Kapitel 24 bis 30

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Offline Inge78

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Kapitel 24 bis 30
« am: 13. Dezember 2016, 08:01:30 »
Hier bitte nur den Inhalt der angegebenen Kapitel beposten  :brav:
Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Offline Christiane

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #1 am: 17. Dezember 2016, 01:57:09 »
Hallo Ihr,

ich bin gerade in einem Rutsch bis in diesen Abschnitt durchgerauscht. Man, das ist so spannend! Und nimmt einen so mit...

Jennifer, zu Ungarn hab ich eine Frage: weißt Du warum die Ungarn es so darauf anlegen die Fingerabdrücke zu bekommen? Nach allem was man derzeit so über Ungarn hört scheinen sie mir eigentlich nicht versessen darauf zu sein möglichst viele Ausländer im Land zu haben. Aber wenn ein Flüchtling sich dort registrieren lässt 'haben sie ihn ja quasi am Hals'. Da fehlt mir irgendein Teilchen zum Puzzle, um das zu verstehen.

Um Ungarn trauere ich schon seit Orban dort an die Macht kam. Ich war vor Jahren dort drei Wochen mit dem Fahrrad unterwegs. Das Land ist so schön und die Menschen waren so offen und freundlich. Ich finde es total traurig und erschreckend wie sich dort die Stimmung gewandelt hat.
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)

Offline Jennifer B.

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #2 am: 17. Dezember 2016, 11:33:48 »
Ich bin nicht sicher, vor allem, da die Geflüchteten von Ungarn ganz massiv unterschiedliches berichten.
Ich kenne aus Österreich jemanden, der dort um Asyl bitten wollte, weil er Familie dort hat, die ihn aufnehmen wollte. Der DURFTE sich nicht mal registrieren lassen, seine Gruppe wurde an der Grenze abgefangen, in Busse verfrachtet und erst jenseits der Grenze zu Österreich wieder rausgelassen.

Die Maßnahmen dort wechselten im zweiwöchentlichen Rhythmus - vielleicht auch hilflose Versuche, was man noch machen könnte.
Ich glaube, Orban wollte vor allem abschreckende Zeichen setzen und setzte darauf, dass sich das herumsprach und die Flüchtlinge andere Routen einschlugen. Und er wollte mit seinem Verhalten definitiv auch die Untätigkeit der Nachbarländer kritisieren.

Von dem krassen Stimmungswechsel seit Orban an der Macht ist, habe ich auch schon gehört von einer Bekannten, die in Ungarn lebt. Sie erzählte immer, die Stimmung auf der Straße Ausländern gegenüber hätte sich über Nacht gewandelt. ich konnte das nie so recht glauben, bis mir Kolleginnen, die in England leben, nach dem Brexit-Voting genau dasselbe erzählten.
Das ist schon alles sehr erschreckend.

Offline Christiane

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #3 am: 17. Dezember 2016, 12:03:18 »
Ja, dieser Wechsel der Stimmung bei solchen politischen Umbrüchen - da ängstigt mich auch sehr. Danach trauen sich die, die vorher mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand ihre Parolen verkündet haben dann plötzlich, das auch laut zu tun.
Das ist so in etwa das was meine Mutter mir von der Machtergreifung der Nazis erzählt hat. Und diese Parallelen lassen es mir kalt den Rücken runterlaufen, denn es zeigt einem wie schnell so etwas gehen kann. Und hinterher steht man da und fragt sich 'wie konnte das nur geschehen?' Es sollte uns auf jeden Fall dazu bringen, schon sehr früh aufmerksam zu sein und gefährliche Strömungen in der Gesellschaft ernst zu nehmen. 'Das sind nur ein paar Spinner' - das kann eine fatale Fehleinschätzung sein.
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
 Ray Bradbury (1920 - 2012)

Offline Inge78

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2016, 11:12:31 »
Ja, dieser Wechsel der Stimmung bei solchen politischen Umbrüchen - da ängstigt mich auch sehr. Danach trauen sich die, die vorher mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand ihre Parolen verkündet haben dann plötzlich, das auch laut zu tun.
Das ist so in etwa das was meine Mutter mir von der Machtergreifung der Nazis erzählt hat. Und diese Parallelen lassen es mir kalt den Rücken runterlaufen, denn es zeigt einem wie schnell so etwas gehen kann. Und hinterher steht man da und fragt sich 'wie konnte das nur geschehen?' Es sollte uns auf jeden Fall dazu bringen, schon sehr früh aufmerksam zu sein und gefährliche Strömungen in der Gesellschaft ernst zu nehmen. 'Das sind nur ein paar Spinner' - das kann eine fatale Fehleinschätzung sein.

wenn ich die aktuellen Parolen der "Rechten" höre frage ich mich wieso die nichts gelernt  haben aus der Geschichte
Ich verstehe es wirklich nicht
Wie kann man den Holocaust leugnen?
Wie kann man Arbeitslager fordern?
Was geht solchen Menschen durch den Kopf?

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Offline Christiane

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #5 am: 19. Dezember 2016, 15:28:16 »
Inge, das werd ich auch im Leben nicht verstehen. Aber ich hab auch daheim immer von meinen Eltern gehört wie schlimm es damals war. Andere haben da sicher auch daheim anderes gehört - manche machen sich trotzdem ihre eigenen Gedanken, aber eben nicht alle.
Staunt euch die Augen aus dem Kopf, lebt, als würdet ihr in zehn Sekunden tot umfallen. Bereist die Welt. Sie ist fantastischer als jeder Traum, der in einer Fabrik hergestellt wird.
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Offline Inge78

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #6 am: 19. Dezember 2016, 15:34:27 »
Inge, das werd ich auch im Leben nicht verstehen. Aber ich hab auch daheim immer von meinen Eltern gehört wie schlimm es damals war. Andere haben da sicher auch daheim anderes gehört - manche machen sich trotzdem ihre eigenen Gedanken, aber eben nicht alle.

Ich habe letztens einen Satz gelesen der mir nicht mehr aus dem Kopf geht  ...

In ein paar Jahren wird es einen Film geben der "Aleppo" heißt, der bei den Oscars abräumt und zu dem Alle sagen "So etwas darf nie wieder passieren"!

Und dann passiert es doch , immer und immer wieder, und man ist so verdammt hilflos
Ich wüsste noch nicht mal wie ich , politisch, anders handeln bzw wählen sollte damit so etwas nicht mehr passiert
Auch die Regierung ist da ja scheinbar machtlos. Sie hätten einfach eher reagieren müssen und jetzt kann keiner mehr was machen. Und Sanktionen lassen auf sich warten, es ist eine Schande
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Offline SilkeS.

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #7 am: 19. Dezember 2016, 22:16:32 »
Hallo zusammen!

ich bin gerade in einem Rutsch bis in diesen Abschnitt durchgerauscht. Man, das ist so spannend! Und nimmt einen so mit...
Ich habe den ganzen Tag dafür gebraucht. Wie blöd, dass man zwischendurch arbeiten muß  :->


Jennifer, zu Ungarn hab ich eine Frage: weißt Du warum die Ungarn es so darauf anlegen die Fingerabdrücke zu bekommen? Nach allem was man derzeit so über Ungarn hört scheinen sie mir eigentlich nicht versessen darauf zu sein möglichst viele Ausländer im Land zu haben. Aber wenn ein Flüchtling sich dort registrieren lässt 'haben sie ihn ja quasi am Hals'. Da fehlt mir irgendein Teilchen zum Puzzle, um das zu verstehen.
Sehr gute Frage Christiane. ABer wenn ich so schon von den Erzähungen mit Krieg und Misshandlung geschockt war, dann bin ich jetzt Fassungslos.  :wah:
Da als Flüchtling nicht aufzugeben, weiterzukämpfen, weiterzuziehen... das verdient echt den höchsten Respekt...
Ich erinnere mich noch so gut an die Bilder von den vollen Zügen...  :ausrast:



Um Ungarn trauere ich schon seit Orban dort an die Macht kam. Ich war vor Jahren dort drei Wochen mit dem Fahrrad unterwegs. Das Land ist so schön und die Menschen waren so offen und freundlich. Ich finde es total traurig und erschreckend wie sich dort die Stimmung gewandelt hat.
Auch für den Falll dass ich mich wiederhole. Ich habe von der Politischen Situation keine Ahnung
 :nixweiss1:


wenn ich die aktuellen Parolen der "Rechten" höre frage ich mich wieso die nichts gelernt  haben aus der Geschichte
Ich verstehe es wirklich nicht
Wie kann man den Holocaust leugnen?
Wie kann man Arbeitslager fordern?
Was geht solchen Menschen durch den Kopf?

Inge, das werd ich auch im Leben nicht verstehen. Aber ich hab auch daheim immer von meinen Eltern gehört wie schlimm es damals war. Andere haben da sicher auch daheim anderes gehört - manche machen sich trotzdem ihre eigenen Gedanken, aber eben nicht alle.

Ich habe letztens einen Satz gelesen der mir nicht mehr aus dem Kopf geht  ...

In ein paar Jahren wird es einen Film geben der "Aleppo" heißt, der bei den Oscars abräumt und zu dem Alle sagen "So etwas darf nie wieder passieren"!

Und dann passiert es doch , immer und immer wieder, und man ist so verdammt hilflos
Ich wüsste noch nicht mal wie ich , politisch, anders handeln bzw wählen sollte damit so etwas nicht mehr passiert
Auch die Regierung ist da ja scheinbar machtlos. Sie hätten einfach eher reagieren müssen und jetzt kann keiner mehr was machen. Und Sanktionen lassen auf sich warten, es ist eine Schande
Ja, wenn man allein gesehen hat, wie Erdogan da seine Fäden gezogen hat und die deutsch Regierung zappelte wie Marionetten...  :wah: :umfall:
Aber Inge du hast sooo recht...

Aber zurück zum Buch
Missverständnis Fee und Toni. Okay, blöd gelaufen, fand ich aber nachvollziehbar
Was ich kindisch fand, war Tonis Auftreten, bei der Abendlichen Diskussion mit ihren Eltern.
Sie ist so klug, so tapfer und engagiert und statt den Mund zu halten, wird sie ihrem Vater gegenüber frech, gibt Wiederworte.
Ich habe mich da an Grundsatzdiskussionen zwischen meinem Vater und mich erinnert gefühlt, als es um Konfirmationsunterricht ging.
Ich wollte da nicht hin, ich wollte nicht, weil ich davon nicht überzeugt war, wollte es nicht, wiel man es eben machte,... wollte nicht mit der Menge schwimmen.
Meine Mutter und meine beiden Geschwister waren super stolz auf mein Hartnäckigkeit zu veweigern.
Ich habe sogar eine Freundin unfreiwillig dazubekommen, auch zu verweigern.
Ihr Eltern haben es toleriert, während ich diskutierte und diskutierte und diskutierte.
WEnn ich damals etwas gelernt habe, war dass man mit frechen, vorlauten Antworten bei Eltern NICHTS erreicht! :ruhehier:

So, morgen geht' weiter, mal schauen, ob ich heute schlafen kann

Gruß Silke


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Offline Christiane

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #8 am: 20. Dezember 2016, 00:51:12 »
Hallo Silke,

es ist schon total spät. Ich komm gerade aus dem Adventskonzert, hab dann mit der Familie zusammengesessen und gerade die üblen Nachrichten aus Berlin gesehen. Daher nur kurz den ein oder anderen Gedanken....

Aber zurück zum Buch
Missverständnis Fee und Toni. Okay, blöd gelaufen, fand ich aber nachvollziehbar
Was ich kindisch fand, war Tonis Auftreten, bei der Abendlichen Diskussion mit ihren Eltern.
Sie ist so klug, so tapfer und engagiert und statt den Mund zu halten, wird sie ihrem Vater gegenüber frech, gibt Wiederworte.
Ja, aber genau dieses Verhalten fand ich sowas von authentisch - genau so dämlich hab ich mich in dem Alter auch aufgeführt. Dabei stand ich quasi neben mir, hab mich beobachtet und war mir irgendwie unterbewußt bewußt (kapiert mich hier jemand  :gruebel:??), dass ich mich gerade total doof verhalte und das nichts bringt und konnte mich trotzdem absolut nicht bremsen.
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Offline Inge78

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Re: Kapitel 24 bis 30
« Antwort #9 am: 20. Dezember 2016, 13:07:38 »
Zitat
Ja, aber genau dieses Verhalten fand ich sowas von authentisch - genau so dämlich hab ich mich in dem Alter auch aufgeführt. Dabei stand ich quasi neben mir, hab mich beobachtet und war mir irgendwie unterbewußt bewußt (kapiert mich hier jemand  :gruebel:??), dass ich mich gerade total doof verhalte und das nichts bringt und konnte mich trotzdem absolut nicht bremsen.

Ja, ich verstehe Dich
Weil ich genauso war
Weil man sich mit 16 nicht so ausdrücken kann wie man will
Weil die Gefühle sich überschlagen
Weil man sich für das was man will einsetzen will
Und dann wird man laut, trotzig
Und weiß, das ist falsch
Und das macht einen noch wütender
Und dann haben die Erwachsenen auch noch gute Argumente
Da muss man noch trotziger und frecher werden, denn anders geht es dann nicht

Ich finde Tonis Verhalten auch sehr authentisch
Natürlich ist es nicht hilfreich, aber sie ist ja auch erst 16
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