Maria Magdalena - Margaret George

Begonnen von Kathrin, 18. November 2013, 17:00:43

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Kathrin

[isbn]3404157257[/isbn] Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3404157257
Seiten: 797
Ausgabe: Taschenbuch

Kurzbeschreibung:
Mit überbordender erzählerischer Kraft erweckt Margaret George eine der faszinierendsten Frauengestalten der Bibel zum Leben. Der Leser reist mit ihr in eindrucksvolle Landschaften, erlebt fremde Völker und ihre Kulte und entdeckt dabei auch Wege zur Spiritualität und zu sich selbst. Ein blendendes Werk.

Meine Meinung:
Nach ,,Heinrich VIII", ,,Maria Stuart", ,,Kleopatra" und ,,Helena, genannt die Schöne" ist ,,Maria Magdalena" nun der fünfte Roman von Margaret George für mich und letztlich ist die Kritik für alle Bücher immer die gleiche ... der Bezug zur Hauptfigur kommt einfach nicht auf. Durch den unpersönlichen und sehr distanzierten Stil der Autorin liest sich das Buch sehr anstrengend und kann – je nach Thema – mitunter kaum fesseln. Einzige Ausnahme bildet da ,,Kleopatra", was mich wirklich fesseln konnte. Aber ,,Maria Magdalena" hätte ich fast abgebrochen. Letztlich habe ich das Buch nur beendet, weil mich die Geschichte der Maria Magdalena an sich interessiert. Aber in dem Lied ,,I don't know how to love him" aus dem Musical Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber liegt mehr Gefühl, als in diesen knapp 800 Seiten Roman. Ich finde es zwar schade, dass der neueste Roman der Autorin über Elisabeth I wohl nicht ins Deutsche übersetzt wird, denn ich hätte auch dieses Buch wieder gelesen, aber letztlich weiß ich auch hier, was mich erwartet hätte.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht nur aufgrund des Schreibstils schwergefallen. Auch inhaltlich war es zunächst zäh. Es passiert relativ wenig. Letztlich wird die Geschichte erst mit Marias und Jesus' Erwachsenenalter so richtig interessant und das Buch dadurch auch besser. Aber auch nicht wirklich gut. Für mich persönlich ist es zu viel ,,Hokuspokus". Ich lese zwar gerne Fantasy-Romane und auch gerne mal von dem ein oder anderen Dämon, aber dieses hier ist ein hist. Roman und da stört es mich irgendwie grundsätzlich, auch wenn es in diesen Roman hineingehört. Schon allein, weil wir mit Jesus und seinen Jüngern den Anfang des Christentums verfolgen und es einfach zu dieser Zeit andere Götter (und Dämonen/ Teufel) ,,gibt", an die die Menschen geglaubt haben. Nichtsdestotrotz war mir die Dämonenaustreibung Marias  - ohne bibelfest zu sein - etwas zu extrem geraten, ebenso wie ihre Visionen. Jedes andere Buch hätte ich angesichts Marias Visionen abgebrochen.

Auch die ,,Anhimmelung Jesus" durch die Jünger fand ich übertrieben und fast schon sekten-gehirnwäsche-artig. Mag sein, dass das vielleicht für diese Zeit passend ist, aber mir hat es nicht gefallen. Ganz ehrlich, so wirklich verwundern kann es einen da nicht, dass Jesus gekreuzigt worden ist. Die Obrigen haben in ihm einen Aufrührer und eine Gefahr gesehen, der das Volk aufgewiegelt hat und in ihren Augen bestraft werden muss. Das mag ziemlich hart klingen, zumal ich selbst christlich erzogen worden bin, vor allem wenn ich dann noch sagen muss, dass mir Jesus in diesem Buch nicht sympathisch war. Ich fand ihn sehr arrogant und wenn man den ganzen christlich-geschichtlichen Hintergrund nicht kennen würde, dann wäre auch die Figur des Jesus ein Grund für mich gewesen das Buch vorzeitig abzubrechen.

Alles in allem grenzt es angesichts dieser Kritikpunkte fast schon an ein Wunder, dass ich dem Buch so viele Bewertungspunkte gebe. Insofern ist es vielleicht doch ganz gut, wenn weitere Romane der Autorin nicht übersetzt werden, denn ich würde jedes Mal von Neuem schimpfen...und das, wo doch der eigentliche (geschichtliche) Hintergrund ihrer Bücher jedes Mal echt hochinteressant ist und ich mir mehr Emotion und weniger Distanz wünschen würde.

Bewertung:
[note3]
Rock the Night!

nirak

Hallo Kathrin,
das klingt für mich jetzt so, als würde mein Margaret George Exemplar weiterhin ungelesen in meinem Regal erstauben.
Danke für deine Einschätzung.
lg
nirak

Kathrin

Hallo Karin,

kennst Du schon Bücher von ihr? Wenn ja welche? Wenn Du schon Bücher der Autorin kennst, dann wäre da Deine generelle Einschätzung zu ihr sehr interessant? Dieses Unpersönliche / Distanzierte der Autorin zu den Figuren stört mich halt schon. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihr was an ihren Figuren liegt, dass sie sie liebt.

LG
Kathrin
Rock the Night!

Christiane

Hallo Ihr zwei,

ich misch mich mal kurz ein. Ich hab von Margret George nur den Heinrich VIII gelesen. Und auch durch den hab ich mich irgendwie durchquälen müssen. Geschichtlich war es hochinteressant. Aber mir geht es genau wie Kathrin: der Schreibstil ist so distanziert, dass mich das Buch trotzdem nie fesseln konnte. Vom Gefühl her liest es sich eher wie ein Geschichtsbuch, und weniger wie ein historischer Roman. Was jammerschade ist, da Margret George immer interessante Figuren anpackt und einfach auch ganz viel Recherchearbeit leistet.
Wenn Du also gern Gablé o.ä. liest, dann mach Dich auf Seiten des Gefühls hier auf eine herbe Entäuschung gefasst ...

Trotzdem, ich kenn Leute, die gerade diesen Stil sehr lieben und daher voll Begeisterung Georges Bücher lesen.

Liebe Grüße,
Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)

nirak

Hallo Kathrin,
gelesen habe ich von ihr noch kein Buch. Bei mir steht von ihr "Maria Stuart" im Regal. Deine Meinung zu ihr ermutigt mich jetzt nicht unbedingt zu diesem immerhin 1200 Seitenbuch zu greifen.

@Christiane: Ich liebe Gablé und Co.Bücher und wenn ihr dann schreibt es ist geschichtlich interessant aber emotionslos dann lass ich es lieber. Jedenfalls erstmal.

lg
nirak

Steffi

Hallo Ihr Lieben!

Ich habe mit 17 Jahren "Heinrich VIII" von ihr gelesen und habe es geliebt. Bis DG kam war es mein aller allerliebster historischer Roman. Für mich hat sich Heinrich in diesem Roman so echt und real angefühlt. Ich habe den Roman natürlich nicht mehr so wirklich auf dem Schirm. Es ist ein halbes Leben her, dass ich ihn gelesen habe. Ich weiß also nicht, wie ich ihn heute finden würde. Allerdings muss ich sagen, dass mir Rebecca Gablé in Sachen Personen und ihren Beziehungen untereinander manchmal etwas zu einfach gestrickt ist bzw. mir ihre Personen oft zu sehr gut oder zu sehr böse sind. Das ist bei Margaret George nicht so, weil reale Menschen sich halt oft nicht in diese Schablonen pressen lassen.

Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie ich den Roman heute finden würde. Mal schauen, ob ich es schaffe ihn 2014 erneut zu lesen. Ich habe die letzte Woche auf Sky die Serienverfilmung von Philippa Gregorys Rosenkriege-Romanen gesehen und fand das ziemlich gut und nun zieht es mich wieder zur englischen Geschichte. Habe mir nun vorgenommen mal die dazugehörigen Bücher zu lesen und danach die Tudor-Reihe hinterher zu schieben. Überhaupt werde ich mal nach Romanen aus diesen zwei Epochen Ausschau halten. Irgendwelche Tipps oder auch Warnungen?  :->

Liebe Grüße,
Steffi
Ich lese gerade:
Steve Cavanah: Zu wenig Zeit zum Sterben
Taylor Jenkins Reid: Daisy Jones and the Six
Heidi Furre: Macht
        als nächstes auf dem SUB
Lea Stein: Altes Leid
Faith Jones: Ungehorsam


Kathrin

@Nirak: "Maria Stuart" fand ich im Gegensatz zu Heinrich VIII richtig gut. Das Beste Buch von MG war für mich aber Kleopatra, das habe ich geliebt und da habe ich Gable auch schon gekannt :-) Wenn du Maria Stuart eh schon im Schrank hast, dann kannst Du es ja mal versuchen, wie Du mir ihr klar kommst. Meins ist es einfach nicht.

@Steffi: habe eben schon Deinen Post zu den Rosenkriegen schon gelesen. Spontan fällt mir da nix zu ein. Müsste erstmal mein Regal (zeitlich sortiert) inspizieren...das ist aber dummerweise daheim und ich in der ARbeit  :->

ich habe aber die Tage ein anderes interessantes Buch entdeckt von Elisabeth Chadwick über Mathilde und den Bürgerkrieg. Ich mag Chadwick zwar auch nur bedingt, weil auch sie mir zu distanziert ist (aber beser als MG), aber ich liebe diese Zeit und muss das Buch wohl unbedingt haben. Wenn das also jemand ab Januar lesen wollen würde, da wäre ich nicht abgeneigt mitzulesen

[isbn]B00CWZKQ00[/isbn]

Rock the Night!

Christiane

Hmmm, Kathrin, das Buch hättste aber auch gern posten dürfen ehe ich meinen Wichtelwunschzette rausgeschickt hab. - Da muss ich dann wohl vielleicht meinen Weihnachtswunschzettel noch erweitern.
Aber bis ich das lese wird es dann noch was dauern. Erst sind die Rezibücher dran und da muss ich vorher noch meinen frz. Roman durcharbeiten.  :rollen:

LG,
Christiane
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
Ray Bradbury (1920 - 2012)

Kathrin

@Christiane: habe das Buch auch erst entdeckt, als ich das Wichtelbuch für mein Buchcouch-Wichtelkind gekauft habe (auch wenn es nicht auf deren Liste stand). Bin halt generell nicht der größte Chadwick-Fan, aber sie hat tolle Themen!!!

Rock the Night!

nirak

Zitat von: Kathrin in 25. November 2013, 13:50:46
ich habe aber die Tage ein anderes interessantes Buch entdeckt von Elisabeth Chadwick über Mathilde und den Bürgerkrieg. Ich mag Chadwick zwar auch nur bedingt, weil auch sie mir zu distanziert ist (aber beser als MG), aber ich liebe diese Zeit und muss das Buch wohl unbedingt haben. Wenn das also jemand ab Januar lesen wollen würde, da wäre ich nicht abgeneigt mitzulesen

[isbn]B00CWZKQ00[/isbn]

Ich habe es rein zufällig im Regal stehen  :-> und würde es gern mit dir lesen. Irgendwann Anfang nächsten Jahres.

Kathrin

Yeah, nirak. Sehr sehr gerne. Habe noch nicht so viel im nächsten Jahr. Das Buch von Charlie und dann wollen wir noch einen Thriller mit Saskia lesen, aber das stehen die Termine noch nicht final fest. Insofern sehr sehr gerne!!!

Rock the Night!