Hans Küng; Der Anfang aller Dinge, Naturwissenschaft und Religion

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Offline Hans

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[isbn]9783492251686[/isbn]

Ein Zwischenbericht

Bin jetzt auf Seite 67 von etwa 225, oder mit dem ersten Abschnitt durch, der sich der Frage "Eine vereinheitlichte Theorie für alles?" widmet. Prinzipiell steht da für mich nichts Neues drin, - soll heissen, das es mir immer schon klar war, das Naturwissenschaft irgendwann an Grenzen gelangt, die sie nicht überwinden kann. Ein praktisches Beispiel ist die Heisenbergsche Unschärferelation, von welcher die einen oder anderen von Euch ja schon mal gehört haben. Diese besagt, das man auf atomarer Ebene entweder die Geschwindigkeit messen kann, mit der sich ein Teilchen bewegt, oder aber seine augenblickliche Position bestimmen kann. Beides zusammen geht nicht. Da ist zum Beispiel eine Grenze der Physik erreicht. Auch nicht ganz neu war für mich, das mehrere grosse Geister der Naturwissenschaften des 20. Jahrunderts zu der Erkenntniss gelangten (und immer noch gelangen), das den Naturwissenschaften Grenzen gesetzt sind, und das es Phänomene gibt, die sich nicht mit Biologie, Chemie oder Physik erklären lassen.
Neu war für mich, dass es auch schon bewiesen ist, das die Naturwissenschaft solche Grenzen hat. Es gab da einen gewissen Kurt Gödel, seines Zeichens Mathematiker, der 1930 in seinem zweiten Unvollständigkeitssatz bewiesen hat, "dass man die Widerspruchsfreiheit eines hinreichend komplizierten Systems nicht mit Mitteln beweisen kann, die im System selbst zur Verfügung stehen, sofern das System überhaupt widerspruchsfrei ist. Draus folgt: Die meisten Axiomensysteme der Mathematik sind nicht in der Lage, ihre eigene Widerspruchsfreiheit zu beweisen. Eine allgemeinverbindliche Absicherung des mathematischen Denkens durch finite, konstruktive Widerspruchs-freiheits-beweise ist nicht möglich." (Seite 35) Und da die Mathematik bekanntlich die Hilfswissenschaft der Naturwissenschaften schlechthin ist, kann man das auch auf Selbige übertragen.

Was mir persönlich ein paar Schwierigkeiten macht, sind die vielen Bezüge zur Philosophie, was aber damit zusammen hängt, das ich mich damit bisher nicht sonderlich intensiv beschäftigt habe. Das sollte aber niemanden abschrecken. Ich finde es nämlich gut, das Küng aufzeigt, was bestimmte Philosphen zu bestimmten Fragen so gedacht haben und dies in einem grösseren Zusammenhang stellt. Und er sagt auch, wo seine ureigene Wissenschaft, nämlich die Theologie ihre Grenzen hat, und wo sie ihre Kompetenzen überschreitet.

Nach dem, was ich bisher gelesen habe, ist es ein empfehlenswertes Werk für alle, die sich für das Thema interessieren. Wer nicht nur an Dogmen festhalten will, seien sie nun theologischer oder materialistischer Natur, der/die findet darin eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Dasein, oder anders ausgedrückt, "dem Leben, dem Universum und überhaupt". Nur ist die Antwort eine Andere, als bei Douglas Adams.

:winken:
Hans

Man muß nicht alles wissen, aber man sollte wissen, wo es steht.
Zum Beispiel hier: Infoportal Deutschland & Globalisierung oder Nachdenkseiten

Online Christiane

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Re: Hans Küng; Der Anfang aller Dinge, Naturwissenschaft und Religion
« Antwort #1 am: 02. Januar 2009, 23:42:31 »
Hallo Hans!

Erst mal vielen Dank für den ersten Kommentar zum Buch. Klingt wirklich nach einem Buch für meinen Wunsch-Sub.

[isbn]9783492251686[/isbn]
 
Neu war für mich, dass es auch schon bewiesen ist, das die Naturwissenschaft solche Grenzen hat. Es gab da einen gewissen Kurt Gödel, seines Zeichens Mathematiker, der 1930 in seinem zweiten Unvollständigkeitssatz bewiesen hat, "dass man die Widerspruchsfreiheit eines hinreichend komplizierten Systems nicht mit Mitteln beweisen kann, die im System selbst zur Verfügung stehen, sofern das System überhaupt widerspruchsfrei ist. Draus folgt: Die meisten Axiomensysteme der Mathematik sind nicht in der Lage, ihre eigene Widerspruchsfreiheit zu beweisen. Eine allgemeinverbindliche Absicherung des mathematischen Denkens durch finite, konstruktive Widerspruchs-freiheits-beweise ist nicht möglich." (Seite 35) Und da die Mathematik bekanntlich die Hilfswissenschaft der Naturwissenschaften schlechthin ist, kann man das auch auf Selbige übertragen.

Da könnte Dich dies Buch vielleicht interessieren und weiterführen:
[isbn]978-3423300179[/isbn]
Ich hab es selbst nicht gelesen  :rotwerd:, kenn aber einige Leute, die sehr begeistert davon waren.

 :winken: Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)

Offline Hans

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Re: Hans Küng; Der Anfang aller Dinge, Naturwissenschaft und Religion
« Antwort #2 am: 05. Januar 2009, 21:19:02 »
Hi Christiane,
Hallo Hans!

Erst mal vielen Dank für den ersten Kommentar zum Buch. Klingt wirklich nach einem Buch für meinen Wunsch-Sub.

bitte sehr. Sobald ich das nächste Kapitel durch habe, werde ich weiter berichten, wenn es Dich interessiert.  :flirt:

Zitat von: Christiane
Da könnte Dich dies Buch vielleicht interessieren und weiterführen:
[isbn]978-3423300179[/isbn]
Ich hab es selbst nicht gelesen  :rotwerd:, kenn aber einige Leute, die sehr begeistert davon waren.

Oh, ohh! - Das SUBt bei mir auch noch irgendwo herum...  :rotwerd:
Hab mich da bisher aber auch noch nicht dran getraut.

:winken:
Hans
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Zum Beispiel hier: Infoportal Deutschland & Globalisierung oder Nachdenkseiten