Eragon - Was ein...

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Offline Angua

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Eragon - Was ein...
« am: 10. November 2008, 10:55:42 »
...Schrott! - Enthält ein paar leichte Spoiler

Ähm, ich hoffe ich trete jetzt niemandem auf die Füße. Und vielleicht verhält es sich mit dem Buch ja auch gaaanz anders als mit dem Film. Den habe ich nämlich gestern abend gesehen, vorher hatte ich vom Buch nur das unbestätigte Vorurteil im Kopf, dass es nix für mich sei. Ich weiß nicht mehr woher ich den Eindruck hatte, aber ich hatte Eragon für mich als Mainstreamfantasy ohne Tiefgang abgehakt. Und beschlossen, bewusst ignorant zu sein und das Buch nicht zu lesen. Jetzt ist es der Film geworden und wenn man von dem aufs Buch schließen darf, hab ich mir wirklich Zeit und Nerven erspart.

Meine Güte, das halbe Buch ist geklaut, der Rest unoriginell! Die Charakterentwicklung passiert von einem Augenschlag zum nächsten, ich kann für das Buch nur hoffen, dass den Figuren dort etwas mehr Raum geboten wurde. Dieser Verrätersohn beispielsweise. Schwups, taucht er im letzten Filmdrittel auf, spielt den Helden, entpuppt sich als Verrätersohn, spielt nochmal den Helden und ist dann sowas wie Eragons bester Kumpel. Das ging mir alles zu schnell, die Figuren haben mich insgesamt überhaupt nicht berührt. Vieles war so vorhersehbar (Broms Identität, der Typ trägt einen Lederhandschuh, wo bleibt da der Überraschungseffekt?), unoriginell (ich erspar mir mal, den Haufen verarbeiteter Klischees hier aufzulisten) bzw. vorhersehbar, unoriginell UND dumm (Eragons Rettungsaktion, ich konnte noch nicht mal den Ansatz eines Plans erkennen. Ach ja, mein persönliches Highlight des Film war die Szene im Kerker, in der Brom auftaucht - ungläubig frage ich meinen Mann, wo der denn auf einmal herkäme. Antwort "Na... von links!"  :ausrast:).

Aber was reg ich mich auf. Ich bin vielleicht auch zu verwöhnt, Eragon kann leider nicht mithalten mit der Kost, die mir sonst so serviert wird. Und irgendwie hab ich's ja auch geahnt, was da auf mich zukommt.

Ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu vielen Eragon-Fans auf die Füße getreten. Aber vielleicht tut ne kleine, mittelhitzige Diskussion diesem Forum ja ganz gut *g*. Ist eben alles Geschmacksache. Ich finds nur schade, dass Leute denken könnten, Eragon sei der Gipfel der Fantasy bzw. repräsentativ für sein Genre. Denn das ist es niemalsnienienienicht ;).

Gruß,
Angua
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Offline Steffi

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #1 am: 10. November 2008, 11:28:02 »
Hallo Du!

Also ich kenne weder Film, noch Buch (zu dem zieht es mich momentan auch gar nicht), aber ich habe bei vielen Fans gehört, das der Film extrem schlecht sein soll. Das muss natürlich jetzt nicht zwangsläufig heißen, das uns das Buch gefallen würde, allerdings habe ich das wirklich von vielen Leuten gehört.

Liebe Grüße,
Steffi
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Offline Grisel

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #2 am: 10. November 2008, 14:42:46 »
Ich bin wohl ein hoffnungsloser Fall, weil ich beides ganz OK fand. Das Buch ist zwar wenig innovativ, hat sich aber ganz nett gelesen. Die Sache mit Murtagh war schon ein bißchen weniger spontan. Wenn ich mich recht erinnere, taucht er im Buch auch früher auf. Ich werde schon weiterlesen, aber sehr eilig habe ich es damit nicht. Vor allem weil ein eingefleischte Fans von Band 3 recht enttäuscht sind und das nach künstlichen Aufblähen der Serie riecht.
Fantasy ohne Tiefgang, aber doch ganz nett, trifft es ganz gut, zumindest für den ersten Band.

Vielleicht gibt ja Minus und Minus Plus und ich fand den Film deshalb nicht so daneben, weil ich das Buch nicht vergöttere, mir die gelungene Umsetzung daher relativ Blunzn ist. Als solche leidet es unter den klassischen Kinderkrankheiten, fettes Buch in dünnen Film mit etwas Eile. Aber, ich fand das Ergebnis akzeptabel. Nur Saphiras Erwachsenwerden ging mir etwas zu schnell. Und, ich glaube, ich hatte was gegen ihre Stimme.

Offline Reiner

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #3 am: 12. November 2008, 17:15:42 »
Ich habe Eragon als Hörbuch gehört.
Das ist bei mir immer ein anderes Erlebnis als wenn ich es selber lesen müsste.
Ich fand es ganz nett. Und als Hörbuch sogar sehr unterhaltsam.
Ein bisschen nervig fand ich nur die komische Drachin Sapphira. Die hätte genausogut ein Pony sein können... :->
(...von wegen geheimnisvolle Drachen...)

Da ich immer auf der Suche nach neuem "Hörstoff" bin, habe ich mir dann auch den zweiten Teil reingezogen.
Ebenfalls gut gelungen, bzw gut vorgelesen.

Der Film dagegen war einigermaßen grottig.. Wie fast immer bei Fantasy-Verfilmungen.


Offline DG7NCA

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #4 am: 12. November 2008, 20:23:25 »

Hallo,

ähm....vielleicht sollte man dabei nie vergessen das der Autor als er es geschrieben hat so 14/ 15 Jahre alt war, in einer Sektenfamilie aufgewachsen.
Und dafür ist es sehr gut geworden.

Also bitteschön alle auf dem Teppich bleiben  :zwinker:

Gruß Carola
Liebe Grüße    
DG7NCA/Carola


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Offline Loomis

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #5 am: 14. November 2008, 10:53:41 »
Ich fand den Film auch schwach. Alles ging viel zu schnell und hatte zu wenig Tiefgang. Das Buch kenne ich nicht aber ich habe auch nicht vor, es zu lesen. Das ist nicht so ganz meine Richtung.
Ich lese gerade:Danach:Lieblingsautoren:
Joe Haldeman - Der ewige KriegDavid Eddings - Zauber der SchlangeKarl Edward Wagner, Michael Moorcock, Tobias O. Meißner, David Gemmell

Offline Angua

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #6 am: 14. November 2008, 11:12:37 »
@Carola: Ach, es geht doch nichts über einen kleinen spontanen Verriss um für Diskussionsstoff zu sorgen ;). Da verlasse ich gerne mal einen Teppich, wenn dafür eine interessante Unterhaltung in Gang kommt.

Hm, aber Deinen Beitrag versteh ich jetzt nicht ganz, d.h. ich muss Nachsicht walten lassen, wenn ein Autor einer Sektenfamilie angehört? ;) Gut, dass er so jung beim Schreiben war, wusste ich nicht. Ich habe übrigens neulich in eine Lesung von Paolini reingehört und muss sagen, DA hörte er sich an wie ein 15jähriger. Sympathisch war er mir leider nicht, er klang leicht überheblich, seeeehr amerikanisch und unbescheiden. Das natürlich ein vorbelasteter Eindruck, aber es ist interessant, was man für einen Eindruck anhand einer Stimme gewinnen bzw. bestätigen kann.

Falls es die Eragon-Fans hier beruhigt, ich habe schon wesentlich schlechteres an Fantasy-Stoff gelesen bzw. gesehen. Nie werde ich Die Macht des Einhorns von Tanith Lee oder Kirith Kirin von Jim Grimsley vergessen, zu beiden gab es denkwürdige Lesungen im alten Forum *ggg*.

In Melancholie versinkende Grüße,
Angua
« Letzte Änderung: 14. November 2008, 11:14:09 von Angua »
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Offline DG7NCA

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Re: Eragon - Was ein...
« Antwort #7 am: 14. November 2008, 11:36:29 »
HUHU,
 er WAR 15 als er das Buch schrieb, mittlerweile ist er einiges über 20...nein die Nachsicht galt dem JUNG Autor, nicht der Sektenerziehung.
Den dafür ist es doch gut geworden. Von einem "Erwachsenen" Schriftsteller erwarte ich allerdings auch was anderes.
Das meinte ich mit auf dem Teppich bleiben.
Und was Buch Kontra Film angeht.....da wissen wir wahrscheinlich alle das es "DIE" optimale verfilmung ...fast nicht gibt....wie auch.dabei verweise ich auf die Diskussion Film DG Buch.....ein unerschöpfliches Theam   :zwinker:

So nun aber weiter im normalen Konsens...

Gruß Carola
Liebe Grüße    
DG7NCA/Carola


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