas in meiner Freizeit lesen wollen?
Der Handlungsstrang wird mit einer unnötigen Liebelei versehen, in der zwei Mitglieder des Forschungsteams verkuppelt werden. Da kam einfach überhaupt keine Stimmung auf und die Charaktere blieben allgemein farblos.

Mit Barbara konnte ich mich schon eher identifizieren, allerdings habe ich auch mit ihr nicht so sehr mitgelitten, wie es angesichts dessen, was sie durchmacht, hätte sein können.
Dieser Handlungsstrang wird leider durch zahllose Quellen verunstaltet (meiner Meinung nach). Das hatte wieder was von Literaturrecherche und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sämtliche mühsam gesammelten Briefe verarbeiten wollte. Das Buch hatte durch die teilweise seitenlangen Briefe etwas von einem Sachbuch.

Insgesamt wechseln sich die Handlungsstränge sehr oft ab, weil die Kapitel oft sehr kurz sind. Dadurch wurde ich immer wieder aus der Handlung herausgerissen und konnte mich auf keinen der Handlungsstränge wirklich einlassen.
Außerdem wird die Perspektive oft gewechselt und manchmal kommt es vor, dass aus Sicht von völlig unwichtigen Nebenfiguren erzählt wird. Das hat diesen Eindruck noch zusätzlich verstärkt.

Leider kann ich dieses Buch also nicht weiterempfehlen, obwohl die grundliegende Idee durchaus interessant ist. Eigentlich war es mir um meine kostbare Lesezeit fast zu schade, weil mich dieses Buch teilweise ziemlich genervt hat.
Daher gibt es leider nur eine 4 (wenn auch mit +):



LG, Mobi

Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #3 am: 09. September 2009, 22:52:52 »
Der mit Abstand größte Kritikpunkt von allen ist für mich, dass Barbaras Leben aus dem eigentlichen historischen Kontext heraus gerissen und in eine andere Zeit, etwa 50 Jahre zeitversetzt, eingepflanzt wurde, um einen spannenderen historischen Hintergrund zu bekommen.

Das hat mich auch ziemlich gewundert! Ich habe es zum Glück erst hinterher gemerkt, als ich das Nachwort gelesen habe, weil ich zu diesem Buch nichts gegoogelt habe.

Um alles authentischer wirken zu lassen, lässt die Autorin zahlreiche Briefe und Dokumente, teilweise historisch verbürgt, in ihren Roman einfließen, die alle in der damaligen Schriftsprache verfasst sind.

Die 'damalige Schriftsprache' war wahrscheinlich irgendeine Art von Frühneuhochdeutsch und bezweifle, dass wir das auf Anhieb verstehen würden. Deswegen finde ich solche Anpassungen immer etwas fragwürdig.

LG, Mobi

Offline Lannie

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #4 am: 10. September 2009, 10:07:29 »
Hallo Mobi

Zitat von: Mobi
Die 'damalige Schriftsprache' war wahrscheinlich irgendeine Art von Frühneuhochdeutsch und bezweifle, dass wir das auf Anhieb verstehen würden. Deswegen finde ich solche Anpassungen immer etwas fragwürdig.

Naja, dass sie es in verständliches Deutsch übertragen hat, ist schon klar.  :-> Aber das finde ich nicht weiter verwerflich, immerhin ist es immer noch ein Roman. Allerdings kann ich mit dieser Zeitversetzung auch nach so langer Zeit nicht glücklich werden. Das geht für mich dann zu weit, dann kann man doch gleich einen komplett fiktiven Roman schreiben.

LG
Lannie, die gleich zum Forumstreffen düst  :ausrast:
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #5 am: 10. September 2009, 10:17:39 »
Hi Lannie,

Naja, dass sie es in verständliches Deutsch übertragen hat, ist schon klar.  :-> Aber das finde ich nicht weiter verwerflich, immerhin ist es immer noch ein Roman.

Dann hätte sie es aber auch in normales Deutsch übertragen können (so wie halt der Rest geschrieben ist). So finde ich das einfach gekünstelt.

Allerdings kann ich mit dieser Zeitversetzung auch nach so langer Zeit nicht glücklich werden. Das geht für mich dann zu weit, dann kann man doch gleich einen komplett fiktiven Roman schreiben.

Das finde ich auch bescheuert, wenn schon eine reale Person, dann auch in ihrem richtigen Umfeld und zur richtigen Zeit. Wenn sie über die historischen Ereignisse schreiben wollte, hätte sie ja auch eine Figur erfinden können.

Lannie, die gleich zum Forumstreffen düst  :ausrast:

Ich wünsche euch ganz viel Spaß!

LG, Mobi

Offline jaqui

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #6 am: 10. September 2009, 10:22:15 »
Ich weiß, wie schwierig und langwierig Literaturrecherche sein kann (erst recht mit so alten Quellen), aber wieso sollte ich über sowas in meiner Freizeit lesen wollen?

Dieser Handlungsstrang wird leider durch zahllose Quellen verunstaltet (meiner Meinung nach). Das hatte wieder was von Literaturrecherche und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sämtliche mühsam gesammelten Briefe verarbeiten wollte. Das Buch hatte durch die teilweise seitenlangen Briefe etwas von einem Sachbuch.

Und genau diese Passagen haben mich neugierig auf das Buch gemacht.  :-> Da ich sowieso wieder Buch-Nachschub besorgen will, ist das auf meiner Liste gelandet.(nicht das ich welchen brauchen würde)  :rotwerd:

Aber ich liebe alte Quellen und finde die Arbeit mit ihnen extrem spannend. Und ich liebe alte Briefe in Büchern, auch wenn sie seitenlang sind, da das Buch für mich authentischer wird.

Obwohl du das Buch nicht weiterempfehlen wolltest (konntest), hast du es mit diesen Bemerkungen getan  :->

Katrin

Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #7 am: 10. September 2009, 12:01:05 »
Obwohl du das Buch nicht weiterempfehlen wolltest (konntest), hast du es mit diesen Bemerkungen getan  :->

Wenn du gern alte Briefe liest, dann bist du mit diesem Buch gut beraten.  :-> Meld dich doch dann mal, wie es dir gefallen hat!

Es passiert mir auch manchmal, dass ich eine negative Rezi lese und das Buch dann trotzdem (oder gerade deswegen) kaufe, weil ich weiß, dass mich so etwas nicht stört. Dann hat sich meine Rezi ja gelohnt, freut mich!  :schmusen:

LG, Mobi

Offline jaqui

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #8 am: 10. September 2009, 12:24:24 »
Ich werde mich nach dem Lesen gerne melden. :winken:

Für mich hat sich deine Rezi allemal gelohnt. Dankeschön  :schmusen:

Katrin

Offline Annette B.

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #9 am: 10. September 2009, 15:41:32 »
Hallo Mobi,

offenbar wärst du mit der gekürzten HB-Fassung besser bedient gewesen, :schmusen: denn da gab es keine langweiligen Briefe oder zähe Recherchen in der Gegenwart. Ich vermute mal, mir ist bei diesem HB nur das Wesentliche erzählt worden und das war eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte.,
Manches mal haben gekürzte HB Fassungen auch Vorteile,  :-> (wenn auch eher selten). :zwinker:
Liebe Grüße
Annette
Liebe Grüße Annette

Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #10 am: 10. September 2009, 15:47:08 »
Hi Annette,

ja das kann ich mir gut vorstellen! Wenn diese langweiligen Briefe und die ewige Recherche nicht dabei ist, dann ist die Story wahrscheinlich viel spannender.
Man glaubt es garnicht, dass ein gekürztes Hörbuch mal Vorteile haben könnte!  :->

LG, Mobi

Offline Annette B.

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #11 am: 10. September 2009, 23:24:54 »
Hallo Mobi,

Zitat von: Mobi
Man glaubt es garnicht, dass ein gekürztes Hörbuch mal Vorteile haben könnte! 

Stimmt, aber nur in ganz, ganz seltenen Ausnahmefällen. :flirt:

Liebe Grüße
Annette
Liebe Grüße Annette

Offline jaqui

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #12 am: 22. September 2009, 15:17:08 »
Ich habe bis jetzt die ersten 100 Seiten gelesen und ich finde das Buch sehr faszinierend, genau wie ich es mir eigentlich gedacht habe. Die Briefe finde ich super, das "Liebden" hat mich am Anfang sehr irritiert, das kannte ich in der Form nicht.

Bisher finde ich jedoch die Jetztzeit ein wenig langweilig, ich hoffe das steigert sich noch.

Katrin

Offline Mobi

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #13 am: 22. September 2009, 15:31:38 »
Hi jaqui,

Ich habe bis jetzt die ersten 100 Seiten gelesen und ich finde das Buch sehr faszinierend, genau wie ich es mir eigentlich gedacht habe. Die Briefe finde ich super, das "Liebden" hat mich am Anfang sehr irritiert, das kannte ich in der Form nicht.

Schön, dass es dir gefällt! Ich bin ja froh, dass ich durch meine negative Rezi etwas Positives bewirken konnte.
'Euer Liebden' kannte ich auch nicht, es kommt anscheinend aber auch in der Rhapsodyserie von Elizabeth Haydon vor (das ist aber Fantasy).

Bisher finde ich jedoch die Jetztzeit ein wenig langweilig, ich hoffe das steigert sich noch.

Nachdem mich in diesem Buch nichts überzeugt hat, gebe ich dazu besser keinen Kommentar ab.  :->

LG, Mobi

Offline jaqui

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Re: Die Markgräfin - Sabine Weigand
« Antwort #14 am: 17. Januar 2010, 18:55:57 »
So, ich bin fertig  :->

Eine Rezi fällt mir diesmal komischerweise sehr schwer und das obwohl mir das Buch eigentlich gefallen hat.

Über den Inhalt brauche ich glaube ich nichts mehr zu verraten, der steht ja schon in den anderen Rezis zur Genüge. Daher komme ich gleich mal zu meiner Meinung.
Als erstes muss ich sagen, dass ich es Sabine Weigand zu Gute halte, dass sie sich wirklich viel Mühe mit der Recherche gemacht hat. Das sieht man schon allein an den zahlreichen Briefen, die im Buch eingearbeitet sind und einen Einblick in die Zeit geben. Wer es allerdings nicht so mit seitenweisen Briefen hat, wird hier keine Freude haben.

Weigand schreibt am Ende des Buches, dass es die Markgräfin Barbara tatsächlich gab, dass sie aber einige Figuren verändert hat - aus dramaturgischen Gründen. Das kann ich noch verstehen. Was ich allerdings im Nachhinein nicht so gut finde ist die Versetzung in der Zeit um einige Jahrzehnte. Eigentlich sollte es nichts ausmachen, aber da streubt sich in mir die Historikerin. Wenn man unbedingt eine Geschichte über eine historische Person schreiben will, dann sollte man sie nicht in der Zeit versetzen, nur um eine spannendere Kulisse zu haben.

Gut fand ich dagegen die Abwechslung zwischen historischer Geschichte und Gegenwart. Das hat das Buch aufgelockert. Anfangs fand ich die Geschichte in der Gegenwart sehr nervig, aber nach und nach hat sie an Spannung zugenommen. Was ich mit der Zeit aber sehr nervig fand war, dass die Autorin Ereignisse immer voweg genommen hat. In der Gegenwart-Erzählung erfährt der Leser viele Details, die in der historischen Ebene noch gar nicht passiert sind. So ist das Buch zwar interessant zu lesen, aber manche Dinge hätte ich gerne erst später erfahren, wenn sie passieren und nicht schon rund 100 Seiten früher.

Aber nichts destotrotz fand ich das Buch sehr gut. Vor allem die Markgräfin und ihre Dienerinnen sind mir im Laufe der Zeit sehr an Herz gewachsen. Ich hatte einige nette Lesestunden und auch dass es zwei Liebesgeschichten gab, hat das Buch sympathisch gemacht.

Alles in allem also ein nettes, aber sicher nicht berauschendes Buch. Von mir gibt es daher

Katrin