Caitlin Stern: ...und hell strahlte der Mond

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Offline Kathrin

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Caitlin Stern: ...und hell strahlte der Mond
« am: 05. August 2008, 15:38:03 »
[isbn]3833494174[/isbn]   Verlag: BoD
ISBN: 3833494174
Seiten: 376
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 28,70


Meine Meinung:
Nachdem ich schon einige richtig gute Meinungen zu „…und hell strahlte der Mond“ von Caitlin Stern gelesen habe, habe ich dieses Buch nun auch endlich lesen können und habe riesengroßes Fernweh nach Irland bekommen. Das Land um den Lough Gur, die teilweise sehr alten Riten (wie die Sonnwendfeier zu Ehren der Mondgöttin Aine) und die Legende um den verwunschenen Geroid werden uns Lesern auf sehr liebevolle Weise näher gebracht. Dadurch bekommen gerade die Irland-Abschnitte sehr, sehr viel Atmosphäre und man kann sehr deutlich spüren, wie groß die Liebe der Autorin zum Land ist.

Allerdings gibt es für mich ein paar Punkte, die mich gestört haben und mich nicht ganz so begeistert zurückgelassen haben, wie andere Leser/Innen dieses Buches. Vor allem das Lektorat ging leider völlig in die Hose und ich schwöre, ich weine da mit der Autorin um die Wette, aber das ist mir einfach zu viel. Da häufen sich Rechtschreibfehler, Kommafehler, Groß- und Kleinschreibung, falsche Worte, zu wenige bzw. zu viele Leerzeichen teilweise dermaßen auf einer Seite, das ich mich da bei dem Preis, den ich für das Buch bezahlt habe schon ein wenig geärgert habe.Mag sein, dass das eine „Eigenart“ des Verlages ist, und wie gesagt, ich weine mit der Autorin in diesem Punkt mit, aber das ist mir zu viel. Da tröstet dann auch die Karte und der Glossar nicht mehr sehr viel, dennoch ein großes Danke, dass es beides in dem Buch gibt. Ich bin Fan von solchen Extras und freue mich immer sehr, wenn Bücher damit aufwarten.

Erzählt wird die Geschichte von Helena, einer jungen, modernen Frau aus München, die im Jahre 1984 als 10-Jährige das erste Mal auf den verwunschenen Geroid, Sohn des Earl of Desmond trifft. Dieser kann nur alle sieben Jahre für eine Nacht als Mensch auf der Erde weilen, und ist ansonsten in einem Schloss im Lough Gur gefangen. Leider haben mir die Jetzt-Zeit-Passagen mit Helena weniger gut gefallen. Die Passagen, die in der Vergangenheit spielen, die Verknüpfung von Helenas Vorfahren mit dem Lough Gur hatten so viel Flair, da hat mir die teilweise zu moderne Sprache von Helena und später den anderen Studenten doch ein wenig den Märchencharakter und die Zauber geraubt. Diese Sprache mag zwar zu modernen Menschen passen, aber mich persönlich hat das einfach etwas gestört. Leider fällt mir das erst im Nachhinein ein, sprich nach der Leserunde, aber ich frage mich, ob mir die Geschichte vielleicht besser gefallen hätte, wenn nicht Helena die Hauptfigur gewesen wäre, sondern ihre Großtante Agnes und die Geschichte somit 50-60 Jahre früher gespielt hätte. Agnes war für mich einfach der spannendere und vielschichtigere Charakter, verglichen mit Helena. Ich habe leider keinen Zugang zu Helena gefunden, sie war mir einfach zu passiv, gerade jeweils nach ihren Zusammentreffen mit Geroid. Hey! Da trifft sie zweimal in ihrem Leben auf den geheimnisvollen Traummann schlechthin und dann nimmt sie es einfach so hin, dass er am nächsten Morgen nicht mehr da ist? Ohne zu fragen, was mit ihm ist? Wo er ist? Da komme ich mit einem Miststück wie der Mondgöttin Aine, die mir zwar wirklich nicht sympathisch ist, aber wenigstens ihren Gefühlen freien Lauf lässt, doch wesentlich besser zurecht, auch wenn ich ihre Aktionen wirklich nicht gut heißen kann. Sie ist extrem faszinierend, hat etwas Magisches, Mystisches, aber auch Herrisches und wirkt damit sehr lebendig. Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir Geroids Großvater und später dann Helenas Sohn. Das war ein allerliebstes, zauberhaftes Gespann, das hätte ich gerne öfter genossen.

Den verwunschenen Helden der Geschichte, Geroid, mochte ich eigentlich recht gern, vor allem sein erstes Zusammentreffen mit der kleinen Helena war wirklich zauberhaft. Allerdings sind mir die späteren Zusammentreffen dann doch ein wenig zu LiRo-mäßig geworden. Bin einfach nicht der LiRo-Fan. Auch hat mir in seiner Geschichte die ein oder andere Hintergrundinformation gefehlt, bzw. hätte für mich deutlicher rüberkommen können. So hat sich mir beispielsweise nicht erschlossen, warum Geroid überhaupt verflucht wurde, wieso es dazu kommen musste, warum er bestraft wurde, aber nicht sein Vater. Oder als was Geroid eigentlich vor seiner Verfluchung als uneheliches Kind gegolten hat, denn er scheint erbberechtigt gewesen zu sein. Ich glaube da hätte die ein oder andere Seite mehr dem Buch ganz gut getan.  Oder vielleicht hätte auch einfach mehr Gewicht auf die Legende und auf Geroid, seine Mutter, seinen Großvater gelegt werden können, denn grade diese Szenen waren wunderschön, wie auch der Vortrag/ das Lied des Barden gg. Ende des Buches, als Helena endlich begreift was es mit Geroid auf sich hat. Da sind mir wohlige Schauer über den Rücken gerieselt, die ich gerne noch öfter gehabt hätte. Denn das war für mich der eigentliche Grund, warum ich dieses Buch gelesen habe, denn ich liebe Legenden, Märchen, Mythen und gerne auch das ein oder andere Fabelwesen. Ich finde es einfach eine wunderschöne Idee, um eine Legende herum eine Handlung zu stricken und daraus einen Roman zu machen.

Bewertung:


lg
kathrin
« Letzte Änderung: 10. September 2008, 08:05:56 von Kathrin »
Rock the Night!