Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon

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Offline Kathrin

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Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« am: 28. März 2007, 16:18:02 »
   Verlag: Heyne
ISBN: 3453350022
Seiten: 608
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,95 Euro


[isbn]3453350022[/isbn]

Inhaltsangabe:
Das lang gehütete Geheimnis um die Anfänge des Nebelreiches wird entschlüsselt. Die Geschichte der ersten Tage von Avalon beginnt mit Tiriki, Priesterin und Prinzessin von Atlantis. Sie und die letzten Überlebenden ihres Volkes sind an der Küste Britanniens gestrandet. Tiriki weiß um ihre Aufgabe, ein Heiligtum für den alten Glauben an die Große Mutter zu errichten. Während dieser magische Ort unter großen Gefahren entsteht, erfüllen sich die Schicksale der Vorfahren von König Artus und dessen Schwester Morgaine...


Meine Meinung:
„Die Ahnen von Avalon“ erzählt die Geschichte der letzten Tage des Inselreiches Atlantis, seinen Untergang und das Leben derjenigen, die die Katastrophe überleben und im heutigen England einen Neustart erleben durften. Die Hauptfiguren sind Tiriki und Micail, zwei Hüter des Lichtes und miteinander verheiratet, die beim Untergang von Atlantis von einander getrennt werden und mit anderen Flüchtlingen an unterschiedlichen Häfen in England landen.

Das Buch schließt an die Geschichte aus „Das Licht von Atlantis“ an, welches ich nicht beendet hatte, weil es mich nicht berührt sondern einfach nur genervt hatte. Aus diesem Grund hatte ich leichte Bauchschmerzen zu Beginn dieses Buches, war dann aber doch positiv überrascht, dass ich wesentlich besser mit den Ahnen zurecht gekommen bin, als mit dem Licht von Atlantis. Die Grundidee, die hinter „Das Licht von Atlantis“ und „Die Ahnen von Avalon“ steht, nämlich die Verbindung zu der Geschichte aus „Die Nebel von Avalon“ (MZBs Erstling aus der Avalon-Reihe) zu knüpfen, finde ich extrem spannend und interessant.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, hat allerdings seine Höhen und Tiefen. Es gibt rund um Tirikis Person wirklich schöne Szenen, die ich sehr mochte, dafür ging mir Micail desöfteren auf den Geist und generell fand ich die Tiriki-Passagen interessanter und schöner zu lesen, als die um Micail, was aber tatsächlich an seiner Umgebung und den anderen Figuren seiner Flüchtlingstruppe liegen mag.

Gut gefallen hat mir die Vermischung der „erleuchteten“ Priester und Priesterinnen mit der „normalen“ Bevölkerung von Atlantis, den Seeleuten, wie auch mit den Einheimischen in England, dem Sumpfvolk und dem Stamm der Ai-Zir, dadurch ist das Buch für mich einfach nachvollziehbarer geworden, als beispielsweise „Das Licht von Atlantis“, das mich mit seinen vielen guten und bösen Göttern, Mächten und Ritualen einfach nur verwirrt hat. Vielleicht sehe ich mich selbst aber auch einfach eher bei den Nicht-Erleuchteten und fühle mich bei ihnen, beispielsweise Reidel, einfach wohler.

Dadurch, dass mir vieles der „Erleuchteten“ nicht wirklich nachvollziehen konnte in ihrem Verhalten und Denken und auch weil ich mich nicht zu sehr mit dem esotherischen und glaubenstechnischen Dingen des Buches vertiefen wollte, war mir die Geschichte oft zu emotionslos. Vielleicht würde mir der Untergang von Atlantis und der Neustart aus der Sicht von Menschen wie Reidel oder Kaufmännern wie Forolin und seiner Familie besser gefallen, weil ich es besser verstehen kann und will.

Was mir an dem Buch leider auch negativ aufgefallen ist, sind ein paar vermeintliche inhaltliche Fehler. Aus eigentlich vier Priesterschülerinnen werden zwischenzeitlich drei, selbst wenn es kein Fehler war, dann wird zumindest nicht geklärt an dieser Stelle, was mit der vierten Schülerin ist. Dann werden Personen verwechselt, falsche Pronomen verwendet, ich hatte das Gefühl, dass die Autorin selbst mit den Figuren durcheinander gekommen ist. Auch ich war durch die vielen Figuren und vor allem durch die fremdklingenden Namen ziemlich verwirrt, vor allem an Anfang, aber das Personenregister im Anhang wie auch die Karte waren hilfreich, auch wenn ich mir das Personenregister noch mal selbst in einer anderen Reihenfolge, als der alphabethischen aufgemalt habe und es so etwas verständlicher fand.

Bewertung:


lg
kathrin
Rock the Night!

Offline Lannie

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Re: Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« Antwort #1 am: 28. März 2007, 16:28:30 »
Ich hab das Buch im März 2005 noch als HC gelesen und kann mich nicht ganz Kathrins Bewertung anschließen.
(Meine Meinung fällt bei diesem Buch recht kurz aus, weil ich zu der Zeit gerade erst begonnen hatte, Rezensionen zu schreiben.)

Meine Meinung

Selbstverständlich musste ich auch das letzte Buch* der Avalon-Reihe haben, nachdem ich schon alle anderen mit Begeisterung gelesen habe. Wie entstand Avalon? Eine interessante Frage, die in diesem, letzten Buch von Marion Zimmer Bradley beantwortet wird.

Allerdings darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass dieser Roman nach dem Tod von Marion Zimmer Bradley entstand.
Aus detaillierten Aufzeichnungen schuf Diana L. Paxson mit Hilfe des Sohnes der verstorbenen Autorin, David Bradley, diesen faszinierenden Roman mit der Theorie, die Bewohner des versunkenen Atlantis bauten im fernen Britannien eine neue Zivilisation auf, um ihre Religion und ihre Mysterien zu erhalten, aus der schließlich das uns „bekannte" Avalon entstand.

Die Beschreibung Atlantis', sowie der neuen Heimat auf den „Zinn-Inseln" ist wie immer farbenfroh und eindrucksvoll beschrieben. Die Handlung ist ergreifend, die Hauptpersonen liebenswert und engagiert. Allerdings macht es sich sehr bemerkbar, dass Marion Zimmer Bradley diesen Roman nicht allein geschrieben hat, denn die Faszination, die mich sonst bei all ihren anderen Romanen ergiffen hat, ist dieses Mal leider nicht so zu spüren.

Für alle, die die Avalon-Reihe gelesen haben oder lesen wollen, ist dieses Buch ein Muss. Mich hat die Lust gepackt, jetzt nach Beendigung des Romans mit „Die Wälder von Albion" von neuem den Zyklus zu beginnen....

Meine Bewertung

Note: 3+



______________
* 2005 dachte ich noch, es wäre das letzte Buch. Mittlerweile ist ja noch ein weiterer Roman des Zyklus erschienen: "Die Hüterin von Avalon".
« Letzte Änderung: 12. Mai 2008, 11:42:18 von Lannie »
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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Offline Eleal

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Re: Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« Antwort #2 am: 05. April 2007, 17:58:10 »
Allerdings macht es sich sehr bemerkbar, dass Marion Zimmer Bradley diesen Roman nicht allein geschrieben hat, denn die Faszination, die den Leser sonst bei all ihren anderen Romanen ergiffen hat, ist dieses Mal leider nicht so zu spüren.
Aber für alle, die die Avalon-Reihe gelesen haben oder lesen wollen, ist dieses Buch ein Muss.

Nicht alleine trifft es vielleicht nicht so ganz. Da MZB schon seit 8 Jahren tot ist, hat Diana Paxson das Buch mit Hilfe von Notizen, die ihr ihre frühere Mentorin und Coautorin hinterlassen hat, geschrieben. Aber mit dem Namen MZB auf dem Cover verkauft es sich eben besser  :teufel:

Zu dem Buch selber kann ich nichts sagen, da ich es, wie alle Avalon-Romane außer dem Original - die Nebel von Avalon -  nicht gelesen habe.

MZB ist eine Autorin von der ich mich über die Jahre wegentwickelt habe. Die Nebel von Avalon war aber mit das erste "Erwachsenen-Buch", dass ich gelesen habe (mit 13 oder 14) und hat meine Lust an Fantasy geweckt. Daher hat es immer einen besonderen Platz in meiner Erinnerung, den ich aber auch nicht durch einen Re-Read entzaubern möchte.

Gruß,
Eleal

Offline Lannie

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Re: Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« Antwort #3 am: 05. April 2007, 20:03:05 »
Hallo Eleal,

ja, das ist mir bekannt gewesen. Irgendwo hatte ich auch mal eine Rezi, wo ich das genauer behandel, aber irgendwie ist sie verschollen. Übrigens, MZBs Sohn hat beim Auswerten der Notizen geholfen und einen Teil hatte MZB schon geschrieben. Allerdings beruht der Großteil wirklich nur auf ihren Notizen, daher meine Formulierung.  :->

LG
Lannie
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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Offline Lannie

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Re: Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« Antwort #4 am: 05. April 2007, 20:16:15 »
Was Suchen so alles bringt.  :->
Hab jetzt tatsächlichn noch eine andere Fassung meiner Rezi gefunden, in der ich Folgendes geschrieben habe:

Allerdings darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass dieser Roman nach dem Tod von Marion Zimmer Bradley entstand.
Aus detaillierten Aufzeichnungen schuf Diana L. Paxson mit Hilfe des Sohnes der verstorbenen Autorin, David Bradley, diesen faszinierenden Roman mit der Theorie, die Bewohner des versunkenen Atlantis bauten im fernen Britannien eine neue Zivilisation auf, um ihre Religion und ihre Mysterien zu erhalten, aus der schließlich das uns „bekannte" Avalon entstand
.

Frag mich jetzt nicht, warum ich noch eine andere Fassung habe...  :kopfkratz:

LG
Lannie
Liebe Grüße
Lannie aka Cait

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Offline Dante

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Re: Marion Zimmer Bradley: Die Ahnen von Avalon
« Antwort #5 am: 02. August 2007, 21:44:29 »
So, dann versuch ich mich mal an meinem Fazit...

"Die Ahnen von Avalon" als zweiter Teil einer insgesamt siebenbändigen Reihe schließt beinahe nahtlos an "Das Licht von Atlantis" an. Das erste Band hat mir schon ausnahmslos gefallen (bis auf den engen Druck, der doch etwas anstrengend zu lesen war).

"Die Ahnen von Avalon" beginnen mit den letzten Tagen von Atlantis und wenn ich darüber hinweg sehe, dass das Ende von Atlantis und die ursprüngliche Bevölkerung anders war, als das Volk, welches nun Atlantis verlässt, so hat mir das Buch gut gefallen. Nichts spricht dagegen, dass Überlebende auf andere Kontinente ausgewandert sind. Und gerade der "Göttinnenkult", der im späteren Avalon Einzug hält, ist in meinen Augen einer der wenigen "friedlichen" Lebensauffassungen.

Was ich auf jeden Fall anmerken will: Man merkt deutlich einen Unterschied zwischen MZB und Paxson. Mir kam es an manchen Stellen einfach zu oberflächlich vor. Leider kann ich das nicht genau festmachen an Beispielen...

Wie Kathrin geht es mir so, dass ich die Passagen um Tiriki lieber lese, als die um Micail, was wohl daran liegt, dass es in Micails Umfeld meist um Intrigen spinnen und durchführen geht, um Macht und Unterdrückung - um den falschen Weg, mit der Macht umzugehen.

Bei Tiriki geht es erst um das nackte Überleben, welches nur in der funktionierenden Gemeinschaft möglich ist. Dann erst machen sie sich an ihre Aufgabe, dem Licht einen neuen Platz zu schaffen.

Was mich etwas an diesem Buch stört, ist die Art und Weise, wie die Charaktäre mit ihrem Wissen umgehen bzw. nicht umgehen. Vor allem Micail lässt seine Kraft total brach liegen und auch Tirki anfangs...

Zitat
Gut gefallen hat mir die Vermischung der „erleuchteten“ Priester und Priesterinnen mit der „normalen“ Bevölkerung von Atlantis, den Seeleuten, wie auch mit den Einheimischen in England, dem Sumpfvolk und dem Stamm der Ai-Zir, dadurch ist das Buch für mich einfach nachvollziehbarer geworden, als beispielsweise „Das Licht von Atlantis“, das mich mit seinen vielen guten und bösen Göttern, Mächten und Ritualen einfach nur verwirrt hat. Vielleicht sehe ich mich selbst aber auch einfach eher bei den Nicht-Erleuchteten und fühle mich bei ihnen, beispielsweise Reidel, einfach wohler.
Ich denke auch, dass bei diesem Buch für jeden etwas dabei und es deshalb auch einfacher zu lesen war.

Zitat
Was mir an dem Buch leider auch negativ aufgefallen ist, sind ein paar vermeintliche inhaltliche Fehler. Aus eigentlich vier Priesterschülerinnen werden zwischenzeitlich drei, selbst wenn es kein Fehler war, dann wird zumindest nicht geklärt an dieser Stelle, was mit der vierten Schülerin ist. Dann werden Personen verwechselt, falsche Pronomen verwendet, ich hatte das Gefühl, dass die Autorin selbst mit den Figuren durcheinander gekommen ist.
Den Eindruck hatte ich zuweilen auch. Ab gesehen davon hatte ich schon immer den Eindruck, Frau Paxson nimmt es nicht so genau mit ihren Aufzeichnungen, was man in "Die Priesterin von Avalon" noch einmal merken wird...

Also, ein flüssig zu lesendes Buch mit der für mich richtigen Thematik, eine wunderbare Verbindung zwischen der alten und neuen Zeit, gepaart aber mit einigen Fehlern und dem für mich widersprüchlichen Verhalten der "Erleuchteten" lässt mich zu folgendem Resultat kommen:

- Schulnote 1,3