Andrzej Sapkowski : Das Erbe der Elfen

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Offline Kathrin

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Andrzej Sapkowski : Das Erbe der Elfen
« am: 19. November 2014, 19:56:08 »
[isbn]3423247541[/isbn]   Das Erbe der Elfen
Andrzej Sapkowski
Fantasy
Seiten: 384
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Preis: 14,90 Euro

Inhalt:
Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist Ciri, die Thronerbin des Reiches, verschollen. Doch es gehen Gerüchte um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde. Und Geralt sieht sich mit heiklen Fragen konfrontiert. Hat Ciri wirklich magisches Potential? Oder ist sie nur das Medium einer bösen Macht? Der halbverfallene Stammsitz der Hexer wird zum Schauplatz einer großen Prüfung ...

Meine Meinung:
„Das Erbe der Elfen“ ist der erste Band der Hexer-Pentalogie von Andrzey Sapkowski, die auf dem Rollenspiel „The Witcher“ basiert. Auch wenn mir der Einstieg verhältnismäßig leicht gefallen ist, so kann ich die Euphorie und Begeisterung vieler Leser nicht wirklich nachvollziehen.

Wir lernen zunächst die Waise Ciri kennen und erleben mit ihr zusammen einen ihrer Alpträume, der sehr bildreich und gewaltig geschildert ist und das Kopfkino quasi sofort zum Laufen bringt. Dann folgt ein Bruch: wir wechseln die Szenerie und sitzen mit unzähligen Gattungen, Völkern und Figuren an einem Lagerfeuer und lauschen dem Barden Rittersporn, der die Ballade von Yennefer und Geralt zum Besten gibt. Aufgrund der vielen Anwesenden, sie nahezu alle namentlich erwähnt werden, verliert man schnell den Überblick über die Figuren, zumal man sich immer wieder fragt, wer von den Figuren wohl noch wichtig werden wird…Um es vorweg zunehmen…es sind nicht wirklich viele. Dumm dabei ist, dass man den Blick auf das Wesentliche verliert – die Geschichte von Yennefer und Geralt, dem Hexer…wenn man denn zu diesem Zeitpunkt überhaupt etwas entscheidendes über die beiden erfährt. Bei mir zumindest ist hier zum ersten Mal ein großes Fragezeichen im Kopf. Das Buch artet zum ersten Mal in Schwafelei aus … und das weiß Gott nicht zum letzten Mal.

Auch inhaltlich habe ich einige Fragezeichen im Kopf. Der Autor kommt in meinen Augen sehr lange Zeit nicht zum Kern der Sache. Es ist kaum zu glauben, dass dies der erste Band einer Serie sein soll. Ich habe das Gefühl, dass mir die komplette Vorgeschichte   fehlt, dass ich sie zum besseren Verständnis des Buches dringend gebraucht hätte. Dies zusammen mit der Holzhammer-Methode-Schwafelei über bedrohte oder ausgerottete Tierarten bzw. Umweltverschmutzung hemmt mich, einen Bezug zu den Figuren zu finden, da ich permanent von dem Buch genervt war.  Die Figuren, sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren bleiben alle durchweg blaß und nicht wirklich bei mir hängen.

Erst gegen Ende des Buches wird es allmählich besser. Yennefer ist die einzig interessante Figur des Buches. Und mit der Versammlung sämtlicher Herrschen, in der es um Politik und Ränkespiele geht, bekommt man endlich ein paar längst benötigte Hintergrundinformationen. Für mich aber leider viel zu spät.

Das Buch ist und bleibt für mich eines der schlechtesten Fantasy-Bücher, die ich je gelesen habe. Dem Buch fehlt der Zauber, gute Figuren und es ist zudem unklar und unstrukturiert erzählt.

Bewertung
Rock the Night!