Christopher Paolini- Eragon 1

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Offline wingfoot

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Christopher Paolini- Eragon 1
« am: 28. Dezember 2008, 14:56:41 »
[isbn]3570303330[/isbn]

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Der fünfzehnjährige Eragon lebt mit Onkel und Cousin in einen kleinen Dorf in der Bergen von Alagaesia. Die Menschen sind arm, das Leben ist hart – aber Eragon gefällt es. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er in den Bergen einen geheimnisvollen Stein findet, der sich als Drachenei entpuppt. Denn kaum ist der Drache geschlüpft, gerät Eragons ganze Welt ins Wanken: Brutale Schergen des grausamen Königs Galbatorix jagen ihn, ermorden seinen Onkel und stecken den Hof in Brand. Eragon verliert in einer einzigen Nacht seine Familie und seine Heimat. Und so verlässt er das Dorf und macht sich auf die Suche nach den Mördern.

Dabei steht ihm nicht nur der Drache Saphira zur Seite, sondern auch der alte Brom, ein Geschichtenerzähler mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Er offenbart Eragon nach und nach, warum Galbatorix so versessen darauf ist, Eragon und Saphira zu finden. Der König ist nämlich an die Macht gekommen, indem er die einst mächtigen Drachenreiter vernichtet hat. Und jetzt bedroht mit Eragon ein neuer Drachenreiter sein Imperium. Zuerst versteht Eragon die Furcht des Königs nicht – doch dann lernt er mithilfe von Brom seine magischen Fähigkeiten kennen. Auf ihrer Reise übt er sich in dieser gefährlichen Kunst, aber die bösen Mächte scheinen ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Bis Eragon schließlich das geheime Versteck der Varden findet, die schon seit Jahrzehnten im Verborgenen gegen Galbatorix kämpfen. Alles läuft auf eine entscheidende Schlacht zu ...

Meine Meinung:


Das war doch alles schonmal da. Bis auf ein paar nette Details (die Werkatze zum Beispiel). Drachen, Orks (auch, wenn sie hier Urgals heissen), Elfen, unterirdische Zwergenstädte... Das ist vielleicht ganz nett, wenn die Serie zu den ersten Fantasy-Romanen gehört, die man liest, aber ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass Christopher Paolini den Herrn der Ringe gelesen hat und beschlossen, dass er das auch kann. Mit nicht ganz derselben Kunstfertigkeit. Allein der Name "Eragon"... Nun gut. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch auch nicht völlig schlechtmachen. Die Charaktere sind vielleicht ein wenig flach, aber zumindest Eragon entwickelt sich doch deutlich weiter und das ist mehr als man von so manchem Fantasy-Schinken sagen kann. Manches ist nicht ganz logisch, aber das hat im Genre ja auch Tradition. Und man muss Paolini eins lassen: Er hat die bekannten Elemente (bis Klischees) recht ansprechend neu kombiniert. Es ist spannend, ich hab mitgefiebert, ich hab auch ein paarmal geschmunzelt. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Wenn man es aber tut, sollte man sich gleich auf das Lesen der ganzen Serie einstellen, denn das Ende ist offen. Und ich muss zugeben, trotz meiner mangelnden Begeisterung bin ich angefixt- ein gewisser Suchtfaktor muss also vorhanden sein...  :kopfkratz:

Pluspunkte: Entspannende Realitätsflucht, schönes "Heldenerwachen"
Minuspunkte: Mangelnde Originalität, offenes Ende (=Endloskurzgeschichte, kein Roman)

Liest gerade:
Christian Zaczyk- Was uns auf die Palme bringt. Aggression im Alltag
Oscar Wilde- The Picture of Dorian Gray


 "Schweigsam und unschuldig breiten sich die Bücher im ganzen Haus aus und es gelingt mir nicht, sie aufzuhalten." - Carlos M. Dominguez

Offline Kathrin

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Re:Christopher Paolini- Eragon 1
« Antwort #1 am: 10. März 2011, 13:11:17 »
Meine Meinung:
Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, viel gepriesen und hoch gelobt – nur ich kann es wiedermal nicht nachvollziehen, bin herbe enttäuscht und richtig froh, dass ich das „Drama“ endlich beenden konnte. Anfangs dachte ich noch, dass ich recht glücklich mit dem Buch werden könnte, gerade weil das frisch geschlüpfte Drachenweibchen schon einen gewissen Gemütlichkeitsfaktor in das Buch gebracht hat, hatte sie doch eindeutig was von einer Katze, wie es sich da so an Eragon schmiegt und mit ihm kuschelt. Doch das anfängliche Wohlfühl-Gefühl schlug schnell in ein großes Genervtsein um. Ich war mehrfach am überlegen, ob ich das Buch nicht aufgeben sollte und kann letztlich gar nicht mehr verstehen, wie ich den sechsten Band von Naomi Noviks Drachenreiter-Serie NICHT beendet habe, aber den ersten Band von Eragon schon.

Es sind einige Dinge, die mich an diesem Buch störten, angefangen bei der einfachen, nahezu lieblosen Sprache, über eine flache Geschichte bis hin zu nervenden Protagonisten und dazu zähle ich auch das Drachenweibchen Saphira, die wohl der erste Drache ist, der so gar nicht bei mir landen konnte und den ich nicht „haben“ wollte. Mag sein, dass ich durch andere Drachen (Temeraire, Elliot, Elynsynos) etwas „verdorben“ bin, dennoch konnte ich mit Saphira einfach nicht warm werden. Gleiches gilt auch für ihren Drachenreiter, Eragon, wiedermal ein 15-jähriger Lümmel, der zum Helden mutiert und dem vieles zu schnell und einfach gelingt. Da war ich richtig froh über einen „Fehler“ den er gemacht hat, für den er aber von seinem Lehrmeister Brom schon nahezu Prügel eingesteckt hat. Dass Brom an dieser Stelle jedoch gleich so aggressiv werden musste und später auch Eragon seinem Weggefährten Murtagh gegenüber ebenfalls, fand ich total überzogen und ungerechtfertigt. Auch die Beziehung zwischen Saphira und Eragon hat mir nicht gefallen, wie gesagt, da mag ich von Laurence und Temeraire verwöhnt sein, aber ich finde diese beiden hier gehen lange Zeit überhaupt nicht liebevoll mit einander um, sind nur brummelig und motzen den anderen an und dieser Tonfall nervt mit der Zeit einfach kollossal.

Die Geschichte von Christopher Paolini wie auch seinen Schreibstil finde ich äußerst flach und einfach gehalten. Ich finde man merkt schon sehr, dass es ein 15-jähriger Junge geschrieben hat und auch dass das Zielpublikum dieses Alter hat. Was mir wieder einmal beweist, dass ich über dieses Alter einfach hinaus bin und so etwas nicht mehr unbedingt lesen will. Die Sprache ist sehr einfach und anspruchslos, so völlig ohne Liebe zum Detail gehalten (und ich brauche weiß Gott nicht immer 1000-Seiten-dicke „Schinken“), was dem Lesetempo an sich zu Gute kommt. Allerdings wird dies auch unterstützt durch die flache Story und Passagen, in denen einfach nicht viel passiert. Dadurch wird es inhaltlich leider einfach sehr zäh, das Buch kann mich nicht mehr überraschen und begeistern und zieht mich daher nicht in seinen Bann. Das merkte ich zum einen daran, dass mich Broms Tod überhaupt nicht berührt hat (und ich finde auch nicht, dass Eragons Trauer wirklich gut rübergekommen ist) und zum anderen daran, dass ich an einem Freitag abend lieber genüsslich mit meinen Katzen gekuschelt habe, als die letzten 30 Seiten des Romans zu lesen. Letztlich ist von dem Buch nicht viel im Gedächtnis geblieben, ich finde die ein oder andere Wendung unlogisch und plump, es gibt keine Höhen aber auch keine Tiefen, dafür aber unnötige Szenen. Die einzig nette Idee wurde zunächst sträflich wenig ausgeschöpft um gegen Ende wieder aus der Mottenkiste gezogen zu werden – nur dass es dann völlig an den Haare herbeigezogen wirkte.

Was mir gut gefallen hat, waren die Landkarte und der Glossar über die alte Sprache. Dennoch hat mir auch bei diesen Extras etwas gefehlt: und zwar deutlich mehr zeitliche Angaben: wie alt z.B. kann so ein Drachenreiter tatsächlich werden kann, wird er nur deutlich über 100 Jahre alt oder gar an die 1000 Jahre alt? Wie alt ist Brom? Wie lange hat Saphira in ihrem Ei darauf gewartet, bis sie an den richtigen Menschen kommt? Wann hat Galbatorix die Macht übernommen, wie alt ist er? Es ist leider alles schrecklich undefiniert und da kann auch das etwas bessere Ende des Romans nicht mehr viel herausreißen. Tatsächlich hat das Buch mit dem Auftauchen von Murtagh deutlich gewonnen, der zusammen mit Arya das Buch doch etwas lesenswerter macht. Allerdings nicht lesenswert genug, um die Fortsetzungen zu lesen. Da reicht mir auch die Zusammenfassung bei Wikipedia, da muss ich mich nicht so lange quälen. Es ist gut möglich, dass mir das Buch besser gefallen hätte, wenn es eines meiner ersten Fantasy-Bücher gewesen wäre, aber das waren nun mal Harry Potter, die ersten drei Bände der Rhapsody-Reihe von E. Haydon und Lycidas, Lilith und Lumen von Christoph Marzi, da ist es nahezu unmöglich, an diese heranzukommen…das schaffen ja noch nicht mal die genannten Autoren selbst.

Bewertung:


lg
kathrin
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